Wer eine Photovoltaik-Anlage betreibt, erzeugt Gleichstrom. Die meisten elektrischen beziehungsweise elektronischen Geräte und das deutsche Stromnetz werden aber mit Wechselstrom betrieben. Einer seiner großen Vorteile ist, dass er sich mittels Transformatoren leicht in verschiedene Spannungsebenen umwandeln lässt. Um den produzierten Strom also selbst praktisch nutzen oder einspeisen zu können, braucht es einen Wechselrichter. In letzterem Fall sorgt er auch dafür, dass er in gleicher Spannung, Frequenz und Phasenlage fließt, wie er im öffentlichen Stromnetz genutzt wird. Daher wird das Kistchen oft auch Netzeinspeisegerät genannt. Es übernimmt zudem weitere Funktionen und regelt beispielsweise auch, dass die Leistung der Anlage stets maximal ist.


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Darauf kommt es bei einem Wechselrichter an
- Wirkungsgrad: Der Wirkungsgrad eines Wechselrichters gibt an, wie viel von dem eingehenden Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt werden kann. Marktüblich sind 95 bis 99 Prozent. Das sind zwar gute Werte, doch sollte man nicht vergessen, dass 5 Prozent Verlust allein an dieser Stelle auch die Gesamtleistung einer PV-Anlage erheblich mindern können. Grund genug, alle Komponenten von Anfang an gut aufeinander abzustimmen oder von Fachleuten abstimmen zu lassen. Neben dem maximalen Wirkungsgrad geben Hersteller oftmals zusätzlich den europäischen Wirkungsgrad an. Letzterer ist praxisnäher, während ersterer unter Standardbedingungen im Labor gemessen wird.
- Trafo: Transformatoren (Trafo) in Wechselrichtern trennen Gleich- und Wechselstrom voneinander und verringern somit das Risiko einer Überspannung. Außerdem können solche Wechselrichter an positiv und negativ geerdete Photovoltaik-Module angeschlossen werden. Einige Module setzen bestimmte Erdungen voraus. Die Vorteile erkauft man sich mit einem geringeren Wirkungsgrad und einem höheren Gewicht des Geräts. Hinzu kommt meist ein Lüfter als Schutz vor Überhitzung, der Geräusche verursacht. Wechselrichter ohne Trafo haben einen höheren Wirkungsgrad, müssen aber gegebenenfalls gesondert vor Überspannung geschützt werden. Auch sind sie nicht mit allen Modulen verwendbar. Auf der Haben-Seite steht dafür wiederum, dass sie meist leichter und leiser sind als Modelle mit Trafo.
- Ein- oder Dreiphasigkeit: Das öffentliche Stromnetz wird mit sogenanntem dreiphasigem Strom betrieben. An normalen Haushaltssteckdosen liegt jeweils eine der drei Phasen an; die Gebäudeinstallation kann jedoch dreiphasig aufgebaut sein, und starke Verbraucher können alle drei Phasen nutzen. Ein Ein-Phasen-Wechselrichter speist den PV-Strom netzsynchron auf einem Außenleiter ein; eine nachträgliche „Umwandlung“ in dreiphasigen Strom erfolgt dabei nicht. Entscheidend ist die zulässige einphasige Einspeise-Scheinleistung: Pro Außenleiter sind höchstens 4,6 kVA Unsymmetrie zulässig; darüber braucht es eine dreiphasige Einspeisung oder eine zulässige Kopplung mehrerer einphasiger Geräte. Wer eine kleinere Anlage betreibt und den Strom selbst nutzen will, kann zwar auf Ein-Phasen-Wechselrichter zurückgreifen. Zu bedenken ist aber, dass das Hausnetz wiederum auf drei Phasen verteilt ist, solche Wechselrichter aber nur an eine angeschlossen werden können. Technisch liegt die Einspeisung zwar auf einer Phase; bei saldierenden Zweirichtungszählern wird der Eigenverbrauch jedoch über alle Phasen bilanziell verrechnet. Um auf der sicheren Seite zu stehen und seine Anlage auch zukunftsfest auszurichten, ist ein Drei-Phasen-Wechselrichter oft die bessere Wahl.
- Leerlaufverlust: Wechselrichter verbrauchen auch dann Strom, wenn die Photovoltaik-Anlage keinen produziert – etwa in der Nacht. Zwar nicht viel, aber trotzdem sollte dieser sogenannte Leerlaufverlust möglichst gering sein.
- Garantie: Wechselrichter halten leider nicht so lange wie die gesamte PV-Anlage. Ein Austausch sollte schon bei der finanziellen Planung mit eingerechnet werden. Aber doch erst nach 10 bis 15 Jahren – früher sollte der Wechselrichter nicht schlappmachen. Daher ist besonders auf die Garantie zu achten. 5 Jahre sind ein üblicher Standard, einige Hersteller bieten inzwischen 10 oder mehr Jahre serienmäßig. Garantieverlängerungen auf 15, 20 oder 25 Jahre sind häufig gegen Aufpreis möglich – am günstigsten meist direkt beim Kauf.
- Preis: Reine Gerätepreise für typische Hausdach-Wechselrichter liegen je nach Leistungsklasse, Hersteller und String- oder Hybridtechnik grob im niedrigen dreistelligen bis unteren vierstelligen Bereich; Montage, Zählerschrankarbeiten, Speicher- und Notstromzubehör kommen ggf. hinzu. Hauptkriterien sind die Qualität der verbauten Komponenten sowie der Leistungsumfang wie etwa Netzmanagementfunktionen, Ein- oder Dreiphasigkeit oder ein gut ablesbares Digitaldisplay. Es gilt, ein leistungsfähiges Modell zu finden, das die eigenen Ansprüche erfüllt, ohne dass man für Zusatzfunktionen zahlt, die man nicht braucht. Wichtig ist vor allem, dass das Gerät zur Gesamtkonzeption der Anlage passt.


Hybrid-Wechselrichter: für Anlagen mit Speicher meist die erste Wahl
Wer seine Photovoltaik-Anlage von Beginn an mit einem Stromspeicher kombinieren möchte, sollte einen Hybrid-Wechselrichter in die engere Auswahl nehmen. Diese Geräte vereinen die Aufgaben eines klassischen Solarwechselrichters und eines separaten Batteriewechselrichters in einem Gehäuse. Der Solarstrom wird dabei direkt als Gleichstrom in den Speicher geleitet (sogenannte DC-Kopplung) und nur einmal in Wechselstrom umgewandelt – wenn er ins Hausnetz fließt. Das spart Umwandlungsverluste, die bei einem nachgerüsteten AC-System mit zwei separaten Wechselrichtern entstehen.
Viele aktuelle Hybridmodelle bieten zusätzlich eine integrierte Notstromfunktion: Bei einem Netzausfall wird das Hausnetz – oder zumindest ein vorbereiteter Notstromkreis – aus der Batterie und der laufenden PV-Erzeugung weiter versorgt. Wer Wert darauf legt, sollte beim Kauf auf die Umschaltzeit (je nach System unter 20 Millisekunden bis zu einigen Sekunden), die Notstromleistung sowie auf die Frage achten, ob ein- oder dreiphasiger Notstrom geliefert wird.
Bei reinen Einspeise-Anlagen ohne Speicherabsicht bleibt der klassische Stringwechselrichter die wirtschaftlichere Wahl. Ein Speicher lässt sich grundsätzlich auch später noch nachrüsten – dann wird allerdings entweder ein zweiter, AC-gekoppelter Batteriewechselrichter nötig oder der ursprüngliche Wechselrichter durch ein Hybridmodell ersetzt. Wer eine Speicher-Nachrüstung in den nächsten Jahren ernsthaft erwägt, fährt mit einem Hybrid-Wechselrichter ab Tag eins meist günstiger.
Beispiele für Hersteller und Modelle: Kenndaten aus Datenblättern
In der folgenden Liste finden Sie populäre und empfehlenswerte Wechselrichter mit ihren wichtigsten Kenndaten. Wir haben gewissenhaft recherchiert, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.
Sollten Sie „Ihr“ Modell vermissen, ziehen Sie am besten dieselben Kriterien zur Entscheidungsfindung heran. Die Hersteller bieten zu jedem einzelnen Produkt ausführliche Datenblätter an, dem diese und weitere Angaben entnommen werden können. Dazu zählen etwa auch das Gewicht und die Art der Montage. Darüber hinaus sind die meisten vorgestellten Wechselrichter Teil einer ganzen Produktlinie mit unterschiedlichen Ausführungen. Stark im Markt vertreten sind außerdem Sungrow, GoodWe, Sofar Solar und Enphase – nicht Teil der Tabelle, in modernen Anlagen aber häufig anzutreffen.
|
Hersteller und Modell |
Wirkungsgrad (max./europ.) |
Trafo |
1-phasig/ |
Garantie |
|---|---|---|---|---|
|
SMA Solar (Deutschland): z.B. Sunny Tripower 3.0 |
98,2 %/ 96,5 % |
nein |
3-phasig |
5 Jahre (plus 5 bei Registrierung) |
|
Fronius (Österreich): z.B. Symo 3.0-3-M |
98,0 %/ 96,5 % |
nein |
3-phasig |
2 Jahre (plus 5 bei Registrierung) |
|
Effekta (Deutschland): z.B. KS-3000ST |
98,1 %/ 97,7 % |
nein |
1-phasig |
5 Jahre Gewährleistung |
|
SolarEdge (Israel): z.B. StorEdge SE5K-RWS (hybrid, d.h. inklusive Steuerung von Batteriespeichern) |
98,0 %/ 97,3 % |
nein |
3-phasig |
12 Jahre |
| Fimer (Italien): z.B. Power One PVL-3.8-I-OUTD | 96,8 %/ 96,5 % | ja | 1-phasig | 5 Jahre |
|
Huawei (China): z.B. SUN2000L-3.68KTL (hybrid, d.h. inklusive Steuerung von Batteriespeichern) | 98,5 %/ 97,8 % | nein | 1-phasig | 10 Jahre |
| Growatt (China): z.B. MOD3000TL3-X | 98,3 %/ 97,5 % | nein | 3-phasig | 10 Jahre |
|
Kostal (Deutschland): z.B. Plenticore Plus 3.0 (hybrid, d.h. inklusive Steuerung von Batteriespeichern) |
97,1 %/ 95,3 % |
nein |
3-phasig |
5 Jahre |
| Solax Power (China): z.B. X1 Boost 3600 | 97,8 %/ 97,0 % | nein | 1-phasig | 5 Jahre |
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