Alternativen zum Tesla Solardach für den deutschen Markt
Es sieht schon fantastisch aus, so ein Solardach. Und kein Mensch ahnt, welches Kraftwerk unter der edel schimmernden Oberfläche steckt. Das Geheimnis heißt Solardachziegel. Die Module werden wie normale Dachziegel verlegt, nur dass jeder Ziegel eine Mini-Photovoltaikanlage enthält. Wir stellen die Varianten vor, wägen das Für und Wider einer solchen Anlage ab und zeigen das Potential deutscher Produktionsstätten auf.

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US-Hype Solar Roof bald auch bei uns?
Diese Frage stellten wir bereits im Juni 2022. Und siehe da: Der Stand ist immer noch derselbe. Bis es Neuigkeiten gibt, lesen Sie hier noch die ältere Version. Die gute Nachricht: Die Angaben zu den Tesla-Roof-Alternativen sind topaktuell!
Im Unterschied zu eingebetteten Indach-Anlagen belegen Solardachziegel die gesamte Dachfläche. Zumindest optisch, denn die flachen PV-Ziegel werden mit sogenannten Blindmodulen im gleichen Design kombiniert. Noch eins drauf setzt Tesla: Unter anderem sollen die solaren und blinden Flachziegel nicht voneinander zu unterscheiden sein. Für diesen Luxus müssen Interessenten allerdings tief in die Tasche greifen. Voraussichtlich, denn in Europa ist das Solar Roof noch nicht zugelassen. Dafür verantwortlich sind wohl eine Reihe ungeklärter Fragen.
Die Ankündigung klingt vielversprechend: Solar Roof Dachziegel sollen dreimal stärker als herkömmliche Dachziegel sein – und die „einzigen, die sich durch den von ihnen produzierten Strom von selbst amortisieren“. Vorgesehen sind vier Designs: glatt, strukturiert, Schieferoptik und Toskana-Style. Eine vollständige Anlage ist zudem mit einer Powerwall (Stromspeicher) und einer App für die Echtzeitüberwachung ausgestattet. Ob sich Elon Musks Versprechen bei der Vorstellung im Jahr 2016, das Tesla Solar Roof werde „günstiger als eine reguläre Dacheindeckung“ sein, auch für Deutschland bewahrheitet, bleibt abzuwarten. Auf der hiesigen Website zumindest lehnt Tesla nicht so weit aus dem Fenster.
Warum das Solardach in Europa noch nicht zu haben ist, bleibt im Dunkeln. Liegt es nur an langen Wartelisten – Interessenten können sich auf der deutschen Tesla-Website lediglich für Updates registrieren – oder auch an Fragen zur Zulassung, die noch zu klären sind? Die deutschsprachige Website führt nach wie vor die Garantien und Klassifizierungen für die USA auf. Ergänzend erscheint der Vermerk: „Für andere Märkte streben wir ähnliche Garantien und Zertifizierungen an.“
Preisangaben sucht man vergebens. Keine gute Idee ist es, einfach die Dollar-Angaben US-amerikanischer Websites in Euro umzurechnen. Jenseits des Atlantiks herrschen nämlich ganz andere (Bau-)Standards, Steuerbegünstigungen und Förderungsmöglichkeiten, die in die dortigen Tesla-Rechenmodelle einfließen. Eine offizielle deutsche Preisliste für Tesla Solar Roof gibt es nicht; als grobe Sekundärschätzung aus US-Projektbeispielen werden ca. 400 Euro brutto pro Quadratmeter für ein komplettes Dach genannt, bei einem beispielhaften Verhältnis von einem Drittel aktiver Solarziegel zu zwei Dritteln optisch angepasster Blindziegel. Das Verhältnis ist projektabhängig, nicht als wirtschaftliche Regel zu verstehen. Im Vergleich: Eine konventionelle Dacheindeckung mit Tonziegeln liegt 2026 je nach Region und Aufwand bei rund 100 bis 160 Euro pro Quadratmeter; aufwendigere Eindeckungen mit hochwertigen Ziegeln und kompletter Unterkonstruktion können auch bei 200 Euro pro Quadratmeter liegen. Es braucht also schon eine geraume Zeit, bis sich die Investition amortisiert.
Unser Fazit: Auf ein Tesla Solardach zu warten, lohnt sich nicht. Die Einführung ist bereits mehrmals verschoben worden und der Zeitpunkt ist auch heute noch ungewiss. Und: Es gibt echte Alternativen auf dem europäischen Markt. Wir stellen im Folgenden einige von ihnen vor.
Bereits zu haben: Solardachziegel für jede Vorliebe
Solardachziegel sind keine echte Neuheit. Beim ersten Patent (1993) wurden allerdings die Tonziegel einfach mit Solarzellen beklebt. Diese Form gibt es zwar immer noch, doch auch hier ist die Entwicklung vorangeschritten. Moderne Dachsteine haben meistens ein integriertes Photovoltaik-Element oder die Solarzellen bilden den Ziegel selbst. Diese Varianten sind auf dem Markt:
- Belegte Dachziegel greifen die Ursprungsidee auf. Thermoplastische Kunststoffe haben jedoch den witterungsanfälligeren Ton abgelöst. Auf die Dachsteine wird eine Schicht aus Solarzellen aufgebracht, die wiederum eine Schutzschicht aus transparentem Kunststoff erhält. Dies ist die kostengünstigste Ausführung. Beim genauen Hinschauen sieht man allerdings den Unterschied zu den ergänzenden Dachsteinen ohne Solarschicht. Auf diese Produktionsweise konzentriert sich Autarq in Brandenburg.
- Dachziegel mit integrierten Solarzellen haben meist ein Bett aus Keramik, Beton, Faserzement (Eternit) oder Kunststoff. Der Vorteil ist die Möglichkeit, jedwedes Vorbild nachzuahmen: beim Werkstoff von Terrakotta bis Schiefer, bei der Form von diversen Falzziegeln bis Biberschwanz. Soll ein denkmalgeschütztes Gebäude mit einer Solaranlage ausgestattet werden, sind diese Solardachziegel die erste Wahl. Gleiches gilt für Neubauten im Villen-, Chalet- oder Landhausstil. Die in Vertiefungen eingesetzten Solarzellen ragen nicht nach oben heraus und sind damit deutlich weniger bis gar nicht sichtbar. Aufgrund der großen Vielfalt beherrschen Dachziegel mit integrierten Solarzellen den Markt. Anbieter sind beispielsweise Gasser Ceramic (CH), Megasol (CH) und SolteQ (D).

- Glasmodule im Dachziegelformat ähneln vom Prinzip her einem Standard-Photovoltaikmodul, da sie von einem Metallrahmen umgeben sind. Mit einem wesentlichen Unterschied: Der Rahmen ist praktisch unsichtbar, weil er sich farblich nicht abhebt. Die Farbpalette ist ordentlich, am edelsten wirken die Ausführungen in Schwarz und Dunkelgrau – weshalb sie auch am beliebtesten sind. Die flachen Quarzglas-Module werten ein Haus enorm auf, das Dach wird glattweg zum Blickfang. Hersteller sind neben SolarCity (für Tesla) und SunRoof, Schweden, u.a. das Schweizer Unternehmen Meyer Burger.
Solardachziegel und -dachpfannen „made in Germany“
Eines steht fest: Der Markt ist im Umbruch. Was vor kurzem noch galt, muss heute auf den Prüfstand. So hat sich beispielsweise das italienische Unternehmen REM mittlerweile anders orientiert, haben Solarwatt und LG die Produktion nach eigenen Angaben eingestellt. Auch der lange Zeit innovativste Anbieter Meyer Burger und der deutsche Pionier Autarq sind 2025 in die Insolvenz geraten – ein gravierender Einschnitt für den jungen Markt. Die folgenden Fakten spiegeln den Stand Mai 2026 wider. Bei der Vorstellung einiger Hersteller (in alphabetischer Reihenfolge) beschränken wir uns auf Unternehmen, die ihre Solardachziegel in Deutschland produzieren oder produzieren lassen:
Autarq: Die seit Ende 2017 mehrheitlich zur econnext-Gruppe gehörende GmbH arbeitet mit drei namhaften Ton-/Betonziegelherstellern zusammen: Creaton, Jacobi Walther und Skarpnes. In Brandenburg werden die Original-Dachsteine mit Solarzellen belegt oder die PV-Elemente in Kopien aus Beton eingelegt. Der Vorteil: Bei der Dacheindeckung werden Dachziegel mit und ohne Solarmodul nach Belieben kombiniert. Die Leistungsdichte liegt bei 120-130 W/m². Auf der Website wird eine unverbindliche Preisempfehlung von 450 Euro/m² (inkl. Installation) angegeben. Wichtig: Die Autarq GmbH hat im Juni 2025 Insolvenz angemeldet, im August 2025 zeigte der Insolvenzverwalter Masseunzulänglichkeit an. Auch die Mehrheitsgesellschafterin econnext AG ist insolvent. Eine Fortführung des Geschäftsbetriebs oder eine Investorenlösung war zum Stand Mai 2026 nicht gesichert – Interessenten sollten den aktuellen Stand vor einer Anschaffung prüfen.
Meyer Burger: Das im Kanton Bern ansässige Unternehmen ist enorm innovativ. Als Besonderheit des neuen Solardachziegels „Meyer Burger Tile“ wird die nochmals höhere Effizienz durch das Eliminieren von Zwischenräumen hervorgehoben. Der Meyer-Burger-Tile-Solardachziegel liefert nach Herstellerangaben rund 17 Wp je Ziegel bei einer Flächenleistung von etwa 167 W/m² und einem Modulwirkungsgrad von rund 16,7 Prozent – Werte über 22 Prozent gelten für die größeren Meyer-Burger-Standardmodule, nicht für die Solar-Tile. Drainageecken im Rahmen verbesserten den Wasserabfluss und förderten so den Selbstreinigungseffekt. Meyer Burger setzte u.a. aufgrund des vorhandenen „Systemverständnisses“ auf die Produktion der Solarzellen in Deutschland (Sachsen-Anhalt), die Module wurden überwiegend in Arizona/USA produziert. Wichtig: Die deutschen Tochtergesellschaften haben Ende Mai 2025 Insolvenz angemeldet, der Schweizer Mutterkonzern befindet sich seit September 2025 in der Nachlassstundung. Im März 2026 hat das US-Unternehmen Swift Solar die Produktionsanlagen aus den deutschen Werken übernommen und in die USA verlagert. Der Solardachziegel „Meyer Burger Tile“ ist für deutsche Endkunden damit faktisch nicht mehr verfügbar.

PaXos: Das Langenfelder Unternehmen hat sich auf die beiden Bereiche SFZ und SBS spezialisiert: Die Glas-Glas-Solarflachziegel (SFZ, 595 × 422 mm, ca. 44 Wp pro Ziegel, rund 189 W/m²) lassen sich unter-/nebeneinander und versetzt installieren sowie mit optisch angepassten Schneide- und Blindmodulen ergänzen. Eine Besonderheit sind die SBS Solarbiberschwanz-Module für historische Biberschwanz-Dacheindeckungen im denkmalgeschützten Bereich. Je nach Ausführung liefern sie 123–154 W/m². Der Zellwirkungsgrad wird mit „bis zu 25,5%“ angegeben.
SolteQ: Das seit 40 Jahren bestehende niedersächsische Unternehmen kann zu Recht stolz sein auf den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design 2020/2021 – ist dies doch eine renommierte Anerkennung diesbezüglicher Vorreiter. SolteQ wirbt mit „5 Talenten“ seiner Solardachziegel: Haus schützen, Strom erzeugen, Heizwärme durch eingebaute Solarthermie, Kühlung im Sommer und E-Auto laden. Der Hersteller bewirbt bis zu 36 Prozent Mehrleistung gegenüber konventioneller Photovoltaik – ein Spitzenwert, der vom Modelltyp und der Kombination mit der integrierten Solarthermie abhängt. Das Programm umfasst mehrere Modellreihen, darunter die 14 kg/m² leichten Quad40 und die kombinationsfreundlichen System-Ziegel. Beide punkten mit einem Wirkungsgrad von bis zu 22,8 Prozent.

Marktlage Mai 2026: Wer bietet noch Solardachziegel?
Der Solardachziegel-Markt hat 2025 einen tiefen Einschnitt erlebt. Mit Autarq und Meyer Burger sind zwei der bis dahin sichtbarsten Anbieter ausgefallen. Wer heute eine Anlage plant, sollte den Status des Wunsch-Herstellers vor der Anschaffung prüfen – Garantieansprüche, Ersatzteilversorgung und Service sind bei insolventen Unternehmen oft ungewiss. Diese Übersicht zeigt die wichtigsten Solardachziegel-Anbieter und ihren Status zum Stand Mai 2026:
| Hersteller | Sitz | Spezialität | Status |
|---|---|---|---|
| SolteQ | Oberlangen, DE | Solardach mit Solarthermie-Funktion, breite Modellpalette | aktiv |
| paXos | Langenfeld, DE | Solarflachziegel und Solarbiberschwanz, Multi-Energie-Dach (Deutscher Solarpreis 2024) | aktiv |
| Nelskamp | Schermbeck, DE | Großformatige Solardachziegel auf Basis klassischer Dachpfannen | aktiv |
| Gasser Ceramic | Schweiz | Tonziegel mit integrierter Solarzelle, klassische Optik | aktiv |
| Autarq | Prenzlau, DE | Belegte Tondachziegel mit Creaton, Jacobi Walther, Skarpnes | insolvent (06/2025) |
| Meyer Burger | Schweiz / DE | Glasmodul „Meyer Burger Tile“, Heterojunction-Technologie | insolvent (2025) |
| Tesla Solar Roof | USA | Glas-Solarziegel mit Blindmodulen in vier Designs | in DE nicht erhältlich |
Funktion und Leistung von Solardachziegeln
Verlegt werden Solardachziegel genau wie herkömmliche Dachziegel: Der Dachdecker montiert sie an der Lattung, wobei sich die Ziegel wie Schuppen überlappen. Kabel und Steckkontakte liegen an der Unterseite oder hinter dem verdeckten Abschnitt des einzelnen Ziegels verborgen und sind damit gut vor Witterungseinflüssen geschützt. Die elektrische Beschaltung ist systemabhängig: Manche Solardachziegel-Systeme arbeiten mit ausgeprägter Parallelverschaltung auf niedrigem Spannungsniveau, andere bündeln Strings auf höhere DC-Spannungen. Die konkreten Werte stehen im Datenblatt und in der Elektroplanung der Anlage – Feuerwehrhinweise sollten dem System entsprechen.

In der Regel kommen monokristalline Siliziumzellen zum Einsatz. Die nutzbare Flächenleistung von Solardachziegeln hängt stark vom Produkt ab und reicht je nach System von rund 96 bis knapp 200 W/m². Moderne Aufdach-Module erreichen demgegenüber etwa 200 bis 220 W/m². Solardachziegel liegen damit im Mittel unter klassischen Aufdach-Anlagen, einzelne Spitzenmodelle (z. B. paXos SFZ) kommen aber an deren Bereich heran. Wichtig: Zellwirkungsgrad, Modulwirkungsgrad und auf das Dach bezogener Einbauwirkungsgrad sind unterschiedliche Größen.

Man könnte entgegenhalten, Wirkungsgrad und Leistung seien nicht das Gleiche. Stimmt. Beim Vergleich der Zahlen ergibt sich aber ein ähnliches Bild. Moderne monokristalline Aufdach-Module erreichen heute rund 200 bis 220 W/m², einzelne Spitzenmodelle darüber. Für die hier genannten Solardachziegel geben die Hersteller zwischen 96 und gut 200 W/m² an. Im Durchschnitt liegen Solardachziegel bei rund 130 Watt pro Quadratmeter und damit unter klassischen Aufdach-Anlagen; einzelne Spitzenprodukte (z. B. paXos SFZ) kommen aber an deren Bereich heran.
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Solardachpfannen: Pro und Kontra
Ein Solardachziegel ist im Grunde genommen eine Mini-Photovoltaikanlage. Aber eben nicht ganz. Im Vergleich mit den Großen können bei den Dachpfannen einige Einschränkungen nicht außer Acht gelassen werden:
- Die Dachneigung sollte 22 Grad nicht unterschreiten. Noch besser sind 25 Grad, in Einzelfällen reicht auch eine Dachneigung von 15 Grad aus.
- Das elektrotechnische Anschließen einzelner Ziegel ist zeitaufwendiger und damit teurer als bei großen Solarpanels.
- Wenn es Schwachstellen im System gibt, sind es die Steckverbindungen. Treten Störungen auf, kann in einem kleinteiligen System die Fehlersuche deutlich länger dauern.
- Last but not least können auch die höheren Kosten ins Gewicht fallen. Ein Beispiel: Gehen wir beim Anlagenvergleich von einer Leistung von 130 Wp/m² und einer Dimensionierung von 6,5 kWp aus, beträgt die zu belegende Dachfläche 50 m². Daraus ergeben sich bei einem Neubau in etwa folgende Kosten:
| Kosten bei 50 m² Montagefläche | Aufdachanlage | Solardachziegel |
|---|---|---|
| Dacheindeckung 200 Euro/m² | 10.000 Euro | – |
| Solardacheindeckung 450 Euro/m² (am Beispiel Autarq) | – | 22.500 Euro |
| Solarmodule inkl. Montagesystem und Montage ca. 1.400 Euro/kWp | 9.000 Euro | |
| Summe | 19.000 Euro | 22.500 Euro |
Nach dieser Rechnung liegen die Kosten für eine Solardacheindeckung ca. 20 Prozent höher als für eine Dacheindeckung plus herkömmliche Aufdach-PV-Anlage. Bei den hypermodernen Dachpfannen sind noch größere Differenzen zu erwarten. Rein wirtschaftlich betrachtet, wäre von Solardachsteinen abzuraten. Doch es gibt auch zahlreiche Aspekte, die FÜR die Exoten sprechen:
- Das größte Plus ist der ästhetische Gewinn. Solardachziegel fügen sich harmonisch in das Gesamtbild eines Hauses ein, weil sie sich optisch kaum oder gar nicht von den ebenfalls verlegten Dachziegeln unterscheiden. Im mittlerweile riesigen Angebot finden alle Interessenten die passende Lösung für das eigene Hausdach.
- Solardachziegel lassen sich flexibel an die Gegebenheiten des Daches anpassen. Anders als bei aufdach-montierten, „starren“ Modulen sind Dachfenster, Gauben, Vorsprünge und Schornsteine kein Problem. Auch jede Eigenverschattung kann beim Verlegen elegant umgangen werden.
- Parallelschaltung vermeidet Leistungsverluste durch Verschattungen. Natürlich können auch große PV-Module parallel geschaltet werden, dies ist aus Kostengründen jedoch eher die Ausnahme.
- Der größeren Störanfälligkeit steht der schnellere Austausch gegenüber. Ein defekter Dachstein ist im Nu ersetzt.
- Bei parallel verschalteten Kleinspannungs-Systemen besteht für Handwerker und Feuerwehrleute geringere Gefährdung; bei reihenverschalteten Systemen gelten die Spannungswerte des Datenblatts und der Elektroplanung.
- Mit Solardachziegeln können selbst denkmalgeschützte Häuser eine PV-Anlage erhalten. Ob Ton- oder Schieferdeckung, rechteckig, spitzwinklig oder altdeutsch verlegte Dachpfannen, die originale Optik wird nicht beeinträchtigt.
- Eine Dacheindeckung mit Solarziegeln wiegt weniger als eine Dacheindeckung plus Photovoltaikmodule – und lastet damit weniger auf dem Dachgestühl. Dies kann statische Vorteile haben.
- Mit einer Deckschicht aus gehärtetem Glas erreichen viele Solardachziegel die hohe Hagelschutzklasse HW4 und überstehen damit Hagelkörner bis 40 mm Durchmesser bei rund 100 km/h Aufprall unbeschadet. Üblicher Standard ist HW3 (30 mm bei rund 86 km/h). Einzelne Solardach-Produkte erreichen die höchste VKF-Hagelschutzklasse HW5 (50 mm Hagelkorn).

Fazit
Bei einem bestehenden Gebäude wird’s unverhältnismäßig teuer. Zusätzlich zur Eindeckung mit den aktiven und passiven Dachsteinen muss noch das Abdecken der Immobilie mit in die Kalkulation einfließen. Bei einem intakten Dach ist eine Aufdachanlage einfach wirtschaftlicher. Etwas anders sieht es beim Dach eines Neubaus aus: Hier bewegen sich die Mehrkosten etwa im Rahmen von 20 bis 30 Prozent. Wenn die Optik die größte Rolle spielt – und das Budget es zulässt –, sind Solardachziegel sicher die attraktivste Option.
Eine gute Nachricht auch für Eigentümer denkmalgeschützter Häuser: Steht ohnehin eine Erneuerung der Dacheindeckung an, können sie gleich doppelt profitieren. Neben schönen, neuen Ziegeln erhält die Immobilie zugleich eine Photovoltaikanlage – mit allen Vorteilen der umweltfreundlichen Stromerzeugung. Eine die Optik beeinträchtigende Aufdachanlage würde die Gemeinde ohnehin niemals genehmigen.
Ein Punkt sollte auch dabei nicht vergessen werden: „Made in Germany“ ist in diesem Metier ein echtes Qualitätssiegel. Die Lage ist zurzeit zwar etwas unsicher, doch bevor China den Markt mit Billigangeboten überschwemmte, verhalfen deutsche Produzenten unserem Land zur Weltmarktführerschaft. Das Know-how ist nur teilweise abgewandert, innovative Unternehmen zeigen, dass die Reaktivierung längst stattgefunden hat …
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