Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage 2019

Teilen:

Warum sich eine Photovoltaik-Anlage 2019 lohnt

Die staatliche Solarvergütung fürs Einspeisen von selbst erzeugtem Solarstrom ins öffentliche Netz sinkt stetig. Derzeit liegt sie bei 11,35 Cent (ct) pro Kilowattstunde (kWh). Dennoch rechnet sich die Neuinstallation einer Photovoltaik-Anlage in 2019: Dann nämlich, wenn Sie den damit eigens erzeugten Solarstrom Großteils selbst verbrauchen. Sie senken damit Ihre Stromrechnung, denn der Eigenverbrauch mindert die Strommenge, die Sie aus dem Netz beziehen, um Ihren Haushalt mit Strom zu versorgen. Kaufen Sie eine PV-Anlage bis 10 KilowattPeak (kWp), müssen Sie für den Eigenverbrauch auch keine Abgabe bezahlen. Pro PV-Strom zum Eigenverbrauch in 2019 sprechen auch die staatlichen Förderungen, zum Beispiel für Stromspeicher, die Sie brauchen, wenn Sie das Betreibermodell „Eigenverbrauch“ realisieren wollen.

Lohnt sich eine Solaranlage © Andrey Popov, fotolia.com
Lohnt sich eine Solaranlage © Andrey Popov, fotolia.com

Lohnt es sich, 2019 eine Photovoltaik-Anlage anzuschaffen – das ist hier die Frage. Während für die einen die Klimabilanz der Erzeugung von Solarstrom Grund genug dafür ist, die Frage mit einem klaren „Ja! Photovoltaik lohnt sich immer!“ zu beantworten, stellen andere wirtschaftliche Aspekte in den Vordergrund und fragen, was Anschaffung und Betrieb der Anlage über die Jahre kosten, um diese Kosten anschließend mit der zu erwartenden Einspeisevergütung und/oder der zu erwartenden Ersparnis an Netzstrom zu verrechnen. Wir rechnen das für Sie durch.

Montage einer Photovoltaikanlage © Marco2811, fotolia.com
Der Umwelt zuliebe lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage auf jeden Fall © Marco2811, fotolia.com

Rechnet sich eine Photovoltaik-Anlage 2019?

Wer 2019 eine PV-Anlage kaufen möchte, muss wissen, dass die Zeiten vorbei sind, in denen sich mit der Volleinspeisung des selbst erzeugten solaren Stroms eine satte Rendite erwirtschaften lässt, sobald sich die Anlage nach acht bis zehn Jahren erst einmal wirtschaftlich amortisiert hat.

Sinkende Einspeisevergütung macht Volleinspeisung weniger lukrativ

Die Einspeisevergütung, die einst bei 30plus Cent pro kWh lag, beträgt Anfang 2019 für kleinere Anlagen, wie sie auf Ein- und Zweifamilienhäusern üblich sind, in Abhängigkeit von der Anlagengröße bis zu 11,35 ct/kWh für 20 Jahre. Die aktuelle Einspeisevergütung finden Sie auf der Webseite der Bundesnetzagentur.

Tipp: Mit dem Photovoltaik Rechner berechnen, ob sich eine Anlage rentiert. Trotz Förderkürzung kann man mit PV-Anlagen viel Geld sparen. Jetzt Rendite berechnen.

Gute Rendite dank Einspeisung und Eigenverbrauch

Das ISE beantwortet die Frage „Kann eine neue PV-Anlage gute Renditen bringen?“ in der Faktensammlung „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ vom Februar 2018 dennoch mit „Ja.“ Zur Begründung führt das ISE an, dass Betreiber neu errichteter Photovoltaik-Anlagen

  • mit Stromeinspeisung ins Netz
  • und mit Eigenverbrauch

Erträge erzielen könnten. Obwohl der Gesetzgeber beide Geschäftsmodelle mit einem Bündel Maßnahmen beschneide, seien wegen der stark gesunkenen Preise für PV-Module gute Renditen möglich. Dies gelte, so schreibt das ISE weiter, auch für PV-Anlagen ohne oder mit nur geringem Eigenverbrauch. Der Eigenverbrauch lohne sich demnach umso mehr, je größer die Differenz zwischen den Bezugskosten für Strom und den Stromgestehungskosten (siehe unten) der PV-Anlage ausfalle.

Rechenbeispiel 1: So rechnet sich Photovoltaik 2019 – Rendite dank Eigenverbrauch

Ein anschauliches Beispiel dafür, dass und wie sich Photovoltaik wegen des Eigenverbrauchs rechne, liefert der Focus. Das Wochenmagazin schreibt, dass eine – mit Hilfe einer modernen PV-Anlage erzeugte – kWh Solarstrom den Betreiber je nach Ausrichtung der Dachfläche und Komplexität der Befestigung zwischen 11 und 13 Cent koste (siehe auch unten Gestehungskosten). Damit sei der eigens erzeugte Solarstrom nur noch halb so teuer wie Versorger-Strom aus der Steckdose. Der Focus sieht insbesondere für kleine PV-Anlagen auf privaten Häusern interessante Chancen – selbst ohne großartige Förderung. Entscheidend sei demnach allein, wie viel eigens erzeugten Solarstrom die Hausbewohner selbst nutzen könnten. Laut dem Rechenbeispiel des Focus seien 8 Prozent Eigenkapitalrendite durchaus möglich:

In seiner Musterrechnung geht der Focus von einem 4-Personen-Haushalt im Großraum München aus, der im Jahr 4.500 Kilowattstunden (kWh) Strom verbraucht. Dem Focus zufolge könne der Haushalt mit einer PV-Anlage, die eine maximale Leistung von 4 kWp im ersten Jahr aufweise, bereits fast 500 Euro sparen, wenn die Anlage 38 Prozent des Strombedarfs decke (Eigenverbrauchsanteil).

Simon-Boris Estermann vom Fachverband Energie- und Gebäudetechnik (FEG) bestätigt gegenüber dem Focus, dass ein Eigenverbrauch von 38 Prozent heute durchaus realistisch sei. Er ließe sich tagsüber realisieren, wenn Stromfresser wie Waschmaschine & Co. gezielt betrieben würden. Interessant: Eine gute Möglichkeit, den Eigenverbrauch zu erhöhen, sind E-Mobile auf zwei und vier Rädern!

Über die 20 Jahre Laufzeit der Anlage gesehen und unter der Annahme, dass die Strompreise auch künftig stetig steigen, bringe der Eigenverbrauch dem Beispielhaushalt demnach insgesamt eine Ersparnis von mehr als 10.000 Euro. Das entlaste das Haushaltsbudget und mache die Anschaffungskosten mehr als wett. Eine solche Anlage würde sich bereits nach neun Jahren amortisieren. Die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital betrüge 7,9 Prozent und liege laut dem Focus deutlich höher als bei aktuellen Festgeld-Angeboten. Die Rendite sei zudem umso höher, je kleiner die Anlage ausfalle. Es gelte: Mit steigendem Eigenverbrauchs-Anteil steige auch die Rendite.

Rechenbeispiel 2: So rechnet sich Photovoltaik 2019 – mit und ohne Darlehensfinanzierungen

Unsere nachfolgende Tabelle zeigt Ihnen am Beispiel einer 5-kWP-Solaranlage auf, die auf einem mit 30 Grad gen Süden ausgerichteten Dach optimale Erträge einfährt, dass Sie mit Amortisationszeiten zwischen 10 und 12 Jahren rechnen können, wenn Sie Ihre Photovoltaik-Anlage gänzlich aus eigener Tasche bezahlen oder mit Hilfe von Darlehen der KfW (effektiver Zinssatz: 3 Prozent; Laufzeit: 10 Jahre) fremdfinanzieren (zu 50 und zu 100 Prozent).

Eigenfinanzierung /50 Prozent/ 100 Prozent Darlehensfinanzierung
Kosten Solarmodul (Februar 2019: 1.725 €/kWp)

8.625 €

Netzanschluss u. Abnahme

500 €

Summe Anschaffung

9.125 €

Kreditzinsen insgesamt 0 € 724,12 € 1.448,40 €
Summe Ausgaben 9.125 € 9849,12 € 10.573,4 €
Einspeisevergütung (Februar 2019: 11,35 Cent/kWh) pro Jahr bei 4.000 kWh Ertrag

454 €

Laufende Kosten(Versicherung, Reparaturen, Reinigung…)

250 €

Stromkostenersparnis durch Eigenverbrauch von 4.000 kWh Solarstrom (Strompreis 2019: 29,1 Cent/kWh)

676 €

Summe Jahreseinnahmen

880 €

Amortisationszeit (Ausgaben / Einnahmen) 10,4 Jahre 11,2 Jahre 12 Jahre
Tipp: Mit unserem Photovoltaik Renditerechner können Sie sich mit Ihren Daten (Dachfläche, Ausrichtung etc.) Ihre Solarrendite einfach ausrechnen.

Stromspeicher machen Betreibermodell „Eigenverbrauch“ erst möglich

Sei kein Speicher vorhanden, hänge das Eigenverbrauchspotential laut ISE vom Erzeugungs- und Verbrauchsprofil ab: Haushalte würden je nach Größe der PV-Anlage 20 bis 40 Prozent bezogen auf den erzeugten Strom erzielen.

Stromkosten © gourmecana, fotolia.com
Die Kilowattstunde Solarstrom kostet 2019 weniger als die Hälfte von herkömmlich erzeugtem Strom © gourmecana, fotolia.com

Die Frage, ob sich die Anschaffung einer PV-Anlage mit Speicher 2019 lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten, gleichwohl fest steht, dass ein Stromspeicher den Eigenverbrauch zu verdoppeln und damit den Strombezug vom Stromlieferanten entsprechend zu senken vermag. Eine differenzierte Antwort auf die Frage ist deshalb nötig, weil Stromspeicher nicht gleich Stromspeicher ist:

  • Die derzeit vorwiegend genutzten preiswerteren Blei-Akkus sind auf 2.000 Ladezyklen begrenzt und ihre Entladetiefe liegt bei 50 Prozent. Sie können demnach also nur die Hälfte des gepufferten Solarstroms zum Eigenverbrauch nutzen.
  • Lithium-Speicher sind dagegen effizienter, mit bis zu 6.000 Ladezyklen erheblich langlebiger und Sie können bis zu 90 Prozent des gespeicherten Stroms nutzen – aber sie sind mit 6.000 bis 15.000 Euro auch teurer.
Photovoltaik Strom speichern © mitifoto, fotolia.com
Photovoltaikanlage mit Stromspeicher: Lohnt sich momentan noch nicht in allen Fällen © mitifoto, fotolia.com

TIPP

Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice: Angebote von Solarfachbetrieben vergleichen und bis zu 30 Prozent sparen

Ein Solarstromspeicher lohnt sich für Sie wenn,

  • Sie eine PV-Anlage neu kaufen.
  • Sie den eigens erzeugten Solarstrom Großteils selbst verbrauchen.
  • Sie die Unabhängigkeit von Energieversorger und steigenden Strompreisen suchen.
  • Sie Wert auf erneuerbaren Strom legen.
  • Sie einen Solarstromspeicher mit hoher Lebenserwartung gewählt wird.

Ist ihre PV-Anlage dagegen bereits länger in Betrieb und verbrauchen Sie den Strom nicht selbst, ist es ratsam, einen Solarstromspeicher erst dann zu integrieren, wenn die garantierte Einspeisevergütung nicht mehr gezahlt wird.

Allen, die schon eigens erzeugten Solarstrom verbrauchen, sei gesagt: Die Anschaffung eines Stromspeichers lohnt sich schon heute.

Gestehungskosten vs. Einspeisevergütung

Die eben erwähnten Stromgestehungskosten schätzt das ISE nach der Kapitalwertmethode auf 10 bis 13 ct/kWh. Damit ist der Preis gemeint, zu dem eine kWh Strom während der kompletten Laufzeit von 20 Jahren gezahlter Einspeisevergütung erzeugt werden kann. Wozu das ISE in seiner Faktensammlung auch anmerkt, dass der Ertrag der PV-Anlage in sonnenreichen Regionen höher ausfalle als in sonnenärmeren, wobei sich der regionale Unterschied in der Einstrahlung jedoch nicht 1:1 auf den spezifischen Ertrag übertrage, weil auch die Betriebstemperatur der Module oder die Dauer der Schneeauflage eine Rolle spielen würden.

Für Sie als potentiellen PV-Anlagen-Betreiber heißt das: Sie erzeugen mit ihrer Anlage nutzbaren Solarstrom preisgünstiger, als wenn Sie Strom von Ihrem Netzbetreiber für 29 ct/kWh kaufen. Wegen der oben bereits bezifferten Einspeisevergütung von 11,35 ct/kWh kommen Sie selbst mit einer Volleinspeisung auf keine großen Renditen. Denn Sie erzeugen Strom für 10 bis 13 ct/kWh und verkaufen ihn für weniger als 13 ct/kWh. Wenn Sie den eigens erzeugten Strom komplett einspeisen, dann lohnt sich eine PV-Anlage nur, wenn sie

  • in einer sonnenreichen Region steht und optimal gen Sonne ausgerichtet ist,
  • sehr preisgünstig gekauft wird
  • und aus hochleistungsfähigen Modulen und Wechselrichtern besteht.
Wichtig: Laut ISE sei die Rendite einer PV-Anlage übrigens auch während der EEG-Vergütungsdauer mit einem gewissen Risiko behaftet, denn weder Herstellergarantien noch Anlagen-Versicherungen gegen Brand, Hagel, Diebstahl oder Minder-Ertrag würden das Investorenrisiko auf Null senken.
Solaranlage Rendite © vencav, fotolia.com
Der Eigenverbrauch von Solarstrom macht eine PV-Anlage heute lukrativ © vencav, fotolia.com

Fazit

Der Eigenverbrauch von Solarstrom macht eine PV-Anlage heute lukrativ. Denn damit kann Strom erheblich günstiger selbst erzeugt werden, als er vom Netzbetreiber angeboten wird. Mit voraussichtlich steigenden Strompreisen und wegen sinkender Modulpreise auch sinkenden Gestehungskosten für den selbst erzeugten Strom lohnt sich die Photovoltaik-Anlage zum Eigenverbrauch umso mehr.

Wozu aber auch gesagt werden muss, dass die Mehrausgaben für einen Stromspeicher und möglicherweise smarte Haustechnik die Gestehungskosten Ihres Stroms in der Summe wieder anheben können. Sie sollten daher einen guten Mix aus Eigenverbrauch und Einspeisung anstreben.

Lohnenswert machen auch Förderungen oder Solarkredite die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage.

Die energetische Amortisation und Klimabilanz einer Photovoltaik-Anlage behandeln wir in einem extra Beitrag.

bis zu 30% sparen

Angebote für Solaranlagen
von regionalen Anbietern

Unverbindlich
Qualifizierte Anbieter
Kostenlos

Tipp: Jetzt zum Newsletter anmelden

Erhalten Sie die wichtigsten News monatlich aktuell und kostenlos direkt in Ihr Postfach
Ihre Email-Adresse wird nur für den Newsletterversand verwendet Datenschutzerklärung

Artikel teilen: