Amortisation einer Photovoltaik-Anlage

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Amortisation einer Photovoltaik-Anlage: Wann zahlt sich die Investition aus?

Wer in eine Solarstromanlage investiert, will auch wissen, wann er damit Gewinn macht. Denn auch wenn die Anlage mit ihrer Inbetriebnahme sofort ökologischen Sonnenstrom erzeugt und damit herkömmlich erzeugten Strom und daraus resultierende Stromkosten spart, dauert es Jahre, bis die Solarerträge die anfängliche Investition gedeckt haben. Ist es soweit, hat sich die Anlage amortisiert. Die Zeitspanne bis zur Amortisation einer Photovoltaik-Anlage ist die Amortisationszeit. Wie Sie diese zumindest überschlägig berechnen können und wovon die Amortisationszeit einer PV-Anlage abhängt, erklären wir Ihnen hier.

Lohnt sich eine Solaranlage © Andrey Popov, fotolia.com
Amortisation einer Photovoltaik-Anlage © Andrey Popov, fotolia.com

Amortisation und Amortisationszeit bei einer Photovoltaik-Anlage

Die Amortisation einer Photovoltaik-Anlage meint den Zeitpunkt, ab dem die Solarerträge die Investition in die Anlage decken. Die Amortisationszeit der Solaranlage ist demnach die Zeitspanne, bis zur Amortisation.

Solaranlage Kosten © Angela Stolle, fotolia.com
Wann amortisiert sich eine PV-Anlage? Wenn Solarerträge die Kosten für Kauf und Betrieb decken. © Angela Stolle, fotolia.com

Ausgaben vs. Einnahmen der PV-Anlage gegenüber gestellt ergeben die überschlägige Amortisationszeit.

Amortisationszeit einer Photovoltaik-Anlage berechnen: So geht’s!

Zum – zumindest überschlägigen – Berechnen der Amortisationszeit einer Photovoltaik-Anlage ist die Summe der Ausgaben der Summe der Einnahmen gegenüberzustellen.

Ausgaben:

  • Investitionskosten (Solarmodulkauf, Kauf von Kleinteilen, Abnahme- und Zählergebühren, Montagekosten)
  • laufende Kosten (Versicherungskosten, Betriebskosten wie Kosten für Stromverbrauch der Anlage, Wartungskosten und Reparaturkosten)
  • gegebenenfalls Zinszahlungen (falls die Anlage über ein Darlehen finanziert worden ist)

Einnahmen:

  • erwarteter Solarstromertrag plus daraus resultierende garantierte Einspeisevergütung (ihre Höhe legt das aktuelle Erneuerbare-Energien-Gesetzgebung (EEG) fest)
  • gegebenenfalls Förderungen wie rückzahlungsfreie Subventionen von Bundesland, Kommune und Energieversorger

Zum Abschätzen der Amortisationszeit der Photovoltaik-Anlage sind die Ausgaben zunächst zu addieren. Anschließend müssen davon die Subventionen abgezogen werden. Das Zwischenergebnis ist dann durch die aufgrund der garantierten Einspeisevergütung erzielbaren Jahreseinnahmen minus der jährlichen Auslagen zu dividieren. Das Endergebnis gibt an, wann aus dem Ausgabeüberhang ein Einnahmeüberschuss wird.

Preise und Kosten © tech_studio, fotolia.com
Wann amortisiert sich eine PV-Anlage? Wenn Solarerträge die Kosten für Kauf und Betrieb decken. © tech_studio, fotolia.com

Durchschnittliche Amortisationszeiten für Photovoltaik-Anlagen

Sie können davon ausgehen, dass eine

  • durchschnittliche Photovoltaik-Anlage, die komplett aus Eigenmitteln finanziert worden ist, eine eine Amortisationszeit zwischen 10 und 13 Jahren hat.
  • Eine mit Hilfe eines Darlehens finanzierte Anlage dagegen hat mit durchschnittlich 11 bis 14 Jahren eine etwas längere Amortisationszeit. Der Grund für die längere Amortisationszeit sind die Kosten der Finanzierung (Kreditzinsen), für die Sie aufkommen müssen.

Wozu geschrieben werden muss, dass die Preise für Solarmodule als eine der Hauptkomponenten der Anlage seit Jahren stetig fallen.

Beispiele für Amortisationszeiten von Photovoltaik-Anlagen

Wir zeigen Ihnen hier am Beispiel einer 5-kWP-Solaranlage auf, die auf einem mit 30 Grad gen Süden ausgerichteten Dach optimale Erträge einfährt, welche Amortisationszeiten sich ergeben, wenn Sie die Anlage komplett aus eigener Tasche finanzieren oder mit Hilfe von Darlehen der KfW (effektiver Zinssatz: 3 Prozent; Laufzeit: 10 Jahre) fremdfinanzieren (zu 50 und zu 100 Prozent).

Eigenfinanzierung /50 Prozent/ 100 Prozent Darlehensfinanzierung
Kosten Solarmodul (Mai 2018: 1.725 €/kWp)

8.625 €

Netzanschluss u. Abnahme

500 €

Summe Anschaffung

9.125 €

Kreditzinsen insgesamt 0 € 724,12 € 1.448,40 €
Summe Ausgaben 9.125 € 9849,12 € 10.573,4 €
Einspeisevergütung (Mai 2018: 12,2 Cent/kWh) pro Jahr bei 4.000 kWh Ertrag

488 €

Laufende Kosten(Versicherung, Reparaturen, Reinigung…)

250 €

Stromkostenersparnis durch Eigenverbrauch von 4.000 kWh Solarstrom (Strompreis 2018: 29,1 Cent/kWh)

676 €

Summe Jahreseinnahmen

914 €

Amortisationszeit (Ausgaben / Einnahmen) 10 Jahre 10,7 Jahre 11,5 Jahre

Faktoren, die die Amortisation einer PV-Anlage beeinflussen

Investitionskosten, Nebenkosten und Betriebskosten

Der Preis für die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage (Investitionskosten) sowie die Kosten für ihren Betrieb (Betriebskosten) beeinflussen die Berechnung der Amortisationszeit maßgeblich. Neben den direkten Anschaffungskosten sind auch sämtliche Nebenkosten zu berücksichtigen, darunter gegebenenfalls Kreditzinsen und Versicherungen. Zu den Kosten zählen zudem die Betriebskosten, darunter auch die Kosten für die Instandhaltung, Wartung und Reparatur der Anlage.

Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung, die der Netzbetreiber für Solarstrom zahlt, den Sie als Betreiber der PV-Anlage ins öffentliche Netz einspeisen, ist auf der Einnahmenseite der Berechnung der Amortisationszeit einer PV-Anlage ein wichtiger Posten. Da die Höhe der Einspeisevergütung für 20 Jahre garantiert ist, lässt sie sich für den kompletten Zeitraum berücksichtigen.

Solarertrag

Unbekannt ist allerdings der tatsächlich mit der Anlage erzielbare Solarertrag. Er stellt somit eine Unsicherheit beim Berechnen der Amortisationszeit der Photovoltaik-Anlage dar. Daher greift man bei der Berechnung in der Regel zu Durchschnittswerten für die Leistung der Solarmodule, der Sonneneinstrahlung, der Dachneigung und der Ausrichtung.

Die Leistung der Solarmodule bestimmt den Solarertrag einer Photovoltaik-Anlage maßgeblich. Deshalb wirkt sich die Modulleistung (Wirkungsgrad) über die Höhe der Einspeisevergütung auch auf die Amortisationszeit der Anlage aus. Es gilt: Hochwertige gebaute Module haben in der Regel auch einen höheren Wirkungsgrad. Zugleich haben qualitativ hochwertige Module höhere Preise. Bei der Anschaffung einer Solaranlage ist daher auf ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis zu achten.

Hausbau mit Solaranlage © Stockwerk-Fotodesign, fotolia,com
Die staatliche und sonstige Förderung mindert die Ausgaben für eine PV-Anlage erheblich und verkürzt somit die Amprtisatonszeit © Stockwerk-Fotodesign, fotolia,com

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Finanzierung und Förderung

Weil die Amortisationszeit einer Solaranlage Auskunft über das Verhältnis zwischen anfallenden Ausgaben und erzielbaren Einnahmen gibt, muss ein Darlehen unbedingt bei ihrer Berechnung berücksichtigt werden. Denn ein Darlehen impliziert einerseits die Rückzahlung der eigentlichen Finanzierungssumme und andererseits eine Zinsleistung über die gesamte Kreditlaufzeit. Wobei es auf die Höhe des Kreditbetrags und die Darlehenslaufzeit ebenso ankommt wie darauf, ob es sich dabei um eine Voll- oder Teilfinanzierung handelt.

Eine komplett eigens finanzierte Photovoltaik-Anlage hat trotz optimaler Anschaffungsbedingungen eine recht lange Amortisationszeit. Doch sie sollten bedenken, dass als Betriebszeit moderner Solaranlagen mindestens 25 Jahre, ja gar 30 Jahre prognostiziert werden. Soll die Amortisationszeit verkürzt werden, geht dies beispielsweise, indem alle möglichen Förderoptionen ausgeschöpft werden.

Der Staat bietet diesbezüglich die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung und ihre Subventionierung an. Außerdem kommen von Staatsseite zinsgünstige Kredite staatlicher Banken des Umweltsektors.

Darüber hinaus haben die Bundesländer, Kommunen und Energieversorger Förderprogramme am Laufen, da sie damit ihr Interesse an der Photovoltaik zeigen. Eine auf etwa 3.000 Euro für die oben beispielhaft angeführte 5-kWP-PV-Anlage aufsummierte Förderung durch Bund, Land, Kommune, Energieversorger u.a. ergibt eine fast 30-prozentige Förderung der Investitionssumme. Das heißt: Diese Förderungen reduzieren die Amortisationszeit der Beispielanlage bei kompletter Eigenfinanzierung auf etwas über sechs Jahre. Wird die Anlage dagegen zu 50 Prozent finanziert amortisiert sie sich nach sieben Jahren. Eine vollfinanzierte Anlage braucht acht Jahre Zeit, um sich zu amortisieren.

Arbeitsroboter Solarzellenherstellung © industrieblick, fotolia.com
Der Aufwand an Energie zur Herstellung einer PV-Anlage bis hin zu ihrer Entsorgung bestimmt ihre energetische Amortisationszeit © industrieblick, fotolia.com

Fazit

Die durchschnittliche Amortisationszeit von PV-Anlagen liegt zwischen 10 und 14 Jahren, je nachdem, ob Sie sie komplett aus eigener Tasche bezahlen oder mit Hilfe von Krediten. Die dafür fälligen Kreditzinsen verlängern die Amortisationszeit. Mit Hilfe staatlicher Förderung können Sie die Amortisationszeit spürbar verkürzen.

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