Zinsgünstige Kredite zur Finanzierung von PV-Anlagen
Solarkredite sind auch unter den Bezeichnungen Photovoltaik-Kredite, PV-Kredite und Ökokredite zu finden. Dass sie einen Beitrag zur Energiewende leisten, wirkt sich besonders günstig auf die Konditionen aus. Besonders attraktiv sind bei KfW-Krediten vor allem die tilgungsfreien Anlaufjahre. Sie gelten unter bestimmten Voraussetzungen auch für eine Photovoltaikanlage. Wir zeigen Ihnen die aktuellen Möglichkeiten, Ihre Photovoltaikanlage zinsgünstig zu finanzieren.

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Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau – KfW
Die KfW ist eine Anstalt öffentlichen Rechts, die der Aufsicht durch den Finanzminister und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie untersteht. Zu ihren vielfältigen Aufgaben gehören auch die Förderung und Finanzierung von Maßnahmen im Umweltschutz, insbesondere der erneuerbaren Energien. Photovoltaikanlagen werden durch wechselnde Programme unterstützt.
Aktuell sind bei der KfW keine Photovoltaik-Zuschüsse erhältlich, wohl aber zinsgünstige Förderkredite. Die Laufzeiten sind unterschiedlich lang, wobei die Mindestlaufzeit generell 2 Jahre beträgt. Die Zinssätze für diese Kredite richten sich nach der individuellen Bonität des Antragstellers, die von der Hausbank ermittelt wird. Außerdem hängen sie von der Marktentwicklung ab.

Der vielleicht größte Vorteil eines KfW-Kredits sind die tilgungsfreien Anfangsjahre, deren Anzahl im Zusammenhang mit der Laufzeit steht. Da die KfW mit ihren Programmen die gesamte Investition finanziert, muss kein Eigenkapital aufgebracht werden.
Ob sich dies auf den Brutto- oder Nettowert bezieht, hängt von der gewählten Besteuerungsform ab. Und dazu jetzt eine gute Nachricht: Seit Jahresbeginn 2023 gilt für viele neu angeschaffte PV-Anlagen unter den Voraussetzungen des § 12 Abs. 3 UStG der Nullsteuersatz, d.h. es werden 0 % Umsatzsteuer berechnet. Doch Vorsicht: Nicht alle Unternehmen geben den Vorteil der sogenannten Nullsteuer an ihre Kunden weiter. Ein Preisvergleich lohnt sich also mehr denn je.
KfW-Kredite werden immer über die Hausbank beantragt. Wichtig: Der Antrag muss gestellt werden, bevor mit der Maßnahme begonnen wird. Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Freiberufler, aber auch gemeinnützige Organisationen oder Unternehmen.
In 6 Schritten zum KfW-270-Förderkredit
Angebote von Solarteuren einholen, Investitionssumme und gewünschte Laufzeit klären – noch nichts unterschreiben.
Termin bei einer Bank, die KfW-Kredite vermittelt (Sparkasse, Volksbank, GLS, SWK u.a.). Nicht alle Banken bieten den KfW 270 an.
Die Bank reicht den Antrag bei der KfW ein. Wichtig: Erst nach Kreditzusage darf der Kaufvertrag mit dem Solarteur unterschrieben werden.
Die Bearbeitungszeit hängt von der Hausbank ab. Standort, Bonität und Sicherheiten fließen in die Preisklasse (A bis I) ein.
Nach Vertragsunterzeichnung mit der Bank kann die Photovoltaikanlage installiert werden. Die Auszahlung erfolgt über die Hausbank.
Während der tilgungsfreien Anlaufzeit (1 bis 5 Jahre) zahlen Sie nur Zinsen. Danach gleich hohe vierteljährliche Raten plus Zinsen auf den Restkredit.

KfW Programm 270: „Erneuerbare Energien – Standard“
Das bewährte KfW-Programm 270 richtet sich an Privatpersonen und Unternehmen, die eine Photovoltaikanlage erwerben, erweitern und errichten möchten (inkl. Kosten für Planung, Projektierung und Installation). Mit dem selbst so bezeichneten „Förderkredit für Strom und Wärme“ hilft die KfW u. a. bei der Finanzierung von
- Photovoltaik-Anlagen auf Dächern, an Fassaden oder auf Freiflächen,
- Batteriespeichern,
- Anlagen nur zur Wärmeerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien,
- Wärme-/Kältespeicher, die aus erneuerbaren Energien gespeist werden,
- Digitalisierungsinstrumente wie Stromspeicheranlagen (Power-to-X-Technologien), Lastmanagement- sowie Mess- und Steuerungssysteme.
Beim KfW-Programm 270 kann gewählt werden:
- Laufzeit: 5 bis 30 Jahre
- Tilgungsfreie Anlaufjahre: 1 bis 5
- Zinsbindung: 5 bis 20 Jahre
Je länger die Zinsbindung, desto höher liegt natürlich der Zinssatz. Außerdem unterscheidet die Förderbank 9 Preisklassen, die sich aus der Bonität und der Besicherung der Antragsteller ergeben. Mit Stand 21. Mai 2026 lagen die effektiven Jahreszinsen beim KfW-Programm 270 für PV-Aufdachanlagen – je nach Laufzeit und Preisklasse – ungefähr zwischen 3,82 und 6,12 Prozent (Preisklasse A bis D).
Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG
Für die Sanierung eines Gebäudes zu einem energieeffizienten Gebäude oder den Neubau oder Kauf eines Neubaus dieses Standards gibt es seit 2021 die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG. Sie zielt auf die Einsparung von Energie im Bereich der Wärmedämmung und Heizungsmodernisierung. Bis Jahresende 2022 konnten Photovoltaikanlagen im Rahmen des Programms KfW „Wohngebäude – Kredit“ (261)mitgefördert werden, heute verweist die KfW auf den Kredit „Erneuerbare Energien – Standard“ (270) (s.o.).
Vor dem Hintergrund, dass selbst die günstigsten Kredite derzeit spürbar steigen, ist diese Entwicklung keineswegs tragisch. (Die Nutzung des Programms 261setzte ohnehin den Verzicht auf die EEG-Förderung voraus.) Im Gegenzug war bereits einige Monate zuvor die Einspeisevergütung kräftig angehoben worden – von 6,23 Cent auf 8,2 Cent bei Teileinspeisung und sogar 13,0 Cent bei Volleinspeisung für Anlagen bis 10 kW, darüber hinaus immerhin noch 7,1 bzw. 10,9 Cent pro Kilowattstunde. Die aktuellen Werte finden Sie im Beitrag zur Einspeisevergütung.
Das ist eine durchaus positive Entwicklung. Dennoch: Photovoltaik lohnt sich meistens mehr, wenn so viel wie möglich des produzierten Stroms im Haushalt selbst verbraucht wird.
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BAFA-Kredite
Das BAFA – Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (ehemals Bundesausfuhramt, daher auch Bafa) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Neben der Exportkontrolle widmet sie sich der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der Förderung energieeffizienter Techniken und Maßnahmen zur Energieeinsparung, insbesondere beim Heizen.
Das im Januar 2021 gestartete Zuschussprogramm BEG EM der BAFA fördert ausschließlich Einzelmaßnahmen (EM) zur Sanierung von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden – wie Fassadendämmung, Austausch von Fenstern, Anlagen zur Lüftung und zum Sonnenschutz etc. Der Förderzuschuss schließt Photovoltaikanlagen nicht ein.
Solarkredite bei Banken und Sparkassen
Ein weiterer Weg, eine Photovoltaikanlage zu finanzieren, ist ein Darlehen bei einem Kreditinstitut. Inzwischen bieten viele Banken und Sparkassen spezielle Kredite für Photovoltaikanlagen an. Die für 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung gewährt dem Unternehmen die ausreichende Sicherheit. Der effektive Jahreszins steigt wie bei jedem Kredit mit steigender Laufzeit.
In den meisten Fällen ist für den Solarkredit kein Eigenkapital notwendig. Mit einem gewissen Anteil an Eigenkapital erreichen die Bankkunden allerdings oft bessere Konditionen. 20 Prozent sind hier eine gute Richtlinie. Außerdem ist der Kredit damit früher zurückgezahlt und die PV-Anlage hat sich schneller amortisiert.
Einige Banken setzen Mindestbeträge oder Mindestgrößen an. In den hier geprüften Angeboten ist meist der Kreditbetrag entscheidend; die Untergrenzen reichen etwa von 7.500 € bis 10.000 €.

Auf diese Punkte ist bei der Auswahl der passenden Bank zu achten:
- Kredithöhe
- Zinssatz
- Gebühren und sonstige Zusatzkosten
- Laufzeit
- Umweltgedanke

Im Folgenden führen wir einige Kreditinstitute mit ihren jeweiligen Besonderheiten auf (Stand: Januar 2026).
GLS – Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken
Die GLS Bank ist nach eigenen Angaben sozial-ökologisch ausgerichtet. Das Label „erste Ökobank der Welt“ scheint zu verpflichten. Viele Mitarbeiter sind auf Photovoltaikanlagen spezialisiert. Eigenkapital wird nicht gefordert, dafür aber die Abtretung der Einspeisevergütung. Eine Kopplung mit einem KfW-Kredit ist möglich. Die Kredithöhe beginnt bei 10.000 Euro, die Laufzeit liegt bei 3 bis 20 Jahren. Sicherheiten sind bei PV-Finanzierungen in der Regel nicht nötig; bei größeren Finanzierungen kann eine grundbuchliche Absicherung im Einzelfall sinnvoll sein. Konkrete Zinssätze und Monatsraten weist die GLS Bank im Rechner nur als unverbindliche Beispielrechnung aus; sie sollten direkt vor Antragstellung neu abgefragt werden.
SWK – Süd-West-Kreditbank
Die SWK Bank ist eine deutsche Direktbank, die bereits PV-Kredite ab 7.500 Euro vergibt. Je nach Bonität liegt der Effektivzinssatz des „Ökokredits“ bei 5,29 bis 8,29 Prozent – bei einer Laufzeit von 24 bis 120 Monaten (Stand: Mai 2026). Eigenkapital wird nicht vorausgesetzt. Die Besonderheit: Die Bonität kann vorab auf der Website geprüft, die Kreditrate berechnet werden. Die (vorläufige) Kreditzusage erfolgt dann innerhalb von Sekunden. Der Vertrag wird ebenfalls online abgeschlossen.
EthikBank
Die EthikBank finanziert neben großen Aufdachanlagen ab 50.000 Euro auch Kleinanlagen, Elektroautos und E-Cargobikes. Genannt „ÖkoKredit – der Modernisierungskredit“ soll dieser Kredit die energetische Sanierung privater Wohnhäuser unterstützen. Statt bonitätsabhängiger Preisspannen gibt es einen festen Sollzins und keine Bearbeitungsgebühren. Die Vertragslaufzeiten sind zwischen 1 und 12 Jahren wählbar, die Finanzierungssumme zwischen 10.000 und 50.000 Euro.
Solarkredit-Anbieter im Überblick
| Anbieter | Kreditrahmen | Laufzeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| KfW 270 | kein Mindestbetrag, bis 150 Mio. € | 5 bis 30 Jahre | Tilgungsfreie Anlaufjahre, über Hausbank |
| GLS Bank | ab 10.000 € | bis 20 Jahre | Sozial-ökologisch, Zinsbindung bis 10 Jahre |
| SWK Bank | 7.500 bis 100.000 € | 2 bis 10 Jahre | Online-Sofortzusage, kein Eigenkapital nötig |
| EthikBank | 10.000 bis 50.000 € | 1 bis 12 Jahre | Fester Sollzins, ohne Bearbeitungsgebühren |
Bausparkassen
Bei den Kreditangeboten zur Finanzierung einer Photovoltaik-Anlage der Bausparkassen handelt es sich grundsätzlich um Kombinationen aus Zinszahlungsdarlehen und Bauspardarlehen. Zunächst gewährt die Kasse ein Darlehen über die Investitionssumme, im Normalfall ohne die Mehrwertsteuer, für das nur die Zinsen zu zahlen sind. Der gleichzeitig über die Darlehenshöhe abgeschlossene Bausparvertrag wird meist über 8 oder 9 Jahre angespart. Die Zuteilung erfolgt zum Ende der Sparzeit. Da bis dahin i.d.R. die Hälfte angespart wurde, muss der Vertrag noch für weitere 8 oder 9 Jahre getilgt werden. So kommt man zwar auf eine recht lange Laufzeit von 16 bis 18 Jahren, genießt während dieser Zeit jedoch sichere Zinskonditionen.
Bitte beachten: Der Fördermittel- und Kreditbereich unterliegt einem ständigen Wandel. Ihr Solaranlage Ratgeber ist bemüht, alle Informationen stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Dies kann jedoch nicht 100-prozentig garantiert werden. Daher sind alle hier gemachten Angaben ohne Gewähr.
EEG-Reform 2027: Was bedeutet das für Solarkredite?
Ein bekannt gewordener Arbeitsentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium sieht vor, die feste Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen unter 25 kW ab dem 1. Januar 2027 abzuschaffen; beschlossen ist das Stand April 2026 nicht. Statt eines garantierten Cent-Betrags pro eingespeister Kilowattstunde werden im Arbeitsentwurf u. a. Direktvermarktung, Marktwert- oder Übergangsmodelle oder eine unentgeltliche Abnahme diskutiert.
Für die Finanzierung über einen Solarkredit hat das praktische Folgen: Die garantierte Einspeisevergütung war bisher eine zentrale Sicherheit für Banken – sie bildete den planbaren Rückfluss, mit dem die Tilgung kalkuliert wurde. Fällt diese Säule weg, verschiebt sich die Wirtschaftlichkeit stärker auf den Eigenverbrauch. Wer eine Anlage finanziert, sollte die Tilgungsrate künftig vor allem aus der Strompreis-Ersparnis decken können – nicht aus den Einspeiseerlösen.
Die Eckpunkte der geplanten Reform und ihre Folgen für die Anlagenplanung haben wir im Beitrag PV-Anlage 2026 kaufen oder warten? ausführlich erläutert. Für die Finanzierungsplanung gilt: Solarkredite mit langen Laufzeiten bleiben sinnvoll, sollten aber konservativ kalkuliert werden – mit einem höheren Eigenverbrauchsanteil und gegebenenfalls einem Stromspeicher als Bestandteil der Investition.
Den passenden Fachbetrieb für die Umsetzung finden
Bevor ein Solarkredit beantragt wird, braucht es ein konkretes Angebot eines Fachbetriebs – als Grundlage für die Investitionssumme und die Berechnung der Förderfähigkeit. Über unseren Fachbetriebsfinder können Sie regionale Solar-Anbieter vergleichen und mehrere Angebote einholen. Das ist auch deshalb hilfreich, weil viele Banken einen Kostenvoranschlag für die Kreditzusage benötigen.
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