Die Solarbranche ist nicht die erste und vermutlich auch nicht die letzte, die erleben musste: In der Forschung ist Deutschland oftmals weit vorne, aber daraus Kapital zu schlagen, das machen andere weitaus besser. Einst hatte die deutsche Solarbranche eine Vorreiterrolle inne. Dann kam die „Sonnenfinsternis“ mit aufsehenerregenden Insolvenzen. Es folgten Jahre des Wiederaufbaus mit einigen Pionieren, die sich neu aufgestellt haben. 2024 und 2025 hat sich der Markt erneut spürbar verändert: Mehrere bekannte deutsche Modulhersteller haben ihre Inlandsfertigung eingestellt oder mussten Insolvenz anmelden. Hauptgrund ist der Preisdruck durch chinesische Module, der für Hersteller in Deutschland kaum aufzufangen ist. Wer heute „made in Germany“ kauft, hat trotzdem noch Optionen — die Auswahl ist allerdings deutlich kleiner geworden.

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Für Käufer und Nutzer von Photovoltaikanlagen kann es mehrere Gründe geben, auf deutsche Produkte zu setzen. Die Unterstützung der heimischen Wirtschaft und ihrer Arbeitsplätze ist einer. Das Vertrauen in gute Qualität „made in Germany“ ein anderer, wenngleich er nicht zu wichtig genommen werden sollte: Auch viele Hersteller anderer Länder bieten hohes Niveau. Manche PV-Fans fühlen sich aber einfach wohler, wenn sie einen Ansprechpartner haben, der ihre Sprache spricht und gut erreichbar ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Transportwege. Warum Solarmodule um die halbe Welt verschiffen, wenn man sie auch an Ort und Stelle herstellen kann?

Die Realität ist allerdings etwas komplizierter. Denn manche Komponenten, die man für eine Photovoltaik-Anlage benötigt, werden bislang (noch) nicht im Inland hergestellt. Das heißt, dass deutsche Produzenten mitunter zwangsläufig auf ausländische Zulieferer angewiesen sind. Einige Produzenten planen und entwerfen außerdem zwar in Deutschland, lassen aber aus logistischen oder Kostengründen im Ausland fertigen.
Im Folgenden stellen wir Hersteller und Dienstleister aus Deutschland vor – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Zwischen 2024 und 2025 haben mit Meyer Burger, Solarwatt, Aleo Solar und Avancis vier prominente deutsche Modulhersteller ihre Inlandsfertigung eingestellt oder Insolvenz angemeldet. Heckert Solar aus Chemnitz und die Sonnenstromfabrik in Wismar sind im Mai 2026 die wenigen verbliebenen größeren Hersteller, die Module noch durchgängig in Deutschland produzieren.
Quellen: pv magazine Deutschland, Solarserver, heise online — Stand: Mai 2026

Wo deutsche Solarmodul-Hersteller heute fertigen. Die Tabelle zeigt die Lage nach der Marktbereinigung 2024 / 2025.
| Hersteller | Standort | Inlandsfertigung |
|---|---|---|
| Heckert Solar | Chemnitz, Langenwetzendorf | aktiv |
| Sonnenstromfabrik (CS Wismar) | Wismar | aktiv |
| AxSun Solar | Laupheim-Baustetten | aktiv |
| Aleo Solar | Prenzlau | Produktion 2025 stillgelegt |
| Solarwatt | Dresden | Produktion 2024 ausgesetzt |
| Meyer Burger | Freiberg / Thalheim | Module 2024, Zellen 2025 eingestellt |
| Avancis | Torgau | Modulproduktion 2025 eingestellt |
| Calyxo / TS Solar | Bitterfeld-Wolfen | Status/Lieferbarkeit prüfen |
| Hanwha Q-Cells | Thalheim, Berlin | nur Forschung & Entwicklung |
Quellen: pv magazine Deutschland, Solarserver, heise online, Unternehmenswebseiten — Zusammenstellung aus mehreren Fachquellen, Stand Mai 2026.
Deutsche Hersteller und frühere Hersteller mit aktueller oder zuletzt inländischer Solarmodul-Produktion
Aleo Solar
„Exklusive Solartechnologie aus dem Herzen der Uckermark“, mit diesem Versprechen war das 2001 gegründete Unternehmen Aleo Solar mit Hauptsitz in Prenzlau lange am Markt. Es gehörte einige Jahre mehrheitlich der Bosch-Gruppe, die sich 2013 von ihren Anteilen trennte. In Schwierigkeiten geraten, schloss man sich 2014 mit Sino-American Silicon Products zusammen, einem taiwanesischen Konzern. Von 2002 bis 2025 wurde in Prenzlau produziert. Anfang März 2025 hat Aleo Solar bekannt gegeben, die Modulfertigung in Prenzlau im Rahmen eines geordneten Auslaufens stillzulegen; rund 110 Stellen sind betroffen. Das Unternehmen besteht weiter und arbeitet nach eigenen Angaben an einer strategischen Neuausrichtung am Standort Deutschland.
Antec Solar
Antec Solar aus dem thüringischen Arnstadt geht zurück auf den Physiker Dieter Bonnet, der Pionierarbeit bei der Entwicklung von Cadmiumtellurid-Dünnschichtsolarzellen leistete. Das Unternehmen hat eine wechselvolle Geschichte mit mehreren Insolvenzen hinter sich; die heutige Antec Solar GmbH ist Teil der KGW Schweriner Maschinen- und Anlagenbau GmbH und bündelt unter ihrem Dach inzwischen auch Aktivitäten am ehemaligen Calyxo-Standort in Bitterfeld-Wolfen. Vor einer Bestellung lohnt es sich, beim Hersteller den aktuellen Lieferstatus und die Garantieabwicklung zu erfragen.
Avancis
Avancis aus dem sächsischen Torgau gilt als Pionier der CIGS-Dünnschicht-Photovoltaik. Das Vorläuferunternehmen Arco Solar forschte bereits seit den 1980er Jahren an Dünnschicht-Solarzellen. Seit 2014 gehört Avancis zur China National Building Materials-Gruppe (CNBM). Anfang 2025 hat Avancis die Modulproduktion in Torgau eingestellt und konzentriert sich nun auf Forschung und Entwicklung am Standort München; dort sollen unter anderem Perowskit/CIGS-Tandemmodule weiterentwickelt werden. Ein historischer Schwerpunkt von Avancis lag auf gebäudeintegrierter Photovoltaik, also energieerzeugenden Fassadenbekleidungen für Gebäude und Infrastruktureinrichtungen.
AxSun Solar
Obwohl der Name nicht gleich darauf schließen lässt, entwickelt und produziert das 2004 gegründete Unternehmen Solarmodule in der Nähe von Ulm, genauer: in Laupheim-Baustetten. Die Firmenbezeichnung leitet sich vom Namen des Mitgründers ab. Standorte befinden sich ausschließlich in Deutschland, vertrieben werden die Produkte aber auch in einer zunehmenden Zahl anderer Staaten. Als Pluspunkte werden die schnellen und kurzen Wege sowie die flexible Fertigungstechnik genannt, mit der auch PV-Sondermodule mit kurzer Lieferzeit produziert werden können.
Calyxo
Calyxo wurde 2005 im sachsen-anhaltinischen Bitterfeld-Wolfen gegründet und ist auf Cadmiumtellurid-Dünnschichtmodule spezialisiert – eine Nische unter den Modultechnologien, mit besonders geringem Energieeinsatz in der Herstellung. Das Unternehmen musste mehrfach Insolvenz anmelden und wurde zunächst 2018 von der TS Group übernommen, später von der Antec Solar GmbH. Wer Calyxo-Module einsetzen möchte, sollte die aktuelle Verfügbarkeit und Garantielage direkt beim Hersteller oder seinem Fachbetrieb klären.
Heckert Solar
Groß prangt der Schriftzug „Made in Germany“ auf der Website von Heckert Solar. Tatsächlich entwickelt und produziert das 2001 gegründete Familienunternehmen in Deutschland, genauer: in Chemnitz (Sachsen) und im thüringischen Langenwetzendorf. Darauf legt man nach eigenen Angaben Wert, um Qualität, Termintreue und Lieferfähigkeit gewährleisten zu können. Verarbeitet werden ausschließlich zertifizierte Materialien führender Hersteller. Im Frühjahr 2024 musste Heckert wegen des chinesischen Preisdrucks rund 95 Stellen abbauen, hat seine Produktion seither aber neu aufgestellt und 2025/2026 mehrere neue Modulserien (Apollon 2.0, Zeus 1.2, Zeus 3.0) auf den Markt gebracht. Heckert ist damit zum Stand Mai 2026 – neben der Sonnenstromfabrik in Wismar – einer der wenigen größeren Modulhersteller, die weiterhin durchgängig in Deutschland produzieren.
Meyer Burger
Meyer Burger hat eine bewegte Geschichte. 1953 als Hersteller für die Uhrenindustrie in der Schweiz gegründet, befasst sich das Unternehmen schon seit 1983 auch mit der Photovoltaik. 2021 startete Meyer Burger im sächsischen Freiberg die Modulfertigung mit Heterojunction-Solarzellen aus dem Werk Bitterfeld-Wolfen (Thalheim). Nach dem Wegfall der Hoffnung auf einen politischen Resilienzbonus stellte Meyer Burger die Modulproduktion in Freiberg im März/April 2024 ein und konzentrierte sich auf den Aufbau einer Fertigung in den USA. Im Mai 2025 mussten die deutschen Tochtergesellschaften (Solarzellenfertigung Thalheim, Anlagenbau Hohenstein-Ernstthal) Insolvenz anmelden; die Schweizer Aktie wurde am 14. Januar 2026 von der SIX dekotiert. Eine Neuauflage der Modulproduktion in Deutschland erscheint damit unwahrscheinlich.
Solarwatt
Das 1993 gegründete Dresdner Unternehmen Solarwatt blickt auf langjährige Markterfahrung zurück und sieht sich als Vorreiter im Bereich solargetriebener Sektorenkopplung mit Photovoltaik, Stromspeicher, Wallbox und Wärmepumpe aus einer Hand. Den Bereich der Eigenfertigung musste Solarwatt 2024 allerdings aufgeben: Die Modulproduktion in Dresden wurde im Sommer 2024 ausgesetzt, die Batteriespeicher-Produktion zum Jahresende 2024 eingestellt. Module und Speicher werden seither in Asien gefertigt. Solarwatt verlagert seinen Schwerpunkt auf Planung, Vertrieb, Installation und intelligentes Energiemanagement (Solarwatt Manager); im Zuge der Restrukturierung wurde der weltweite Personalbestand im Vergleich zu 2023 deutlich reduziert.
Sonnenstromfabrik
Die Sonnenstromfabrik aus Wismar (offiziell CS Wismar GmbH, Teil der Centrotec-Gruppe) gehört zu den ältesten Modul-Produktionsstandorten in Deutschland und produziert nach eigenen Angaben weiterhin in Wismar – sowohl unter eigenem Markennamen als auch als Auftragsfertiger für andere Solarhersteller. Das Werk wurde ursprünglich von Centrosolar gebaut und nach deren Insolvenz Anfang 2014 mehrfach neu aufgestellt. Die Sonnenstromfabrik bietet schwerpunktmäßig hochwertige Glas-Glas-Module sowie Lösungen für die Gebäudeintegration an Dach und Fassade an; das Werk ist auf einen niedrigen CO2-Fußabdruck der Fertigung auditiert.

Deutsche Hersteller mit ausländischer Solarmodul-Produktion
Axitec
Axitec mit Stammsitz in Böblingen wurde 2004 gegründet, doch kamen die ersten Solarmodule unter diesem Namen schon 2001 auf den Markt. Das Engineering – also die Entwicklung – wird in Baden-Württemberg geleistet, während weltweit produziert wird. Standorte des Unternehmens befinden sich unter anderem in China, Vietnam, Indien, Türkei, den USA und Brasilien. Das Portfolio umfasst die gesamte Prozesskette von der Entwicklung über die Herstellung und Qualitätssicherung bis hin zu Vertrieb und Service.
Bauer Solar
Das familiengeführte Unternehmen Bauer Solar aus dem rheinland-pfälzischen Selzen produziert seit 2003 PV-Module, mittlerweile mit einer Produktionskapazität von mehr als fünf Gigawatt. Die Module werden in Asien hergestellt, aber teilweise in Deutschland überprüft. Ein Vorteil von Bauer Solar ist sicherlich das nahegelegene Logistikzentrum: Seine rund 6.000 Quadratmeter Nutzfläche stellen eine hohe Lagerkapazität sicher.
Hanwha Q-Cells
Q-Cells dürfte vielen ein bekannter Name sein: 1999 wurde das Unternehmen in Berlin gegründet, um eine Solarzellenproduktion in Deutschland aufzubauen. Nach einer wechselvollen Geschichte und einem Insolvenzverfahren im Jahr 2012 kaufte die südkoreanische Hanwha-Gruppe Q-Cells. In Thalheim/Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) gibt es weiterhin einen Standort mit Forschung und Entwicklung – mit aktuellem Fokus auf TOPCon- und Tandem-Solarzellen – sowie Fachkräfte für Vertrieb und Service; in Berlin liegt der Schwerpunkt auf dem Vertrieb privater Photovoltaik-Dachanlagen. Im Dezember 2024 hat Hanwha Q-Cells einen weiteren Stellenabbau angekündigt und sich auf ausgewählte Geschäftsfelder fokussiert. Die Module werden weiterhin in Asien gefertigt.
IBC Solar
1982 gegründet und familiengeführt, versteht sich IBC Solar aus dem oberfränkischen Bad Staffelstein als Systemhaus für PV- und Energielösungen. Entsprechend breit gefasst sind die Aufgabengebiete, vom Solarpark bis zu Quartierspeichern. Die unter der Eigenmarke vertriebenen Solarmodule werden in Asien hergestellt.
Luxor Solar
Das Unternehmen wurde 2007 in Stuttgart gegründet und ist nach eigenen Angaben in 85 Ländern aktiv. Geworben wird unter anderem mit einer nach Unternehmensangaben sehr geringen Reklamationsquote; die genaue Quote sollte wegen unterschiedlicher Unternehmensunterlagen nicht als unabhängiger Qualitätsnachweis verstanden werden. Die Solarmodule werden sowohl in Europa als auch in Asien gefertigt – nach eigenen Fertigungsrichtlinien, die vor Ort durch eigene Ingenieure sowie Prüfingenieure von anerkannten Prüfinstituten überwacht werden.
Solar Fabrik
Die 1996 gegründete Solar Fabrik zählt zu den wenigen deutschen Unternehmen, die ihr operatives Geschäft nicht aus dem Osten des Landes heraus betreiben, sondern aus Laufach am bayrischen Untermain. Wie viele andere Pioniere hat auch dieses Unternehmen eine wechselvolle Geschichte hinter sich, die 2015 mit der Insolvenz und der Einstellung des Geschäftsbetriebs endete. Seit 2016 ist der Name wieder am Markt – vorrangig als Großhändler von Solarmodulen. Diese werden mit deutscher Garantie vermarktet, aber im Ausland hergestellt.
Solyco Solar
Solon zählte einst zu den großen deutschen Solarmodul-Herstellern. Solyco ging daraus hervor. Auch wenn der Anbieter erst 2020 gegründet wurde und damit zu den jungen Unternehmen am Markt zählt, ist das dahinter stehende Team schon seit 1996 im Solarbereich aktiv. Die gleichnamige Technologiegesellschaft führt bereits seit 2007 Forschungs- und Beratungsprojekte durch. Das Unternehmen produziert nicht selbst, sondern wählt Lieferanten für die benötigten Komponenten, die nach Vorschriften von Solyco arbeiten.
Viessmann
Das 1917 gegründete Familienunternehmen Viessmann ist ein Allrounder in der Heiz-, Kühl- und Lüftungstechnik. Sukzessive wurde das Photovoltaik-Geschäft ausgebaut – von Beratung und Planung über die Lieferung bis zur Installation. Unter eigenem Namen bietet Viessmann auch Solarmodule an (z. B. die Vitovolt-Reihe), die zwar in Asien gefertigt werden, aber nach Vorgaben des Unternehmens mit Stammsitz in Allendorf (Eder); auch die Garantie übernimmt Viessmann selbst. Wichtig zu wissen: Anfang Januar 2024 hat der US-Konzern Carrier Global die Viessmann-Sparte „Climate Solutions“ übernommen, die für PV, Wärmepumpen, Speicher und Heiztechnik zuständig ist. Geschäfte mit Endkunden laufen weiterhin unter der Marke Viessmann.
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Neben diesen Anbietern von Solarmodulen gibt es noch einige weitere namhafte deutsche Unternehmen, die sich auf bestimmte PV-Bereiche spezialisiert haben. Dazu zählen:
Belectric
Belectric aus dem unterfränkischen Kolitzheim wurde 2001 gegründet und bezeichnet sich als „eines der weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung und im Bau von Freiflächen-Solarkraftwerken“. Neben der schlüsselfertigen Errichtung von Anlagen bietet Belectric auch Betriebs- und Wartungsdienstleistungen an.
Heliatek
Das 2006 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Dresden stellt Solarfolien für Gebäude her. Die selbst entwickelte Folie basiert auf organischer PV-Technologie, was sie sehr leicht und dünn macht. Sie können auf verschiedene Oberflächen geklebt und mit Solarsteckern in ein Solarsystem integriert werden. Zum Einsatz kommen soll sie unter anderem bei Gebäudestrukturen, die eine „leichte Lösung“ erfordern, oder bei Baumaterialien, die nicht durchdrungen werden können.
Nexwafe
Das Unternehmen ist aus Forschungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg hervorgegangen, die eine neuartige Herstellung von Wafern ermöglichen. Wafer sind ein Grundbaustein von Solarmodulen und bisher nur teuer und aufwendig herzustellen. Das neue Verfahren benötigt nach Unternehmensangaben weniger Energie und produziert weniger Abfall. Mit einer Fabrik in Bitterfeld soll der PV-Massenmarkt erobert werden.
Senec Solar
Senec Solar aus Leipzig wurde 2009 gegründet und gehört seit März 2018 zur EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Die Unternehmenssparte bietet Komplettlösungen für Privathaushalte (Photovoltaik-Anlagen, Heimspeicher, Wallboxen, Stromtarife mit Cloud-Logik). Wichtig für Käufer: Nach mehreren Bränden mussten ab 2024 etwa 100.000 Heimspeicher der betroffenen V2.1-, V3- und Home-4-Systeme mit 3.0- oder 4.0-Batteriemodulen gegen Module mit Lithium-Eisenphosphat-Akkumulatoren (LFP) getauscht werden; die Aktion ist nach Angaben von EnBW Anfang 2026 weitgehend abgeschlossen. Die EnBW prüft seit Anfang 2026, ob sie für Senec einen externen Investor sucht oder die Tochter weiter fortführt – eine Insolvenz steht nach Angaben des Konzerns nicht zur Debatte.
TP Energy
Der Fachhändler TP Energy aus Bad Gandersheim hat sich auf eine Nische spezialisiert: die Fertigung von Solarmodulen nach Kundenwunsch. Das kann beispielsweise hilfreich sein, wenn ein Solarmodul kaputtgeht, Ersatz am Markt aber nicht mehr erhältlich ist. Das Unternehmen fertigt das passende Modul nach eigenen Angaben „in einer kleinen Manufaktur“ nach. Der Produktionsort wird nicht angegeben. Gewählt werden kann unter anderem die Zellgröße, die Modulabmessung und die Rahmenart.
Was die Marktbereinigung für Käufer bedeutet
Die deutsche Solarindustrie hat in den vergangenen zwei Jahren einen tiefen Einschnitt erlebt. Hauptgrund ist der massive Preisdruck durch chinesische Module, die zu deutlich niedrigeren Kosten produziert werden – auch dank staatlicher Unterstützung in China. Der von der Branche geforderte „Resilienzbonus“, der Anlagen mit europäischen Komponenten bevorzugen sollte, kam politisch nicht zustande. Für Hauseigentümer, die heute eine Photovoltaik-Anlage planen, ergeben sich daraus drei praktische Hinweise:
„Made in Germany“ ist enger geworden – aber es gibt es noch
Mit Heckert Solar in Chemnitz, der Sonnenstromfabrik in Wismar und kleineren Anbietern wie AxSun in Laupheim ist die Auswahl an Modulen aus deutscher Produktion deutlich kleiner geworden, aber sie existiert. Wer Wert auf kurze Transportwege, deutschen Garantiegeber und regionale Wertschöpfung legt, sollte beim Fachbetrieb gezielt nach diesen Marken fragen. Module mit dem Label „Made in Germany“ sind in der Anschaffung typischerweise teurer als asiatische Standardmodule – der Aufpreis fließt aber nicht selten in eine längere Garantie und in eine bessere Reparaturfähigkeit.
„Deutsche Marke“ ist nicht dasselbe wie „in Deutschland gefertigt“
Viele deutsche Anbieter wie Solarwatt, Viessmann, Axitec, IBC Solar, Luxor Solar oder die Solar Fabrik vermarkten Module unter eigenem Namen, lassen sie aber in Asien fertigen. Das ist kein Qualitätsmangel – die meisten asiatischen Tier-1-Hersteller produzieren auf hohem Niveau. Wichtig ist, dass Sie wissen, wer im Garantiefall der Ansprechpartner ist und ob die Garantie über deutsches Recht abgewickelt wird. Bei einer Insolvenz des Garantiegebers kann eine freiwillige Herstellergarantie wirtschaftlich wertlos werden; gesetzliche Gewährleistungsansprüche gegen Verkäufer oder Fachbetrieb bleiben davon grundsätzlich zu trennen. Sinnvoll ist deshalb ein klarer Ansprechpartner mit eigener Gewährleistung für Planung, Montage und Gesamtsystem.
Achten Sie auf die Eigentümerstruktur und den Marktverlauf
Mehrfache Insolvenzen, Eigentümerwechsel und Restrukturierungen sind in der Branche kein Einzelfall. Vor dem Kauf hilft ein kurzer Blick: Existiert der Hersteller in dieser Form noch? Steht ein finanzstarker Mutterkonzern im Hintergrund (zum Beispiel ein Energieversorger oder ein internationaler Industriekonzern)? Wie reagiert der Anbieter im Fall von Produktproblemen – Beispiel Senec, dessen Mutter EnBW die Brand-Problematik mit einem groß angelegten kostenfreien Speichertausch adressiert hat? Solche Faktoren sind für eine Anlage, die 20 Jahre und länger laufen soll, mindestens so wichtig wie der Datenblatt-Wirkungsgrad.
Fazit: Was jetzt sinnvoll ist
Eine Photovoltaik-Anlage ist eine Investition, die sich erst über Jahre rechnet – entsprechend wichtig ist, dass Hersteller, Wechselrichter-Anbieter und Fachbetrieb Sie auch in zehn oder fünfzehn Jahren noch erreichen können. Wer heute „aus deutscher Hand“ kaufen möchte, hat dafür weiterhin gute Optionen, muss sich aber bewusst sein, dass sich das Feld verkleinert hat. Wer Wert auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis legt, fährt mit einem etablierten asiatischen Tier-1-Modul, deutsche Garantieabwicklung und einem regional starken Fachbetrieb in der Regel sehr gut. Entscheidend ist vor allem, dass die Komponenten zueinander passen, der Fachbetrieb sauber arbeitet und Sie als Käufer im Garantiefall einen klaren Ansprechpartner haben.
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