Energiespeicher Pro und Kontra

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Mehr Vorteile oder Nachteile mit einem Solarstromspeicher?

Das Bonner Marktforschungsunternehmen EUPD Research erwartete im Mai 2021 bis zum Ende des Jahres die Neuinstallation von 150.000 Heimspeichern in Deutschland. Dies würde einen Zuwachs von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeuten und den Trend zur gewünschten Netzunabhängigkeit ungebremst fortsetzen. Es gibt viele Gründe, die für die Anschaffung eines Solarspeichers sprechen. Wir wägen sie gegen die weniger positiven Seiten ab und ziehen am Ende das Fazit: Was überwiegt – das Pro oder das Kontra?

Pro und Contra gut abwägen
Pro und Contra gut abwägen

Gründe FÜR einen Energiespeicher

Steigerung der Eigenverbrauchsquote

Die Eigenverbrauchsquote ist der Anteil des selbst genutzten Stroms am selbst produzierten Strom. Können ohne Speicher von 4.000 kWh selbst erzeugtem Strom nur 1.500 kWh verbraucht werden, beträgt die Eigenverbrauchsquote 37,5%. Der Rest (und dieser aufgrund der 70%-Regelung oftmals nicht einmal komplett) wandert ins öffentliche Stromnetz. Mit einem Energiespeicher steigt die Eigenverbrauchsquote erfahrungsgemäß auf 60-70%. Ergebnis: Der Bezug teuren Stroms vom Netzbetreiber reduziert sich.

Solarstrom: Tagsüber produzieren, Abends und Nachts verbrauchen
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Steigerung des Autarkiegrads

Der Autarkiegrad ist der Anteil des selbst genutzten Stroms am gesamten Stromverbrauch. Liegt dieser bei 4.500 kWh und werden 1.500 kWh davon selbst genutzt, beträgt der Autarkiegrad 33%. Mit einem Energiespeicher steigt der Autarkiegrad ähnlich wie die Eigenverbrauchsquote. Mit dem gleichen Ergebnis: Der Bezug teuren Stroms vom Netzbetreiber reduziert sich.

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Gegenläufige Entwicklung von Einspeisevergütung und Stromkosten

Es ist bekannt: Die Vergütung, die Anlagenbetreiber von den Netzbetreibern erhalten, wird auch in den kommenden Jahren fallen. Waren es für eine Inbetriebnahme kleiner Photovoltaikanlagen (bis 10 kWp) im Jahr 2012 noch 39,14 Cent pro kWh, sind für Januar 2022 nur noch 6,83 Cent pro kWh angesetzt. Und von Monat zu Monat werden es etwa 10 Cent weniger (1,4% Degression nach §49 Abs.2 EEG).

Hinweis: Die Degressionsberechnung ist abhängig vom Zubau im Bemessungszeitraum. Die Festlegung durch die Bundesnetzagentur erfolgt immer kurz vor Beginn dieses Zeitraums für die drei Folgemonate (ab Februar, Mai, August und November).

Ganz anders entwickeln sich die Strompreise: Die untenstehende Grafik lässt den konstanten Preisanstieg in den letzten 10 Jahren auf einen Blick erkennen. Und ganz sicher ist damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.

Ergebnis: Je weiter die Schere auseinandergeht, desto mehr spricht dafür, überschüssige Solarenergie aus der PV-Anlage in einem adäquaten Akku zu speichern.

Regenerative Energie effektiver nutzen

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 29. März 2021 hat den Klimaschutz in Deutschland gestärkt. Ein guter Anfang – und sicher auch ein Anreiz, sich daran zu beteiligen. Ohne Energiespeicher verpufft oft ein Teil des von der Photovoltaikanlage erzeugten Solarstroms ungenutzt (70-%-Regelung). Diese Verluste lassen sich mit einer Solarbatterie vermeiden. Was nicht nur für ein gutes Gewissen sorgt, sondern auch der kommenden Generation eine bessere Zukunft in die Wiege legt.

Tipp: Einen ähnlich positiven Effekt hat die Optimierung der Eigenversorgung. Lesen Sie dazu unseren Ratgeber Tipps zur Steigerung des Eigenverbrauchs.

Natürlich können Sie ein Elektroauto auch ohne Solarbatterie auftanken. Eine Ladestation („Wallbox“) regelt die Energiezufuhr im Zusammenspiel mit den Verbrauchern im Haus. Das „Tanken“ ist jedoch nur in den sonnenreichen Stunden effizient. Wer tagsüber unterwegs ist und abends oder in den Nachtstunden aufladen möchte, braucht einen Batteriespeicher.

Versorgung mit Notstrom

Ein Energiespeicher mit Ersatzstromoption verhindert, im Fall eines Stromausfalls im Dunkeln zu stehen. In „notstromfähigen“ Heimspeichern ist diese Funktion bereits integriert. Ersatz- bzw. Notstromversorgung ist nicht ganz billig, kann sich in Gegenden mit häufigen Stromausfällen aber durchaus lohnen. Soll nicht nur das Licht weiter brennen, sondern zudem der Herd in Betrieb bleiben, muss die Notstromanlage das Hausnetz dreiphasig versorgen. Ansonsten reicht die batterieschonende einphasige Versorgung aus.

Gründe GEGEN einen Energiespeicher

Zusätzliche Kosten zur Photovoltaikanlage

Ein Speicher für überschüssigen Solarstrom hat natürlich auch seinen Preis. Die Investitionskosten richten sich nach der Größe, im Idealfall stimmt die Nettokapazität mit der Generatorleistung überein. Auch wenn die Preise in den letzten Jahren stetig gefallen sind, schlägt jede Kilowattstunde immer noch mit durchschnittlich etwa 1.000 Euro zu Buche. Darin enthalten sind zwar die Installationskosten, nicht aber das Anschluss-Equipment und die laufenden Betriebskosten.

Wer also ausschließlich auf die Kosten blickt, sollte zunächst seine Gewohnheiten analysieren und durchkalkulieren, ob nicht der Eigenverbrauch noch steigerungsfähig ist. Ein Stück Unabhängigkeit verschafft ein Energiespeicher allemal.

Tipp: Die Rendite einer eigenen Solaranlage können Sie mit dem Photovoltaik-Rechner ermitteln.

Batteriespeicher sind Kurzzeitspeicher

Mit den Akkus kann kein Strom für die folgende Woche oder gar die Zeit nach dem Urlaub gespeichert werden. Das Beste ist, die Batterie jeden Tag möglichst bis zum Limit zu laden und zu entladen. Verbleibt zu viel Energie im Speicher, senkt dies seine Lebenszeit. Bei einem richtig dimensionierten Speicher stellt dies jedoch kein Problem dar. Was aber auch ein Batteriespeicher nicht ändern kann, ist der geringe Solarstromertrag in der dunklen Jahreszeit. Daher ist in den Monaten November bis Januar keine Unabhängigkeit von Netzstrom möglich.

Kürzere Lebensdauer als die der Solarmodule

Während die PV-Anlage auf dem Hausdach ihre Dienste mindestens 20, manchmal sogar bis 30 Jahre verrichtet, ist dies für Batteriespeicher lediglich 15 Jahre lang zu erwarten. Das ist einfach zu erklären: In den Batteriezellen finden chemische Prozesse statt, die die Materialien altern lassen. Das geschieht anfangs nur sehr langsam, beschleunigt sich zum Ende der Lebenszeit jedoch immer stärker. Dann kann die Batterie zwar immer noch genutzt werden, allerdings nicht mehr mit der anfänglichen Speicherkapazität. Um den Prozess so lange wie möglich aufzuhalten, ist es daher ist es wichtig, auf eine korrekte Ladung und Entladung zu achten. Lithiumspeicher sind diesbezüglich deutlich einfacher zu handhaben als Bleispeicher.

Die Schwierigkeit besteht also darin, den besten Zeitpunkt für die Installation des Speichers zu wählen: sofort oder später?

Hinweis: Die logische Maßnahme wäre, einfach den Akku im Energiespeicher austauschen zu lassen. Das wäre mit Sicherheit preisgünstiger als das gesamte System zu erneuern. Doch genau daran scheinen die Hersteller nicht interessiert zu sein. So bietet beispielsweise das Unternehmen SENEC sein IES-System mit kostengünstigem Akkuwechsel nach Ablauf der 10-Jahres-Garantie nicht mehr an.

Kritik an der Umweltverträglichkeit

Wie jedes Ding hat auch der Akku im Heimspeicher seine zwei Seiten: Natürlich bietet er die Möglichkeit, Strom aus regenerativen Quellen zu speichern und damit den Strombezug aus dem Netz zu reduzieren. Zu seiner Herstellung werden jedoch meistens Lithium und Kobalt benötigt, zwei Materialien, für deren Förderung/Gewinnung immer wieder Begriffe wie soziale Missstände, Kinderarbeit und Umweltzerstörung genannt werden.

Beim Recycling sieht die Sache besser aus: Wegen der langen Lebensdauer ist die Rücknahme gebrauchter Speicherakkus derzeit noch kein brennendes Thema. In Zukunft ist jedoch von industriellen Standardprozessen auszugehen, die den größten Teil der heute verwendeten Rohstoffe wieder nutzbar machen können. Alleine schon deshalb, weil dies für die deutlich kürzer nutzbaren Akkus der Elektroautos früher ansteht. Auch in diesem Zusammenhang ist auf die Langlebigkeit der Energiespeicher zu achten.

Batterierecycling schont die Umwelt
Batterierecycling schont die Umwelt

Zusammenfassung: Tabelle Pro & Kontra

In einer Tabelle können das FÜR und WIDER herkömmlicher Energiespeicher übersichtlich gegenübergestellt werden:

Pro Energiespeicher

Kontra Energiespeicher

  • Steigerung des Eigenverbrauchs und damit Senkung des Netzeinspeisung
  • Zusätzliche Kosten zur Photovoltaikanlage
  • Steigerung der Autarkie und damit Unabhängigkeit von den Strompreisen
  • Strom nur kurz speicherbar
  • Kontinuierlich sinkende Einspeisevergütung
  • Schwierige Planung durch unterschiedliche Lebensdauer von Speicher und Solarmodulen
  • Stetig steigende Stromkosten
  • Kritische Betrachtung der Umweltverträglichkeit
  • Effektivere Nutzung einer regenerativen Energie
  • Fallende Stromspeicherkosten
  • Nutzung als Solartankstelle
  • Versorgung mit Notstrom
  • Positive Entwicklung des Recyclings
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Fazit

Wie zu sehen, sprechen deutlich mehr Argumente FÜR Energiespeicher als Ergänzung zu Photovoltaikanlagen. Ob dies auch mit deren Wirtschaftlichkeit einhergeht, ist gesondert zu beurteilen, denn eine Kosteneinsparung hängt einfach von zu vielen Faktoren ab. In ideeller Hinsicht dagegen ist jeder Stromspeicher ein Gewinn. Und Hand aufs Herz: Ist mit der Entscheidung für eine PV-Anlage nicht bereits der erste Schritt getan – dem logischerweise dann auch der zweite folgen sollte? Ein Batteriespeicher unterstützt die Energiewende und die Verkehrswende.

Das A und O für eine lohnende Investition ist zweifelsohne die richtige Größe des Solarbatterie-Speichers. Ist seine Kapazität zu gering, deckt er den Eigenverbrauch ungenügend ab. Ist er zu groß dimensioniert, geht dies zulasten der Effektivität und der Lebensdauer des Geräts.

Energiespeicher für Photovoltaikanlagen © Eyematrix, stock.adobe.com
Energiespeicher Kosten Nutzen

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