Photovoltaik: Jetzt investieren oder noch warten?

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Modulpreise: Vom historischen Tief zur Trendwende

Die Preise für Solarmodule waren von Ende 2022 bis Ende 2024 fast durchgehend gefallen – ein langer Käufermarkt mit historischen Tiefständen. Seit Anfang 2026 hat sich das Bild gedreht: Die Preise steigen wieder, im April 2026 bereits den vierten Monat in Folge. Damit stellt sich die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt neu. Lesen Sie, wie es zur Trendwende kam, was sie für Hausbesitzer bedeutet und wie Sie heute am besten vorgehen.

Preisverlauf für Solarmodule nach Monaten von April 2025 bis April 2026 je Kategorie © pvXchange Trading GmbH
Preisverlauf für Solarmodule nach Monaten von April 2025 bis April 2026 je Kategorie © pvXchange Trading GmbH
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Rückblick 2023: Millionen PV-Module lagerten in Europa

Im Jahr 2023 waren die Lager in Europa fast übervoll. Laut dem Energieforschungsunternehmen Rystad Energy lagerten in Europa Photovoltaikmodule aus chinesischer Produktion im Wert von 7 Milliarden Euro mit einer Kapazität von 40 Gigawatt – genauso viel, wie im gesamten Jahr 2022 in Europa installiert wurde. Mit diesen Modulen hätten 20 Millionen Haushalte ein Jahr lang versorgt werden können. Diese Phase der Überbestände prägte den Markt bis Ende 2024 und sorgte für einen anhaltenden Preisverfall – mit einem historischen Tief im Dezember 2024.

Was wurde aus den EU-Importzöllen? Die 2023 in der EU-Kommission diskutierten Schutzzölle oder Mindestpreise für chinesische PV-Module sind nicht in Kraft getreten. Die damalige EU-Energiekommissarin Kadri Simson hatte erklärt, man könne die Grenzen nicht schließen. Stattdessen versuchte man, die heimische Produktion über Resilienzkriterien zu stärken – mit überschaubarem Erfolg, wie das Aus von Meyer Burger zeigt (siehe unten). Die Modulpreise stiegen erst ab Anfang 2026 deutlich – und zwar nicht durch EU-Zölle, sondern durch Pekings eigene Politik (Streichung der Mehrwertsteuer-Exportrabatte zum 1. April 2026).
Rendite einer Solaranlage © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
Eine PV-Anlage verspricht gute Renditen © Marina Lohrbach, stock.adobe.com

Warum dominiert China den Solarmarkt?

Die oben angeführten Zahlen sind gigantisch. Fast noch schwindeliger macht aber folgender Aspekt: Über 90 Prozent der europäischen Photovoltaik-Importausgaben entfallen auf chinesische Produkte – nach Auswertungen des Statistischen Bundesamts kamen 2025 rund 88 Prozent der nach Deutschland importierten PV-Anlagen aus China. Warum das so ist? Weltweit kam es 2021 und 2022 durch eine kritische Knappheit an Polysilizium in Solarqualität zu steigenden Modulpreisen. Zeitgleich stieg die Nachfrage nach installierter Solar-PV. Da China sowohl über riesige Produktionskapazitäten verfügt als auch bei der Verarbeitung des genannten Rohstoffs dominiert, konnten chinesische Hersteller die Wettbewerber preislich immer stärker unterbieten. Ergebnis: In China hergestellte PV-Module kosteten zeitweise nur einen Bruchteil der Paneele aus europäischer Produktion. Auch im Frühjahr 2026 sind europäische Hersteller laut Brancheneinschätzungen weiterhin rund 30 bis 40 Prozent teurer als chinesische Konkurrenten.

Update Meyer Burger: Aus für den letzten großen deutschen PV-Hersteller. Der deutsch-schweizerische Hersteller Meyer Burger hatte 2023 angekündigt, neue Hochleistungs-Solarzellen in den USA zu produzieren – im Gegenzug stand die Produktion in Deutschland zur Disposition. Die Strategie ging nicht auf: Im März 2024 schloss das Unternehmen sein Werk in Freiberg (Sachsen), im Mai 2025 das US-Werk in Arizona. Ende Mai 2025 stellten die deutschen Tochtergesellschaften Insolvenzantrag, im September 2025 gab das Unternehmen die Suche nach Investoren auf. Rund 600 Beschäftigte in Thalheim und Hohenstein-Ernstthal verloren ihre Arbeit. Im Oktober 2025 erklärte Meyer Burger, dass auch die Aktionäre leer ausgehen. Damit ist der einzige verbliebene größere PV-Hersteller mit Produktion in Deutschland Geschichte – ein Symbol dafür, wie schwer die europäische Solarindustrie unter dem Preisdruck aus China steht.
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Vom Preisverfall 2023 bis zur Trendwende 2026

Im Zuge des hohen Angebots fielen die Modulpreise seit November 2022 deutlich. So lagen die Anschaffungskosten für kristalline PV-Module im Juni 2023 etwa 20 Prozent unter dem Niveau von Januar des Jahres. Der Trend setzte sich fort, bis die Preise im Dezember 2024 ein historisches Tief erreichten. Erst Anfang 2026 kehrte sich die Bewegung um – seither steigen die Preise wieder kräftig (Details siehe folgender Abschnitt).

Bis Ende 2024 sprachen Fachleute zu Recht von einem Käufermarkt. Die Anschaffungspreise lagen auf einem für Hausbesitzer attraktiven Niveau. Mittlerweile hat sich diese Phase aber abrupt geändert: Mit dem Jahreswechsel 2025/2026 setzte eine deutliche Aufwärtsbewegung ein, deren Hintergründe sich auf wenige, aber sehr starke Faktoren zurückführen lassen.

Preisbarometer für kristalline Module, Übersicht der nach Technologie unterschiedenen Preispunkte im April 2026 inklusive der Veränderungen zum Vormonat (die dargestellten Preise geben die durchschnittlichen Angebotspreise für verzollte Ware auf dem europäischen Spotmarkt wieder) © pvXchange Trading GmbH
Preisbarometer für kristalline Module, Übersicht der nach Technologie unterschiedenen Preispunkte im April 2026 inklusive der Veränderungen zum Vormonat (die dargestellten Preise geben die durchschnittlichen Angebotspreise für verzollte Ware auf dem europäischen Spotmarkt wieder) © pvXchange Trading GmbH

Wendepunkt 2025/2026: Warum die Preise wieder steigen

Nach Jahren des Preisverfalls hat sich der Modulmarkt zur Jahreswende 2025/2026 deutlich gedreht. Laut pvXchange waren die Modulpreise in Europa seit dem Tiefpunkt im Dezember 2025 bis Februar 2026 bereits um rund 15 bis 18 Prozent gestiegen – und der Anstieg ging weiter. Allein zwischen März und April 2026 zogen die Preise im Schnitt nochmals um 5,5 Prozent an – der vierte Monatsanstieg in Folge.

Modulpreise: Trendwende im Überblick

Tiefpunkt
Dez 2025
Historisches Preistief nach zwei Jahren Talfahrt – ausgelöst durch volle Lager und chinesische Überproduktion.
Anstieg seit Tief
15–18 %
Großhandelspreise in Europa über alle Modulklassen, kumuliert von Dez. 2025 bis Feb. 2026 – seitdem weitere Steigerungen.
Letzter Monat
+5,5 %
Durchschnittlicher Anstieg von März auf April 2026 – vierter Monatsanstieg in Folge.
Quelle: pvXchange Modulpreisindex, Marktkommentare Januar–April 2026

Drei Treiber hinter der Trendwende

  • China beendet den Niedrigpreiskampf: Die vier größten chinesischen Modulhersteller schrieben 2024 und im ersten Halbjahr 2025 Milliardenverluste. Die Regierung in Peking drosselt seither die Produktion und stellt höhere Mindestpreise in Aussicht – um die heimische Industrie zu stabilisieren.
  • Streichung der Mehrwertsteuer-Exportrabatte zum 1. April 2026: Bisher erhielten chinesische Hersteller bei Exporten von Modulen und Solarzellen eine Mehrwertsteuer-Rückerstattung (zuletzt 9 Prozent, davor 13 Prozent). Sie wurde zum 1. April 2026 vollständig gestrichen. Bei Stromspeichern wird die Erstattung bis Ende 2026 von 9 auf 6 Prozent reduziert und ab 1. Januar 2027 ebenfalls komplett abgeschafft.
  • Steigende Rohstoffkosten: Silber – wesentlicher Bestandteil der Solarzellen – verteuerte sich 2025 deutlich. Auch Polysilizium legte 2025 um rund 30 Prozent zu. Beide Faktoren erhöhten 2025 den allgemeinen Kostendruck. Als primärer Treiber der Preisanstiege ab Anfang 2026 nennt pvXchange-Geschäftsführer Schachinger jedoch ausdrücklich die koordinierten Produktionskürzungen chinesischer Hersteller – die Rohstoffpreise spielten nach seiner Einschätzung in dieser Phase keine maßgebliche Rolle.

Branchenexperten – darunter pvXchange-Geschäftsführer Martin Schachinger – rechnen für 2026 mit weiteren Preiserhöhungen für PV-Komplettanlagen. Da Module nur etwa zehn Prozent der Gesamtkosten einer Anlage ausmachen, schlagen die Modulpreise nicht eins zu eins auf den Endpreis durch. Eine Komplettanlage könnte sich nach Branchenschätzungen 2026 dennoch um rund 10 Prozent verteuern – das entspricht für eine 10-kWp-Anlage in der Tendenz Mehrkosten im niedrigen vierstelligen Bereich.

Was bedeutet die Marktlage für PV-Interessenten?

Rystad Energy ging Mitte 2023 davon aus, dass die anhaltend starken Importe und die gedämpfte Installationsaktivität zwangsläufig zu Überbeständen in Europa führen würden – und ein nennenswerter Preisanstieg bei Modulen damit unwahrscheinlich sei. Bis Ende 2024 hat sich diese Einschätzung bestätigt. Seit Anfang 2026 ist sie überholt: Mit der Drosselung der chinesischen Produktion und dem Wegfall der Exportrabatte ziehen die Preise wieder an. Der Lagerbestand allein dämpft die Trendwende nicht mehr.

Bemerkenswert ist auch der Technologiewechsel von p-Typ- zu n-Typ-Solarzellen. N-Typ-Solarzellen haben sich inzwischen als neue Standardtechnologie durchgesetzt – insbesondere TOPCon und HJT erreichen Wirkungsgrade von über 23 Prozent. Beide Technologien haben weiterhin ihre eigenen Stärken:

  • N-Typ-Solarzellen haben einen höheren Wirkungsgrad, weil sie weniger anfällig für Außeneinflüsse sind. Dies schlägt sich jedoch im Preis nieder.
  • P-Typ-Solarzellen sind unkomplizierter in der Herstellung. Dadurch – und durch die höhere Verbreitung (Skaleneffekt) – sind sie günstiger als n-Typ-Zellen.

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Jetzt in eine PV-Anlage investieren oder noch warten?

Bereits 2023 hatte der CEO des norwegischen PV-Spezialisten Otovo prognostiziert: „Wie immer in der Solarbranche sind diejenigen, die warten, die Verlierer“ (Interview im pv magazine vom 21. Juli 2023). Damals war der Markt durch fallende Preise geprägt – die Aussage zielte auf Eigenverbrauchs- und Vergütungsverluste durch Verschieben der Anschaffung. Heute, im April 2026, gewinnt sie eine zusätzliche Dimension: Wer wartet, riskiert nicht nur Vergütung, sondern zahlt auch deutlich mehr für Module, Speicher und Komplettanlagen.

Unsere Empfehlung 2026: Nicht hektisch, aber zielstrebig handeln. Holen Sie zeitnah Angebote von mehreren Fachbetrieben ein. Achten Sie auf Festpreis-Vereinbarungen – nicht mehr auf „Tagespreise“ wie 2023. Begründung: Damals fielen die Preise, ein „Tagespreis bei Lieferung“ war für Käufer vorteilhaft. 2026 steigen die Preise – ein einmal vereinbarter Festpreis schützt Sie vor weiteren Erhöhungen während der Wartezeit auf die Installation. Vergleichen Sie mehrere Angebote und prüfen Sie, was im Festpreis enthalten ist (Module, Wechselrichter, Speicher, Montage, Anmeldung beim Netzbetreiber).

So gehen Sie 2026 zielführend vor

1
Bedarf klären
Stromverbrauch, Dachausrichtung, gewünschte Eigenverbrauchsquote und mögliche Erweiterungen (Wärmepumpe, E-Auto, Speicher) als Grundlage für die Anlagengröße bestimmen.
2
Mehrere Angebote einholen
Mindestens drei Angebote von Fachbetrieben in Ihrer Region anfordern – zum Beispiel über die Fachbetriebssuche. Gleicher Anlagenumfang sorgt für Vergleichbarkeit.
3
Festpreis vereinbaren
In einem steigenden Markt ist ein Festpreis bis zur Installation entscheidend. Lassen Sie verbindlich aufschlüsseln: Module, Wechselrichter, Speicher, Montage, Inbetriebnahme.
4
Vergütung sichern
Die Einspeisevergütung sinkt halbjährlich um ein Prozent. Frühe Inbetriebnahme sichert für 20 Jahre die höhere Vergütung. Aktuell: 7,78 ct/kWh (Teileinspeisung bis 10 kWp), gültig bis 31. Juli 2026.
5
Inbetriebnahme nicht aufschieben
Jeder Monat ohne eigene PV-Anlage bedeutet Bezug von teurerem Netzstrom. Anders als 2023 zahlt sich Warten 2026 nicht mehr aus – für die Module nicht und für die Vergütung auch nicht.

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Fazit

Den perfekten Zeitpunkt für eine Investition gibt es selten – und wer ihn sucht, verpasst meist die guten Gelegenheiten. Bis Ende 2024 standen die Vorzeichen klar auf „abwarten lohnt“: Volle Lager und chinesische Überproduktion drückten die Modulpreise auf historisch niedriges Niveau. Seit Anfang 2026 hat sich das Bild gedreht. Mit gedrosselter Produktion in China, dem Wegfall der Mehrwertsteuer-Exportrabatte und steigenden Rohstoffkosten ziehen die Preise spürbar an. Eine sofortige Umkehr in Richtung neuer Tiefststände ist nach Einschätzung der meisten Marktanalysten nicht zu erwarten. Holen Sie also mehrere Angebote ein und sichern Sie sich einen Festpreis.

Und: Selbst wenn die Preisentwicklung künftig wieder dreht, gilt die alte Regel weiter: Je früher die Anlage in Betrieb genommen wird, desto früher sparen Sie Stromkosten und sichern sich die aktuelle Einspeisevergütung für 20 Jahre. Und noch etwas sollte nie vergessen werden: Egal, wann sich eine Photovoltaikanlage finanziell amortisiert, die Umwelt gewinnt vom ersten Tag an.

Das gute Gefühl etwas für die Umwelt zu tun
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Deshalb ist auf lange Sicht klar:

Die Solarenergie wird sich weltweit durchsetzen
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Quellen: pvXchange Modulpreisindex und Marktkommentare, Januar–April 2026. pv magazine Deutschland, Berichterstattung 2025–2026 (u.a. zu Meyer-Burger-Insolvenz, China-Exportrabatten). Bundesnetzagentur, EEG-Förderung und -Fördersätze, Stand Februar 2026. Statistisches Bundesamt, Auswertung PV-Importe 2025 (veröffentlicht März 2026). Rystad Energy, Pressemitteilung vom 20. Juli 2023 (historischer Stand).

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