Tipps zur Erhöhung des Eigenverbrauchs

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So steigern Sie den Eigenverbrauch Ihrer Solaranlage

Aufgrund der sinkenden Mindestvergütung im Rahmen des Erneuerbaren Energie Gesetztes, hoher Strompreise der Energieanbieter und der gestiegenen Verfügbarkeit günstiger Dachanlagen lohnt sich der Eigenverbrauch von selbsterzeugtem Solarstrom immer mehr. Durchschnittlich landet jedoch gerade mal 25 Prozent des umweltfreundlichen Stroms im Haushalt des Erzeugers. Dabei lässt sich mit gezielten Maßnahmen der Eigenverbrauch bis zu 80 Prozent steigern. Lesen Sie in den folgenden Abschnitten, wie Sie mehr aus Ihrer Photovoltaikanlage herausholen können.

Solarcarport © arsdigital, fotolia.com
Solarcarport: Erzeugter Strom treibt das Auto an © arsdigital, fotolia.com

1. Nach Bedarf verbrauchen – Stromspeicher integrieren

Ihre Solaranlage erzeugt in der Regel in den Mittagsstunden am meisten Strom. Über das Jahr verteilt sind die Monate Mai bis August am ertragreichsten. Die Spitzenlasten beim Stromverbrauch treten jedoch oft abends und in den dunklen Wintermonaten auf. Ein Akku schafft Unabhängigkeit, indem er den Strom speichert und zum gewünschten Zeitpunkt zur Verfügung stellt. Auf bis zu 60 Prozent lässt sich laut Fraunhofer Institut für Solarenergiesysteme der Eigenverbrauch damit erhöhen.

Solarspeicher © Markus Dehlzeit, fotolia.com
Solarspeicher © Markus Dehlzeit, fotolia.com

Die Stromspeicher bestehen aus Lithium-Ionen-Zellen, die einen hohen Wirkungsgrad und eine Entladetiefe von bis zu 100 Prozent versprechen. Manche Anbieter von PV-Anlagen verkaufen Gesamtpakete aus Solarpaneelen und Speicher. Vor dem Kauf eines Stromspeichers sollten Sie folgende Parameter überprüfen:

  • Kapazität – als Faustformel rechnen Sie mit 1-2 kWh pro 1000 kWh Energieverbrauch Ihres Haushalts in einem Jahr.
  • Preis pro kwP – je höher die Kapazität des Speichers, desto eher lohnt sich der Kauf. Zahlen Sie für einen kleinen Speicher bis 10 kWp noch durchschnittlich 1.500 Euro pro kWp, sinkt der Preis auf 1.300 pro kWp bei Batterien mit einer Leistung von bis zu 40 kWp.
Tipp: Mit dem Photovoltaik Rechner berechnen, ob sich eine Anlage rentiert. Trotz Förderkürzung kann man mit PV-Anlagen viel Geld sparen. Jetzt Rendite berechnen.

2. Dachausrichtung – die Energie der Sonne optimal nutzen

In der Regel wird eine Solaranlage nach Süden gerichtet, da so der Energieertrag maximal ist. In manchen Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, von dieser Standardstellung abzuweichen, um einen höheren Eigenverbrauch zu erzielen.

Drehen Sie Ihre PV-Anlage beispielsweise 30 Grad nach Westen, wird sie in den Mittagsstunden weniger Strom erzeugen, dafür mehr in den Abendstunden, was Ihren Eigenverbrauch erhöht, wenn Ihre Spitzenlast abends auftritt. Obwohl Sie je nach Dachneigung bis zu 15 Prozent des jährlichen absoluten Ertrags verlieren, erhöhen Sie Ihren Eigenverbrauch. Aus dem gleichen Grund sollten Sie Ihre Solaranlage stärker nach Osten richten, wenn Ihre Spitzenlast früh morgens auftritt.

3. Intelligente Gerätesteuerung und Energiemanagementsysteme – den Stromverbrauch optimal regeln

Smart Home Systeme, die die Steuerung von Haushaltsgeräten übernehmen, lassen sich in Kombination mit Ihrer PV-Anlage nutzen. Nicht nur werden die Waschmaschine und der Geschirrspüler genau dann eingeschaltet, wenn die Solaranlage den meisten Strom produziert. Auch Erzeugungs- und Verbrauchsvorhersagen lassen sich aus der Analyse des Nutzerverhaltens und des produzierten Stroms gewinnen.

Smart Home © redpixel, stock.adobe.com
Smart Home © redpixel, stock.adobe.com

Die in diesem Artikel vorgestellten Strom- und Pufferspeicher werden ebenfalls in das System integriert. Erzeugt die PV-Anlage überschüssigen Strom, wird er abhängig von der Situation optimal verwertet. Theoretisch lässt sich der Eigenverbrauch damit auf 100 steigern. In der Praxis erweist sich wegen schwankender Erträge eine Eigenverbrauchsquote von 80 Prozent als realistisch.

4. Strom-Cloud integrieren – flexibles Konto nutzen

Mit Strom- und Pufferspeichern bleibt die erzeugte Energie in Ihren eigenen vier Wänden. Strom-Clouds funktionieren dagegen nach einem ähnlichen Prinzip wie Datenclouds. Erzeugen Sie im Sommer viel Strom, fließt er ins Netz und wird einem Konto gutgeschrieben. Brauchen Sie im Winter mehr Energie, können Sie die aus Ihrem Konto entnehmen, bevor Sie teuren Strom vom Netzbetreiber kaufen. Via Smartphone oder Laptop können Sie jederzeit Ihren Kontostand abrufen. Zu den Anbietern gehört unter anderem der Energiekonzern E.ON. Für die Nutzung der Cloud wird eine monatliche Grundgebühr fällig. Oft ist das Angebot nur für Käufer einer Solaranlage des Anbieters verfügbar.

5. Hybridsystem schaffen – Solaranlage mit Wärmepumpe und Pufferspeicher

Wärmepumpe © Stiebel Eltron
Solaranlage mit Wärmepumpe kombinbieren © Stiebel Eltron

Kommt in Ihrem Haus eine Wärmepumpe in Frage, schafft die Kombination mit Solarstrom ein besonders umweltfreundliches Heizsystem. Moderne Wärmepumpen heizen oder kühlen die Luft in den Innenräumen und bereiten Warmwasser zu, indem sie die Umgebungswärme nutzen. Sie verbrauchen dabei Strom, um den Verdichter zu betreiben, der das Kältemittel heizt und komprimiert. Bis zu 70 Prozent des Stroms, der für den Betrieb der Pumpe notwendig ist, kann Ihre Solaranlage bereitstellen. Verschiedene Schnittstellen lassen sich realisieren, darunter

  • eine Direktverbindung mit dem Wechselrichter
  • eine Steuerung der Wärmepumpe über den Stromzähler
  • eine Steuerung über ein Energie Management System

Eine weitere, sinnvolle Möglichkeit, den Solarstrom zu verbrauchen, stellt die Erwärmung von Wasser in Warmwasser-Pufferspeichern dar. In den Tanks wird Warmwasser bereitgestellt, das zu einem späteren Zeitpunkt beispielsweise zur Erwärmung von Rücklaufwasser aus der Heizung genutzt werden kann. Insgesamt ist das Heizen von Wasser mit Solarstrom nicht besonders effizient, da Gasheizungen im Kostenvergleich besser abschneiden. Als Restverwertung des überschüssigen Stroms ist diese Option jedoch durchaus attraktiv.

FAZIT

Zur Erhöhung des Eigenverbrauchs bieten sich Energiespeicher wie Puffer- und Stromspeicher, sowie Energiemanagementsysteme und Strom-Clouds. Alternativ kann der Solarstrom verwendet werden, um eine Wärmepumpe zu betreiben. Die folgende Tabelle fasst die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden und den erreichbaren Eigenverbrauch zusammen.

Stromspeicher Dachausrichtung Wärmepumpe Strom-Cloud EM-System
Vorteile Hoher Wirkungsgrad, Energie flexibel verfügbar Stromproduktion wird am Nutzerverhalten angepasst In Kombination mit Solarstrom umweltfreundlich 100% Eigenverbrauch möglich Koppelung von vielen Systemen möglich
Nachteile Teuer in der Anschaffung Tatsächliche Wirkung von Wetterverhältnissen abhängig, nicht auf jedem Dach möglich Hohe Auflagen und einige Voraussetzungen für die Installation der Wärmepumpe Bindung an den Anbieter beim Kauf der PV-Anlage Geräte müssen Schnittstellen aufweisen
Möglicher Eigenverbrauch 60 % Je nach Tageszeit 70-80 % Bis zu 85% Bis zu 100% Bis zu 80%
bis zu 30% sparen

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