Vermeiden Sie die 5 häufigsten Fehler bei der Planung einer PV-Anlage!
Sehr positiv ist: Die Zahl der privaten Photovoltaikanlagen steigt. Deren Installation sollte natürlich immer ein Fachbetrieb vornehmen. Laien können jedoch bereits vorab prüfen, ob eine Photovoltaikanlage auf dem Dach überhaupt in Betracht kommt. Für eine aussagekräftige Vorab-Planung sind insbesondere die 5 folgenden Fehler zu vermeiden.

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Fehler 1: Alte Pläne nicht hinterfragen

Eine besonders große Fehlerquelle bei der Planung von Photovoltaikanlagen birgt die Auslegung einer Anlage anhand veralteter Zeichnungen. Häufig aber stimmen die aufgeführten Dachmaße mit der Realität nicht überein. Besonders in den 1950er-Jahren plante man ganze Straßenzüge nach ein und demselben Muster. Die Ausführung erfolgte dann oft privat und nicht selten kam es vor, dass dabei „auf der Leiter“ anders entschieden wurde. Vielfach sind auch später vorgenommene Sanierungen und Umbauten nicht hinreichend dokumentiert.
Fazit: Vor allem bei älteren Gebäuden muss die zu belegende Dachfläche immer aufgemessen werden.
Fehler 2: Gewicht der Photovoltaikanlage unterschätzen

Viele Betreiber in spe bedenken eines nicht: Mit einer PV-Anlage lastet ein stattliches Gewicht auf dem Dach. Bei einem Schrägdach ist mit bis zu 30 kg/m² zu rechnen. Bei einem ballastierten Flachdach-System ist das Gesamtgewicht projektabhängig: Modul und Montagesystem liegen oft bei rund 12 kg/m² zuzüglich berechnetem Ballast; insgesamt sind 20 bis 40 kg/m² häufig, lokal kann es deutlich mehr sein. Einkalkuliert werden müssen zudem die Last von Schnee, Windböen und heftigen Regenfällen. Nur Fachleute können die Statik eines Daches einschätzen und im statischen Nachweis beurkunden. Eine erste Einschätzung kann der Fachbetrieb leisten; bei fehlenden Unterlagen, Altbauten, Flachdächern mit Ballastierung oder Zweifeln sollte ein qualifizierter Tragwerksplaner/Statiker eingebunden werden.
Fazit: Liegt kein statischer Nachweis vor, muss eine fachmännische Einschätzung der Tragfähigkeit erfolgen.
Fehler 3: Abstand zu Dachrand und -fläche falsch bemessen

Hierzu gibt es eine Faustformel: Je höher die Windlast, umso größer sollte der Abstand zum Dachrand gewählt werden. Warum das so ist: Der Wind kann von den Seiten unter die Solarmodule gelangen und sie aus ihrer Verankerung reißen. So hebt möglicherweise die ganze Anlage ab und gefährdet damit das Dach, Anbauten, Garagen oder sogar Menschen. Daher die Empfehlung: Der Randabstand sollte nicht pauschal festgelegt werden, sondern nach Windlastzone, Gebäudehöhe, Dachform, Dachrand-/Eckbereichen und Vorgaben des Montagesystems berechnet werden.

Vielleicht noch entscheidender ist der richtige Abstand zwischen Solarmodulen und Dachfläche. Entspricht dieser nicht den Richtlinien, können Beschädigungen durch eine zu große Sogwirkung entstehen. Nicht zu vernachlässigen ist der sogenannte Kamineffekt: Der Luftzug unter den Modulen kann bei einem Brand das Feuer anfachen, sodass es sich schneller ausbreitet. Neben allgemeinen Brandschutzvorkehrungen müssen bei Planung und Installation von PV-Anlagen Brandschutzanforderungen für den Brandfall berücksichtigt werden – etwa Abstände zu Brandwänden sowie eine sichere DC-Leitungsführung und Kennzeichnung.

Fazit: Für die Auslegung müssen der Windlast entsprechende Abstände eingeplant werden.
Schräg- oder Flachdach: Das unterscheidet sich in der Planung
Viele der genannten Fehlerquellen wirken sich auf Schräg- und Flachdächern unterschiedlich stark aus. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten planerischen Unterschiede auf einen Blick:
Schräg- vs. Flachdach in der Planung
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Fehler 4: Wechselrichter ungünstig auslegen

Der Wechselrichter wandelt den durch die PV-Anlage erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, damit die Energie von Haushalts- und Elektrogeräten etc. genutzt werden kann. Das klingt einfach, hat aber auch so seine Tücken. Der Wechselrichter beeinflusst nämlich ganz entscheidend die Leistung der Photovoltaikanlage. Ist er nicht optimal ausgelegt, führt dies zu Mindererträgen und damit zu einer Verlängerung der Zeitspanne, bis sich die teure PV-Anlage amortisiert.
Doch keine Sorge: Die Hersteller stellen kostenlose Programme für die richtige Auslegung der Wechselrichter zur Verfügung. Andernfalls kann natürlich auch ein Solarteur aus der Region für die Planung zurate gezogen werden.
Fazit: Damit sich die Photovoltaikanlage lohnt, muss auch der Wechselrichter optimal ausgelegt sein.
Fehler 5: Verschattungen leichtnehmen

Bäume und Nachbargebäude werden meist sofort als Schattengeber erkannt. Anders sieht es dagegen häufig mit Schornsteinen, Antennen, Straßenlaternen oder entfernten Hügelkuppen aus. Jegliche Verschattung ist für eine PV-Anlage der absolute Leistungskiller. Daher ist es wichtig, die Ursachen zu erkennen und in die Planung mit einfließen zu lassen. Ein einfacher Sonnenbahnindikator liefert bereits wertvolle Erkenntnisse. Für eine genauere Verschattungsanalyse halten Fachbetriebe geeignete Geräte bereit. Im Ergebnis kann der Verzicht auf einzelne Module sinnvoll sein; je nach Schattenverlauf kommen aber auch eine passende Stringaufteilung, Wechselrichter-Schattenmanagement, Leistungsoptimierer oder Modulwechselrichter infrage.
Fazit: Bei der Planung einer PV-Anlage müssen Verschattungen analysiert werden; je nach Schattenverlauf können einzelne Bereiche ausgespart oder mit Leistungsoptimierern bzw. Modulwechselrichtern ertüchtigt werden.
So gehen Sie jetzt vor
Die fünf beschriebenen Fehler zeigen: Eine Photovoltaikanlage ist keine Entscheidung, die allein am Küchentisch getroffen werden sollte. Sie können aber vieles vorab selbst prüfen – das spart Zeit im Fachgespräch und schützt vor teuren Überraschungen. Messen Sie die Dachfläche aus, dokumentieren Sie Schattenquellen über den Tag hinweg und halten Sie möglichst die Bauunterlagen mit den statischen Berechnungen bereit. Anschließend lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen und sie nicht nur beim Preis zu vergleichen, sondern auch bei der vorgeschlagenen Wechselrichter-Auslegung und den berücksichtigten Randabständen. Ein seriöser Fachbetrieb prüft die vorhandenen Statikunterlagen und veranlasst bei fehlenden Unterlagen oder Zweifeln eine statische Bewertung, analysiert die Verschattung mit geeigneten Messgeräten und legt die Anlage entsprechend aus.
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