Erneuerbare-Energien-Gesetz

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Auswirkungen des EEG auf Photovoltaikanlagen

Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG regelt die vorzugsweise Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz und garantiert den Anlagenbetreibern mehr oder minder feste Einspeisevergütungen. Ziele sind die nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung, die Verringerung der Energiekosten, die Schonung fossiler Energieressourcen und die Unterstützung der Weiterentwicklung entsprechender Technologien. Die hieraus entstehenden Kosten müssen auf die Verbraucher umgelegt werden. Dieser Beitrag nennt die Folgen für Betreiber netzgekoppelter Photovoltaik-Anlagen.

Photovoltaikanlage auf dem Hausdach © Annette Seidler, stock.adobe.com
Photovoltaikanlage auf dem Hausdach © Annette Seidler, stock.adobe.com

Drei Säulen als Basis des EEG

Das EEG basiert auf drei einfachen Faktoren:

  • Zahlungsansprüche des Betreibers einer EEG-, sprich Photovoltaik-Anlage („Einspeisevergütung“)
  • Netzanschlussverpflichtung und Abnahmeverpflichtung des Netzbetreibers
  • Ausgleich durch EEG-Umlage

Was bei Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetz 2000 so einfach zu sein schien, verkomplizierte sich bereits nach kurzer Zeit. Die hohen Einspeisevergütungen, die regionalen Ertragsunterschiede und die Differenzen zwischen den Erlösen (an der Strombörse) und den festgelegten Vergütungssätzen machten eine bundesweite Ausgleichsregelung erforderlich: die EEG-Umlage. Zahlbar von den Endverbrauchern und Stoff für zahlreiche Diskussionen.

Das Prinzip der EEG-Umlage
Das Prinzip der EEG-Umlage
Hinweis: Kostentreibend ist neben der Koppelung der Strompreise an die Börse auch die Befreiung von Schienenbahnen und Unternehmen mit hohem Energieverbrauch von der EEG-Umlage. Die von diesen Unternehmen nicht gezahlten Umlagekosten muss die Allgemeinheit mit tragen.
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Rechte und Pflichten von Betreibern einer PV-Anlage

Bei der Planung und Installation einer Photovoltaikanlage kommt man nicht umhin, sich auch mit den Betreiberpflichten zu befassen. Zahlreiche Vorgaben und Auflagen müssen beachtet werden, will man keine Reduzierung oder gar einen Verlust der Einspeisevergütung riskieren. Beispiele veranschaulichen die wichtigsten Begriffe.

Definition Photovoltaik-Anlage im EEG

Mehrere Solaranlagen gelten als eine Anlage, wenn sie sich auf ein und demselben Grundstück befinden und innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Monaten installiert wurden.

Beispiel Module auf dem Hausdach und auf der Garage: Wurden die Garagenmodule erst mehr als 12 Monate später nachgerüstet, handelt es sich um zwei getrennte Anlagen mit unterschiedlicher Vergütung.

Anspruch auf Einspeisevergütung

Die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung, im Fachjargon „anzulegender Wert“, richtet sich nach der Größe der Anlage. Für Betreiber kleiner und mittlerer Gebäudeanlagen sind folgende Werte interessant:

  • ≤10 kWp: 8,56 ct/kWh
  • >10 bis 40 kWp: 8,33 ct/kWh
  • >40 bis 100 kWp: 6,62 ct/kWh (Stand: Anfang 2021)

Neuanlagen ab einer Anlagengröße von 100 kWp müssen direkt vermarktet werden. Bei Anlagen zwischen 10 und 100 kWp ergibt sich ein Mischpreis. Beispiel: Bei einer Anlage von 18 kWp werden 10 x 8,56 ct/kWh plus 8 x 8,33 ct/kWh vergütet. Monatlich verringert sich diese Vergütung um 0,4 ct/kWh (Basisdegradation).

Zur optimalen Auslegung: Der durchschnittliche Verbrauch einer vierköpfigen Familie liegt bei rund 4.500 kWh pro Jahr. Dieser Bedarf kann also rein rechnerisch mit einer 5 kWp-Anlage abgedeckt werden. So pauschal lässt sich das jedoch nicht sagen, dafür spielen zu viele Faktoren eine Rolle. Pro kWp, so eine Faustregel, können in Norddeutschland 900-1.000 kWh*a, in Süddeutschland 1.100-1.200 kWh*a Ertrag einkalkuliert werden, je nach örtlicher Globalstrahlung.

Pro Kilowatt peak kann man mit einem Ertrag von 900 -1200 Kilowattstunden pro Jahr rechnen
Pro Kilowatt peak kann man mit einem Ertrag von 900 -1200 Kilowattstunden pro Jahr rechnen

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Einspeisebegrenzung nach §9 EEG

Anlagen mit einer Größe von über 25 kWp sind mit einer sogenannten Regeleinrichtung auszustatten, die dem Netzbetreiber jederzeit erlaubt, die Ist-Einspeisung abzurufen und die Einspeisung bei Netzüberlastung ferngesteuert zu reduzieren. Kleinanlagen bis 25 kWp können alternativ die Einspeiseleistung auf maximal 70 Prozent begrenzen.

Aufgrund der zusätzlichen Kosten für die erforderlichen Geräte und die anfallenden Übertragungsgebühren ist die erste Alternative für Kleinanlagen unwirtschaftlich. Bleibt also die 70-%-Regelung: Der Wechselrichter darf dafür die Maximalleistung von 70 Prozent der Wirkleistung der PV-Anlage haben. Stärkere Geräte sind ebenfalls erlaubt, bei ihrer Verwendung muss die Leistung jedoch entsprechend „abgeregelt“ werden. Das ist bei optimal nach Süden ausgerichteten Photovoltaik-Anlagen ärgerlicherweise nicht im Sinne des Klimaschutzes durch erneuerbare Energien. Bei nicht ganz so idealen Standortbedingungen sind dagegen kaum bis keine Verluste zu erwarten.

Einspeisebegrenzung: Maximal 70% der Anlagenleistung wird eingespeist
Einspeisebegrenzung: Maximal 70% der Anlagenleistung (unter Laborbedingungen) wird eingespeist
Tipp: Mögliche Verluste aus der 70-Prozent-Regelung lassen sich durch eine Optimierung des Eigenverbrauchs reduzieren oder sogar ganz vermeiden. Zudem entfallen zusätzliche Kosten für eine Regeleinrichtung. Wir geben Tipps zur Steigerung des Eigenverbrauchs.

Meldepflichten und Konsequenzen bei Verstößen

Seit 2019 ist der Eintrag in das Markstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur verpflichtend. Zu registrieren sind der Anlagenbetreiber und seine Photovoltaikanlage – inklusive eventueller Stromspeicher, die ebenfalls als Anlagen gelten. Wichtig ist die Einhaltung der recht kurzen Frist von einem Monat nach Inbetriebnahme. Registrierungen sind nur über das MaStR-Webportal möglich.

Eine Leistungserhöhung durch den Ausbau der bestehenden Solarmodule erfordert eine Nachmeldung. Hierbei gelten dieselben Fristen wie bei der Inbetriebnahme einer Neuanlage. Nicht anders wird ein Modultausch gehandhabt. Immerhin erkennt der Gesetzgeber nun ein aufgrund eines Defekts erneuertes Solarmodul als dem alten Modul gleichwertig an. D.h. die ursprüngliche (bessere) Einspeisevergütung wird beibehalten.

Hinweis: Eventuell sind ersetzte Module noch funktionstüchtig. Sie dürfen zwar weiterhin verwendet, jedoch nicht mehr ans öffentliche Stromnetz angeschlossen werden. Jegliche Einspeisevergütung entfällt.

Bei Verstößen gegen die Vorschriften des MaStR verringert sich die Einspeisevergütung auf null. Sie verringert sich auf den Börsenpreis bzw. den Monatsmarktwert, solange dazu verpflichtende Anlagenbetreiber keine technische Regeleinrichtung eingebaut haben oder den erzeugten Strom zusätzlich an Dritte veräußern.

Eine weitere Verpflichtung ist die Mitteilung der erzeugten Strommenge für die Jahresendabrechnung bis zum 28. Februar des Folgejahres. Betreiber von Kleinanlagen werden meistens rechtzeitig durch den Netzbetreiber daran erinnert. In diesem Punkt sorgen die neuen intelligenten Messsysteme für mehr Komfort. Ein eingebautes Smart Meter übermittelt die Verbrauchsdaten automatisch an den Messstellenbetreiber.

EEG-Umlage 2021

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz legt fest, dass Strom aus regenerativen Energien wie der Sonnenenergie abgenommen und für 20 Jahre zu einem festgelegten Preis von den Netzbetreibern vergütet wird. Der Verkauf des eingespeisten Ökostroms erfolgt an der Strombörse. So positiv der fortwährende Anstieg des Stromangebots aus erneuerbaren Energien ist – an der Börse äußert er sich in einem Preisverfall. Das traurige Ergebnis: Die Einspeisevergütung ist höher als der Börsenstrompreis. Damit die Anlagenbetreiber dennoch die zugesagte Vergütung erhalten können, muss die Differenz ausgeglichen werden. Alle privaten Verbraucher und alle Gewerbebetriebe ohne Zahlungsbefreiung müssen die EEG-Umlage entrichten.

Die schlechte Nachricht: Die EEG-Umlage ist seit ihrer Einführung im Jahr 2010 von 2,05 ct/kWh auf 6,76 ct/kWh (2020) gestiegen. 2021 hätte sie sogar 9,5 ct erreicht. Die Maßnahme der Bundesregierung: Deckelung der Abgabe auf 6,5 ct pro Kilowattstunde und Finanzierung der Differenz durch Steuergelder.

Die gute Nachricht: Für PV-Anlagen bis 30 kWp entfällt bei einer maximal selbst verbrauchten Strommenge von 30.000 kWh*a die anteilige EEG-Umlage. Zuvor waren ab einer Anlagenleistung von 10 kWp für den eigenverbrauchten Strom eine anteilige EEG-Umlage von 40 % des EEG-Umlagensatzes zu zahlen. Damit wurde man letztendlich für die Nutzung des eigens erzeugten Stroms und die Entlastung des öffentlichen Stromnetzes bestraft. Weiterhin befreit von der EEG-Umlage sind Eigenversorger, die nicht an ein Stromnetz angeschlossen sind, die Betreiber sogenannter Inselanlagen.

Fazit: Ein optimierter Eigenverbrauch lohnt sich mehr denn je!

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