Preise für Solarmodule und Energiespeicher gefallen

Seit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sind die Preise für Solarmodule ganz erheblich gesunken. Sogar in den letzten zehn Jahren ist ein weiterer Preisverfall zu beobachten. Am leichtesten lässt sich die Preisentwicklung an den Kosten für ein Kilowatt peak verdeutlichen. Lag der Preis 2006 noch bei ca. 5.500 Euro pro kWp, so müssen Verbraucher 2025 nur noch rund 1.500 Euro/kWp für eine komplette Photovoltaikanlage inkl. Montage ausgeben. Ähnlich entwickeln sich die Preise für Energiespeicher. Speicherbatterien sind mittlerweile so erschwinglich, dass bereits mehr als jede zweite Neuanlage „inklusive“ geordert wird.

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Faktoren für die Preisminderung bei Solarmodulen
Dieser Preisverfall lässt sich auf verschiedene Ursachen zurückführen:
Anstieg der Fertigungskapazität
Die Hauptursache für die Entwicklung ist im Konzept des Erneuerbare-Energien-Gesetzes EEG selbst zu finden. Die Einspeisevergütung war von Anfang an degressiv angelegt. Dies erhöhte den Druck auf die Hersteller, die Solarstromanlagen günstiger zu produzieren. Gleichzeitig hat sich der Weltmarkt, insbesondere in China, stark entwickelt und Fertigungskapazitäten in erheblichem Umfang aufgebaut. Dies führte dazu, dass auch die Hersteller in Deutschland, Japan, Kanada und den USA ihre Verkaufspreise anpassen mussten.

Skaleneffekt
Der Economy of scale, zu Deutsch Skaleneffekt, besagt: In großer Menge hergestellte Produkte werden immer preiswerter. Die erhebliche Kosteneinsparung bei der Fertigung hat zwei Gründe: Erstens wird die Produktion immer ausgefeilter und zweitens führt diese ausgefeilte Automatisierung zur Kostensenkung für jedes produzierte Einzelstück.
Technischer Fortschritt
An der Erhöhung des Wirkungsgrads arbeiten Forschungsteams weltweit. Wenn die zahlreichen Ideen erst einmal Einzug in die Serienproduktion halten, werden die Preise noch weiter fallen. Bereits gelungen ist es, den Einsatz an Rohstoffen zu minimieren oder sie durch billigere zu ersetzen. Werden z.B. farbstoffhaltige Folien künftig auch bei diffusem Licht funktionieren, könnte dies für eine Revolution auf dem Solarpanel-Markt sorgen.

Gesunkene Einspeisevergütung
Not macht erfinderisch. Auch, wenn es zunächst paradox klingt – letztendlich hat ein von Anlagenbetreibern beklagter Verlust die sinkenden Komponentenpreise bewirkt: Die Herabstufung der Einspeisevergütung suchte nach neuen Lösungen, damit Photovoltaikanlagen bezahlbar bleiben konnten. Und tatsächlich sind die Stromgestehungskosten auf einem niedrigen Niveau.

Stromgestehungskosten als Indikator
Die Anfang 2022 verlautbarte Prognose des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, die Gestehungskosten würden 2024 unter 10 Cent pro kWh rutschen, hat sich zwar nicht erfüllt, doch auch die aktuelle ISE-Studie lässt gut gelaunt in die Zukunft blicken: Langfristig sei mit sinkenden Stromgestehungskosten zu rechnen, heißt es dort.

Das Fraunhofer ISE gibt etwa alle drei Jahre eine Studie zu den Stromgestehungskosten der erneuerbaren Energien im Vergleich zu den konventionellen Energieerzeugern heraus, zuletzt im Juli 2024. Das Ergebnis für Kleinanlagen bis 30 kWp: Laut der Studie liegen die Kosten je nach Kapazität, Region und Einstrahlung bei 6,5–14,5 Cent/kWh. Dass der Höchstwert über dem der letzten Jahre liegt, wird folgendermaßen begründet: Anders als in den vorherigen Studien habe man das höchste Preisniveau bei den PV-Anlagen sowie Standorte mit niedriger Sonneneinstrahlung zugrunde gelegt. Außerdem seien die absoluten Werte aufgrund der hohen Inflation der vergangenen Jahre tatsächlich angestiegen.
In Zukunft soll sich diese Entwicklung allerdings umkehren. So werden für 2045 Stromgestehungskosten von nur noch 5 bis gut 10 Cent/kWh erwartet. Für PV-Batteriesysteme inklusive Speicher soll der Wert dann bei 6 bis 16 Cent/kWh liegen.
| Jahr | PV-Dachanlage | PV-Batteriesystem |
| 2013 | 10–14 Cent/kWh | k.A. |
| 2018 | 7–11,5 Cent/kWh | k.A. |
| 2021 | 6–11 Cent/kWh | 8–20 Cent/kWh |
| 2024 | 6,5–14,5 Cent/kWh | 9–22 Cent/kWh |
| 2035* | k.A. | 7–18 Cent/kWh |
| 2045* | 5–10,5 Cent/kWh | 6–16 Cent/kWh |
*Prognose | k.A. = keine Angabe. Quelle: Fraunhofer ISE, Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien, Studien von 2013 bis 2024
Hinweis: Die Stromgestehungskosten geben die Kosten für die Erzeugung von 1 kWh Solarstrom an. Sie errechnen sich folgendermaßen: (KInvest + KBetrieb) / Ertrag. Die Strompreisentwicklung bleibt dabei unberücksichtigt.

Entwicklung der Systempreise von Photovoltaikanlagen
Die Anschaffungskosten einer PV-Anlage setzen sich zusammen aus den
- Materialkosten für Module, Wechselrichter, Haltesystem und Verkabelung,
- Arbeitskosten für Montage und Elektroarbeiten wie die Leitungsverlegung sowie den Anschluss ans Haus- und öffentliche Stromnetz,
wobei die Solarmodule den größten Anteil bei den Komponenten darstellen.

Was die Preisentwicklung angeht, befinden sich PV-Anlagen heute auf einem niedrigen Niveau. 2006 lag der Systempreis noch bei rund 5.500 Euro/kWp. Bis 2025 ist er auf etwa 1.500 Euro/kWp gesunken – ein Rückgang von 73 Prozent in rund 20 Jahren. Eine typische Dachanlage mit 10–15 kWp kostet heute also nur noch einen Bruchteil im Vergleich zu damals.
Aber der Preisrückgang verlief nicht linear. In der Einführungsphase war er weit stärker ausgeprägt, schwächte sich dann 2012 ab und erreichte 2018/19 einen Tiefpunkt. Die vor allem mit dem Ukraine-Krieg verbundene wirtschaftliche Krise (Lieferkettenprobleme, gestiegene Rohstoffkosten, Inflation) bewirkte einen Preisanstieg auf bis zu 2.000 Euro/kWp im Spätsommer 2023. Seither ist zum Glück eine Umkehrung zu beobachten.
Es werden folgende Phasen der Preisentwicklung unterschieden:
- 2006–2012: Technischer Fortschritt und staatliche Förderung senken die Preise stark.
- 2012–2016: Die Massenproduktion macht PV-Anlagen noch günstiger.
- 2016–2020: Die Preise pendeln sich auf niedrigem Niveau ein.
- 2020–2023: Lieferengpässe und Rohstoffmangel führen kurzfristig zu einem Anstieg.
- Seit 2023: Die Märkte beruhigen sich, die Technik ist ausgereift. Die Preise sinken wieder.

Der Preisrückgang trifft für PV-Module und Stromspeicher zu. Kosteten Standard-Module im Jahr 2016 noch umgerechnet 50 Cent pro Wattpeak, sind es 2025 nur noch 10 Cent/Wp. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 80 Prozent. Auch die Preise für Solarstromspeicher sind rückläufig. Im Jahr 2010 lagen die Kosten bei etwa 6.000 Euro/kWh, 2025 dagegen bei kaum mehr als 500 Euro/kWh. Dies macht die Kombination von Photovoltaikanlagen mit Speichersystemen wirtschaftlich attraktiver.

Energiespeicher Kosten Nutzen
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Anschaffungskosten für eine PV-Anlage berechnen
Fazit
Die kontinuierlich sinkende Einspeisevergütung hat dafür gesorgt, dass die Preise für Solarmodule und Energiespeicher in den letzten Jahren immer weiter fielen. Dies lässt sich am besten an den
sinkenden Stromgestehungskosten ablesen. Nach der Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE wird sich diese Entwicklung langfristig fortsetzen. Inwieweit negative Einflüsse wie Fertigungs- und Lieferprobleme, Weltmarktpreise für den Strombezug o.Ä. die Tendenz beeinflussen, bleibt abzuwarten. Wer sich dem nicht ausliefern will, ist mit einer baldigen Anschaffung sicherlich gut beraten.

Da die Gewinnung von Solarenergie einen wertvollen Beitrag zur Energiewende leistet, wird sie sich früher oder später weltweit durchsetzen. Irgendwann kann wahrscheinlich sogar auf die Einspeisevergütung verzichtet werden …

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