Die 15 größten Irrtümer über Photovoltaik

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Die 15 größten Irrtümer über Photovoltaik

Einem Irrtum unterliegt, wer eine fehlerhafte Vorstellung von Tatsachen hat. Sich zu irren bedeutet demnach, dass die Vorstellung nicht der Wirklichkeit entspricht. Über die Photovoltaik gibt es viele Irrtümer. Wir listen in unserer Sammlung die 15 größten Irrtümer über Solaranlagen auf und erklären, warum sich irrt, wer daran glaubt.

Pro und Kontra © Rogatnev, fotolia.com
Die größten Irrtümer über Photovoltaik © Rogatnev, fotolia.com

Irrtum 1: Photovoltaik? Kennt doch jeder!

Falsch! Eine Umfrage unter 500 Hausbesitzern im Auftrag des Unternehmens LG Electronics hat ergeben, dass längst nicht alle Befragten wussten, dass die Photovoltaik die Technologie ist, die sich eine Solarstrom-Anlage zunutze macht (daher auch Photovoltaik-Anlage genannt), um aus Sonnenenergie nutzbaren Strom zu erzeugen.

Einfamilienhaus Energieversorgung mit Solar © arsdigital, fotolia.com
Die Grafik zeigt, wie ein Einfamilienhaus mit Solarstrom (schwarze Versorgungsleitungen) und Solarwärme (rote/blaue Versorgungsleitungen) versorgt wird © arsdigital, fotolia.com

Unsicher seien sich viele demnach auch gewesen, wenn sie Solaranlagen

  • in Solarstrom-Anlagen (Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung)
  • und Solarwärme-Anlagen (Solarthermie-Anlagen zur Wärmeerzeugung)

unterscheiden sollten.

Unser Beitrag „Photovoltaik FAQ“ beantwortet Ihnen alle wichtigen Fragen rund um den Betrieb einer Photovoltaik-Anlage.

Irrtum 2: Photovoltaik? Lohnt sich nicht!

Falsch! Eine Photovoltaik-Anlage erzeugt elektrischen Strom aus regenerativer Sonnenenergie. Die liefert die Sonne gratis bis aufs Dach – für voraussichtlich noch viele Millionen Jahre. Das heißt: Als Anlagenbetreiber kommt Ihnen von der Sonne keine Energie-Rechnung ins Haus geflattert. Und das ist längst nicht alles Lohnenswerte: Jede Kilowattstunde (kWh) Strom, die Sie mit der Anlage erzeugen und im Haushalt selbst verbrauchen (sogenannter Eigenverbrauch), spart eine kWh Netzstrom, den Sie aus der Steckdose beziehen und mit derzeit 29 Cent bezahlen.

Die Photovoltaik senkt damit Ihre Stromkosten. Auch ein lohnenswerter Aspekt: Die Gestehungskosten von selbstgemachtem Solarstrom liegen mit einer durchschnittlichen Privat-Anlage derzeit zwischen 11 und 13 Cent pro kWh, Tendenz: fallend. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was Sie Versorgerstrom heute kostet!

Und: Handelt es sich beim bezogenen Netzstrom nicht um echten Ökostrom, sondern um Strom aus fossilen oder atomaren Energiequellen, ist der Netzstrom noch dazu äußerst ineffizient und emissionsreich produziert. Nicht zu vergessen: Die großen Stromverluste aufgrund des Transports vom Kraftwerk ins Haus.

Tipp: Mit dem Photovoltaik Rechner berechnen, ob sich eine Anlage rentiert. Trotz Förderkürzung kann man mit PV-Anlagen viel Geld sparen. Jetzt Rendite berechnen.

Irrtum 3: Photovoltaik? Die liefert doch keine vernünftige Rendite!

Falsch, wenn man seine Renditeerwartungen an den Eigenverbrauch knüpft. Denn mit einer neuen 4-kWp-Anlage würde ein 4-Personen-Haushalt im Großraum München beispielsweise, der jährlich viereinhalb Tausend kWh Strom verbraucht, mehr als ein Drittel seines Stromverbrauchs solar decken können und so rund 500 Euro Stromkosten pro Jahr und rund 10.000 Euro über 20 Jahre Anlagenbetriebszeit sparen. Eine Eigenkapitalrendite von 8 Prozent ist durchaus machbar. Es gilt: Je höher der Eigenverbrauch ist, desto höher steigt die Rendite.

Solaranlage Rendite © vencav, fotolia.com
Solaranlage Rendite © vencav, fotolia.com

Eine ausführliche Begründung, warum sich Photovoltaik auch 2018 lohnt, liefern wir Ihnen in unserem gleichnamigen Ratgeber.

Aber: Richtig, wenn man seine Erwartungen an eine Rendite mit der staatlich auf 20 Jahre garantierten Vergütung nährt, die fürs Einspeisen von selbst erzeugtem Solarstrom ins öffentliche Netz gezahlt wird. Derzeit liegt die gesetzlich stetig sinkende Einspeisevergütung bei etwas über 12 Cent pro kWh – und damit mit den Gestehungskosten von Solarstrom nahezu gleichauf. Rendite ist mit dem Einspeisen von Solarstrom so tatsächlich nicht mehr machbar. Mehr zur Einspeisevergütung lesen Sie hier.

Irrtum 4: Photovoltaik? Die zahlt sich doch erst nach einer Ewigkeit aus!

Falsch! Eine durchschnittliche Photovoltaik-Anlage, die Sie komplett aus Eigenmitteln finanzieren, hat eine Amortisationszeit von 11 bis 13 Jahren. Eine über Darlehen finanzierte Anlage braucht 13 bis 15 Jahre, bis sie sich amortisiert, also ihre Solarerträge die Investitionskosten und Betriebskosten decken. Mehr zur Amortisation einer Photovoltaik-Anlage erklären wir in unserem gleichnamigen Ratgeber.

Irrtum 5: Photovoltaik? So ein Solarmodul hat doch keine Power!

Falsch! Der Solarenergie-Experte Prof. Dr. Volker Quaschning, der an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin rund um das Thema regenerative Energiesysteme lehrt, zeigt im folgenden Video, dass eine Menge Power in so einem durchschnittlichen Modul steckt:

Irrtum 6: Photovoltaik? Die Energie, die für die Herstellung so einer Anlage verbraucht wird, fährt die doch niemals ein!

Falsch! Laut einem neuen Bericht des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) beläuft sich die sogenannte Energierücklaufzeit (auch energetische Amortisation genannt) – und um nichts anderes geht es bei diesem Irrtum – auf etwa zwei Jahre. Das heißt: Sie erzeugen mit einer neuen Solaranlage während ihrer Lebensdauer mindestens das Zehnfache der Energie, die zu ihrer Herstellung nötig war, Tendenz: steigend.

Je nach Standort kann ein Solarmodul in Deutschland pro Jahr etwa 250 kWh erzeugen. Auf die prognostizierte Lebenszeit hochgerechnet, sind das 6.250 kWh. Dagegen steht ein Energieaufwand für die Herstellung, die Nutzung und das Recycling eines Polysilizium-Moduls von rund 2.000 kWh.

Photovoltaik Leistung Messung © Ingo Bartussek, fotolia.com
Übers Jahr gesehen erwirtschaftet schon ein durchschnittliches Solarmodul in Deutschland 250 kWh Solarstrom © Ingo Bartussek, fotolia.com

Irrtum 7: Photovoltaik? So eine Anlage ist sehr teuer!

Falsch! Die Anschaffungskosten für Photovoltaik-Anlagen sinken seit Jahren, vor allem, weil die Module stetig preiswerter werden. Eine wie oben angeführte Bespielanlage mit einer Leistung von 4 kWp kostet mittlerweile nur noch 6.000 Euro netto – inklusive Montage.

Solar Kosten und Preise © Johannesspreter, fotolia.com
Solar Kosten und Preise © Johannesspreter, fotolia.com

Irrtum 8: Photovoltaik? Die Installationszeit ist richtig lange!

Falsch! Mehr als die Hälfte der in der eingangs erwähnten Umfrage Befragten glaubte, dass man für die Installation einer Photovoltaik-Anlage fünf oder sechs Tage brauche – und irrte sich: Eine Anlage ist heute in ein, zwei Tagen installiert.

Montage einer Photovoltaikanlage © Marco2811, fotolia.com
Montage einer Photovoltaikanlage © Marco2811, fotolia.com

Irrtum 9: Photovoltaik? Die Anlagen haben eine Lebenszeit von nur 20 Jahren!

Falsch! Wer auch immer diese Zahl in Umlauf brachte, der irrt: Moderne Photovoltaik-Anlagen haben nach Belastungstests eine erwartete Betriebszeit von gut 30 bis 40 Jahren. Rechnen Sie mal mit: Legt man die oben genannten Amortisationszeiten zugrunde, legen Sie mit einer Anlage, die 35 Jahre läuft, 20 Jahre in der Gewinnzone!

Irrtum 10: Photovoltaik? Die Anschaffung wird kaum noch gefördert!

Falsch! Rund die Hälfte der Befragten in der oben genannten Umfrage von LG Electronics irrt sich da: In Deutschland gilt das EEG, das Gesetz für erneuerbare Energien, über das auch Photovoltaik-Anlagen gefördert werden. Schon die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage unterstützt der Staat über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Auch die Bundesländer und Kommunen haben häufig Förderprogramme am Laufen, um Hausbesitzern die Umrüstung auf regenerative Energien mit zinsgünstigen Krediten, Prämien & Co. zu erleichtern. Schauen Sie auch auf unsere Checkliste Photovoltaik Förderung und Finanzierung!

Irrtum 11: Photovoltaik? Die Anlagen verlieren schnell an Leistung!

Falsch! Das weiter oben schon genannte Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) stellte in einer Studie fest, dass Sie bei einer Photovoltaik-Anlage mit einem durchschnittlichen Leistungsabfall von 0,1 Prozent des Wirkungsgrades pro Jahr rechnen müssen. Von einem schnellen Leistungsabfall kann also nicht die Rede sein! Das Thema Leistung einer Photovoltaik-Anlage besprechen wir hier übrigens ausführlich.

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Irrtum 12: Photovoltaik? Dafür reicht doch die Sonne hierzulande nicht!

Falsch! Mit einer Photovoltaik-Anlage von rund acht Quadratmetern Modulfläche lässt sich in Deutschland der Strom erzeugen, den 1-Personen-Haushalt im Schnitt verbraucht. Unser Ratgeber-Beitrag Photovoltaik: Ertrag in Sommer und Winter klärt Sie weiter zu den in Deutschland möglichen PV-Erträgen auf.

Sonneneinstrahlung im Sommer und Winter © thingamajiggs, fotolia.com
Die Grafik zeigt die in Sommer und Winter aufgrund des unterschiedlichen Sonnenstands verschiedenen Einfallwinkel der Sonnenstrahlen auf ein Gebäude © thingamajiggs, fotolia.com

Irrtum 13: Photovoltaik? Dafür eignen sich doch nur Süddächer!

Falsch! Eine Solarstromanlage empfängt in Deutschland auf einem gen Süden gerichteten Dach zwar die meisten Sonnenstrahlen pro Tag und Jahr, doch auch Anlagen auf nach Osten oder Westen ausgerichteten Dächern erzeugen genügend Strom, so dass sich der Anlagenbetrieb lohnt. Die wegen der geringeren Lichteinstrahlung auch geringere Stromausbeute ließe sich dort beispielsweise mit extra Solarmodulen ausgleichen. In unserem Beitrag „Photovoltaik Voraussetzungen Checkliste“ beschreiben wir ausführlich, welches Dach das Zeug zum Solardach hat.

Irrtum 14: Photovoltaik? Lohnt sich nur mit Solarstromspeicher – und die sind viel zu teuer!

Falsch! Wer die – zugegeben meist noch hohen aber dennoch im steten Sinken begriffenen –Anschaffungskosten für einen Solarstromspeicher (Solar-Akku, Solar-Batterie) scheut, kann die Photovoltaik-Anlage auch ohne Speicher lohnenswert(er) machen, indem er seinen Eigenverbrauch gezielt erhöht, um so ein Maximum seines Stromverbrauchs mit eigens erzeugtem Solarstrom zu decken. Das gelingt beispielsweise, wenn Stromfresser wie Waschmaschine und Trockner in der Hauptproduktionszeit von Solarenergie (tagsüber) laufen.

Solarspeicher © Markus Dehlzeit, fotolia.com
Solarspeicher © Markus Dehlzeit, fotolia.com

Oder, wenn das Elektrofahrzeug (E-Fahrrad, E-Auto) tagsüber aufgetankt wird. In unserem Beitrag „Solarstromspeicher Kosten Nutzen“ wägen wir eben diese beiden Aspekte gegeneinander ab. Wissen sollten Sie, dass der Bund 2016 extra ein Förderprogramm für Solarstromspeicher aufgelegt hat, über das wir Sie hier ausführlich informieren. Nehmen sie die Speicherförderung in Anspruch, sparen Sie direkt einen Teil der Anschaffungskosten für den Speicher.

Irrtum 15: Photovoltaik? Dafür brauche ich doch ein Solardach!

Falsch! Sie können auch zum PV-Anlagen-Besitzer werden, wenn Sie kein eigenes Dach haben, um die Anlage darauf zu installieren. In Internetbörsen, wie die Solardachbörse eine ist, finden sich Dachbesitzer, denen das Geld für eine Anlage fehlt, und Investoren. Während erstere ihr Dach für die Installation gegen einen Anteil des Jahresertrags zwischen üblicherweise 4 bis 6 Prozent vermieten, kaufen, installieren und betreiben die Investoren die Anlage.

Allerdings verliert das Konzept „Solardach mieten“ für den Dachvermieter wegen der sinkenden Einspeisevergütung zunehmend an Reiz. Lohnenswerter ist dagegen das Geschäftsmodell „Solaranlage mieten“, das wir Ihnen in unserem gleichnamigen Beitrag vorstellen: Man spart sich die Investition in die Anlage und profitiert von der Senkung der Stromkosten für Netzstrom dank der Deckung des Eigenbedarfs mit Solarstrom. Sie sehen, Sie müssen nicht mal eine Solaranlage kaufen, um von ihr zu profitieren!

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