Wie sich eine Photovoltaik-Anlage nach wie vor rechnet
Gleich vorweg: Das renommierte Fraunhofer ISE kommt auch Anfang 2026 zu einem erfreulichen Ergebnis: „Ja, kleine PV-Anlagen können attraktive Renditen bringen.“ Je nach Sonneneinstrahlung produzierten diese PV-Strom zu Stromgestehungskosten von ca. 6–14 ct/kWh.* Damit bleibt Photovoltaik in vielen Fällen deutlich günstiger als Strom aus dem Netz – besonders dann, wenn ein möglichst hoher Eigenverbrauch erreicht wird.
Zwar sind Solarmodule in den vergangenen Jahren insgesamt günstiger geworden, doch die weitere Preisentwicklung ist nicht völlig planbar. Handelspolitische Entwicklungen (z. B. mögliche Einfuhrzölle) können die Kosten beeinflussen. Wir wagen dennoch eine Prognose – und zeigen auf, worauf Anlagenbetreiber in spe das Augenmerk legen sollten
*Quelle: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung 5. Mai 2026.

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Lohnt sich 2026 für Kleinanlagen eine Netzeinspeisung?
Antwort: Der Unterschied zu 2025 ist minimal. Bis 31. Januar 2024 war die Degression für PV-Anlagen, die ab 30. Juli 2022 in Betrieb genommen wurden, ausgesetzt. Für neue Anlagen wurde die Einspeisevergütung danach wieder kontinuierlich reduziert. Aber: Anders als früher sinkt sie heute deutlich langsamer. Seit Februar 2024 beträgt die Degression nur noch 1 Prozent pro Halbjahr (jeweils zum 1. Februar und 1. August) – zum Vergleich: bis 29. Juli 2022 waren es 0,4 Prozent pro Monat.

Die Vergütungen bleiben für Teileinspeisung und Volleinspeisung unterschiedlich. Ebenso die Vergütungen für Anlagen bis und ab 10 kWp. Für eine Anlage bis 10 kWp gelten folgende Vergütungssätze:
| Anlage bis 10 kWp | Ausgangswert | Ab 1. Februar 2026 | Ab 1. August 2026 |
|---|---|---|---|
| Teil-/Überschusseinspeisung | 8,2 Ct/kWh | 7,78 Ct/kWh | rechnerisch 7,70 Ct/kWh |
| Volleinspeisung | 13,0 Ct/kWh | 12,34 Ct/kWh | rechnerisch 12,22 Ct/kWh |
Ist die Anlage größer, wird ein Durchschnittswert errechnet. Weitere Informationen sowie einige Rechenbeispiele liefert unser Beitrag zur Einspeisevergütung.
Bedenkt man die 20 Jahre währende Preisgarantie, ist die Überschusseinspeisung in vielen Fällen wirtschaftlich tragfähig – ob und wie sehr sie sich im Einzelfall lohnt, hängt von Anschaffungskosten, Standort, Verbrauchsprofil und Eigenverbrauchsanteil ab, in Einzelfällen kommt auch die überaus bequeme Volleinspeisung in Frage. Das hat sich auch 2026 nicht geändert.

Lohnt es sich 2026, den Eigenverbrauch zu erhöhen?
Antwort: Auf jeden Fall. Der Selbstverbrauch mindert die Strommenge, die aus dem Netz bezogen wird, um einen Haushalt mit Energie zu versorgen. Den Eigenverbrauch zu erhöhen bringt erhebliche Einsparungen – zumal die EEG-Umlage mittlerweile weggefallen ist. Und es ist sicher: Der Strompreis bleibt auf hohem Niveau. Die Bundesregierung wird dies mit klugen Maßnahmen zwar irgendwie eingrenzen, ganz ohne Mehrbelastung wird es dennoch nicht gehen.

Wer das Betreibermodell „Eigenverbrauch“ erfolgreich realisieren möchte, kommt allerdings um einen Energiespeicher kaum herum. Zu groß wäre der Aufwand, um den Stromverbrauch zu jeder Tages- und Nachtzeit zu managen.
Lohnen sich Stromspeicher?
Antwort: Mehr denn je. Denn Stromspeicher machen das Betreibermodell „Eigenverbrauch“ erst möglich. Als Faustregel gilt: Ohne Energiespeicher können etwa 30 Prozent des selbst erzeugten Stroms auch selbst verbraucht werden, die restlichen 70 Prozent wandern ins Stromnetz. Mit Energiespeicher dreht sich das Verhältnis quasi um: Der Eigenverbrauch beträgt jetzt 70 Prozent. In Zeiten sinkender Einspeisevergütungen und steigender Stromkosten sind die sinkenden Batteriespeicher-Preise umso erfreulicher. Qualitativ hochwertige Lithiumspeicher kosten Anfang 2026 je nach Kapazität um 300–700 Euro pro Kilowattstunde nutzbarer Speicherkapazität (Spotmarkt-/Gerätepreis ohne Montage; installierte Heimspeicher liegen eher bei 450–800 Euro/kWh).
Die untenstehende Tabelle zeigt, wie sich der Einsatz eines Stromspeichers auf den Eigenverbrauch – und damit auf die Rendite – auswirkt. Mit einkalkuliert werden muss allerdings, dass die Lebensdauer einer Speicherbatterie i.d.R. etwas kürzer ist als die der Solarmodule. Alle Fakten für und gegen Solarstromspeicher führt der Beitrag Energiespeicher Pro und Kontra auf. Mit der Entwicklung der Preise beschäftigt sich der Beitrag Photovoltaik Preisentwicklung.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Ein Solarstromspeicher lohnt sich bei
- Neukauf einer PV-Anlage
- überwiegendem Selbstverbrauch des eigens erzeugten Solarstroms
- Wunsch nach Unabhängigkeit von Energieversorger und steigenden Strompreisen
- Wertschätzung von erneuerbaren Strom
- Planung, ein Elektroauto aufzuladen
- Wahl eines qualitätsvollen Speichermodells mit hoher Lebenserwartung.
Bei PV-Anlagen, die bereits länger in Betrieb sind oder erst demnächst in Betrieb gehen, sollte erst einmal durchgerechnet werden. Eventuell ist es ratsam, einen Solarstromspeicher nicht oder erst dann zu integrieren, wenn die garantierte Vergütung wegfällt. Ist dagegen ein Ausbau der bestehenden Anlage geplant, spricht vieles für die Ergänzung eines Speichers.

So rechnet sich Photovoltaik 2026 bei Neuanlagen
Dass sich Photovoltaik auch 2026 lohnt, zeigt das folgende Rechenbeispiel. Die Kennzahlen sind folgende: PV-Anlage ohne Stromspeicher: PV-Anlage 5,5 kWp Kapazität (Nennleistung), Energieleistung 5.000 kWh. Stromverbrauch p.a. 4.000 kWh. Einspeisung 70%. Eigenverbrauch 30%. PV-Anlage mit Stromspeicher: PV-Anlage 5,5 kWp Kapazität (Nennleistung), Energieleistung 5.000 kWh. Stromspeicher 5 kWh. Stromverbrauch p.a. 4.000 kWh. Einspeisung 30%. Eigenverbrauch 70%.
| 2026–2046 | Ohne Speicher | Mit Speicher | Prognose |
|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten: Solarmodule monokristallin, Wechselrichter u.w. Komponenten inkl. Montage und Elektroarbeiten | 7.700 (1.400 /kWp) | 7.700 (1.400 /kWp) | Stagnierend |
| Netzanschluss und Abnahme | 700 | 700 | Stagnierend |
| Anschaffungskosten Li-Ion-Energiespeicher inkl. Installation | — | 2.500 (500/kWh) | Fallend |
| Investitionskosten | 8.400 | 10.900 | Teilweise fallend |
| Investitionskosten pro Jahr bei 20 / 30 Jahren Betrieb | -420 / -280 | -545 | Teilweise fallend |
| Laufende Kosten für Betrieb, Versicherung, Reparaturen, Reinigung etc. p.a. | -250 | -300 | Steigend |
| Netzstrombezug bei 30% bzw. 70% Eigenverbrauch | -925 (37 ct x 2.500 kWh) | -185 (37 ct x 500 kWh) | Geschätztes Jahresmittel |
| Kosten pro Jahr | -1.595 / -1.455 | -1.030 | Stagnierend |
| Einspeisevergütung bei 70% bzw. 30% Einspeisung (gerundet) | +280 (8 ct x 3.500 kWh) | +120 (8 ct x 1.500 kWh) | Auf 20 Jahre garantiert |
| Vergleichswert Stromkosten ohne PV p.a. (37 ct x 4.000 kWh, theoretischer Maximalwert bei 100 % Eigenverbrauch) | +1.480 (Eigenverbr.-Ersparnis Größenordnung 555 € ohne / 1.295 € mit Speicher) | +1.480 (Eigenverbr.-Ersparnis Größenordnung 555 € ohne / 1.295 € mit Speicher) | Wird sich einpendeln |
| Einnahmen/Einsparung p.a. | +1.760 | +1.600 | Abhängig vom Strompreis |
| Differenz Kosten/Nutzen bei 20 / 30 Jahren Betrieb | +3.300 / +9.150 € | +11.400 € | Abhängig von Lebensdauer der Komponenten |

Wie sich eine Darlehensfinanzierung auf die Investitionskosten auswirkt, erfahren Sie im Beitrag Wirtschaftlichkeit und Amortisation einer PV-Anlage berechnen.
Rechner: Photovoltaik Rentabilität individuell berechnen
Was sagt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme zum Thema?
In der Datensammlung „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ in der aktuellen Fassung vom Mai 2026 stellt das Freiburger ISE erneut die Frage: „Können kleine PV-Anlagen attraktive Renditen bringen?“ Antwort: „Ja“.

Grundsätzlich könnten diese Anlagen Erträge über die EEG-Vergütung für Einspeisung in das Stromnetz und über die Verringerung des Strombezugs dank Eigenverbrauch bringen. Anlagen ohne Eigenverbrauch erhielten eine höhere Vergütung als Anlagen mit Eigenverbrauch. Gute Renditen seien aufgrund der stark gesunkenen Preise für PV-Module, der stark gestiegenen Strombezugskosten bzw. der angehobenen Vergütung für Volleinspeiser möglich.

Eigenverbrauch, so das ISE weiter, lohne umso mehr, je größer die Differenz zwischen den Bezugskosten für Strom und den Stromgestehungskosten der PV-Anlage ausfalle. Haushalte erreichten je nach Erzeugungs- und Verbrauchsprofil ein Eigenverbrauchspotenzial von 20-40%. Energiespeichertechnologien könnten dieses erheblich steigern.
Wie bewerten Fachleute die Stromgestehungskosten 2026?
Die Stromgestehungskosten geben an, zu welchem Preis 1 kWh Strom während der angenommenen Lebensdauer einer Photovoltaikanlage von 20 Jahren erzeugt werden kann. Auch mit diesem Thema beschäftigt sich das Fraunhofer-ISE. Dessen Studie „Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien“ vom Juli 2024 gab folgende Werte bekannt:
- PV Dach klein (Dachanlagen bis 30 kWp): ca. 6,5 bis 14,4 Cent/kWh
- PV Dach klein Batterie 1:1 (Dachanlagen bis 30 kWp inkl. Stromspeicher mit gleicher PV-Leistung und Batterie-Nutzkapazität): ca. 9 bis 22,5 Cent/kWh

Die großen Preisspannen resultieren aus der tatsächlichen Anlagengröße, der Dachausrichtung und Einstrahlung sowie der Wahl des Batterietyps. Damit seien die spezifischen Anlagekosten „größtenteils gestiegen“. Die Prognose zeichnet dennoch ein positives Bild: Im Jahr 2045 lägen die Stromgestehungskosten bei kleinen PV-Dachanlagen ohne Batterie zwischen 4,9 und 10,4 Cent/kWh. Die Anlagenpreise würden bei Kleinanlagen auf 660 bis 1.300 Euro/kW sinken. Fallen die Speicherpreise auf die angenommenen 180 bis 700 Euro/kWh könnten Batteriesysteme Stromgestehungskosten zwischen 6 und 16 Cent/kWh erreichen.
Dass sich die 2021 veröffentlichte Prognose für 2024 nicht bewahrheitete, führen Fachleute auf die zu diesem Zeitpunkt nicht vorhersehbaren Kriegskonflikte zurück. Lieferschwierigkeiten und Steigerungen bei den Produktions- und Installationskosten, Inflation und Zinserhöhungen waren und sind die Folgen.
So gehen Sie 2026 bei der PV-Entscheidung vor
Wer 2026 über eine eigene Photovoltaikanlage nachdenkt, profitiert von gesunkenen Anlagenpreisen, erprobter Technik und der weiterhin garantierten 20-jährigen Einspeisevergütung. Damit aus der Idee eine wirtschaftliche und passgenaue Anlage wird, lohnt es sich, in fünf überschaubaren Schritten vorzugehen. Die Reihenfolge stellt sicher, dass Sie keine wichtige Weichenstellung übersehen.
Was bedeutet die EEG-Reform 2027 für Ihre Entscheidung?
Wer eine Photovoltaikanlage 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich für 20 Jahre den zum Inbetriebnahmedatum geltenden Einspeisevergütungssatz – auch dann, wenn die Förderung für Neuanlagen ab 2027 reformiert oder umgestellt wird. Dieser Bestandsschutz ist im EEG (§ 25 EEG 2023) verankert und sichert nach geltendem Recht grundsätzlich die 20-jährige Vergütungslaufzeit; endgültige Übergangsregeln künftiger Reformen bleiben vorbehalten. Für Hausbesitzer, die ohnehin investieren möchten, bedeutet das: Wer jetzt anschließt, kennt seine Einspeisesätze bis weit in die 2040er Jahre. Wie sich die politische Diskussion um die Reform aktuell entwickelt, lesen Sie in unserem Beitrag Ende der Einspeisevergütung droht – was tun?
Argumente für den Start 2026
Was Sie zusätzlich abwägen sollten
Fazit
Wie bereits im Beitrag Netzeinspeisung vs. Eigenverbrauch ausführlich erörtert: Nur der Eigenverbrauch von Solarstrom macht eine PV-Anlage lukrativ. Die Einspeisevergütung hat zwar ein höheres Niveau als noch vor Jahren, sodass gegebenenfalls sogar eine Volleinspeisung lohnenswert ist. Wirklich empfohlen werden kann diese allerdings nur für große, industriell genutzte Anlagen. Da andererseits eine 100%ige Selbstnutzung nahezu unmöglich ist, empfiehlt sich der bewährte Mix aus Eigenverbrauch und Überschusseinspeisung auch 2026.
Da die Preise für Photovoltaikanlagen und Energiespeicher auf dem Markt höchst unterschiedlich sind, sollte das Vorhaben mit einem Preisvergleich begonnen werden. Empfehlenswert hierfür sind eine Vorab-Recherche im Internet und das Einholen mehrerer Angebote. Zeitgleich kann geprüft werden, ob eine Förderung oder ein Solarkredit infrage kommt.
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