Mini-Solaranlagen

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Photovoltaikanlagen für die Steckdose: praktisch und beliebt

Was früher gerne als Guerilla-Anlage bezeichnet wurde, ist seit Jahren ganz und gar legal: Plug-in-Photovoltaikmodul, steckerfertige PV-Anlage, Stecker-Solargerät und Balkon-Modul sind nur einige der neuen Namen für die besonders einfach zu installierenden Kleinstanlagen. Mit den preiswerten Minis ist es möglich, bis zu 300 Kilowattstunden Strom pro Jahr autark zu erzeugen. Erfahren Sie in den folgenden Abschnitten, was eine Mini-Solaranlage ausmacht und was beim Kauf zu beachten ist.

Mini-Solaranlage © Otmar Smit, fotolia.com
Mini-Solaranlage © Otmar Smit, fotolia.com
Tipp: Mieter: Praktisch beim Umzug – nur ausstöpseln und wieder einstecken.

Die Technik hinter einer Mini-Solaranlage

Die kleinen Photovoltaikanlagen werden als Plug-in-, also Stecker-Systeme geliefert. Genauso wie große Solaranlagen bestehen sie aus monokristallinen oder polykristallinen Solarmodulen, die je nach Beschaffenheit der Oberfläche einen Wirkungsgrad von 15 bis 20 Prozent erreichen.

Der Aufbau einer Mini-Solaranlage
Der Aufbau einer Mini-Solaranlage

Wird das Kleinstkraftwerk nicht für die Einspeisung genutzt, erfordert der Betrieb folgende Komponenten:

  • Ein bis vier Solarmodule
  • Gleich- und wechselspannungsseitige Verkabelung
  • Wechselrichter
  • Spezielle Steckvorrichtung
  • Optional: Stromspeicher (und Laderegler)
Tipp: Die autarken Kraftwerke gibt es bereits mit einer Leistung von 20 Wp. Wird die Energie in einem kleinen Generator gespeichert, kann sie beispielsweise im Park, beim Zelten oder an anderen Orten das Notebook oder den Fernseher betreiben – ohne Anbindung an das öffentliche Stromnetz, genau wie eine große Inselanlage.
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Ist eine Einspeisung ins öffentliche Stromnetz vorgesehen, kommt noch hinzu:

  • Zähler mit Rücklaufsperre oder Zweirichtungszähler
Hinweis: Eine Mini-Solaranlage erzeugt Strom für das Hausstromnetz. Ist kein Gerät angeschlossen, der den Strom verbraucht, wird er ins öffentliche Netz gespeist, dabei läuft der Stromzähler rückwärts. Das ist in Deutschland jedoch nicht erlaubt. Aus diesem Grund sollten Sie vor der Anbringung einer Mini-PV-Anlage darauf achten, dass Ihr Stromzähler mit einer Rücklaufsperre ausgestattet ist. Moderne Digitalzähler weisen eine solche Vorrichtung auf. Wenn Sie noch einen analogen Zähler besitzen, können Sie bei Ihrem Netzbetreiber einen Austausch beantragen. Die Kosten für ein neues Gerät betragen maximal 50 Euro.
Die Mini-Solaranlage korrekt installieren
Die Mini-Solaranlage korrekt installieren

Was die Komponenten betrifft, unterscheidet sich eine Mini-Solaranlage also nur in einem Punkt von einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage: die „Steckvorrichtung“. Dahinter verbirgt sich ein Stecker mit Wechselspannung, den man einfach in eine Steckdose steckt – und schon fließt der Strom aus dem PV-Modul in den hauseigenen Endstromkreis, das sogenannte Hausstromnetz. Der erforderliche (Mikro-)Wechselrichter ist zumeist in das Plug-in-Modul integriert. Wenn nicht, liegt dem Paket ein passendes Modell bei.

Ein „Aber“ gibt es allerdings auch: Herkömmliche Balkonkraftwerke sind mit einem Schuko-Stecker ausgestattet. Entgegen den Herstellerangaben ist der Anschluss an eine haushaltsübliche Schutzkontaktsteckdose jedoch nicht zulässig. Laut VDE muss eine spezielle Energiesteckdose genutzt werden (z.B. nach VDE V 0628-1).

Die Begründung: Bei einem Schuko-Stecker besteht die Gefahr eines elektrischen Schlags. Sobald eine Mini-Solaranlage dem Licht ausgesetzt ist, produziert sie Strom – und solange der Stecker nicht eingesteckt ist, stehen die berührbaren Steckerstifte unter Spannung. Modelle wie der Wieland RST® (Rundstecker) CLASSIC-Steckverbinder, bekannt als Wieland-Stecker, weisen den geforderten Berührungsschutz auf. Die normale Steckdose muss dann nur noch durch die passende Energiesteckdose ersetzt werden.

Für die Installation sollte unbedingt eine Elektrofachkraft hinzugezogen werden. Sie prüft auch, ob die Leitung für die Einspeisung ausreichend dimensioniert ist und tauscht ggfs. die vorhandene Sicherung gegen eine kleinere Sicherung aus, um den Stromkreis vor Überlastung und vor Brand zu schützen.

Hinweis: Pro Stromkreis ist nur eine Stromerzeugungseinrichtung erlaubt. Der Anschluss mehrerer Mini-PV-Anlagen über eine Mehrfachsteckdose könnte eine Überlastung der Stromleitung bewirken und damit einen Brand auslösen.

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Montage und Betrieb des Balkonkraftwerks

Angebracht werden kann eine Mini-Solaranlage an vielen Orten – wie auf dem Dach, an der Fassade oder dem Balkon, auf der Garage oder im Garten.

Eine Mini Solaranlage ist schnell installiert
Eine Mini Solaranlage ist schnell installiert

Die Montage ist in der Regel einfach und kann auch von Laien übernommen werden. Die Befestigung erfolgt mittels Aufständerungsdreiecken aus Stahl oder Aluminium, die neben einer sicheren Halterung auch die richtige Neigung gewährleisten. Auf einen stabilen Sitz der Schrauben ist besonders zu achten, damit die Anlage auch starken Windböen standhält.

Hinweis: Bei Mietwohnungen vorher den Mietvertrag studieren! Keine Einwilligung ist erforderlich, wenn das befestigte Modul von außen nicht sichtbar ist. Wird die äußere Optik des Gebäudes beeinträchtigt, ist jedoch die Zustimmung des Vermieters einzuholen.

Wie bereits erwähnt, müssen Photovoltaikanlagen grundsätzlich von einem Elektro-Fachbetrieb angeschlossen werden. Beträgt die Leistung maximal 600 Watt und sind Energiesteckdose und geeigneter Zähler bereits vorhanden, dürfen die Betreiber ihre Anlage mittlerweile auch selber anschließen. Für die Meldepflicht beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur spielt die Größe der Solaranlage jedoch keine Rolle.

Ertrag und Kosten: Was eine Mini-Photovoltaikanlage wirklich bringt

Preise und Kosten © tech_studio, fotolia.com
Preise und Kosten einer Mini-Solaranlage © tech_studio, fotolia.com

Die Preisspanne für Steckermodul-Geräte bis 300 Wp reicht von ca. 300 bis 750 Euro. Wie hoch der Ertrag damit liegt, richtet sich nach den Standortfaktoren geographische Lage und Azimut. Wer seine Mini-Solaranlage auf einen Südbalkon stellt, nutzt die Energie der Sonne optimal. Auch Dächer und Terrassen mit Ost- und Westausrichtung ermöglichen gute Erträge.

Eine Beispielrechnung

Eine Mini-Solaranlage mit einer Leistung von 270 Wp erzeugt im Mittel 250 kWh pro Jahr. Bei einem durchschnittlichen Strompreis des Netzbetreibers von 32 Cent/kWh (Stand: Juli 2021) spart der Besitzer also jedes Jahr 80 Euro an Stromkosten. Bei einem Anschaffungspreis von 400 Euro hat sich die Mini-Photovoltaikanlage nach fünf Jahren amortisiert. Steigt der Strompreis, sinkt die Amortisationsdauer. Kommen Versand- und Installationskosten von 240 Euro zum Kaufpreis dazu, rentiert sich die Anlage erst nach acht Jahren.

In der Regel sind die kleinen Kraftwerke wartungsarm. Für den Fall eines Defekts sollten Reparaturen jedoch nur vom Fachpersonal durchgeführt werden. Viele Hersteller bieten eine mehrjährige Garantie, die gewöhnliche Schäden abdeckt.

Hinweis: Wird der erzeugte Strom in das Stromnetz des Hauses gespeist, stellt sich die Frage nach einer möglichen Überlastung der Leitungen. Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) stuft die Mini-Solaranlagen jedoch in der Hinsicht als unbedenklich ein, da die produzierte Energie dafür nicht reicht. Zudem ist der Wechselrichter mit einem Schutzmechanismus ausgestattet, der die Anlage unverzüglich vom Netz trennt, sobald eine Störung auftritt.

Fazit

Die Mini-Solaranlage hilft Stromkosten zu sparen und ist gut für die Umwelt
Die Mini-Solaranlage hilft Stromkosten zu sparen und ist gut für die Umwelt

Mini-Solaranlagen sind eine günstige Möglichkeit, die Energie der Sonne im Privatbereich auf kleinen Flächen zu nutzen und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Im Normalfall wird der erzeugte Strom im Hausstromnetz verbraucht, da eine Einspeisung ins Stromnetz unwirtschaftlich ist.

Die Anmeldepflicht beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister besteht in beiden Fällen. Je nach Strompreis und Sonneneinstrahlung rechnen sich steckerfertige PV-Anlagen nach fünf bis zehn Jahren.

Tipp: Weitere Informationen finden Sie im Artikel Mini-Solaranlagen: Häufige Fragen
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