PV-Anlage erweitern

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PV-Anlage erweitern: Das müssen Sie wissen

Eine gute Planung ist die halbe Miete. Viele Betreiber von Photovoltaik-Anlagen wissen das und haben es sich bei der Anschaffung zu Herzen genommen. Die richtige Dimensionierung einer solchen Anlage spielt eine entscheidende Rolle in puncto Wirtschaftlichkeit. Dennoch ist das Leben nicht immer planbar. Vielleicht steht mittlerweile ein E-Auto in der Garage, das den Strombedarf erhöht. Oder die Familie hat Zuwachs bekommen und es leben nun mehr Verbraucher im Haus. In Fällen wie diesen bietet es sich oftmals an, über eine Erweiterung der PV-Anlage nachzudenken. Die ist zwar in den meisten Fällen nicht ohne Weiteres möglich, aber mit ein wenig Hintergrundwissen auch kein Hexenwerk.

Monatge einer Photovoltaikanlage © Elenathewise, stock.adobe.com
Monatge einer Photovoltaikanlage © Elenathewise, stock.adobe.com

Blick auf alle Komponenten richten

Die einfachste Lösung ist, auf dem Dach zusätzliche Solarmodule zu installieren. Dabei ist zum einen darauf zu achten, dass diese kompatibel zu den bisher genutzten oder, noch besser, baugleich sind. Zum anderen muss noch genügend Fläche auf dem Dach für eine Erweiterung verfügbar sein. Gibt es noch „Spielraum“, ist darauf zu achten, dass die Tragfähigkeit des Daches nicht überschritten wird. Gibt es keinen, kann es eine moderne und nützliche, mitunter sogar ästhetisch recht ansprechende Alternative sein, flache Module an der Fassade zu befestigen.

Photovoltaikanlage an einer Hausfassade © Daniel Schön, stock.adobe.com
Photovoltaikanlage an einer Hausfassade © Daniel Schön, stock.adobe.com

In einer Reihensiedlung etwa könnte das aber schwierig werden: Es ist darauf zu achten, dass auch auf diese Flächen genügend Sonnenschein trifft. Ist das Haus freistehend, kann dagegen die Stromausbeute unter Umständen sogar noch optimiert werden, da die Module an der Hauswand auch bei niedrigstehender Sonne Ertrag bringen können.

Solaranlage auf einem Hausdach: Statische Voraussetzungen prüfen
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Ganz so einfach ist das Ganze in der Praxis aber nicht. So kann es, insbesondere bei Erweiterungen, die über einen bloßen Zubau von Modulen auf dem Dach hinausgehen, nötig sein, einen zweiten Zähler und/oder einen zweiten Wechselrichter einzubauen. Der Umfang des geplanten Projekts sollte daher auf jeden Fall zuvor mit einem Solarteur oder einem ähnlich qualifizierten Fachexperten durchgerechnet werden. Der zusätzliche Ertrag durch die Erweiterung kann zwar bedeutend sein, er wird die bisher genutzte Leistung aber selten verdoppeln oder verdreifachen. Kommen dann noch zusätzliche Kosten hinzu, ist die Frage, ob unter dem Strich eine schwarze oder eine rote Zahl steht.

Eine Photovoltaikanlage wird installiert © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
Eine Photovoltaikanlage wird erweitert © Marina Lohrbach, stock.adobe.com

Darüber hinaus muss eine Erweiterung der PV-Anlage angemeldet beziehungsweise ins Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Sie wird damit wie eine neue Anlage behandelt, und tatsächlich gelten sie nach aktueller Gesetzgebung in der Regel auch als solche. Hinsichtlich der Vergütung erklärt die Clearingstelle EEG/KWKG, dass für die hinzugekommenen Anlagen in Abhängigkeit vom jeweiligen Inbetriebnahmezeitpunkt ein anderer Vergütungsanspruch als für die bereits zuvor betriebenen besteht: „In diesem Fall ist die Vergütung für den Strom aus den zu einem früheren Zeitpunkt in Betrieb genommenen Anlagen gegenüber den später neu installierten gesondert zu berechnen.“ Das ist ein Grund, warum eventuell ein zweiter Zähler nötig wird. Es kann aber auch möglich sein, die erzeugte Strommenge nach der jeweils installierten elektrischen Leistung der alten und der neuen Anlage aufzuteilen.

Tipp: Betreiber größerer Anlagen wie etwa mittelständische Unternehmen fallen oftmals unter die Pflicht zur Anlagenzertifizierung. Sie sollten bei einer Erweiterung beachten, dass dadurch eine neue Zertifizierung der gesamten Anlage, also auch des Altbestands, nötig werden kann.

Batteriespeicher erhöht den Ertrag

Nicht immer muss eine Erweiterung darin bestehen, die Anzahl der Solarmodule zu erhöhen. Auch an anderer Stelle kann sie sinnvoll sein: durch die Nachrüstung eines Batteriespeichers. Er ermöglicht es – der Name sagt es bereits –, gewonnenen Strom zu speichern und zu Zeiten zu nutzen, wenn keine Sonne scheint und die Anlage keinen Ertrag bringt.

Eine Solarbatterie hilft den erzeugten Strom selbst zu nutzen
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Nach Angaben des Verbraucherportals Finanztip ermöglicht er es, den Eigenverbrauch mindestens zu verdoppeln. Dadurch sinken die Kosten, da abends oder in der Nacht weniger Strom von Energieversorgern bezogen werden muss. Der Haken an der Sache ist bislang zumindest allerdings, dass die Anschaffung kostspielig ist und mit mehreren tausend Euro zu Buche schlägt. Die Anschaffung amortisiert sich daher nur, wenn der Speicher richtig dimensioniert ist und über einen langen Zeitraum genutzt wird. In manchen Bundesländern werden Solarstrom-Speicher gefördert. Informationen dazu sind in der Regel beim zuständigen Umweltamt verfügbar.

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Eine weitere sinnvolle Erweiterung der PV-Anlage kann ein Energiemanagementsystem sein. Moderne Lösungen sind unter anderem in der Lage, die Verbräuche und Leistungen zu visualisieren. Sie erlauben, die Anlage anhand verschiedener Stellschrauben zu optimieren oder können diese Optimierung auch eigenständig übernehmen.

Bestehende Anlage optimieren

Die PV-Anlage ist schon seit vielen Jahren in Betrieb, die Leistung ist aber nicht mehr ausreichend? Hat sich der Stromverbrauch in dieser Zeit nicht dramatisch verändert, muss die Anlage nicht unbedingt erweitert werden, um wieder Freude an ihr zu haben. Mitunter kann es ausreichen, die einzelnen Module auf ihre Leistungsfähigkeit zu testen und kaputte (oder gestohlene) durch neue zu ersetzen. Funktionsfähige Module dürfen nicht ohne Weiteres ausgetauscht werden. Dem schiebt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einen Riegel vor, da sich die Leistung der Anlage dadurch verändern kann. Eine Alternative wäre, sie mit der verbesserten Leistung als neue Anlage anzumelden. Ob sich das rechnet, muss im Einzelfall entschieden werden.

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