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Photovoltaikanlage Dimensionierung

PV-Ersparnis schätzen
1Verbrauch
2Dach
3Ergebnis
Personen im Haushalt
Dach / Anlage
ca. 1.400–1.800 €
Ersparnis / Jahr · bei 8 kWp · mit Speicher
Grobe Schätzung · 37 ct/kWh · Süddach angenommen

Expertenrat: Größer ist häufig wirtschaftlicher

Die konkrete Planung einer PV-Anlage beginnt mit der Ermittlung ihrer optimalen Größe. Schließlich muss die Modulfläche groß genug sein, um wirtschaftlich zu arbeiten – aber auch nicht größer als im Budget vorgesehen. Eine Frage, die sich jeder Betreiber stellt: Wie groß soll meine Photovoltaikanlage ausgelegt sein? Wir zeigen die Faktoren für die richtige Dimensionierung der Anlage auf. Vorweg gleich ein Rat: Folgen Sie der Empfehlung der Experten und kalkulieren Sie nicht zu knapp. Für eine lohnende Solaranlage gilt häufig: Je größer, desto besser! Unter welchen Bedingungen diese Faustregel gilt und wie die geplante EEG-Reform sie verschieben könnte, ordnen wir weiter unten ein. Und wer seinen aktuellen Verbrauch nicht genau kennt, findet im Beitrag Stromverbrauch im Haushalt typische Werte zum Einordnen.

Solaranlage auf Hausdach © electriceye, stock.adobe.com
Solaranlage auf Hausdach © electriceye, stock.adobe.com
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Bedarf und Nutzungsverhalten

Anlagenbetreiber sind natürlich bestrebt, mit dem Ertrag ihrer PV-Anlage den gesamten Strombedarf der Hausbewohner zu decken. Wie viel tatsächlich genutzt werden kann, hängt aber von der zeitlichen Übereinstimmung mit dem Verbrauch ab. In einem Erwerbstätigen-Haushalt liegt der Eigenverbrauchsanteil erfahrungsgemäß bei ca. 30–40 %. Berufstätige sind in der Regel tagsüber abwesend und benötigen die Solarenergie erst am Abend, wenn die Anlage weniger davon produziert. Die Folge: Der Großteil des Stroms, nämlich ca. 60–70 %, wird ins öffentliche Netz eingespeist. Ein Stromspeicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil deutlich – also den Anteil des erzeugten Solarstroms, der im Haus genutzt wird. Davon zu unterscheiden ist der Autarkiegrad: der Anteil des Strombedarfs, den PV-Anlage und Speicher zusammen decken. Er steigt bei klugem Energiemanagement auf bis zu 70 %.

Netzbezug und Autarkiegrad ohne Solaranlage, nur mit Solaranlage und mit Solaranlage + Stromspeicher

Auslegung bei normalem Strombedarf

Der Stromspiegel 2025 weist für Einfamilienhäuser im Mittel rund 1.800 Kilowattstunden pro Jahr für eine Person und 3.800 kWh für vier Personen aus; mit elektrischer Warmwasserbereitung sind es rund 2.100 beziehungsweise 4.700 kWh. Für das folgende vereinfachte Rechenbeispiel setzen wir 4.500 kWh Jahresverbrauch an. Dieser Bedarf könnte rein rechnerisch mit einer Photovoltaikanlage von 4 bis 5 Kilowatt-Peak gedeckt werden. Wenn die Globalstrahlung ausreichend, die PV-Anlage optimal ausgerichtet und unverschattet wäre – und die ganze Energie auch sofort verbraucht würde.

Tipp: Immer auch an die Zukunft denken! Gerade bei jungen Paaren kann der Strombedarf bald deutlich anwachsen.
Photovoltaik Anlagengröße: Planen Sie für die Zukunft
Photovoltaik Anlagengröße: Planen Sie für die Zukunft

Bedarf eines Haushalts mit Elektroauto, Wärmepumpe und Klimaanlage

Für eine vereinfachte Planungsrechnung setzen wir beim E-Fahrzeug rund 20 kWh Ladeenergie pro 100 km an – inklusive Ladeverlusten – sowie eine durchschnittliche jährliche Fahrleistung von 13.000 km. Daraus ergibt sich ein gesamter Ladeenergiebedarf von etwa 2.600 kWh pro Jahr; wird davon rund drei Viertel zuhause geladen, beträgt der Jahresenergiebedarf fürs Auto an der heimischen Steckdose knapp 2.000 kWh. Stimmen die Standortbedingungen, ergibt dies ein Plus von gut 2 kWp für die Auslegung der Fotovoltaikanlage – bei überwiegendem Laden zuhause entsprechend mehr. Wie der Strombedarf eines E-Fahrzeugs exakt berechnet wird, erfahren interessierte Autofahrer in unserem Beitrag Photovoltaikanlage fürs Elektroauto.

E-Auto und PV-Anlage: Optimal aufeinander abgestimmte Komponenten liefern das beste Ergebnis
E-Auto und PV-Anlage: Optimal aufeinander abgestimmte Komponenten liefern das beste Ergebnis

Eine Wärmepumpe erzeugt Wärme mit Strom. Eine Angabe zum Energiebedarf kann weniger pauschal beantwortet werden wie fürs Elektroauto. Es kommt nämlich sehr darauf an, welche Wärmepumpentechnik zum Einsatz kommt: eine stromintensive Luftwärme-, eine vergleichsweise sparsame Erdwärme- oder eine besonders effiziente Grundwasser-Wärmepumpe. Am Beispiel eines Einfamilienhauses mit 120 m² Wohnfläche und einem Jahresverbrauch von 100 kWh/m² ergibt sich ein Wärmebedarf von 12.000 kWh p.a. – und ein Jahresstromverbrauch zwischen ca. 2.400 und 4.300 kWh. Wieder ausgehend von guten Standortbedingungen bedeutet dies ein Modulausbau von im Mittel 3,5 kWp.

Wärmepumpen holen Energie aus Erde, Luft und Wasser
Wärmepumpen holen Energie aus Erde, Luft und Wasser

Der Strombedarf einer Klimaanlage hängt von Gerät, Raum, Dämmstandard, Solltemperatur und Nutzungsdauer ab. Der auf dem EU-Energielabel von Splitgeräten ausgewiesene Jahresstromverbrauch ist ein normierter Vergleichswert: Die Berechnung setzt für die Kühlfunktion 350 äquivalente Stunden im aktiven Kühlbetrieb an und ist keine Prognose der tatsächlichen Laufzeit; mobile Monoblockgeräte arbeiten meist weniger effizient. Für die PV-Planung sollte deshalb der Wert des konkret ausgewählten Geräts angesetzt werden statt einer pauschalen Zusatzleistung.

Mit Elektroauto und Wärmepumpe wächst das Rechenbeispiel auf rund 10 kWp. Für eine Klimaanlage sollte der Jahresverbrauch des konkret ausgewählten Geräts zusätzlich angesetzt werden.

Tipp: Sie planen Ihre erste PV-Anlage? Unser kostenloser E-Mail-Kurs für Einsteiger führt Sie in fünf Lektionen von der Dacheignung bis zur Anschaffung.
Anlagenleistung nach Ausstattung – Vier-Personen-Haushalt
Grundbedarf Haushalt ≈ 5 kWp
+ Elektroauto (Ø 13.000 km/Jahr) ≈ 7 kWp
+ Wärmepumpe (120 m² Einfamilienhaus) ≈ 10,5 kWp
+ Klimaanlage (Splitgerät, 25 m²) ≈ 11 kWp
Vereinfachte eigene Beispielrechnung ohne Speicher; Annahmen wie in der Tabelle unten: Ertrag rund 950 kWh je kWp, Vier-Personen-Haushalt mit 4.500 kWh, E-Auto mit rund 2.000 kWh zuhause geladener Energie pro Jahr, Wärmepumpe mit rund 3.350 kWh/Jahr, Klimagerät beispielhaft mit rund 270 kWh/Jahr (Splitgerät für 25 m²); jeweils auf 0,5 kWp aufgerundet. Die tatsächliche Größe hängt von Ertrag, Dach, Verbrauchsprofil sowie Lade- und Heizverhalten ab.

Rechner: Dimensionierung der Solaranlage nach individuellem Stromverbrauch

Empfehlung von VZ und HTW: Ausnutzen was geht

Eine von der Verbraucherzentrale NRW in Auftrag gegebene Studie kam 2019 zu folgendem Ergebnis: Es ist wesentlich wirtschaftlicher, die Größe der Anlage nicht allein nach der Höhe des Eigenbedarfs zu dimensionieren. Berechnungen der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin führten zur Empfehlung, die Dachfläche größtmöglich auszunutzen. (Quelle: htw, Sinnvolle Dimensionierung von Photovoltaikanlagen für Prosumer, März 2019) Erkenntnis hat sich mittlerweile herumgesprochen.

Fast immer gilt: Je größer die PV-Anlage desto besser
Fast immer gilt: Je größer die PV-Anlage desto besser
Hinweis: Die manchmal noch zu findende Einschränkung für Anlagen zwischen 10 und 12 kWp ist antiquiert. Deren schlechte Investitionsrendite beruhte auf der mittlerweile abgeschafften EEG-Umlage ab 10 kW.

Um PV-Interessenten die Umsetzung zu erleichtern, erfolgte ein umfassender Hürdenabbau: Die EEG-Umlage wurde ab Juli 2022 auf null abgesenkt und mit dem EEG 2023 endgültig abgeschafft. Die alte 70-Prozent-Regelung entfiel für neue PV-Anlagen bis einschließlich 25 kW installierter Leistung; seit dem Solarspitzengesetz gilt für viele neue Anlagen in der Einspeisevergütung aber eine 60-Prozent-Begrenzung bis Smart Meter und Steuerungseinrichtung erfolgreich getestet sind. Außerdem sind Einnahmen und Entnahmen aus begünstigten Gebäude-PV-Anlagen einkommensteuerfrei: Für Anlagen, die nach dem 31. Dezember 2024 angeschafft, in Betrieb genommen oder erweitert wurden, gilt die Grenze von 30 kW (peak) je Wohn- oder Gewerbeeinheit; für ältere Anlagen gelten die bis Ende 2024 maßgeblichen, nach Gebäudeart gestaffelten Grenzen fort. Zusätzlich gilt die 100-kW-(peak)-Grenze als Freigrenze pro Steuerpflichtigem oder Mitunternehmerschaft. Für Lieferung und Installation begünstigter PV-Anlagen gilt seit 2023 ein Umsatzsteuer-Nullsteuersatz; ob eine Gewerbeanzeige nötig ist, sollte im Zweifel mit dem örtlichen Gewerbeamt geklärt werden. Die Einspeisevergütung wurde mit dem EEG 2023 zeitweise verbessert.

Das EEG23 verlieh PV-Anlagen Rückenwind
Hinweis: Die 30-Kilowatt-Grenze wird bei vielen Einfamilienhäusern allein auf dem Hauptdach nicht erreicht. Bei großen Dachflächen, Nebengebäuden oder der Fassade kann sie jedoch überschritten werden; relevant sind dann Steuer-, Netzanschluss- und Messkonzeptfragen. Freiflächen-Photovoltaikanlagen sind von der Einkommensteuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG unabhängig von ihrer Leistung nicht erfasst.

Wie sich die Auslegung ab 2027 verschieben könnte

Ein Blick nach vorn gehört inzwischen zur Dimensionierung dazu: Nach dem Regierungsentwurf zum EEG 2027, den das Bundeskabinett am 29. Juli 2026 beschlossen hat, soll die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen schrittweise durch Direktvermarktung mit einer befristeten Übergangszahlung ersetzt werden – Bundestag und Bundesrat haben darüber noch nicht entschieden.

Käme die Reform so, würde sich das Optimum stärker zum Eigenverbrauch verschieben. Schon nach geltendem EEG kann der Vergütungsanspruch bei negativen Börsenpreisen für bestimmte neue Anlagen zeitweise entfallen. Verliert eingespeister Strom an Wert, zählt stärker, wie viel vom Ertrag im Haus bleibt – der Speicher wird wichtiger, eine Ost-West-Belegung streckt den Ertrag über den Tag, und steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpe oder Wallbox heben den Eigenverbrauch. Die Empfehlung, die Dachfläche weitgehend zu nutzen, sollte unter dem Entwurf zusammen mit Eigenverbrauchsprofil, Speicher- und Steuerungskosten sowie den vorgesehenen Einspeisegrenzen geprüft werden.

Wichtig für alle, die jetzt planen: Anlagen, die noch mit den heutigen Konditionen in Betrieb gehen, behalten ihre Vergütung nach dem Entwurf für die volle Laufzeit. Für sie gilt die bisherige Empfehlung unverändert. Was der Entwurf im Einzelnen vorsieht und ob sich Kaufen 2026 oder Warten eher lohnt, rechnen wir in diesem Beitrag ausführlich durch.

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Vorschlag für einen Vier-Personen-Haushalt

„Je größer, desto besser“ ist schnell gesagt. Eine starre Größenvorgabe geben weder die Verbraucherzentrale NRW noch die HTW – beide raten aber davon ab, die Anlage allein am heutigen Eigenverbrauch auszurichten. In den meisten von der HTW untersuchten Fällen erzielten möglichst große Anlagen die höchste Rendite und Einsparung; das individuelle wirtschaftliche Optimum hängt von Ziel und Rahmenbedingungen ab.

Umfrage wird geladen …

Die Grenze ist daher die verfügbare Dachfläche. Wie diese ermittelt wird, erfahren Sie im Beitrag Dachfläche und Dachneigung berechnen. Bitte denken Sie daran, von der Gesamtfläche die Flächen der Fenster, Gauben, Schornsteine u.Ä. abzuziehen und Verschattungsgefahren einzukalkulieren. Bereiche, die praktisch nie der Globalstrahlung ausgesetzt sind, sollten nicht mit Solarmodulen belegt werden. Im Ergebnis erhält man so die maximal mögliche Montagefläche für die Photovoltaikanlage.

Wie groß ist die nutzbare Dachfläche?
Wie groß ist die nutzbare Dachfläche?

Rechner: Leistung der PV-Anlage bei Belegung der kompletten Dachfläche

Hinweis: Bei Flachdächern errechnet sich die Modulfläche völlig anders. Die Dachfläche ist nicht alleinig ausschlaggebend, weil die Module auf Ständer montiert werden. Da sich je nach Neigungswinkel andere Werte ergeben, sollte für die Vermessung auf jeden Fall ein Fachbetrieb zurate gezogen werden.

Wichtig zu wissen: Als grobe Orientierung nennt die Verbraucherzentrale je Kilowattpeak Anlagenleistung etwa fünf bis sieben Quadratmeter geeignete Dachfläche; mit modernen Hochleistungsmodulen und dichter Belegung kommt man häufig mit rund 4,5 bis 5,5 Quadratmetern aus. Bei der Planung kann eine Zeichnung helfen.

Anlagengröße: Bei der Planung kann eine Zeichnung helfen
Anlagengröße: Bei der Planung kann eine Zeichnung helfen
Tipp: Bevor es an die Selbstmontage geht: Solarmodule können sowohl längs als auch quer ausgelegt werden. Je nach Abmessungen des Daches kann sich ein vorheriges Tüfteln lohnen. Die Aufgabe lautet: Wie passen dies meisten Module auf die Fläche?

Als grobe Orientierung kann für einen Vier-Personen-Haushalt mit 5.000 kWh Jahresstromverbrauch eine PV-Anlage mit 10 kWp Nennleistung sinnvoll sein, wenn eine geeignete Dachfläche verfügbar ist oder künftig Elektroauto und Wärmepumpe hinzukommen. Die Solarmodule dafür belegen überschlägig 50 bis 70 Quadratmeter; der genaue Bedarf ergibt sich aus Modulmaßen und Belegungsplan.

Tipp: Will man es genauer als mit Faustformeln wissen, können Photovoltaikrechner bzw. Simulationsprogramme zu Hilfe genommen werden. Diese berechnen auf der Grundlage der eingegebenen Rahmenparameter, ob ein wirtschaftlicher Betrieb mit den vorhandenen Möglichkeiten zu erwarten ist.
Solarmodule © Michel Angelo, stock.adobe.com
Photovoltaik Solarmodule

Was sind Solarmodule und wie funktionieren sie? Solarmodule sind die entscheidende Komponente einer Photovoltaikanlage. Ohne sie könnte das Licht der… weiterlesen

Größere PV-Anlagen haben viele Vorteile

Ob Elektroauto, Wärmepumpe oder Klimagerät – solche Großverbraucher können den Strombedarf des einzelnen Haushalts deutlich erhöhen; Effizienzgewinne bei Haushaltsgeräten wirken dem teilweise entgegen. Natürlich geben Dachgröße und Budget die Obergrenze für die Auslegung vor. In die Kosten-Nutzen-Rechnung sollten jedoch auch die folgenden Vorteile einfließen:

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  • Die Anschaffungskosten beinhalten neben den Solarmodulen einen Wechselrichter, Solarkabel einige andere Komponenten. Bei größeren Anlagen fällt deren größere Dimensionierung aber kaum ins Gewicht. Umgerechnet ist jedes Kilowatt Leistung bei größeren PV-Anlagen günstiger.
Anteile der Anschaffungskosten einer PV-Anlage
  • Je größer die PV-Anlage ausgelegt wird, desto geringer sind die Installationskosten pro Kilowatt. Auch eine spätere Nachrüstung erfordert daher einen tieferen Griff in die Tasche als eine größere Auslegung von vorneherein.
  • Nach mehreren Seiten ausgerichtete Solarzellen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Sonnenstrahlen häufiger auftreffen. Bei modernen Neubauten zeigt das Dach häufig in alle vier Himmelsrichtungen. Warum also nicht die Segmente nach Osten, Süden und Westen mit PV-Modulen bestücken? Nordseiten liefern deutlich weniger Ertrag und sollten standortabhängig geprüft werden; flache, unverschattete Norddächer können als Ergänzung trotzdem sinnvoll sein.
Ideale Ausrichtung der Photovoltaikanlage für mehr Eigenverbrauch
  • Eine größere Anlage kann die selbst genutzte Solarstrommenge und den Autarkiegrad erhöhen. Der Eigenverbrauchsanteil sinkt jedoch häufig, wenn der PV-Ertrag schneller wächst als der Verbrauch; Überschüsse werden eingespeist.
Solarstrom: tagsüber produzieren, abends und nachts verbrauchen
  • Eine größere Anlage bringt gerade in den weniger sonnenverwöhnten Monaten des Winterhalbjahrs mehr Ertrag. Auch dies führt zu einer wünschenswerten Eigenverbrauchserhöhung.

Perfekt in Kombination mit Stromspeicher

Am bequemsten ist es natürlich, den gesamten Ertrag ins öffentliche Stromnetz einzuspeisen und vom Netzbetreiber eine Vergütung dafür zu erhalten. Deutlich attraktiver als der Bezug der läppischen Einspeisevergütung ist allerdings die Erhöhung der Eigenverbrauchsquote, also möglichst viel des selbst produzierten Solarstroms auch selbst zu verbrauchen. In einem gesonderten Beitrag haben wir einige Tipps zur Erhöhung des Eigenverbrauchs zusammengestellt.

Durch Stromspeicher ist eine hohe Eigenverbrauchsquote möglich

Mit einer Solarbatterie lässt sich die Eigenversorgung deutlich ausbauen: Eine PV-Anlage deckt ohne Speicher etwa 25 bis 30 Prozent des Haushaltsstrombedarfs (Autarkiegrad), mit passend dimensioniertem Speicher kann dieser Wert laut Verbraucherzentrale auf bis zu 70 Prozent steigen. Ob sich ein Speicher wirtschaftlich rechnet, hängt vor allem von Anschaffungspreis, Stromverbrauch, PV-Überschüssen und der gewählten Größe ab. Denn hier gibt es gute Nachrichten: Die Preise für Batteriespeicher sind langfristig deutlich gesunken; aktuelle Heimspeicher-Angebote sollten dennoch individuell verglichen werden.

Eine Solarbatterie hilft den erzeugten Strom selbst zu nutzen
Eine Solarbatterie hilft den erzeugten Strom selbst zu nutzen

Anlagengröße und Speichergröße zusammen bestimmen

Die Standardfrage lautet heute nicht mehr „Wie viele kWp?“, sondern „Wie viele kWp mit wie viel Speicher?“. Nach der Auslegungsempfehlung der HTW Berlin sollte die nutzbare Speicherkapazität höchstens 1,5 kWh je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch und zugleich höchstens 1,5 kWh je Kilowattpeak Anlagenleistung betragen. Häufig liegt die passende Größe darunter. Die folgende Tabelle zeigt vereinfachte Richtwerte für die Anlagengröße nach Jahresverbrauch; die tatsächliche Obergrenze setzt das Dach, das nach der HTW-Empfehlung möglichst voll belegt werden sollte.

Jahresverbrauchohne Zusatz­verbrauchermit Wärme­pumpemit E-Automit beidem
3.000 kWhab ca. 3,5 kWpab ca. 7 kWpab ca. 5,5 kWpab ca. 9 kWp
4.500 kWhab ca. 5 kWpab ca. 8,5 kWpab ca. 7 kWpab ca. 10,5 kWp
6.000 kWhab ca. 6,5 kWpab ca. 10 kWpab ca. 8,5 kWpab ca. 12 kWp
8.000 kWhab ca. 8,5 kWpab ca. 12 kWpab ca. 10,5 kWpab ca. 14 kWp
Vereinfachte Richtwert-Rechnung, gerundet auf 0,5 kWp – standortbezogene Modellannahme: Ertrag rund 950 kWh je kWp (real je nach Standort, Ausrichtung und Verschattung abweichend); Wärmepumpe mit rund 3.350 kWh Jahresstrombedarf als Mittelwert; E-Auto mit rund 2.000 kWh Jahresstrombedarf. Bei abweichender Wärmepumpen-JAZ, Fahrleistung oder Dachausrichtung können andere Werte erforderlich sein. Speicherkapazität zusätzlich am Jahresstromverbrauch begrenzen.

Für die Speichergröße heißt das zum Beispiel: Bei 5.000 kWh Jahresstromverbrauch liegt die genannte Obergrenze bei 7,5 kWh nutzbarer Kapazität – auch bei einer 10 kWp-Anlage. Ob weniger Kapazität wirtschaftlicher ist, hängt vom Verbrauchsprofil und den PV-Überschüssen ab. Deutlich größere Speicher erhöhen die Unabhängigkeit nur noch wenig, kosten aber spürbar – hier lohnt der Blick auf das Verhältnis von Mehrpreis und zusätzlich gespeicherten Kilowattstunden.

Gut geplant: So kommen Sie zur richtigen Anlagengröße

Die Dimensionierung einer Photovoltaikanlage lässt sich nicht auf eine einzige Zahl reduzieren. Drei Leitfragen helfen bei der Entscheidung: Wie hoch ist Ihr heutiger und voraussichtlich künftiger Strombedarf? Wie viel nutzbare Dachfläche steht zur Verfügung? Und rechnet sich ein Batteriespeicher für Ihre Situation?

Wer in den nächsten Jahren ein Elektroauto anschaffen oder eine Wärmepumpe installieren möchte, sollte diese Mehrbedarfe von Anfang an in die Auslegung einrechnen – eine spätere Nachrüstung kostet deutlich mehr als eine von vornherein größer geplante Anlage. Die HTW Berlin rät dazu, die verfügbare Dachfläche möglichst weitgehend zu nutzen – in den meisten untersuchten Fällen war das die wirtschaftlichste Wahl.

Hinweis zum Solarspitzengesetz (seit 25. Februar 2025): Für viele neue PV-Anlagen in der Einspeisevergütung oder mit Mieterstromzuschlag gilt bis zum Einbau von intelligentem Messsystem und Steuerungseinrichtung sowie bis zur erfolgreichen Ansteuerbarkeitsprüfung eine Begrenzung der maximalen Wirkleistungseinspeisung auf 60 % der installierten Leistung; Steckersolargeräte bis 2 kW/800 VA (Voltampere; hier rund 800 Watt) sind ausgenommen. Fragen Sie Ihren Installateur, welche Variante und welcher Messstellen-Rollout für Ihre Anlage vorgesehen ist.

Bevor Sie sich entscheiden, lohnt sich ein Vergleich mehrerer Angebote – die Preise variieren regional erheblich. Über die Solaranlagen-Fachbetriebssuche finden Sie ausgewählte Fachbetriebe in Ihrer Region.

Eine Photovoltaikanlage wird installiert © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
PV-Anlage kaufen: Die sechs besten Tipps

Die Anschaffung einer Fotovoltaikanlage intelligent planen Was typischerweise 25 bis 30 Jahre genutzt wird, erfordert eine gründliche Planung – einzelne… weiterlesen

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