Photovoltaikanlage mieten, pachten oder leasen

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Mieten, pachten oder leasen: Attraktive Alternativen zum Kauf einer Photovoltaikanlage

Ob in München, Hamburg oder Leipzig: Die Preise für Grundstücke und Immobilien explodieren. Auch in ländlichen Gegenden ist bezahlbarer Wohnraum Mangelwahre. Und selbst wer sich ein Eigenheim leisten kann, muss seine Kosten im Blick behalten. Die Installation einer Solaranlage scheint da – langfristig betrachtet – eine gute Investition zu sein. Die Kosten für die Anschaffung amortisieren sich innerhalb weniger Jahre und der Käufer macht sich unabhängig von den Preisvorgaben großer Energiekonzerne. Dennoch ist der Erwerb einer Solaranlage für viele Menschen nicht zu finanzieren. Wer aber die Vorteile einer PV-Anlage nutzen und auf saubere Energie setzen möchte, hat zum Glück verschiedene Alternativen zur Auswahl. Wir erklären, welche dies sind, was Sie dabei beachten sollten und sich diese Alternativen überhaupt lohnen.

Eine Photovoltaikanlage wird installiert © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
Eine Photovoltaikanlage wird installiert © Marina Lohrbach, stock.adobe.com

Was kostet eine Solaranlage?

Zwischen 5.000 und 15.000 Euro müssen Sie für Material und Montage in jedem Fall einplanen. Eine stolze Summe, die nicht jeder von uns auf der hohen Kante liegen hat. Und: Als Hausbesitzer sollten Sie immer Rücklagen bilden, mit denen Sie eventuelle Reparaturen bezahlen können. Diese Rücklagen sollten Sie auch für den Kauf einer Solaranlage möglichst nicht antasten. Wie hoch die Investitionssumme genau ist, hängt aber von den individuellen Begebenheiten an Ihrem Haus ab. Neben der Form Ihres Daches und dem Neigungswinkel, spielen auch die Marke der Solarmodule und der exakte Zelltyp eine wichtige Rolle.

Unser Tipp: Holen Sie sich mehrere Angebote verschiedener Anbieter ein und achten Sie dabei auch auf die Kosten, die durch den jährlichen Betrieb oder einen optionalen Stromspeicher entstehen.
Viele Faktoren bestimmen den Preis einer Photovoltaikanlage
Viele Faktoren bestimmen den Preis einer Photovoltaikanlage

Kann ich eine PV-Anlage mieten?

Ja – wer ein geeignetes Dach besitzt, aber die hohen Anschaffungskosten scheut, kann die Solaranlage auch ganz einfach mieten. Dabei können Sie den produzierten Strom selbst verbrauchen. So haben Sie über 15 bis 20 Jahre Energiesicherheit und das gute Gefühl, Umwelt und Klima zu schützen. Je nach Anbieter und Vertrag, müssen Sie mit durchschnittlich 80 Euro Mietkosten im Monat rechnen. Dieser Betrag bleibt üblicherweise über die gesamte Vertragslaufzeit bestehen. Läuft der Vertrag nach dieser Zeitspanne aus, können Sie die Mietdauer meist verlängern oder die Anlage zum aktuellen Wert kaufen.

Welche Vorteile hat das Mieten einer Solaranlage?

  • Keine Investitionskosten: Anders als beim Kauf einer Solaranlage, müssen Sie als Mieter kein Geld für die Anschaffung ansparen. Unternehmen schützen so ihre Liquidität. Gerade, wenn Sie in den vergangenen Jahren keine Rücklagen bilden konnten, ist dies ein enormer Vorteil.
  • Umfassender Service: Die Instandhaltung und Pflege einer Solaranlage kann aufwendig sein. Reparaturen sind dann meist teuer. Als Mieter profitieren Sie von einem All-in-one-Paket, das neben dem Aufbau auch die Versicherung und Übernahme eventueller Reparaturen abdeckt.
  • Garantierter Festpreis: Als Mieter haben Sie die Gewissheit, dass sich der Mietpreis über die nächsten 15 bis 20 Jahre nicht ändern wird. Das gibt Ihnen Planungssicherheit.

Wie bereits erwähnt, können Sie überschüssigen Strom außerdem ins Netz einspeisen. Die Frage ist dann, wer von der Einspeisevergütung profitiert – Sie, oder der Vermieter. Diesen Punkt sollten Sie vor Vertragsabschluss unbedingt klären.

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Solaranlage mieten: Alle Nachteile auf einen Blick

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Überlegen Sie daher genau, ob sich das Mieten einer Solaranlage für Sie rechnet und beziehen Sie die folgenden Aspekte in Ihre Überlegungen mit ein:

  • Preisbindung: Vor- und Nachteil zugleich, kann die Mietpreisbindung sein. Sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass die monatliche Miete Sie finanziell zu sehr belastet, haben Sie meist das Nachsehen.
  • Vertragsbindung: Ob die vermietende Firma sauber arbeitet und die Anlage konsequent wartet – oder eben nicht – lässt sich vorab schwer beurteilen.

Investieren Sie also ausreichend Zeit in eine intensive Recherche und versuchen Sie authentische Erfahrungsberichte anderer Mieter einzuholen. Nur so ist garantiert, dass Sie einen seriösen Anbieter finden und die Vertragsbindung nicht nachträglich bereuen. Das ist noch nicht alles. Denn oft handelt es sich bei dem Mietvertrag in Wahrheit um einen Pachtvertrag. Was das genau bedeutet? Im nächsten Absatz erfahren Sie mehr.

Solaranlage pachten: Das müssen Sie wissen

Bevor wir hier ins Detail gehen: Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Miet- und einem Pachtvertrag? Wenn die Antwort „ja“ heißt, haben Sie vielen Menschen etwas voraus. Das ist auch kein Wunder, denn beide Begriffe werden häufig synonym verwendet. Und auch viele Energieversorgungsunternehmen sprechen von einem Mietvertrag, wenn eigentlich ein Pachtvertrag gemeint ist – und umgekehrt. Der Grund liegt auf der Hand: Als potenzieller Kunde informieren Sie sich vorab im Internet über die verschiedenen Möglichkeiten, in eine Solaranlage zu investieren. Das Sie diesen Artikel lesen, ist das beste Beispiel. Und wie die meisten anderen User, werden wahrscheinlich auch Sie bei Google nach „Solaranlage mieten“ recherchiert haben – und eben nicht nach „Solaranlage pachten“. Das aber nur am Rande. Zurück zu der Frage, was der Unterschied zwischen einem Mietvertrag und einem Pachtvertrag ist.

Hat nur wenig mit Obst zu tun: Der Fruchtgenuss

Auch wenn Sie nicht Rechtswissenschaften studiert oder das Bürgerliche Gesetzbuch auf dem Nachttisch liegen haben, ist der Unterschied recht leicht zu verstehen. Bei einem Mietvertrag erhalten Sie das Recht zum Gebrauch einer Immobilie oder eines Grundstücks. Sie dürfen dort leben, Ihre Kinder großziehen und die Räume nach Belieben möblieren. Als Pächter dürfen Sie all dies ebenfalls. Es kommt aber ein weiterer Aspekt hinzu. Denn als Pächter haben Sie zusätzlich zur sogenannten Gebrauchsgewährung das Recht zum „Genuss der Früchte“. Dass bedeutet: Sie dürfen nicht nur die Sache selbst nutzen, sondern auch einen Teil der Erträge behalten, die mit eben jener Sache erwirtschaftet werden. Streng genommen profitieren Sie also nur bei einem Pachtvertrag von der Einspeisevergütung.

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Lohnt sich das Pachten einer Solaranlage?

Zu Beginn schließen Sie als Hauseigentümer einen Pachtvertrag mit dem Verpächter. Dieser läuft ähnlich wie beim Mietvertrag meist über 15 bis 20 Jahre. In diesem Vertrag wird festgehalten, welchen Betrag Sie dem Pächter monatlich für den Betrieb der Anlage überweisen müssen. Fast noch wichtiger, sind aber die Vertragsdetails, in denen Ihre Rechte und Pflichten als Pächter definiert werden. So kann es sein, dass Ihnen das Risiko eines Minderertrages oder sogar eines Ertragsausfalls übertragen wird. Das bedeutet auch: Sie als Pächter haben sich um die Überwachung der Anlage und die Ertragskontrolle zu kümmern.

Pachtvertrag: Diese Punkt müssen Sie überprüfen

  • Muss laut Vertrag eine Errichtungsgebühr gezahlt werden?
  • Wird die Anlage vom Verpächter gewartet, instandgehalten und umfassend versichert?
  • Werden Ihnen als Pächter Mindeststromerträge garantiert?
  • Was geschieht mit der Anlage, wenn Sie Ihr Haus verkaufen wollen – oder müssen?
  • Können Sie ein Sonderkündigungsrecht nutzen?

Erst wenn diese Aspekte geklärt sind, sollten Sie den Pachtvertrag unterzeichnen.

Pachtvertrag: Vorsicht vor unrealistischen Eigenverbrauchsquoten

Ob sich der Pachtvertrag finanziell rechnet, ist auch eine Frage des Eigenverbrauchs. Manche örtliche Energieversorger machen hier unrealistische Angaben, um den potenziellen Pächter zu blenden. Der Grund ist einfach: Die Eigenverbrauchsquote – also der Anteil des Solarstroms, der im eigenen Haushalt verbraucht wird – lohnt sich für Sie als Pächter mehr als die Einspeisung ins Netz. Indem einige Anbieter diesen Anteil künstlich höher rechnen, verlieren Sie im schlimmsten Fall so unterm Strich mehrere tausend Euro.

Nehmen Sie Servicepakete genau unter die Lupe

Wie beim Mietvertrag, sollten Sie auch beim Pachtvertrag genau hinschauen, welche Services im Vertrag enthalten sind. Nur wenn das Rundum-sorglos-Paket wirklich alle wichtigen Leistungen wie die Wartung und Instandhaltung abdeckt, sind Sie auf der sicheren Seite und erleben keine bösen Überraschungen.

Pachten oder kaufen? Was ist effizienter?

Beispiel NRW: Hier hat die Verbraucherzentrale die Pachtverträge verschiedener Energieversorger unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Nur 3 von insgesamt 13 geprüften Angeboten erwiesen sich als wirtschaftlich. Teilweise betrug der Verlust eines typischen Fünf-Personen-Haushalts über eine Pachtzeit von rund 18 Jahren rund 8.700 Euro! Gründe sind neben dem künstlich hochgerechneten Eigenverbrauch vor allem die zugrunde gelegte Stromtarifpreisentwicklung im Nutzungszeitraum sowie zusätzliche Kosten, die durch Wartung, Instandhaltung und Versicherungen entstehen. Das Fazit der Untersuchung: Pachtverträge lohnen sich nur in den wenigsten Fällen und ein Kauf der Anlage ist langfristig betrachtet, meist die günstigere Alternative. Da einige Energieversorger verdächtigt werden, ihre Kunden bewusst zu täuschen, prüft die Verbraucherzentrale NRW rechtliche Schritte gegen die Darstellung angeblicher finanzieller Vorteile in Pachtverträgen.

Photovoltaikanlage leasen: Tipps für Privathaushalte und Unternehmen

Ob Logistikunternehmen, Event-Location oder Handwerksbetrieb: Im Vergleich zu Privathaushalten können Betriebe meist deutlich größere Solaranlagen verbauen. Der Ertrag der Solarpanel ist entsprechend hoch, die Anschaffungskosten allerdings auch. Viele Unternehmen denken daher über ein Leasing der Photovoltaikanlage nach. Ob dies möglich ist, entscheiden vor allem zwei Punkte:

  • Bei der Solaranlag muss es sich um eine selbstständige Betriebseinrichtung handeln, die aufgeständert auf das Dach integriert wurde. Ist die Anlage hingegen in die Fassade des Hauses eingelassen, gilt sie als Bestandteil der Immobilie. Ein Leasing ist so nicht möglich.
  • Die Anlage muss außerdem einen gewissen Umfang haben. Der Großteil der Leasinganbieter setzt hier eine Untergrenze von 30 Kilowattpeak (kWp) an. Dadurch ist Leasing als Finanzierungsmodell für kleinere Anlagen ungeeignet, wie sie meist auf den Dächern von Privathaushalten zu finden sind.

Natürlich wird die Leasinggesellschaft auch weitere Details prüfen. Beispiele sind Ihre Kreditwürdigkeit als Kunde und natürlich auch der gewünschte Standort der PV-Anlage. Steht dem Leasingvertrag dann nichts mehr im Wege, wird häufig eine feste Zinsbindung von rund zehn Jahren und einem Restwert von rund 30 Prozent vereinbart. Bedenken Sie auch, dass die Kosten für die Wartung und Versicherung bei der Ertragsrechnung für das Leasingmodell berücksichtigt werden müssen.

Vorteile Nachteile
  • Solarenergie ist umweltfreundlich und vergleichsweise günstig
  • Lohnt sich nur für größere Anlagen
  • Sichere Kalkulation durch fest vereinbarte Leasingraten
  • möglicherweise haben Sie keinen Anspruch auf staatliche Fördermittel
  • Unangetastete Liquidität

Kurz gesagt

Wer die hohen Investitionskosten für den Kauf einer Solaranlage scheut, hat mit den vorgestellten Möglichkeiten drei Alternativen zur Auswahl. So scheint es jedenfalls. In der Realität ist der Kauf einer Solaranlage einem Miet- oder Pachtvertrag häufig vorzuziehen. Wie wir gezeigt haben, sollten Sie vor allem die zu erwartende Höhe des Eigenverbrauchs prüfen und sich vorab genau über die verschiedenen Anbieter informieren. Schauen Sie also sehr genau hin und prüfen Sie in Ruhe alle Vertragsdetails. Einmal unterschrieben, lassen sich die Konditionen nur schwer wieder ändern.

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