Photovoltaik auf dem Terrassendach

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Photovoltaik auf dem Terrassendach

Terrasse bezeichnete im ursprünglichen Wortsinn eine Erdanhäufung. So etwas hat man ungern im Haus, davor aber umso lieber: Die Freiflächen laden im Sommer zum Verweilen, Spielen oder Arbeiten ein. Noch besser ist es, wenn sie überdacht sind. Bei blauem Himmel schützen sie Mensch und Möbel vor der Sonne, bei einem Regenguss bieten sie Unterschlupf. Ob direkt ans Haus angebaut oder getrennt davon: Die Idee, das Terrassendach als Fläche für Photovoltaik zu nutzen, liegt nahe. Zum Beispiel, weil es nicht für weitere Zwecke wie etwa zur Wärmedämmung oder als Durchlass für einen Schornstein genutzt wird. Vielfach wird ohnehin eine Überdachung der Terrasse geplant – warum nicht also dass Nützliche mit dem Sinnvollen verbinden? Tatsächlich sind viele entsprechende Lösungen auf dem Markt. Augenfälliger im öffentlichen Raum sind oftmals die nahen Verwandten der Terrassendächer: Carports, die aus ökologischen Gesichtspunkten idealerweise mit der Sonne von oben das E-Auto darunter laden.

Terrassendach mit Photovoltaik © zorro, stock.adobe.com
Terrassendach mit Photovoltaik © zorro, stock.adobe.com

Doch Aufmerksamkeit ist geboten. Zumal, wenn die Photovoltaik-Anlage nicht als bloße Erweiterung einer bestehenden Hausanlage, sondern als neue und eigenständige Investition gedacht ist. Sie kann Vor- und Nachteile haben. Ist es baulich beispielsweise nicht möglich, Photovoltaik auf dem Hausdach zu nutzen, bietet ein Terrassendach möglicherweise die Chance, trotzdem eigenen Sonnenstrom zu nutzen. Dem stehen oftmals finanzielle Fragen gegenüber: Terrassendächer sind in der Regel nicht sehr groß: Eine Anlage auf kleiner Fläche, die den eigenen Strombedarf nur dürftig decken würde, rechnet sich dann oftmals nicht. Wenn man nicht nur den finanziellen, sondern auch den ökologischen Aspekt einbezieht, sieht das schon wieder anders aus.

Hinzu kommt jedoch, dass eine Photovoltaik-Anlage auf dem Terrassendach in der Regel nicht förderfähig ist. Mit sinkenden Modul- und Anlagenpreisen sowie steigenden Preisen für eingekauften Strom verschiebt sich die Entwicklung jedoch langsam, aber stetig wieder mehr in Richtung Wirtschaftlichkeit. Kurzum: Die Voraussetzungen, eine PV-Anlage auf einem Terrassendach wirtschaftlich zu betreiben, sind insgesamt meist schwieriger als bei größeren Anlagen auf Hausdächern, in vielen Fällen aber trotzdem lohnend.

Tipp: Kein neuer, aber ein nach wie vor sehr wichtiger Hinweis: Am Beginn eines jeden Photovoltaik-Projektes sollte der eigene Strombedarf identifiziert werden. Danach rechnet man – am besten mit Expertenhilfe – möglichst genau durch, wie sich Kosten und Nutzen im individuellen Fall zueinander verhalten.
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Keine vollständige Verschattung

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, nimmt Solarmodule wohl meist als dunkle und schwer aussehende Quader wahr. Das ist von Weitem betrachtet nicht so verkehrt, und runde 20 Kilo, die solch eine Komponente im Schnitt wiegt, sind in der Tat kein Fliegengewicht. Befürchtungen, dass man den Tag zur Nacht macht, wenn man unter zehn oder mehr solcher Module sitzt, sind jedoch unbegründet. Zum einen ist eine vollständige Abdeckung nach oben oftmals erwünscht, lassen doch die offenen Außenseiten genug Luft und Licht auf die Terrasse durch. Zum anderen gibt es speziell für solche Anwendungsfälle auch lichtdurchlässige Solarmodule. Sie nutzen die Sonnenstrahlen, lassen aber auch genug von ihnen durch, so dass sich darunter ein im Sommer angenehmer Halbschatten bildet. Der Haken an der Sache ist, dass solche Module in der Regel kostspieliger sind als die altbekannten, nicht transparenten Standard-Modelle.

Ein Augenmerk muss zudem auf die Robustheit der Module gelegt werden. Terrassen verfügen meist über Flachdächer, die eben oder leicht abgeschrägt sind, jedoch selten den Neigungswinkel von Hausdächern erreichen. Bei völlig ebener oder nur sehr leicht geneigter Fläche kann der Reinigungsaufwand steigen, da Ablagerungen nicht nach unten rutschen, sondern liegenbleiben. Hinzu kommt eine größere Anfälligkeit für Wetterkapriolen wie starker Schneefall oder Hagel. Gegebenenfalls ist darauf zu achten, stabilere Fabrikate zu wählen. Zu bedenken ist auch, dass flach montierte Module meist einen geringeren Stromertrag bringen als solche, die in einem Neigungswinkel, beispielsweise auf Ständern, angebracht sind. Im Einzelfall ist eine Lösung gefragt, die den größten Ertrag mit dem Machbaren unter den jeweiligen baulichen Bedingungen verspricht. Last but not least sollte vor dem Startschuss für ein Solar-Terrassendach auch das Gespräch mit dem örtlichen Bauamt gesucht werden. Die Vorschriften unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und setzen häufig eine Baugenehmigung voraus, stehen der Realisierung in der Praxis aber meist nicht im Wege.

Photovoltaik-Anlagen auf terrassenähnlichen Vorbauten sind – von Carports abgesehen – in der Regel weniger sinnvoll. Pavillons, Markisen oder Sonnensegel punkten mit ihrer stofflichen Flexibilität, sind jedoch keineswegs stabil genug, um das Gewicht einer Photovoltaik-Anlage zu tragen. Wer weder über einen nutzbaren Vorbau noch über ein geeignetes Hausdach verfügt, aber trotzdem Photovoltaik nutzen will, für den eignen sich eventuell spezielle Folien, Kleinmodule oder Aufhängungen, die an der Fassade angebracht werden können. Die Forschung geht auch hier stetig voran. Es kann daher nicht schaden, sich einen Überblick über den aktuellen Markt zu verschaffen.

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