Solarkredite

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Zinsgünstige Kredite zur Finanzierung von PV-Anlagen

Förderung und Zuschuss sind unterschiedliche Bezeichnungen für eine rückzahlungsfreie Subvention. Im Unterschied dazu muss ein Kredit natürlich zurückgezahlt werden. Dies gilt genauso für Solarkredite, die auch unter den Bezeichnungen Photovoltaik-Kredite, PV-Kredite und Ökokredite zu finden sind. Dass sie einen Beitrag zur Energiewende leisten, wirkt sich besonders günstig auf die Konditionen aus. Besonders attraktiv sind die Tilgungszuschüsse der KfW. Sie gelten unter bestimmten Voraussetzungen auch für eine Photovoltaikanlage.

Solar Angebote gut durchlesen und vergleichen
Solar Angebote gut durchlesen und vergleichen © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
Hinweis: Kredite werden häufig als „Förderung“ bezeichnet – ungeachtet der Tatsache, dass es sich faktisch um Darlehen handelt, die zwar über eine Durststrecke hinweghelfen, selbstverständlich aber zurückgezahlt werden müssen. Die KfW verwendet diesen Oberbegriff ebenfalls und unterscheidet dann „Zuschuss“ und „Kredit“.

Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau – KfW

Die KfW ist eine Anstalt öffentlichen Rechts, die der Aufsicht durch den Finanzminister und den Minister für Wirtschaft und Energie untersteht. Zu ihren vielfältigen Aufgaben gehören auch die Förderung und Finanzierung von Maßnahmen im Umweltschutz, insbesondere der erneuerbaren Energien. Photovoltaikanlagen werden durch wechselnde Programme unterstützt.

Aktuell sind bei der KfW keine Photovoltaik-Zuschüsse erhältlich, wohl aber zinsgünstige Förderkredite. Die Laufzeiten sind unterschiedlich lang, wobei die Mindestlaufzeit generell 2 Jahre beträgt. Die Zinssätze für diese Kredite richten sich nach der individuellen Bonität des Antragstellers, die von der Hausbank ermittelt wird. Außerdem hängen sie von der Marktentwicklung ab.

Die KfW fördert Photovoltaikanlagen
Die KfW fördert Photovoltaikanlagen

Der vielleicht größte Vorteil eines KfW-Kredits sind die tilgungsfreien Anfangsjahre, deren Anzahl im Zusammenhang mit der Laufzeit steht. Da die KfW mit ihren Programmen die gesamte Investition finanziert, muss kein Eigenkapital aufgebracht werden. Allerdings gilt dies in der Regel nur für den Nettowert, zumindest wenn die Mehrwertsteuer vom Finanzamt zurückerstattet wird.

KfW-Kredite werden immer über die Hausbank beantragt. Wichtig: Der Antrag muss gestellt werden, bevor mit der Maßnahme begonnen wird. Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Freiberufler, aber auch gemeinnützige Organisationen oder Unternehmen.

Photovoltaik: Informieren Sie sich über Fördermittel
Photovoltaik: Informieren Sie sich über Fördermittel
Hinweis: Das KfW Programm 275 zur Förderung von Solarstromspeichern (mit Tilgungszuschuss) wurde Ende 2018 eingestellt. Seither erteilt die KfW keine Speicher-Zuschüsse mehr. Einige Bundesländer und Kommunen fördern jedoch weiterhin den Einbau von Stromspeichern. Auch eine Anfrage bei der regionalen Energieagentur und den Stadtwerken kann sich lohnen.

KfW Programm 270: „Erneuerbare Energien – Standard“

Das KfW-Programm 270 richtet sich an Privatpersonen und Unternehmen, die eine Photovoltaikanlage erwerben, erweitern und errichten möchten (inkl. Kosten für Planung, Projektierung und Installation). Mit dem selbst so bezeichneten „Förderkredit für Strom und Wärme“ hilft die KfW u. a. bei der Finanzierung von

  • Photovoltaik-Anlagen auf Dächern, an Fassaden oder auf Freiflächen,
  • Batteriespeichern,
  • Anlagen nur zur Wärmeerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien,
  • Wärme-/Kältespeicher, die aus erneuerbaren Energien gespeist werden,
  • Digitalisierungsinstrumente wie Stromspeicheranlagen (Power-to-X-Technologien), Lastmanagement- sowie Mess- und Steuerungssysteme.
Hinweis: Das Programm „Erneuerbare Energien – Premium“ (KfW 271, 281) richtet sich mit der Förderung von Investitionen zur Nutzung von Wärme aus regenerativen Energien ausschließlich an Unternehmen.

Beim KfW-Programm 270 kann gewählt werden:

  • Laufzeit: 5 bis 30 Jahre
  • Tilgungsfreie Anfangsjahre: 1 bis 5
  • Zinsbindung: 5 bis 10 Jahre.

Je länger die Zinsbindung, desto höher liegt natürlich der Zinssatz. Außerdem unterscheidet die Förderbank 9 Preisklassen, die sich aus der Bonität und der Besicherung der Antragsteller ergeben. Mit Stand 6. Januar 2022 lagen die Sollzinsen zwischen 0,75 und 8,25 Prozent (effektiv 0,75–8,50).

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Mitförderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG

Für die Sanierung eines Gebäudes zu einem energieeffizienten Gebäude oder den Neubau oder Kauf eines Neubaus dieses Standards gibt es seit 2021 die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG. Sie zielt auf die Einsparung von Energie im Bereich der Wärmedämmung und Heizungsmodernisierung. Ist der Finanzierungsrahmen noch nicht ausgeschöpft, können jedoch Photovoltaikanlagen mitgefördert werden.

Für künftige Betreiber einer Photovoltaikanlage bedeutet dies beispielsweise: Betragen die förderfähigen Kosten 110.000 Euro, tatsächlich werden aber nur 100.000 für die energetischen Sanierungsmaßnahmen benötigt, können 10.000 Euro für die Anschaffung der PV-Anlage verwendet werden. Zu beachten ist jedoch: Wer eine Photovoltaik-Anlage in die Finanzierung mit einschließt, muss auf die EEG-Förderung, also auf die Einspeisevergütung verzichten. Möglich wäre zwar eine Direktvermarktung, sie aber ist für Kleinanlagen nicht praktikabel.

Hinweis: Eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher ist vorausgesetzt, um die „Effizienzhaus 40 Plus“-Stufe zu erreichen. Wenn die PV-Anlage nicht mitgefördert wird, kann die EEG-Einspeisevergütung wie gewohnt in Anspruch genommen werden.

Antragsteller können wählen zwischen

  • Tilgungszuschuss im KfW-Programm 261 – „Wohngebäude – Kredit“: zu beantragen beim Finanzierungspartner (Bank, Sparkasse, Finanzberater etc.). Der von der Restschuld abzuziehende Tilgungszuschuss ist die richtige Wahl bei langfristiger Planung.
  • Investitionszuschuss im KfW-Programm 461 – „Wohngebäude – Zuschuss“: zu beantragen direkt bei der KfW über das „Zuschussportal“. Der Direktzuschuss hilft beim Begleichen der Rechnungen. Er ist also eine bestens geeignete Starthilfe.
Hinweis: Ab 1. Januar 2023 laufen alle Investitionszuschüsse über das BAFA, die Kreditvarianten verbleiben bei der KfW.
Hinweis: Das KfW Kreditprogramm 262 – BEG EM fördert ausschließlich Einzelmaßnahmen (EM) zur Sanierung von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden – wie Fassadendämmung, Austausch von Fenstern, Anlagen zur Lüftung und zum Sonnenschutz etc. Der Förderkredit schließt Photovoltaikanlagen nicht ein.

Die Obergrenze der förderbaren Kosten liegt je nach Deckung des Energiebedarfs eines Gebäudes bei 120.000 Euro oder 150.000 Euro je Wohneinheit (WE). Der (Tilgungs-)Zuschuss richtet sich nach dem jeweiligen Standard:

  • Effizienzhaus 40 Plus: 25%, d.h. bis zu 37.500 Euro je WE
  • Effizienzhaus 40: 20-22,5%, d.h. bis zu 33.750 Euro je WE
  • Effizienzhaus 55: 15-17,5%, d.h. bis zu 26.500 Euro je WE. Bei Neubau entfällt die Förderung ab 1. Februar 2022.

Die Werte gelten für Neubauten, bei der Sanierung älterer Bauten (>5 Jahre) liegen die Obergrenzen 2,5 Prozentpunkte höher.

Hinweis: Zum Erhalt der Förderung ist das Hinzuziehen eines Energie-Effizienz-Experten vorgeschrieben. Außerdem muss auch hier der Antrag VOR jeglicher Maßnahme gestellt werden.

Ergebnis: Pro BEG-Förderung sprechen eine hohe Gebäude-Effizienz und ein hoher Eigenverbrauch. Sind Effizienzstandard und Selbstverbrauch dagegen gering, ist die Einspeisevergütung in den meisten Fällen lukrativer.

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BAFA-Kredite

Das 1946 gegründete BAFA – Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (ehemals Bundesausfuhramt, daher auch Bafa) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi). Neben der Exportkontrolle widmet sie sich der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der Förderung energieeffizienter Techniken und Maßnahmen zur Energieeinsparung, insbesondere beim Heizen.

Das im Januar 2021 gestartete Zuschussprogramm BEG EM der BAFA fördert ausschließlich Einzelmaßnahmen (EM) zur Sanierung von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden – wie Fassadendämmung, Austausch von Fenstern, Anlagen zur Lüftung und zum Sonnenschutz etc. Der Förderzuschuss schließt Photovoltaikanlagen nicht ein.

Auf der Website der BAFA ist stets die aktuelle Liste der förderfähigen Kollektoren und Anlagen sowie Wärmepumpen abrufbar.

Solarkredite bei Banken und Sparkassen

Ein weiterer Weg, eine Photovoltaikanlage zu finanzieren, ist ein Darlehen bei einem Kreditinstitut. Inzwischen bieten viele Banken und Sparkassen spezielle Kredite für Photovoltaikanlagen an. Die für 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung gewährt dem Unternehmen die ausreichende Sicherheit. Der effektive Jahreszins steigt wie bei jedem Kredit mit steigender Laufzeit. 2021 lag er im Durchschnitt bei 1,2 bis 1,5 Prozent. Die Laufzeiten bewegen sich zwischen 4 und 25 Jahren.

In den meisten Fällen ist für den Solarkredit kein Eigenkapital notwendig. Mit einem gewissen Anteil an Eigenkapital erreichen die Bankkunden allerdings oft bessere Konditionen. 20 Prozent sind hier eine gute Richtlinie. Außerdem ist der Kredit damit früher zurückgezahlt und die PV-Anlage hat sich schneller amortisiert.

Tipp: Um eventuell noch bessere Konditionen auszuhandeln, der Bank eine ganze Reihe von Sicherheiten bieten! Eine Immobilie beispielsweise ist als „Pfand“ (Grundschuld) eine perfekte Garantie.

Viele Banken finanzieren nur Anlagen ab einer bestimmten Größe. So liegt die Untergrenze häufig bei 10 kW.

Welcher Solarkredit passt am besten zu Ihnen?
Welcher Solarkredit passt am besten zu Ihnen?

Auf diese Punkte ist bei der Auswahl der passenden Bank zu achten:

  • Kredithöhe
  • Zinssatz
  • Gebühren und sonstige Zusatzkosten
  • Laufzeit
  • Umweltgedanke
Tipps für einen günstigen Solar-Kredit
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Im Folgenden führen wie einige Kreditinstitute mit ihren jeweiligen Besonderheiten auf (Stand: 6. Januar 2022).

GLS – Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken

Die GLS Bank ist nach eigenen Angaben sozial-ökologisch ausgerichtet. Das Label „erste Ökobank der Welt“ scheint zu verpflichten. Viele Mitarbeiter sind auf Photovoltaikanlagen spezialisiert. Eigenkapital wird nicht gefordert, dafür aber die Abtretung der Einspeisevergütung. Eine Koppelung mit einem KfW-Kredit ist möglich, ebenso wie eine Zwischenfinanzierung der Mehrwertsteuer. Bis 100.000 Euro wird kein Grundbucheintrag verlangt. Die Kredithöhe beginnt bei 10.000 Euro, die Laufzeit beträgt max. 20 Jahre.

SWK – Süd-West-Kreditbank

Die SWK Bank ist eine deutsche Direktbank, die bereits PV-Kredite ab 2.500 Euro vergibt. Je nach Bonität liegt der Effektivzinssatz des „Ökokredits“ bei 1,69-2,99 Prozent – bei einer Laufzeit von 24 bis 120 Monaten. Eigenkapital wird nicht vorausgesetzt. Die Besonderheit: Die Bonität kann vorab auf der Website geprüft, die Kreditrate berechnet werden. Die (vorläufige) Kreditzusage erfolgt dann innerhalb von Sekunden. Der Vertrag wird ebenfalls online abgeschlossen.

EthikBank

Die EthikBank finanziert neben großen Aufdachanlagen ab 50.000 Euro auch Kleinanlagen, Elektroautos und E-Cargobikes. Genannt „ÖkoKredit – der Modernisierungskredit“ soll dieser Kredit die energetische Sanierung privater Wohnhäuser unterstützen. Statt bonitätsabhängiger Preisspannen gibt es einen festen, allerdings recht hohen Sollzins (2,75%, effektiv 2,85%) und keine Bearbeitungsgebühren. Die Vertragslaufzeiten sind zwischen 1 und 12 Jahren wählbar, die Finanzierungssumme zwischen 10.000 und 50.000 Euro.

UmweltBank

„Deutschlands grünste Bank“ (Eigenbezeichnung) berechnet die Zinssätze ebenfalls bonitätsunabhängig. Der „UmweltWunschkredit“ kann für Kredite in Höhe von 10.000 bis 100.000 Euro beantragt werden. Wählbar sind Laufzeiten von 12 bis 120 Monaten in 12-Monats-Schritten. Die UmweltBank finanziert PV-Anlagen inklusive aller Nebenkosten und der Mehrwertsteuer, auf Wunsch auch zusammen mit einer Ladestation fürs E-Auto. Eine Kombination mit BAFA-Zuschüssen ist möglich, mit dem KfW-Programm 270 dagegen nicht. Ein Beispiel für die Zinsberechnung: Nettokreditbetrag 10.000 Euro, Laufzeit 36 Monate. Ergebnis: Monatsrate 290,77 Euro, effektiver Jahreszins 3,03%.

Bausparkassen

Bei den Kreditangeboten zur Finanzierung einer Photovoltaik-Anlage der Bausparkassen handelt es sich grundsätzlich um Kombinationen aus Zinszahlungsdarlehen und Bauspardarlehen. Zunächst gewährt die Kasse ein Darlehen über die Investitionssumme, im Normalfall ohne die Mehrwertsteuer, für das nur die Zinsen zu zahlen sind. Der gleichzeitig über die Darlehenshöhe abgeschlossene Bausparvertrag wird meist über 8 oder 9 Jahre angespart. Die Zuteilung erfolgt zum Ende der Sparzeit. Da bis dahin i.d.R. die Hälfte angespart wurde, muss der Vertrag noch für weitere 8 oder 9 Jahre getilgt werden. So kommt man zwar auf eine recht lange Laufzeit von 16 bis 18 Jahren, genießt während dieser Zeit jedoch sichere Zinskonditionen.

Tipp: Bei der Planung einer Großanlage auch ein Leasing oder Contracting in Erwägung ziehen. Die Vor- und Nachteile sind im Beitrag Photovoltaikanlage mieten, pachten oder leasen erläutert.

Bitte beachten: Der Fördermittel- und Kreditbereich unterliegt einem ständigen Wandel. Ihr Solaranlage Ratgeber ist bemüht, alle Informationen stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Dies kann jedoch nicht 100-prozentig garantiert werden. Daher sind alle hier gemachten Angaben ohne Gewähr.

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