Wann zahlt sich die Investition in eine Photovoltaikanlage aus?
Wer in eine Solarstromanlage investiert, will auch wissen, wann er damit Gewinn macht. Zwar erzeugt die Anlage mit ihrer Inbetriebnahme sofort ökologischen Sonnenstrom und spart damit herkömmlich erzeugten Strom und daraus resultierende Stromkosten ein. Dennoch dauert es Jahre, bis die Solarerträge die anfängliche Investition gedeckt haben. Trotz aller Unsicherheiten, wie z.B. tatsächliche Sonnenstrahlung und Entwicklung der Energiepreise, kann der Zeitpunkt der Amortisation in etwa berechnet werden. Wir zeigen, wie es geht. Damit ist leichter einzuschätzen, ab wann die Photovoltaikanlage wirtschaftlich arbeitet.

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Amortisationszeit einer Photovoltaik-Anlage berechnen: So geht’s!

Schritt 1: Ausgaben und Einnahmen ermitteln
Die Zeitspanne von der Inbetriebnahme bis zur Amortisation der Solaranlage wird als Amortisationszeit bezeichnet. Um sie – zumindest überschlägig – zu berechnen, müssen zunächst die Summe der Ausgaben und die Summe der Einnahmen ermittelt werden.
Die Ausgaben umfassen:
- Investitionskosten: Die Anschaffungskosten einer Photovoltaikanlage richten sich nach der Größe der Anlage, dem Typus des Solarmoduls, der Anzahl der Wechselrichter, der Art des Befestigungssystems sowie der Auswahl einiger weiterer Komponenten. Neben dem reinen Material müssen auch die Montage und das Anschließen hinzugezählt werden.
- Laufende Kosten: Als Betriebskosten fallen Ausgaben für die Wartung und Instandhaltung der Anlage, die Reinigung der Solarmodule, die Miete des Stromzählers, die Versicherungsbeiträge sowie der zu erwartende einmalige Austausch des Wechselrichters an.
- Finanzierungskosten: Falls die Anlage nicht aus Eigenmitteln, sondern über ein Darlehen finanziert wurde, sind fällige Zinszahlungen zu entrichten. Bei der (Teil-)Finanzierung über Eigenkapital sind entgangene Zinseinkünfte anzusetzen.
Die Einnahmen werden im Wesentlichen vom Ertrag einer Photovoltaikanlage bestimmt. Dieser bezeichnet keineswegs die selbst produzierte Strommenge, sondern die Differenz zwischen dem Gewinn aus eingespeistem Strom und den Kosten für bezogenen Strom. Daraus ergeben sich folgende Einnahmequellen:
- Einspeisevergütung: Die garantierte Vergütung der Netzbetreiber für eingespeisten Solarstrom bleibt nach Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage 20 Jahre lang unverändert. Ihre Höhe ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt.
- Stromkostenersparnis: Fremdbezogener Strom ist um ein Vielfaches teurer als der auf dem eigenen Dach produzierte Solarstrom. Mit einer Steigerung des Eigenverbrauchs können diese Kosten zumindest reduziert werden.
- Förderungen: Rückzahlungsfreie Subventionen für Photovoltaikanlagen gibt es schon seit der Einstellung des „1000-Dächer-Programms“ im Jahr 1993 nicht mehr. Selbst die staatliche Bezuschussung von Stromspeichern ist mittlerweile eingestellt. Fruchtet auch ein Versuch beim Bundesland, bei der Kommune und dem eigenen Energieversorger nicht, müssen Fördermittel nicht in die Berechnung mit einbezogen werden.

Schritt 2: Zeitpunkt der Amortisation berechnen
Und so wird gerechnet: Um den sogenannten Break-Even-Point zu berechnen, müssen die ermittelten Ausgaben und Einnahmen folgendermaßen gegenübergestellt werden: Auf der einen Seite die gesamten Investitionskosten abzüglich eventueller Förderungen, auf der anderen die jährlichen Einnahmen abzüglich der jährlichen Betriebs- und Finanzierungskosten. Das erste Zwischenergebnis ist dann durch das zweite zu dividieren.
Das Ergebnis gibt an, wann aus dem Ausgabeüberhang ein Einnahmeüberschuss wird. bzw. die Anzahl der Jahre, bis die Photovoltaikanlage einen Gewinn erwirtschaftet.

So gehen Sie bei der Berechnung konkret vor
Module, Wechselrichter, Speicher, Montage, Netzanschluss und Inbetriebnahme – alle einmaligen Kosten addieren.
Einspeisevergütung (kWh × Vergütungssatz) plus eingesparte Stromkosten durch Eigenverbrauch.
Versicherung, Wartung, Zählermiete, Reinigung, Reparaturen – realistisch ansetzen, nicht vergessen.
Bei Kreditfinanzierung Zinsen einrechnen; bei Eigenkapital den entgangenen Zinsertrag.
Investitionskosten geteilt durch jährliche Netto-Einsparung – das Ergebnis ist die Anzahl Jahre bis zum Break-even.
Was passiert bei höherem Strompreis, geringerem Ertrag oder kürzerer Speicher-Lebensdauer? Spannweite einplanen.
Unsere Tabelle 1 liefert eine Beispielrechnung. Die Kennzahlen sind folgende:
Beispielrechnung mit 5,5 kWp PV-Anlage mit und ohne Speicher
Die Kennzahlen für unsere Beispielrechnung sind folgende:
- Strombedarf 4.000 kWh/Jahr
- PV-Anlage 5,5 kWp Kapazität. Energieleistung 5.000 kWh/Jahr. 1.400€/kWp. Lebensdauer 20-30 Jahre.
- Stromspeicher 5 kWh. 500 €/kWh. Lebensdauer 10–15 Jahre.
- Einspeisevergütung bei Teileinspeisung 7,78 ct/kWh (Stand: April 2026)
- Strombezug 35 ct/kWh
- PV-Anlage ohne Stromspeicher: Einspeisung 70 %, Eigenverbrauch 30 %
- PV-Anlage mit Stromspeicher: Einspeisung 30 %, Eigenverbrauch 70 %
| Ohne Speicher | Mit Speicher | |
|---|---|---|
| Anschaffungskosten: Solarmodule monokristallin, Wechselrichter u. w. Komponenten inkl. Montage und Elektroarbeiten | 7.700 € (1.400 €/kWp) | 7.700 € (1.400 €/kWp) |
| Netzanschluss und Abnahme | 700 € | 700 € |
| Anschaffungskosten Li-Ion-Energiespeicher inkl. Installation | — | 2.500 € (500 €/kWh) |
| Investitionskosten | 8.400 € | 10.900 € |
| Laufende Kosten für Betrieb, Versicherung, Reparaturen, Reinigung etc. p. a. | -250 € | -300 € |
| Einspeisevergütung p. a. bei 70 % bzw. 30 % Einspeisung und 5.000 kWh Energieleistung | +272 € (7,78 ct × 3.500 kWh) | +117 € (7,78 ct × 1.500 kWh) |
| Netzstrombezug p. a. bei 30 % bzw. 70 % Eigenverbrauch und 4.000 kWh Strombedarf. | -875 € (35 ct × 2.500 kWh) | -175 € (35 ct × 500 kWh) |
Abzgl. Netzstrombezug ohne PV-Anlage p. a. | -1.400 € (35 ct × 4.000 kWh) | -1.400 € (35 ct × 4.000 kWh) |
| Jährliche Einnahmen/Einsparung | 547 € | 1.042 € |
| Amortisation = Investitionskosten / jährliche Einsparung | 15,4 Jahre | 10,5 Jahre |
Kumulierte Bilanz über 20 Jahre – Beispielrechnung
Kumulierte Bilanz für die Beispielrechnung mit 5,5 kWp PV-Anlage und 4.000 kWh Strombedarf. Werte ohne Inflationskorrektur, Strompreis-Steigerung und Modul-Degradation – diese Faktoren wirken in der Praxis tendenziell zugunsten der Wirtschaftlichkeit. Quellen: BNetzA (Einspeisevergütung), eigene Berechnung.
Bei der kürzeren Amortisationszeit einer Photovoltaikanlage mit Energiespeicher darf die kürzere Lebensdauer eines Stromspeichers nicht außer Acht gelassen werden. Unberücksichtigt sind hier Ertragsschwankungen nach Sonneneinstrahlung, Finanzierungen und Förderungen, Abgaben und Steuern sowie die Inflationsrate. Alle Angaben ohne Gewähr.
TIPP
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Rechner: Rentabilität und Amortisation einer PV-Anlage individuell berechnen
Durchschnittliche Amortisationsdauer für Photovoltaik-Anlagen
Bei der Angabe von Durchschnittswerten sind zwei Finanzierungsmodelle zu unterscheiden:
- Finanzierung komplett aus Eigenmitteln: Abhängig von den Einflussfaktoren ist mit einer Amortisationszeit zwischen rund 10 und 16 Jahren – mit Stromspeicher tendenziell schneller, ohne Speicher länger zu rechnen.
- Finanzierung mithilfe eines Darlehens: Aufgrund der höheren Kosten, die durch die Zahlung der Kreditzinsen anfallen, ist die Amortisationszeit etwas länger.
Ist der Break-Even-Point erreicht, beginnt die PVA wirtschaftlich zu arbeiten. Ausgehend von einer angenommenen Lebensdauer von 20 Jahren, käme bei der Durchschnittsrechnung also ein Einnahme-Plus über etwa 4 bis 10 Jahre heraus. Ganz so pauschal lässt sich dies allerdings nicht sagen, gibt es doch zahlreiche Faktoren, die eine Wirtschaftlichkeitsberechnung mitbestimmen.
Die gute Nachricht: Moderne Photovoltaikanlagen erreichen im Regelfall mehr als 20 Jahre Lebensdauer, meist liegt sie bei über 25, oft sogar bei 30 Jahren. Allerdings ist zu bedenken, dass die Einspeisevergütung nach 20 Jahren ausläuft. Immerhin ist im Anschluss noch bis Ende 2032 eine reduzierte Einspeisevergütung garantiert – die Anschlussregelung wurde mit dem Solarpaket I im Mai 2024 verlängert.

Positiv auf das Gesamtergebnis wirkt sich außerdem aus, dass die Preise für Solarmodule als eine der Hauptkomponenten der Anlage seit Jahren stetig fallen.
Einen Versuch, in die Zukunft zu blicken, unternimmt unser Beitrag Lohnt sich eine PV-Anlage?
Einflussfaktoren auf Amortisation und Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage
Der Preis für die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage (Investitionskosten), die Kosten für ihren Betrieb (Betriebskosten) und die bereits aufgeführten Nebenkosten beeinflussen die Berechnung der Amortisationszeit am stärksten. Bei der Einschätzung der Wirtschaftlichkeit sind allerdings noch weitere Faktoren zu berücksichtigen. Einige von ihnen sind schwer vorhersehbar und führen damit zur Unsicherheit beim Berechnen der Amortisationszeit. Andere dagegen können im Vorfeld geplant und entschieden werden:

- Strahlungsintensität: Die Standortfaktoren eines Hauses – wie geografische Lage, Dachneigung und -ausrichtung – sind für die Solaranlage gut kalkulierbar. Doch wann scheint die Sonne und mit welcher Intensität? Durchschnittswerte geben für die Berechnung von Solarertrag und Amortisationszeit eine gute Hilfestellung. Den Rest aber müssen wir Petrus überlassen …
- Strompreisentwicklung: Selbst Experten können nicht voraussagen, wohin sich die Preise auf dem Weltmarkt bewegen. Ganz sicher aber müssen Verbraucher künftig einiges mehr für den zunehmenden Strombedarf zahlen. Wie schön, dass die Sonne uns die Energie gratis liefert …
- Qualität der Komponenten: Eine hohe Qualität hat natürlich ihren Preis und führt entsprechend später zur Amortisation. Dass gutes Material und gute Verarbeitung für eine längere Lebensdauer sorgen, wirkt sich jedoch positiv auf die Wirtschaftlichkeit aus.
- Sorgfalt und Pflege: Eine regelmäßige Wartung zieht nicht nur Kosten mit sich. Gut gepflegte Photovoltaikanlagen belohnen die Betreiber auch mit einem längeren Durchhalten. Dass saubere Module für eine bessere Ausbeute sorgen, versteht sich von selbst. Dass eine zeitverzögerte Entsorgung ausgedienter Anlagen einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, sollte ebenfalls mitbedacht werden.

Was die Wirtschaftlichkeit 2026 prägt
Die Rahmenbedingungen für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage haben sich in den letzten Jahren spürbar verschoben – teils zugunsten, teils zulasten der Hausbesitzer. Drei Entwicklungen sind besonders relevant für die Berechnung der Amortisation:
- Stromspeicher sind deutlich günstiger geworden: Vor wenigen Jahren wurden für Heimspeicher noch rund 1.000 Euro pro Kilowattstunde aufgerufen, inzwischen liegen die Preise bei etwa 300 bis 500 Euro pro kWh. Das verkürzt die Amortisationszeit von Anlagen mit Speicher in vielen Fällen um mehrere Jahre.
- Nullsteuersatz auf PV-Anlagen: Seit Anfang 2023 gilt für neue Photovoltaikanlagen bis 30 kWp pro Wohn- oder Gewerbeeinheit der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG. Auch Wechselrichter und Batteriespeicher sind eingeschlossen. Die Investitionskosten sinken dadurch gegenüber dem alten 19 %-Satz spürbar.
- Eigenverbrauch wird wichtiger als Einspeisung: Mit aktuellen Einspeisesätzen von rund 7,78 ct/kWh und einem Haushaltsstrompreis von etwa 35 ct/kWh ist jede selbst genutzte Kilowattstunde rund das Vier- bis Fünffache wert. Wer den Eigenverbrauch konsequent steigert – durch Speicher, Wallbox oder Wärmepumpe – verbessert die Wirtschaftlichkeit deutlich stärker als durch eine größere Einspeisemenge.
Wer eine konkrete Vorstellung von der Anlagengröße und der Investitionssumme hat, sollte vor der finalen Entscheidung mehrere Angebote von Fachbetrieben einholen. In unserer Fachbetriebssuche finden Sie geprüfte Anbieter aus Ihrer Region.
Fazit
Amortisation und Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage sind kaum voneinander zu trennen. Beide hängen entscheidend vom Verhältnis zwischen selbstgenutztem und eingespeistem Strom ab. Die durchschnittliche Amortisationszeit von PV-Anlagen liegt aktuell zwischen 10 und 15 Jahren, je nachdem, ob sie komplett aus eigener Tasche oder mithilfe von Krediten bezahlt werden. Staatliche Förderungen, mit denen die Amortisationszeit spürbar verkürzt werden konnte, sind heute leider kaum noch zu ergattern.
Zu beachten ist: Hochwertige Module haben in der Regel einen höheren Wirkungsgrad, zugleich aber auch höhere Preise. Billigfabrikate locken mit niedrigen Anschaffungskosten, müssen meist aber schneller ausgetauscht werden. Fachbetriebe beraten gerne bei der Suche nach einer PV-Anlage mit dem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie rechnen auch überschlägig durch, mit welcher Amortisationszeit in einem individuellen Fall zu rechnen ist.

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