Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage 2020

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Warum sich eine Photovoltaik-Anlage 2020 lohnt

Die staatliche Solarvergütung fürs Einspeisen von selbst erzeugtem Solarstrom ins öffentliche Netz sinkt stetig. Derzeit liegt sie bei 9,72 Cent (ct) pro Kilowattstunde (kWh) für kleinere Anlagen bis 10 KilowattPeak (kWp) (Stand Februar 2020). Dennoch rechnet sich die Neuinstallation einer Photovoltaik-Anlage auch in 2020: Dann nämlich, wenn Sie den damit eigens erzeugten Solarstrom Großteils selbst verbrauchen. Sie senken damit Ihre Stromrechnung, denn der Eigenverbrauch mindert die Strommenge, die Sie aus dem Netz beziehen, um Ihren Haushalt mit Strom zu versorgen. Kaufen Sie eine PV-Anlage bis 10 kWp, müssen Sie für den Eigenverbrauch auch keine Abgabe bezahlen. Für den PV-Strom zum Eigenverbrauch in 2020 sprechen auch die staatlichen Förderungen, zum Beispiel für Stromspeicher, die Sie brauchen, wenn Sie das Betreibermodell „Eigenverbrauch“ realisieren wollen.

Lohnt sich eine Solaranlage © Andrey Popov, fotolia.com
Lohnt sich eine Solaranlage © Andrey Popov, fotolia.com

Lohnt es sich, 2020 eine Photovoltaik-Anlage anzuschaffen? Während für die einen die Klimabilanz der Erzeugung von Solarstrom Grund genug dafür ist, die Frage mit einem klaren „Ja! Photovoltaik lohnt sich immer!“ zu beantworten, stellen andere wirtschaftliche Aspekte in den Vordergrund und fragen, was Anschaffung und Betrieb der Anlage über die Jahre kosten, um diese Kosten anschließend mit der zu erwartenden Einspeisevergütung und/oder der zu erwartenden Ersparnis an Netzstrom zu verrechnen. Wir rechnen das für Sie durch.

Montage einer Photovoltaikanlage © Marco2811, fotolia.com
Der Umwelt zuliebe lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage auf jeden Fall © Marco2811, fotolia.com

Rechnet sich eine Photovoltaik-Anlage 2020?

Wer 2020 eine PV-Anlage kaufen möchte, muss wissen, dass die Zeiten vorbei sind, in denen sich mit der Volleinspeisung des selbst erzeugten solaren Stroms eine satte Rendite erwirtschaften ließ, sobald sich die Anlage nach acht bis zehn Jahren erst einmal wirtschaftlich amortisiert hatte.

Die Berechnung des finanziellen Potentials der PV-Anlage
Die Berechnung des finanziellen Potentials der PV-Anlage. Bei steigenden Strompreisen lohnt es sich den Strom selbst mit einer Photovoltaikanlage zu produzieren

Sinkende Einspeisevergütung macht Volleinspeisung weniger lukrativ

Die Einspeisevergütung, die einst bei bis zu 30 Cent pro kWh lag, beträgt mittlerweile für kleinere Anlagen, wie sie auf Ein- und Zweifamilienhäusern üblich sind, in Abhängigkeit von der Anlagengröße lediglich noch 9,72 ct/kWh für 20 Jahre (Stand Februar 2020). Die aktuelle Einspeisevergütung finden Sie auf der Webseite der Bundesnetzagentur.

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Gute Rendite dank Einspeisung und Eigenverbrauch

Das Fraunhofer-Institut ISE beantwortet die Frage „Kann eine neue PV-Anlage gute Renditen bringen?“ in der Faktensammlung „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ vom Februar 2018 dennoch mit „Ja.“ Zur Begründung führt das ISE an, dass Betreiber neu errichteter Photovoltaik-Anlagen

  • mit Stromeinspeisung ins Netz
  • und mit Eigenverbrauch

Erträge erzielen können. Obwohl der Gesetzgeber beide Geschäftsmodelle mit einem Bündel Maßnahmen beschneide, seien wegen der stark gesunkenen Preise für PV-Module gute Renditen möglich. Dies gelte, so schreibt das ISE weiter, auch für PV-Anlagen ohne oder mit nur geringem Eigenverbrauch. Der Eigenverbrauch lohne sich demnach umso mehr, je größer die Differenz zwischen den Bezugskosten für Strom und den Stromgestehungskosten (siehe unten) der PV-Anlage ausfalle.

Photovoltaik: Die Kosten sind abbezahlt und der Strom fließt weiter
Eine Photovoltaik-Anlage wird inbesondere bei langem Betrieb wirtschaftlich

Rechenbeispiel 1: So rechnet sich Photovoltaik – Rendite dank Eigenverbrauch

Ein anschauliches Beispiel dafür, dass und wie sich Photovoltaik wegen des Eigenverbrauchs rechnet, liefert der Focus. Das Wochenmagazin schreibt, dass eine – mit Hilfe einer modernen PV-Anlage erzeugte – kWh Solarstrom den Betreiber je nach Ausrichtung der Dachfläche und Komplexität der Befestigung zwischen 11 und 13 Cent koste (siehe auch unten Gestehungskosten). Damit sei der eigens erzeugte Solarstrom nur noch halb so teuer wie Versorger-Strom aus der Steckdose. Der Focus sieht insbesondere für kleine PV-Anlagen auf privaten Häusern interessante Chancen – selbst ohne großartige Förderung. Entscheidend sei demnach allein, wie viel eigens erzeugten Solarstrom die Hausbewohner selbst nutzen könnten. Laut dem Rechenbeispiel des Focus seien 8 Prozent Eigenkapitalrendite durchaus möglich:

In seiner Musterrechnung geht der Focus von einem 4-Personen-Haushalt im Großraum München aus, der im Jahr 4.500 Kilowattstunden (kWh) Strom verbraucht. Dem zufolge könne der Haushalt mit einer PV-Anlage, die eine maximale Leistung von 4 kWp im ersten Jahr aufweise, bereits fast 500 Euro sparen, wenn die Anlage 38 Prozent des Strombedarfs decke (Eigenverbrauchsanteil).

Simon-Boris Estermann vom Fachverband Energie- und Gebäudetechnik (FEG) bestätigt gegenüber dem Focus, dass ein Eigenverbrauch von 38 Prozent heute durchaus realistisch sei. Er ließe sich tagsüber realisieren, wenn Stromfresser wie Waschmaschine & Co. gezielt betrieben würden. Interessant: Eine gute Möglichkeit, den Eigenverbrauch zu erhöhen, sind E-Mobile auf zwei und vier Rädern!

PV Anlage: Sauberer Strom für die E-Mobilität
PV Anlage: Sauberer Strom für die E-Mobilität. E-Mobile erhöhen den Eigenverbrauch

Über die 20 Jahre Laufzeit der Anlage gesehen und unter der Annahme, dass die Strompreise auch künftig stetig steigen, bringe der Eigenverbrauch dem Beispielhaushalt demnach insgesamt eine Ersparnis von mehr als 10.000 Euro. Das entlaste das Haushaltsbudget und mache die Anschaffungskosten mehr als wett. Eine solche Anlage würde sich bereits nach neun Jahren amortisieren. Die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital betrüge 7,9 Prozent und liege deutlich höher als bei aktuellen Festgeld-Angeboten. Die Rendite sei zudem umso höher, je kleiner die Anlage ausfalle. Es gelte: Mit steigendem Eigenverbrauchs-Anteil steige auch die Rendite. An dieser Relation hat sich nichts Grundlegendes verändert, wenngleich die Zahlen, mit denen der Focus in dem Beispiel operierte, nicht mehr exakt stimmen. Wie eine solche Rechnung heute aussehen könnte sehen Sie im folgenden Rechenbeispiel 2.

Solarstrom lohnt sich langfristig
Solarstrom lohnt sich langfristig

Rechenbeispiel 2: So rechnet sich Photovoltaik 2020 – mit und ohne Darlehensfinanzierungen

Unsere nachfolgende Tabelle zeigt Ihnen am Beispiel einer 5-kWP-Solaranlage, die auf einem mit 30 Grad gen Süden ausgerichteten Dach optimale Erträge einfährt, auf, wie Sie die Amortisationszeit einer PV-Anlage berechnen können. Angegeben sind drei Möglichkeiten: die Finanzierung Ihrer Photovoltaik-Anlage gänzlich aus eigener Tasche oder mit Hilfe von Darlehen der KfW, die entweder 50 oder 100 Prozent der Investitionssumme abdecken (Programm 270, effektiver Zinssatz 1,03 % (Stand Februar 2020), Laufzeit 10 Jahre.

Eigenfinanzierung /50 Prozent/ 100 Prozent Darlehensfinanzierung
Kosten Solarmodul (Februar 2020: 1.400 €/kWp)

7.000 €

Netzanschluss u. Abnahme

750 €

Summe Anschaffung

7.750 €

Kreditzinsen insgesamt 0 € 203,67 € 407,35 €
Summe Ausgaben 7,750 € 7.953,67 € 8.157,35 €
Einspeisevergütung (Februar 2020: 9,72 Cent/kWh) pro Jahr bei 4.000 kWh Ertrag

388,80 €

Laufende Kosten(Versicherung, Reparaturen, Reinigung…)

250 €

Stromkostenersparnis durch Eigenverbrauch von 4.000 kWh Solarstrom (durchschnittlicher Strompreis Januar 2020: 30,01 Cent/kWh, angenommene Gestehungskosten von 10 Cent/kWh)

800,40 €

Die Amortisationszeit hängt entscheidend davon ab, wie das Verhältnis zwischen selbstgenutztem und eingespeistem Strom gewählt wird. Diese kann bei günstigem Einkauf, vollständigem Eigenverbrauch des Stroms und Eigenfinanzierung zehn Jahre, bei teurerem Einkauf, vollständiger Fremdfinanzierung und Fremdnutzung des Stroms sehr viel länger betragen. Dies sind freilich die Extrempositionen: Viele Kombinationen sind lohnenswert! Das Beispiel zeigt jedoch, wie wichtig eine genaue Renditeberechnung im Vorfeld ist.

Tipp: Mit unserem Photovoltaik Renditerechner können Sie sich mit Ihren Daten (Dachfläche, Ausrichtung etc.) Ihre Solarrendite einfach ausrechnen.
Photovoltaikanlagen versprechen gute Renditen
Photovoltaikanlagen versprechen gute Renditen

Stromspeicher machen Betreibermodell „Eigenverbrauch“ erst möglich

Sei kein Speicher vorhanden, hänge das Eigenverbrauchspotential laut ISE vom Erzeugungs- und Verbrauchsprofil ab: Haushalte würden je nach Größe der PV-Anlage 20 bis 40 Prozent bezogen auf den erzeugten Strom erzielen.

Stromkosten © gourmecana, fotolia.com
Die Kilowattstunde Solarstrom kostet 2020 fast nur noch ein Drittel von herkömmlich erzeugtem Strom © gourmecana, fotolia.com

Die Frage, ob sich die Anschaffung einer PV-Anlage mit Speicher 2020 lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Gleichwohl steht fest, dass ein Stromspeicher den Eigenverbrauch zu verdoppeln und damit den Strombezug vom Stromlieferanten entsprechend zu senken vermag. Eine differenzierte Antwort auf die Frage ist deshalb nötig, weil Stromspeicher nicht gleich Stromspeicher ist:

Ein Stromspeicher hilft den Eigenverbrauch zu erhöhen
Ein Stromspeicher hilft den Eigenverbrauch zu erhöhen
  • Die derzeit vorwiegend genutzten preiswerteren Blei-Akkus sind auf 2.000 Ladezyklen begrenzt und ihre Entladetiefe liegt bei 50 Prozent. Sie können demnach also nur die Hälfte des gepufferten Solarstroms zum Eigenverbrauch nutzen.
  • Lithium-Speicher sind dagegen effizienter, mit bis zu 6.000 Ladezyklen erheblich langlebiger und Sie können bis zu 90 Prozent des gespeicherten Stroms nutzen – aber sie sind mit 6.000 bis 15.000 Euro auch teurer.

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Ein Solarstromspeicher lohnt sich für Sie wenn,

  • Sie eine PV-Anlage neu kaufen.
  • Sie den eigens erzeugten Solarstrom Großteils selbst verbrauchen.
  • Sie die Unabhängigkeit von Energieversorger und steigenden Strompreisen suchen.
  • Sie Wert auf erneuerbaren Strom legen.
  • Sie einen Solarstromspeicher mit hoher Lebenserwartung gewählt wird.

Ist ihre PV-Anlage dagegen bereits länger in Betrieb und verbrauchen Sie den Strom nicht überwiegend selbst, ist es ratsam, einen Solarstromspeicher nicht oder erst dann zu integrieren, wenn die garantierte Einspeisevergütung nicht mehr gezahlt wird.

Solarstromspeicher: Vorteile und Nutzen
Solarstromspeicher: Vorteile und Nutzen

Allen, die schon eigens erzeugten Solarstrom verbrauchen, sei gesagt: Die Anschaffung eines Stromspeichers lohnt sich schon heute.

Gestehungskosten vs. Einspeisevergütung

Die Stromgestehungskosten schätzt das ISE nach der Kapitalwertmethode auf 10 bis 13 ct/kWh. Damit ist der Preis gemeint, zu dem eine kWh Strom während der kompletten Laufzeit von 20 Jahren gezahlter Einspeisevergütung erzeugt werden kann. Wozu das ISE in seiner Faktensammlung auch anmerkt, dass der Ertrag der PV-Anlage in sonnenreichen Regionen höher ausfalle als in sonnenärmeren. Der regionale Unterschied übertrage sich in der Einstrahlung jedoch nicht 1:1 auf den spezifischen Ertrag, weil auch die Betriebstemperatur der Module oder die Dauer der Schneeauflage eine Rolle spiele.

Für Sie als potentiellen PV-Anlagen-Betreiber heißt das: Sie erzeugen mit ihrer Anlage nutzbaren Solarstrom preisgünstiger, als wenn Sie Strom von Ihrem Netzbetreiber für derzeit durchschnittlich 30 ct/kWh (Stand Februar 2020) kaufen. Wegen der oben bereits bezifferten Einspeisevergütung von 9,72 ct/kWh (Stand Februar 2020) kommen Sie selbst mit einer Volleinspeisung auf keine großen Renditen. Denn Sie erzeugen Strom für 10 bis 13 ct/kWh und verkaufen ihn für weniger als 13 ct/kWh. Wenn Sie den eigens erzeugten Strom komplett einspeisen, dann lohnt sich eine PV-Anlage nur, wenn sie

  • in einer sonnenreichen Region steht und optimal gen Sonne ausgerichtet ist,
  • sehr preisgünstig gekauft wird
  • und aus hochleistungsfähigen Modulen und Wechselrichtern besteht.
Wichtig: Laut ISE sei die Rendite einer PV-Anlage übrigens auch während der EEG-Vergütungsdauer mit einem gewissen Risiko behaftet, denn weder Herstellergarantien noch Anlagen-Versicherungen gegen Brand, Hagel, Diebstahl oder Minder-Ertrag würden das Investorenrisiko auf Null senken.
Solaranlage Rendite © vencav, fotolia.com
Der Eigenverbrauch von Solarstrom macht eine PV-Anlage heute lukrativ © vencav, fotolia.com

Fazit

Der Eigenverbrauch von Solarstrom macht eine PV-Anlage heute lukrativ. Denn damit kann Strom erheblich günstiger selbst erzeugt werden, als er vom Netzbetreiber angeboten wird. Mit voraussichtlich steigenden Strompreisen und wegen sinkender Modulpreise auch sinkenden Gestehungskosten für den selbst erzeugten Strom lohnt sich die Photovoltaik-Anlage zum Eigenverbrauch umso mehr.

Die Strompreise steigen. Gut, wer Strom selbst produziert
Die Strompreise steigen. Gut, wer Strom selbst produziert

Es muss aber auch berücksichtigt werden, dass die Mehrausgaben für einen Stromspeicher und möglicherweise smarte Haustechnik die Gestehungskosten Ihres Stroms in der Summe wieder anheben können. Sie sollten daher einen guten Mix aus Eigenverbrauch und Einspeisung anstreben.

Lohnenswert machen auch Förderungen oder Solarkredite die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage. Empfehlenswert ist zudem das Einholen mehrerer Angebote um die Preise für Solaranlagen zu vergleichen.

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