Globalstrahlung

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Strahlungsarten, Einflussfaktoren und regionale Globalstrahlung

Die Globalstrahlung bildet eine wichtige Eingangsgröße für die Ertragsberechnung einer Photovoltaikanlage. Unter diesem Begriff versteht man die solare Strahlung, die auf einen Quadratmeter horizontale Empfangsfläche im Laufe eines Zeitraumes – meist eines Jahres – auftrifft. Der Beitrag klärt über den Unterschied zwischen Direktstrahlung und Diffusstrahlung auf, nennt die Einflussfaktoren auf die Globalstrahlung und weist auf die regionalen Besonderheiten für den Erfolg einer PV-Anlage hin.

Installation einer PV-Anlage © Simon Kraus, stock.adobe.com
Installation einer PV-Anlage © Simon Kraus, stock.adobe.com
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Globalstrahlung erklärt
Die Globalstrahlung erklärt

Summe aus Direktstrahlung und Diffusstrahlung

Die Globalstrahlung setzt sich aus Direktstrahlung und Diffusstrahlung zusammen.

Die direkte Sonnenstrahlung ist die Strahlung, die von der Sonne ausgehend auf direktem Weg auf die Erde trifft. Ein anderer Name für die Direktstrahlung ist schattenwerfende Strahlung.

Bei der diffusen Sonnenstrahlung wird ein Teil der Sonnenstrahlung auf dem Weg durch die Erdatmosphäre von Wolken, Luftfeuchtigkeit und Partikeln in der Luft beeinflusst. Die Strahlen werden gestreut, d.h. in unterschiedliche Richtungen geleitet. Diese auch gestreute Strahlung oder diffuse Himmelsstrahlung genannte Strahlung kann bei durchgehend bewölktem Himmel bis zu 100 % der Globalstrahlung ausmachen. Im Jahresdurchschnitt liegt der Anteil der Diffusstrahlung an der Globalstrahlung in Deutschland bei rund 50 %.

Diffuse Strahlung erklärt
Die diffuse Strahlung erklärt
Tipp: Der Deutsche Wetterdienst DWD misst laufend die Daten der Direktstrahlung und der Diffusstrahlung in Deutschland. Auf der Website können Karten mit den monatlichen Werten der letzten 5 Jahre abgerufen werden. So können Interessierte selbst die Entwicklung der Klimaveränderung beobachten.
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Einflussfaktoren auf die Globalstrahlung

Die Globalstrahlung ist keine Konstante, sondern abhängig von Standort, Tages- und Jahreszeit sowie vom Wetter. Mit steigendem Sonnenstand wird der Weg durch die Atmosphäre kürzer und die Absorption und Streuung geringer. Damit ist die Globalstrahlung prinzipiell in südlicheren Breiten höher und im Sommer größer als im Winter. Aber auch die jeweiligen Wetterbedingungen beeinflussen die Globalstrahlung. So sinkt die nutzbare Energiemenge der Sonne bei starker Bewölkung oder Nebel auf einen Bruchteil des Werts bei strahlendem Sonnenschein.

Die Globalstrahlung hat einen entscheidenden Einfluss auf den Ertrag
Die Globalstrahlung hat einen entscheidenden Einfluss auf den Ertrag

Pyranometer dienen der Messung des Momentanwerts. Die Einheit der erfassten Bestrahlungsstärke ist W/m². Der sog. Energieeintrag ergibt sich durch Summierung der eingestrahlten Energie über bestimmte Zeiträume, beispielsweise Stunden, Tage oder Jahre. Jahreseinträge werden in kWh/m²*a angegeben. Beispiel: Ein Jahreseintrag von 1.200 kWh/m²*a entspricht einer über das Jahr gemittelten Einstrahlleistung von 137 W/m². Dafür wird der Jahreseintrag einfach durch 8760 Stunden dividiert.

Der Standort entschiedet ebenfalls über die Leistung: Wo steht die PV-Anlage in Deutschland?
Der Standort entschiedet ebenfalls über die Leistung: Wo steht die PV-Anlage in Deutschland?
Die Kraft der Sonne nutzen © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
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Durchschnittliche und regionale Globalstrahlung

Für die Planung einer Photovoltaikanlage sind die Jahressummen der Globalstrahlung eine zentrale Ausgangsgröße. Schaut man sich die Weltkarte an, fällt auf, dass die Verfügbarkeit der Solarenergie in Äquatornähe am höchsten ist und sie nach Norden und Süden immer stärker abnimmt. So liegen die langjährigen Jahressummen in äquatornahen Ländern wie Kenia bei rund 2.400 kWh/m2*a, in Spanien bei rund 1.650 kWh/m2*a und in Großbritannien bei rund 900 kWh/m2*a.

Globalstrahlung Deutschland Jahressumme © Deutscher Wetterdienst
Globalstrahlung Deutschland Jahressumme © Deutscher Wetterdienst

Für Deutschland hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) in den vergangenen Jahren eine steigende Strahlungsenergie ermittelt. Während die mittlere jährliche Globalstrahlung in den ersten Messjahren noch bei rund 1.000 kWh/m2 lag, erreicht sie im aktuellen 30-Jahres-Mittel der Referenzperiode 1991–2020 bereits rund 1.086 kWh/m2. Regional bewegt sich die Jahressumme im 30-Jahres-Mittel etwa zwischen rund 1.000 kWh/m2 in den strahlungsärmsten Regionen (Sauerland/Nordwest) und bis zu rund 1.260 kWh/m2 im Süden (Bodensee/Alpenvorland). 2022 war mit 1.227 kWh/m2 das sonnenreichste Jahr seit Messbeginn 1983 – 2025 folgte mit 1.187 kWh/m2 auf Platz vier (Quelle: DWD). Die Karte erklärt auch die Zahlen „von – bis“: Der untere Wert bezieht sich auf die strahlungsärmeren Regionen Norddeutschlands, der obere Wert auf den Süden der Republik. Mittlere Strahlungswerte verzeichnen die östlichen und zentralen Regionen sowie die Küsten. Fazit: Norddeutschland liegt bei der Globalstrahlung somit je nach Bezugswert rund 20 % unter südlichen Spitzenlagen; umgekehrt liegen südliche Spitzenlagen rund 26 % über norddeutschen Werten (rund 1.000 gegenüber rund 1.260 kWh/m2 im DWD-Mittel 1991–2020).

Langfristiger Aufwärtstrend: Deutschland wird sonniger

Der DWD verfolgt die Globalstrahlung systematisch seit 1983 und stellt einen klaren Aufwärtstrend fest. Lagen die mittleren Jahreswerte in den ersten Messjahren (1983–1990) noch bei etwa 1.014 kWh/m², erreichte die Dekade 2011 bis 2020 bereits ein Mittel von rund 1.114 kWh/m². Das 30-Jahresmittel der Referenzperiode 1991 bis 2020 liegt bei 1.086 kWh/m². Als Hauptursachen gelten verbesserte Luftqualität und veränderte Wolkenbedeckung – Wissenschaftler sprechen vom sogenannten „Brightening-Effekt“. Für die Planung einer PV-Anlage bedeutet das: Aktuelle Ertragsplanungen sollten auf neueren Strahlungsdaten basieren, da ältere Referenzwerte die realen Erträge tendenziell unterschätzen.

Ø 1983–1990
1.014
kWh/m² · Jahr
Ø 2011–2020
1.114
kWh/m² · Jahr
Rekordjahr 2022
1.227
kWh/m² · Jahr
Trend seit 1983: ca. +3,4 kWh/m² pro Jahr im Bundesmittel · Quelle: DWD, Dekadenbericht 1983–2020 & Strahlungsjahr 2025
Die strahlungsreichsten Jahre seit Messbeginn 1983
2022
1.227
2018
1.207
2003
1.197
2025
1.187
Ø 1991–2020
1.086
Werte in kWh/m² · Bundesmittel · Quelle: DWD, Strahlungsjahr 2025

Was die Globalstrahlung für Ihre PV-Anlage bedeutet

Als Orientierung gilt für Deutschland: Eine gut ausgerichtete Photovoltaikanlage bringt im Jahr rund 900 bis 1.100 Kilowattstunden Stromertrag je installiertem Kilowatt Peak (kWp). Eine typische 10 kWp-Anlage liegt damit zwischen rund 9.000 kWh an einem durchschnittlichen norddeutschen Standort mit rund 1.000 kWh/m² Globalstrahlung und rund 11.000 kWh in Süddeutschland mit über 1.200 kWh/m². Zum Einordnen: Der durchschnittliche Jahresstromverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts liegt bei etwa 4.000 kWh – beide Regionen decken diesen Bedarf also rechnerisch mehrfach. Für eine belastbare standortgenaue Prognose empfiehlt sich der Einsatz von Ertragsrechnern, die neben der Globalstrahlung auch Dachneigung, Ausrichtung und Verschattung berücksichtigen.

Tipp: Das „Photovoltaic Geographical Information System“ PVGIS ist ein Tool zur Ertragsermittlung von Photovoltaikanlagen. Es wird von der Europäischen Kommission betrieben und jedem Interessierten kostenlos zur Verfügung gestellt.

Globalstrahlung auf geneigte Flächen

Die Globalstrahlung auf eine geneigte Photovoltaikanlage unterscheidet sich i.d.R. von der bisher definierten Globalstrahlung auf eine horizontale Empfängerfläche. Einerseits enthalten die Module zusätzlich die vom Erdboden reflektierte Sonnenstrahlung, z. B. durch Wasserflächen oder eine Schneedecke. Andererseits ist der Beitrag der Diffusstrahlung auf geneigten Flächen geringer als auf horizontalen Flächen. Der Direktstrahlungsanteil hängt vom Einfallswinkel ab, welcher sich aus dem Sonnenstand und dem Neigungswinkel der Fläche ergibt. Dies ist für eine exakte Berechnung zu berücksichtigen.

Tipp: Bei kritischen Standorten sollte neben der Messung der Strahlung zur Sicherheit auch eine Verschattungsanalyse durchgeführt werden.

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Häufige Fragen zur Globalstrahlung

Wie unterscheidet sich Globalstrahlung von Sonnenscheindauer?
Sonnenscheindauer misst nur die Stunden, in denen die direkte Sonne hell genug auf den Boden trifft. Globalstrahlung erfasst dagegen die gesamte am Erdboden ankommende Sonnenenergie – direkte plus diffuse Strahlung – und gibt sie in Kilowattstunden pro Quadratmeter an. Für die Ertragsberechnung einer Photovoltaikanlage ist die Globalstrahlung die aussagekräftigere Kenngröße, weil sie auch die rund 50 % Diffusstrahlung mitzählt, die ein PV-Modul ebenfalls in Strom umwandelt.
Ab welcher Globalstrahlung lohnt sich eine Photovoltaikanlage?
In Deutschland lohnt sich Photovoltaik grundsätzlich überall – auch in den strahlungsärmsten Regionen wie dem Sauerland mit rund 1.000 kWh/m² pro Jahr. Eine gut ausgerichtete Anlage liefert dort etwa 900 kWh pro installiertem kWp und Jahr, in Süddeutschland sind es 1.100 kWh/kWp und mehr. Wichtiger als die regionale Lage sind in der Praxis Dachausrichtung, Neigung und Verschattung.
Warum nimmt die Globalstrahlung in Deutschland seit Jahren zu?
Hauptursachen sind die deutlich verbesserte Luftqualität seit den 1990er-Jahren und veränderte Wolkenbedeckungsmuster. Weniger Aerosole und Feinstaub in der Atmosphäre lassen mehr Sonnenstrahlung bis zum Boden durch. Forscher sprechen vom „Brightening-Effekt“. Die Sonnenaktivität selbst spielt dagegen kaum eine Rolle – ihre natürlichen Schwankungen mitteln sich über Jahrzehnte heraus.
Welche Datenquelle ist für die PV-Planung am verlässlichsten?
Für eine standortgenaue Prognose sind zwei Quellen Standard: das kostenlose PVGIS der Europäischen Kommission und die Klimadaten des DWD. DWD-Karten beruhen auf Bodenmessnetz und Satellitendaten; PVGIS nutzt je nach Datensatz Satelliten- bzw. Reanalyse-Daten und berechnet daraus Standortwerte. Für konkrete Planungsentscheidungen empfiehlt sich zusätzlich ein Vor-Ort-Termin durch einen Fachbetrieb, weil lokale Verschattungen durch Gebäude oder Vegetation in den Karten nicht erfasst sind.
Spielt das Nord-Süd-Gefälle bei der Anlagenplanung eine Rolle?
Ja, allerdings weniger dramatisch als oft angenommen. Norddeutsche Standorte liegen bei der Globalstrahlung je nach Bezugswert rund 20 % unter südlichen Spitzenlagen; umgekehrt liegen südliche Spitzenlagen etwa 25 % höher. In strahlungsärmeren Lagen kann eine etwas größere Anlage oder die Wahl leistungsstärkerer Module diesen Nachteil weitgehend ausgleichen. Wichtiger als die Bundeslandgrenze ist meist das konkrete Mikroklima vor Ort: ein verschatteter Süddach-Standort liefert weniger als ein freies Norddach.

Globalstrahlung auf einen Blick

Und so sieht die Realität beim Standortfaktor Globalstrahlung aus:

FaktorErgebnis
Durchschnittswerte
  • Deutschland: ~1.086 kWh/m²*a (30-Jahres-Mittel 1991–2020, Quelle: DWD)
  • Norddeutschland: rund 1.000–1.060 kWh/m²·a
  • Süddeutschland: über 1.160 kWh/m²·a (Maximum ca. 1.260 kWh/m²·a im Alpenraum)
Einflussfaktoren
  • Direktstrahlung bei klarem Wetter
  • Diffusstrahlung bei Wolken, Nebel, Luftverschmutzung
  • Strahlungswinkel je nach Tages- und Jahreszeit
Die Kraft der Sonne nutzen © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
Energiequelle Sonne

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