Photovoltaikanlage mieten: Vorteile, Nachteile, Anbieter im Vergleich
Technik, Steuern, Fachwissen – wer eine Photovoltaik-Anlage betreiben will, muss sich gut auskennen. Zum einen, weil dafür eine Investition im meist fünfstelligen Bereich notwendig ist. Geld, das die wenigsten Menschen zu verschenken haben. Zum anderen, weil die Anlage in der Regel auf der eigenen Wohnung installiert ist und damit direkten Einfluss auf die Wohnqualität und die individuelle Komfortzone hat. Dennoch liebäugeln immer mehr Menschen damit, selbst Strom mittels Solarenergie zu erzeugen. Gründe dafür gibt es genug: die ökologischen Vorteile, die steigenden Strompreise bei der Fremdversorgung und der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit von Energiekonzernen sind nur drei davon.

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Da klingt das Angebot, eine Photovoltaik-Anlage zu mieten, verlockend. Vor allem für Immobilienbesitzer, die gerne am Boom der regenerativen Energien mitwirken möchten, aber keine Zeit und/oder Lust haben, sich mit vielen Details auseinanderzusetzen. Ein Mietvertrag ist auf lange Sicht zwar meist deutlich teurer als der Kauf einer Anlage. Dafür müssen sich die Mieter nur mit wenig Papierkram auseinandersetzen. Den erledigen die Vermieter für sie – ebenso wie die Wartung der Anlage sowie weitere Services. Man kennt das von der Steuererklärung: Viele zahlen lieber Geld für einen Steuerberater, der einem die lästige Arbeit erledigt, als sich selbst stundenlang durch Paragrafen und Absetzungsmöglichkeiten zu kämpfen.
Bei einer Photovoltaik-Anlage funktioniert das meist so: Der Mieter vereinbart mit dem Vermieter einen langfristigen Vertrag, der über 15 bis 20 Jahre läuft. Er erhält eine PV-Anlage auf seinem Dach, für die er einen monatlichen Betrag zahlt. Dafür kann er den Strom nutzen beziehungsweise ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Die Belastung für ihn bleibt von Anfang an überschaubar, summiert sich aber über die Laufzeit auf einen Betrag, der weit über dem für einen Kauf liegt. Eine Alternative ist, die Anlage über einen Kredit der KfW zu finanzieren, was die Gesamtbelastung ebenfalls über viele Jahre streckt. Manche Menschen wollen aber trotzdem Solarstrom erzeugen und nutzen, ohne viel mit Formalien zu tun zu haben. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird die Anlage entweder zurückgebaut oder für den Restwert an den Mieter verkauft. Er kann sie dann weiterbetreiben, muss sich aber fortan doch selbst um den Betrieb und die Wartung kümmern.

Miete oder Kauf? Sie finden hier noch einmal eine kompakte Zusammenfassung wichtiger Vor- und Nachteile:
Kauf einer PV-Anlage
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Miete einer PV-Anlage
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Marktbereinigung 2024/2025: Was sich geändert hat
Der Markt für Miet-Solaranlagen hat zwischen Ende 2023 und Mitte 2025 eine deutliche Bereinigung durchlaufen. Mehrere zuvor sichtbare Anbieter haben Insolvenz angemeldet oder sich aus dem Privatkundengeschäft zurückgezogen – Auslöser waren stark gesunkene Modulpreise, ein Nachfragerückgang im Eigenheim-Segment nach dem Boom 2022/2023 sowie hohe Vorfinanzierungskosten der Mietmodelle. Wer heute eine Anlage mieten möchte, sollte deshalb nicht nur auf Preis und Vertragsbedingungen achten, sondern auch auf die wirtschaftliche Stabilität des Anbieters – schließlich bindet ein Mietvertrag über 20 Jahre.
Marktstatus der Miet-PV-Anbieter
Anbieter im Vergleich
Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Anbieter vor – sowohl die heute noch aktiven als auch jene, die sich aus dem Markt zurückgezogen haben. Letztere bleiben aufgeführt, weil sich Bestandskunden weiterhin orientieren müssen und der Vergleich zeigt, wie volatil dieser Markt ist.
DZ-4
Die DZ-4 GmbH aus Hamburg verstand sich als Pionier in der Vermietung von Solaranlagen und Speichern. Bereits 2012 hatte das Unternehmen die erste komplett mietfinanzierte Solaranlage installiert. Den Bau der Anlagen übernahmen regional ansässige und von DZ-4 zertifizierte Fachbetriebe. Bis zur Einstellung des Neugeschäfts erhielten Interessenten ein maßgeschneidertes Angebot. In der Miete waren eine Allgefahren- und Betreiberhaftpflicht-Versicherung, Inspektion und Instandsetzung, Rücklagenbildung für Speicher und Wechselrichter, Störungs- und Garantiemanagement, aktives Monitoring und technische Betriebsführung enthalten. Zur Auswahl standen drei Produkte: DZ-4 Easy mit Anlage und „Rundum-Sorglos-Paket“, DZ-4 Easy Smart mit zusätzlichem Energiemanager und DZ-4 Autark zusätzlich mit Energiespeicher.
Eigensonne
Eigensonne aus Berlin wurde 2017 gegründet und trat mit dem Versprechen an, Kunden alles aus einer Hand liefern zu können – zu Preisen von ab 69 Euro pro Monat und gelegentlichen Neukunden-Rabatten. Geworben wurde mit einem „Rundum-Sorglos-Paket“, bei dem es keine verdeckten Kosten geben sollte. Reparaturen, Versicherung, Wartung und Formularservice waren inbegriffen.
Enpal
Auch bei Enpal* aus Berlin findet sich der Begriff vom „Rundum-Sorglos-Tarif“. Auf Wunsch bietet das 2017 gegründete Unternehmen neben der gemieteten Photovoltaik-Anlage auch einen Stromspeicher, eine Wallbox, eine Wärmepumpe und einen Ökostromtarif. Nach eigenen Angaben hat Enpal Anfang 2026 mehr als 115.000 Haushalte in Deutschland und Italien betreut und ist damit der mit Abstand größte Anbieter im Mietsegment. Die Miete beginnt bei rund 98 Euro pro Monat. Daneben bietet Enpal inzwischen auch eine Kauf- und Finanzierungsoption ohne Anzahlung an; das Mietmodell wird laut Marktbeobachtern nicht mehr aktiv beworben, ist aber weiterhin verfügbar.
Entega
Der 1992 gegründete Energieversorger Entega beziehungsweise die Entega Plus GmbH aus Darmstadt bewirbt auf der aktuellen Privatkunden-Seite vor allem den Kauf von Solaranlagen. Die aktuelle Privatkunden-Seite weist Photovoltaik-Anlagen ab rund 9.700 Euro brutto als Kaufpreis aus; ein laufendes Miet-PV-Angebot ist auf der ENTEGA-Seite derzeit nicht belegt. Frühere Werbeangaben „ab 136 Euro pro Monat“ bezogen sich auf ein älteres Mietmodell und gelten nach aktueller Anbieterseite nicht mehr. Das übliche Prozedere: Zunächst wird ein persönliches Angebot auf Basis von Fotos und Daten der Immobilie berechnet, anschließend ein Fachbetrieb mit Installation und Inbetriebnahme beauftragt. Das Ganze soll innerhalb weniger Wochen über die Bühne gehen können.
Viessmann
Die Viessmann-Gruppe wurde 1917 in Hof (Saale) gegründet und hat heute ihren Hauptsitz im nordhessischen Allendorf. Anfang 2024 hat die Familie Viessmann die Klima- und Heizungssparte (Viessmann Climate Solutions) für rund 12 Milliarden Euro an den US-Konzern Carrier Global verkauft; die Marke Viessmann bleibt vertraglich erhalten. Das Mietangebot „Viessmann Strom“ – inzwischen auch als Bündel „Viessmann Wärme+Strom“ verfügbar – wird unter Carrier-Dach weitergeführt. Im Preis inbegriffen sind eine Viessmann-PV-Anlage inklusive aller Serviceleistungen wie Installation, Wartung und Reparaturen mit einer Vertragslaufzeit von bis zu 20 Jahren. Das Strompaket kann modular zusammengestellt werden – also mit oder ohne Stromspeicher (Vitocharge VX3), Wallbox und Wärmepumpe.
Yello
Das Energieunternehmen Yello* wurde 1999 gegründet und ist in Köln beheimatet. Den meisten dürften „die Gelben“ vor allem von seinen Aktivitäten auf dem Strommarkt bekannt sein. Von der Planung bis zur Instandhaltung will man Kunden bei der Miete einer PV-Anlage „fast alles“ abnehmen. Wartung, Reparaturen, Versicherung und Service sind inklusive. Das Prozedere wird anschaulich erklärt: Online kann man prüfen, welches Solarpotenzial das eigene Dach hat und anschließend einen kostenlosen Beratungstermin vereinbaren – zu Hause oder per Telefon. Danach erhält man ein individuell zugeschnittenes Angebot. Ein von Yello geprüfter regionaler Installationspartner errichtet die Anlage anschließend und übernimmt später auch die regelmäßige Instandhaltung. Beworben werden die drei Tarife Yello Solar (ohne Batteriespeicher), Yello Solar Smart und Yello Solar mit Cloud. Einen festen Einstiegspreis nennt die aktuelle Yello-Seite nicht; das Angebot wird individuell über Beratungspartner erstellt. Das Cloud-Modell bietet ein virtuelles Stromkonto, auf das überschüssiger Strom aus der eigenen Erzeugung fließt und den man von dort jederzeit abrufen kann. Für die Cloud-Nutzung muss jedoch ein separates Basispaket beim Partner Senec abgeschlossen werden.
Zolar
Zolar wurde 2016 in Berlin gegründet und beschäftigte zu seinen Hochzeiten über 200 Mitarbeiter; das Unternehmen bot Photovoltaik-Anlagen sowohl zum Kauf als auch zur Miete an. Im September 2024 hat Zolar das Privatkundengeschäft eingestellt; seit August 2025 ist der Endkundenbetrieb dauerhaft beendet. Das Mietmodell „zolar Wow“ mit schlüsselfertiger Anlage und 20 Jahre konstantem Mietpreis (inklusive Rundum-Schutzpaket) wird für Neukunden nicht mehr angeboten. Bestandskunden werden im Servicefall über den norwegischen Anbieter Otovo abgewickelt.
Fronius (Lumina PV)
Der österreichische Anbieter Fronius wurde bereits 1945 gegründet und beschäftigt mehrere tausend Mitarbeiter weltweit. Das Produkt Lumina PV ist kein reines Mietmodell, sondern richtet sich an Interessenten, die eine Photovoltaik-Anlage ohne initiale Anschaffungskosten haben wollen. Die Anlage wird über eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren finanziert; gezahlt wird in fixen Raten, Sonderzahlungen und Anpassungen der Rate sind möglich. Auf Wunsch können ein Stromspeicher (Fronius Reserva), eine Notstromfunktion oder eine Wallbox (Fronius Wattpilot) integriert werden. Ein Vorteil dieses Modells gegenüber klassischer Miete: Es ist als Finanzierung/Ratenkredit für eine eigene Anlage angelegt, nicht als Mietmodell.
Sunvigo
Sunvigo wurde 2020 in Köln gegründet und verfolgte einen alternativen Ansatz zwischen Mieten und Kaufen: Statt eine Anlage zu mieten, buchte der Kunde einen Energietarif. Sunvigo installierte eine Solaranlage auf dem Dach und belieferte den Kunden fortan mit Solarstrom; die Anlage verblieb im Besitz des Unternehmens, das auch Wartung und Betrieb übernahm. Es gab drei Tarifoptionen.

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Anbieter im tabellarischen Überblick (Miete und Finanzierung)
Die folgende Übersicht zeigt nur die zum Stand Mai 2026 aktiven Anbieter. Die Preise sind Einstiegspreise; die tatsächliche monatliche Rate hängt von Anlagengröße, Speicherkapazität und Komponentenwahl ab.
| Anbieter | Angebot/Tarif | Einstiegspreis | Laufzeit | Speicher | Link |
|---|---|---|---|---|---|
| Enpal | Miete oder Kauf, individuell | ab 98 EUR/M. (Miete) | 20 Jahre | Auf Wunsch | Weblink* |
| Yello | Yello Solar | individuell | 20 Jahre | Nein | Weblink* |
| Yello Solar Smart | individuell | 20 Jahre | Ja | ||
| Yello Solar mit Cloud | individuell | 20 Jahre | Ja | ||
| Viessmann | Viessmann Strom / Wärme+Strom | Individuell | 10, 15 oder 20 Jahre | Auf Wunsch | Weblink |
| Fronius / Lumina PV | Finanzierung/Ratenkredit ohne Anzahlung | Individuell | bis 10 Jahre | Auf Wunsch (Reserva) | Weblink |
Bestandskunden ehemaliger Anbieter (DZ-4, Eigensonne, Sunvigo, Zolar) wenden sich an den jeweiligen Nachfolger – im Fall von Zolar etwa an Otovo, im Fall von DZ-4 an die Bullfinch Asset AG. Die im Mietvertrag vereinbarten Konditionen laufen in der Regel weiter; Garantie- und Service-Versprechen können je nach Vertrag und Insolvenzverlauf eingeschränkt sein.
Worauf Sie bei der Anbieterwahl heute achten sollten
Die Insolvenzwelle der Jahre 2024 und 2025 hat gezeigt: Ein scheinbar günstiges Mietangebot nützt wenig, wenn der Vermieter die zwanzig Jahre Vertragslaufzeit nicht überlebt. Vor Vertragsabschluss lohnt sich ein nüchterner Blick auf drei Punkte: Erstens die wirtschaftliche Stabilität des Anbieters – Konzerntochter (wie Yello bei EnBW oder Viessmann bei Carrier) oder gut finanziertes Großunternehmen (wie Enpal) bieten hier mehr Sicherheit als kleine Start-ups. Zweitens die Vertragsdetails: Wer ist im Insolvenzfall für Wartung und Reparatur zuständig? Was passiert mit Garantieansprüchen, wenn der Anbieter den Markt verlässt? Drittens der Vergleich mit dem Kauf: Über zwanzig Jahre summiert sich die Mietrate fast immer auf einen Betrag, der deutlich über dem Kaufpreis einer vergleichbaren Anlage liegt – die Mehrkosten sind der Preis für das Rundum-Sorglos-Paket.
Wer die Investitionssumme aufbringen oder über die KfW finanzieren kann, fährt langfristig deutlich günstiger. Auch ein direkter Vergleich von Miete und Kauf hilft, das passende Modell für die eigene Situation zu finden. Vor jeder Entscheidung empfiehlt sich der Blick auf mehrere unabhängige Angebote – idealerweise auch von einem regionalen Fachbetrieb, der die Anlage ohne Mietkonstrukt direkt verkauft und installiert.
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Enpal – der Marktführer im Test
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