Photovoltaik Fördermittel

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Finanzielle Förderung von PV-Anlage und Solarstromspeicher

Bei der Gewährung von Fördermitteln hat sich Vieles geändert. Anfangs wurden Photovoltaikanlagen und Stromspeicher erheblich finanziell unterstützt, denn sonst wären sie kaum erschwinglich gewesen. Als dann jedoch die Anschaffungskosten immer weiter fielen, senkte der Staat kontinuierlich seine rückzahlungsfreien Subventionen. Im Bereich der Photovoltaik ist als „Förderung“ i.e.S. nur noch die Einspeisevergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) übrig geblieben. Wer die Augen offen hält, kann eventuell dennoch in den Genuss eines Zuschusses kommen. Wir zeigen die Möglichkeiten auf.

Fördermittel © DOC RABE MEDIA, stock.adobe.com
Fördermittel © DOC RABE MEDIA, stock.adobe.com
Hinweis: Kredite werden häufig ebenfalls als „Förderung“ bezeichnet – ungeachtet der Tatsache, dass es sich faktisch um Darlehen handelt, die zwar über eine Durststrecke hinweghelfen, selbstverständlich aber zurückgezahlt werden müssen. Die KfW verwendet diesen Oberbegriff ebenfalls und unterscheidet dann „Zuschuss“ und „Kredit“.
Die Preise für Solarstromspeicher sind deutlich gesunken
Gut für die Finanzierung: Die Preise für Solarstromspeicher sind deutlich gesunken

Staatliche Förderung von Solaranlagen

Streng genommen ist die KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau kein staatliches Unternehmen. Als Anstalt des öffentlichen Rechts untersteht sie jedoch dem Finanzministerium. Anders als Geschäftsbanken besitzt die Förderbank keine Filialen und verfügt nicht über Kundeneinlagen. Nach eigenen Angaben werden „Menschen, Länder und Institutionen, die weiterdenken und dadurch die Gesellschaft voranbringen“, durch die KfW gefördert.

Derzeit schüttet die KfW – ebenso wie die BAFAkeine Förderzuschüsse für PV-Anlagen aus. Unterstützt wird jedoch immer noch die Anschaffung eines Stromspeichers: mit dem Förderkredit KfW 270. Genauer erläutern wir dieses Darlehen im Beitrag Solarkredite. Dort gehen wir außerdem auf die Mitförderung von Solaranlagen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude ein.

EEG-Förderung: Einspeisevergütung

Der große Vorteil der Einspeisevergütung: Ist die Photovoltaikanlage erst einmal in Betrieb, wird diese staatliche Förderung 20 Jahre lang gezahlt. Unverändert, egal wie sich der Markt entwickelt. Das verschafft Anlagenbetreibern Planungssicherheit und hilft bei der Berechnung, wann sich die Investition amortisiert. Dass sich diese Vergütung praktisch „im freien Fall“ befindet, hat sich bereits herumgesprochen. Jeder Monat Verzögerung bedeutet auf diesem Gebiet einen Verlust. Im Gegenzug sinken die Stromgestehungskosten, also die Kosten pro kWh, die während der gesamten Laufzeit einer PV-Anlage entstehen, dividiert durch den zu erwartenden kWh-Ertrag.

Entwicklung der Einspeisevergütung
Entwicklung der Einspeisevergütung

Da diese Kosten parallel zur Größe der Anlage immer geringer werden, lohnt sich eine Volleinspeisung erst ab einer Anlagengröße von mindestens 30 kWh. Viel zu viel für Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Ein- oder Zweifamilienhauses. Selbst bei Installation einer Ladestation fürs E-Auto genügen hier meist 5 bis 10, maximal 12 kWh. Die größte Rendite entsteht also durch die Erhöhung des Eigenverbrauchsanteils bzw. Verstärkung der Eigennutzung. Wie dies erreicht werden kann, verrät der Beitrag Tipps zur Erhöhung des Eigenverbrauchs. Die Einsparung von Stromkosten ist zwar kein Zuschuss, kann aber durchaus als indirekte Förderung gelten.

Tipp: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bietet in seiner Förderdatenbank einen Überblick über Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union. Einfach die Suchfunktion nutzen und das aktuelle Förderangebot durchforsten.
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Steuervorteile

Eine weitere indirekte Förderung ist die Rückerstattung der Mehrwertsteuer auf die gesamte Investition. Der Hintergrund: Anlagenbetreiber sind als Gewerbetreibende umsatzsteuerpflichtig. Im Gegenzug dürfen sie – anders als Privatbetreiber – die Umsatzsteuer auf die Kaufsumme als Ausgaben aufführen (Vorsteuerabzug).

Anders ist es, wenn die Kleinunternehmerregelung greift, d.h. wenn der tatsächliche Jahresumsatz unter 22.000 Euro liegt. Dann verlangt das Finanzamt keine Umsatzsteuer, erstattet aber auch nicht die Mehrwertsteuer. Gut zu wissen: Auch Kleinunternehmer können sich freiwillig für die Regelbesteuerung entscheiden. Das kann sich rechnen, wenn die Anschaffungskosten deutlich über den Umsätzen liegen, bedeutet allerdings auch einen nicht geringen Aufwand für die Steuererklärung.

Ergibt eine Wirtschaftlichkeitsprognose, dass keine Gewinnerzielung zu erwarten ist, bewertet das Finanzamt dies als sogenannte Liebhaberei. Damit sind die Ausgaben bei der Anschaffung keine Betriebsausgaben, sondern Privataufwendungen. Die Arbeitsleistungen bei Montage und Installation können dennoch steuerlich geltend gemacht werden: als Handwerkerleistungen in der Einkommensteuererklärung. 20 Prozent der Arbeits- und Fahrtkosten werden dann von der Einkommensteuerlast abgezogen.

Tipp: Dachreparaturen im Zuge der Montage einer PV-Anlage ebenfalls als Handwerkerleistung geltend machen. Als Betriebsausgabe wird nur anerkannt, was im unmittelbaren Zusammenhang mit der Installation geschieht.

Mieterstromförderung nach § 21 EEG

Solaranlage auf einem Mehrfamilienhaus © Kara, stock.adobe.com
Solaranlage auf einem Mehrfamilienhaus © Kara, stock.adobe.com

Um auch Mieter an der Energiewende zu beteiligen, wurde 2017 eine gesetzliche Grundlage zur Förderung von Mieterstrom geschaffen. „Mieterstrom“ ist der durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach einer Mietwohnanlage erzeugte Strom, der direkt an die dort wohnenden Mieter geliefert und von ihnen verbraucht wird. Eine gute Idee – für die allerdings viele bürokratische Hürden überwunden werden mussten.

Mieterstrom: Win-Win-Situation für Mieter, Eigentümer und Umwelt
Mieterstrom: Win-Win-Situation für Mieter, Eigentümer und Umwelt

Das EEG 2021 brachte diverse Verbesserungen des Mieterstrommodells auf den Weg: Unter anderem erhält der Vermieter zusätzlich zum Erlös einen Zuschlag pro kWh (bei einer Anlage von maximal 100 kW). Finanziert  wird dieser Zuschlag über die EEG-Umlage.

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Zuschuss für private E-Auto-Ladestationen

Von November 2020 bis Oktober 2021 vergab der Staat über die Förderbank KfW 800 Millionen Euro für die Einrichtung von sogenannten Wallboxen (KfW-Programm 440). Dann waren die Mittel erschöpft. Nun fordern die Verbraucherzentralen, dieses Förderprogramm bis Ende 2022 zu verlängern. Eines würde sich dann jedoch wohl ändern: Anders als zuvor wäre die Förderung an den Besitz oder den nachzuweisenden Kauf eines E-Autos gekoppelt. Der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur gehört zum Vorhaben der Bundesregierung, die Elektromobilität zu forcieren. Ob neben den öffentlichen Solartankstellen auch die privaten Stationen subventioniert werden, bleibt zunächst abzuwarten. (Stand: 4. Januar 2022)

Eine eigene E-Ladestation macht üfr Elektroautos Sinn
Eine eigene E-Ladestation macht üfr Elektroautos Sinn

Fördermittel auf Landesebene, durch Stadt oder Kommune

Einige Bundesländer und Kommunen fördern weiterhin den Einbau von Stromspeichern. Wir nennen im Folgenden einige Beispiele. Zu beachten ist dabei: Die Programme sind i.d.R. sehr kurzlebig, die Auflistung also nur eine Momentaufnahme. Es besteht weder ein Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Aktualität. Stand ist der 4. Januar 2022.

Photovoltaik: Informieren Sie sich über Fördermittel
Photovoltaik: Informieren Sie sich über Fördermittel

Für alle Förderprogramme gilt: Zum Zeitpunkt der Antragstellung darf noch kein Auftrag für die zu installierende Anlagentechnik erteilt worden sein. Der Antrag sollte daher rechtzeitig gestellt werden.

  • Von den beiden Programmteilen des 10.000-Häuser-Programms der Bayerischen Staatsregierung ist das PV-Speicher-Programm weiterhin aktiv. Es soll Gebäudeeigentümer von selbstgenutzten Ein-und Zweifamilienhäusern motivieren, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung zu erhöhen. Gefördert wird die Installation eines neuen Stromspeichers in Verbindung mit einer neuen Photovoltaik-Anlage.
  • Mit dem Programm EnergiespeicherPLUS fördert die Stadt Berlin die Installation von Stromspeichern, die zusammen mit einer neuen Photovoltaikanlage installiert werden. Für die Anschaffung des Speichers, der ans Verteilnetz angeschlossen wird, gewährt die Investitionsbank Berlin (IBB) einen Zuschuss. Die PV-Anlage kann mit einem Förderergänzungsdarlehen finanziert werden.
  • Auch das Land Nordrhein-Westfalen fördert stationäre Stromspeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden Photovoltaikanlage – mit bis zu 100 Euro pro kWh Brutto-Speicherkapazität. Die Zuwendung ist Teil des Programms nrw.
Tipp: Eine garantiert Aktualität bietet die bereits erwähnte Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.
Solarstromspeicher: Fördermöglichkeiten prüfen
Solarstromspeicher: Fördermöglichkeiten prüfen

Photovoltaik-Förderung durch regionale Energieversorger

2020 gab es in Deutschland weit über tausend Stromlieferanten. Die größten fünf heißen seither: 1. E.On, 2. Uniper, 3. EnBW, 4. RWE und 5. Vattenfall. Dass das Essener Unternehmen RWE nicht mehr wie lange zuvor Platz 1 belegt, verdankt es seinem Kampf mit der Energiewende. Alle Großen haben sich jedoch die Klimaneutralität zum Ziel gesetzt, die einen früher, die anderen später (Quelle: https://www.gevestor.de/finanzwissen/oekonomie/rankings/die-4-groessten-energieversorger-in-deutschland-765366.html)

Manche Energieversorger haben für ihre Kunden eigene Förderprogramme aufgelegt. Die Zuschüsse reichen von Boni fürs Stromsparen bis zum Zuschlag auf die Einspeisevergütung. Ein Nachfragen beim eigenen Versorgungsunternehmen lohnt sich auf jeden Fall. Alternativ kommt vielleicht auch ein Stromanbieterwechsel in Betracht.

Bitte beachten: Der Fördermittel- und Kreditbereich unterliegt einem ständigen Wandel. Ihr Solaranlage Ratgeber ist bemüht, alle Informationen stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Dies kann jedoch nicht 100-prozentig garantiert werden. Daher sind alle hier gemachten Angaben ohne Gewähr.

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