Beim Neubau Photovoltaikanlage direkt mitplanen

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Vom Dach bis zum Keller – Neubau samt Photovoltaik planen

Sie planen den Bau Ihres Eigenheims? In Ihrem Haus möchten Sie sich künftig selbst mit Strom versorgen? Dann sollten Sie eine Photovoltaik-Anlage bei der Bauplanung von vorneherein mitdenken. Überlegen Sie sich frühzeitig, welche Anforderungen Sie an die Produktion von Strom stellen, etwa an den Eigenverbrauch. Welche Bedingungen Sie hierfür durch Ihr Gebäude vorfinden, zum Beispiel die Ausrichtung des Daches. Und: Welche Maßgabe Sie mit frühzeitiger Planung beeinflussen können, wie die Ausstattung des Daches. Auch die unterschiedlichen Handwerksarbeiten können Sie vorab koordinieren.

Beim Neubau am besten direkt eine Photovoltaikanlage mitplanen © DanBu.Berlin, stock.adobe.com
Beim Neubau am besten direkt eine Photovoltaikanlage mitplanen © DanBu.Berlin, stock.adobe.com

Eine Checkliste:

  • Wie groß soll meine Photovoltaik-Anlage sein?

    Üblich ist es, die elektrische Leistung einer Photovoltaik-Anlage in Kilowattpeak (kWp) zu messen. Grob gerechnet werden für die Installation von rund 1 kWp Anlagenleistung etwa 6 bis 8 Quadratmeter Fläche benötigt.

    Wichtig: Die Anlagengröße sollte man nicht nach dem Verbrauch berechnen, sondern das Dach voll ausnutzen (Das besagt eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft/HTMI Berlin). Anlagengrößen bis 10 Kilowatt sind für ein Einfamilienhaus meist die wirtschaftlich sinnvolle Lösung.

    Der Gegencheck: Strom vom eigenen Dach kostet bei einer Anlagengröße von 5 bis 10 kWp etwa 13 bis 11 Cent pro Kilowattstunde, demgegenüber bezahlen Sie für Strom aus dem Netz über 30 Cent. Und wie es aussieht, werden die Strompreise auf Dauer bei den Netzbetreibern steigen.

    Solarthermie Anlagengröße: Planen Sie für die Zukunft
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    Übrigens: Mittlerweile ist es wirtschaftlicher, den erzeugten Strom selbst zu nutzen, anstatt ihn einzuspeisen, denn die Prämien für die Einspeisung sinken weiterhin.

  • Wofür will ich den erzeugten Strom nutzen?

    Bevor Sie mit der Berechnung beginnen, sollten Sie sich fragen, wofür Sie den selbst erzeugten Strom zusätzlich verwenden könnten. Die Erzeugung von warmem Wasser wäre eine Option, eine Wärmepumpe für Heizung und Klimaanalage ebenfalls. Oder eine noch wenig genutzte, aber zukunftsträchtige Möglichkeit ist ein Stromspeicher zum Laden eines Elektroautos, Ihres Elektroautos.

    Heizen mit Strom: Dank Solarstrom nicht mehr tabu
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    PV Anlage: Sauberer Strom für die E-Mobilität
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    Ein Stromspeicher lässt die Wirtschaftlichkeit der Anlage zwar sinken, dennoch bleibt sie auch dann rentabel.

    Eine Solarbatterie hilft den erzeugten Strom selbst zu nutzen
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  • Tipp: Mit dem Photovoltaik Rechner berechnen, ob sich eine Anlage rentiert. Trotz Förderkürzung kann man mit PV-Anlagen viel Geld sparen. Jetzt Rendite berechnen.
  • Wie wird mein Haus ausgerichtet sein?

    Südseite ist zur Nutzung von Sonneneinstrahlung für die Stromgewinnung top. Doch auch Ost- und Westseiten sind praktikabel. Letztere vor allem, wenn überwiegend für den Eigenverbrauch geplant wird. Denn in der Regel liegt der höchste Verbrauch in den Morgen- bzw. frühen Abendstunden. Mithin in den größten Produktionszeiten der Anlage.

  • Ausrichtung und Neigung der Photovoltaikanlage haben Einfluss auf den Ertrag
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  • Wie soll das Dach gestaltet sein?

    Hier treffen mehrere Bedingungen zusammen. Zum einen geht es darum, wie viel Dachfläche Sie für die Solarmodule vorgesehen haben. Wir hatten bereits gesagt, dass für 1 kWp Anlagenleistung etwa 6 bis 8 Quadratmeter Fläche benötigt werden. Bei einer jährlichen Erzeugung von zum Beispiel 4000 Kilowattstunden wären das 24 bis 32 Quadratmeter Fläche. Oder Sie nutzen – wie weiter oben besprochen – die Dachfläche komplett aus.

    Bei einem Neubau ergibt sich die Frage, ob Aufdachanlage oder Indachanlage? Eine Aufdachanlage ist die häufigste Art der Installation: Die Module werden auf das vorhandene gedeckte Dach montiert. Anders bei Indachanlagen. Hier stellen sozusagen die Solarmodule die Dachhaut dar. Das kann eine ästhetisch reizvolle Form sein. Besprechen müssen Sie das mit den Fachbetrieben, das heißt mit Dachdecker und Solarinstallateur gemeinsam.

    Photovoltaikanlage: Aufdach oder Indachmontage
    Photovoltaikanlage: Aufdach- oder Indachmontage

    Bei den Vorüberlegungen zum Dach geht es nicht nur um die Bedeckung, sondern auch um die tragende Konstruktion, insbesondere Sparrenbreite und Sparrenabstand. Auch diese Dimensionen spielen bei der Installation der Solarmodule eine Rolle. Inwieweit sich die Dämmung des Daches – etwa die Aufsparrendämmung zwischen Sparren und Bedeckung – bei Befestigen der Solarmodule auswirkt, muss ebenfalls mit den Fachbetrieben geklärt werden.

    Solaranlage auf einem Hausdach: Statische Voraussetzungen prüfen
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    Oft gibt es auch Hindernisse, die man sich selbst in den Weg legt, besser gesagt auf das Dach verlegt. So können Installationen von SAT-Schüsseln, Klimageräten oder Antennen vorgesehen sein. Die allerdings schränken den Platz für die Solarmodule ein oder werfen Schatten, die die Lichtgewinnung dezimieren. Daher: Elemente für den TV-Empfang oder Ähnliches auf der Seite des Daches anbringen lassen, die nicht für die Photovoltaik-Anlage genutzt wird.

    Beachten Sie bei der Planung der Solaranlage auch die Verschattung
    Beachten Sie bei der Planung der Solaranlage auch die Verschattung
    Photovoltaik: Versuchen Sie auch zukünftige Verschattungen zu berücksichtigen
    Photovoltaik: Versuchen Sie auch zukünftige Verschattungen zu berücksichtigen
    Tipp: Planen Sie auch die Montage von Dach und Solarmodulen zeitlich so ein, dass das Gerüst von beiden Handwerkern genutzt werden kann.
  • Wie werden die Solarkabel vom Dach in den Keller geführt?
    Mit eingeplant werden müssen ein Kabelschacht oder ein freier Kaminzug, der von den Solarmodulen auf dem Dach in den Keller zum Wechselrichter führt.

    Apropos Wechselrichter: Am besten geeignet für die Installation des Wechselrichters ist eine Umgebung, die kühl, trocken und sauber ist. Daher hat der Keller hier eindeutig Vorteile.

    Der Wechselrichter ist ein sensibles Gerät
    Der Wechselrichter ist ein sensibles Gerät

    Fragen Sie Ihren Bauträger nach einer „Vorrüstung für Photovoltaik-Anlagen“. Bei dieser Ausrüstung wird ein Leerrohr eingesetzt, das auf kürzestem Weg vom Modul oben zum Stromrichter unten führt. Da es verschiedene Größen gibt, sollten Sie auf einen genügend großen Durchmesser achten – und die Zwischendecken berücksichtigen –, so dass das Leerrohr freien Durchgang zum Anschlussraum hat. Nun ergibt sich eine weitere, banal erscheinende, aber oft vernachlässigte Frage:

  • Ist im Keller genügend Platz für die Anschlüsse vorgesehen?

    In Ihrem Hausanschlussraum, vielleicht auch Hauswirtschaftsraum, müssen Wechselrichter und, falls Sie sich dafür entscheiden, Stromspeicher untergebracht werden. Geben Sie den Geräten ausreichend Raum. Und sprechen Sie frühzeitig mit Bauträger und Elektroinstallateur.

    Falls Sie die Ladestation für ein Elektroauto ins Auge fassen – für die sogenannte Wallbox müssen Leitungen von einem Fachbetrieb verlegt werden. Auch den Ort für die Anbringung der Station sollten Sie festlegen: Garage oder draußen am Haus.

    Überhaupt sind die Netzanschlüsse ein Thema. Wenn Sie beispielsweise eine Wärmepumpe zum Heizen planen und sie mit Solarstrom betreiben möchten, sollte die Pumpe direkt an den Stromzähler, den für Netzbetreiber + Photovoltaik, angeschlossen werden. So sparen Sie den separaten Zählerplatz für die Wärmepumpe. Zwar ist der Stromtarif für die Pumpe beim Energieunternehmen günstiger, doch mit einem einzigen Stromzähler können Sie einen Teil des selbsterzeugten Stroms für die Wärmepumpe nutzen – der Eigenverbrauch steigt.

  • Wie viel kostet mich die Photovoltaik-Anlage?

    Bis hierher haben Sie die Photovoltaik-Anlage bereits Ihren Bedürfnissen angepasst. Viele Webseiten aus dem Solarbereich bieten an, die Kosten für die Installation zu berechnen.

    Viele Faktoren bestimmen den Preis einer Photovoltaikanlage
    Viele Faktoren bestimmen den Preis einer Photovoltaikanlage

    Merkmale, die Sie bei Recherche der Kosten und einem Anbieter berücksichtigen sollten: Gesamtleistung der Photovoltaik-Anlage und/oder Dachfläche, Ihr Konzept der geplanten Anlage sowei die Bauteile der Anlage: Kommen die Elemente von unterschiedlichen Herstellern, so müssen sie optimal aufeinander abgestimmt werden. Eine Aufgabe des Solarinstallateurs.

  • Wie finde ich einen guten Handwerksbetrieb?

    Sie sollten, wenn Sie Angebote einholen, nicht nur auf den Preis achten. Wichtig sind ebenfalls die Leistungen und Qualitätsmerkmale des Anbieters. Recherchieren Sie am besten nach Betrieben in Ihrer Umgebung, so sind künftig – nach Installation der Anlage – die Wege kurz. Fragen Sie im Bekanntenkreis nach. Machen Sie, nachdem Sie fündig geworden sind, auf jeden Fall einen Vor-Ort-Termin bzw. Termine mit mehreren Anbietern aus. Scheuen Sie sich daraufhin nicht, Qualitätsmerkmale nachzufragen – wie Fachkompetenz und Praxis des Betriebs. Ein Indiz sind Referenzen, aber auch der Nachweis regelmäßiger Schulungen.

    Eine ausführliche Fachberatung ist gold wert.
    Eine ausführliche Fachberatung ist gold wert.

    Zu den Qualitätsmerkmalen zählt auch ein Pass, den Sie sich ausstellen lassen sollten – „Photovoltaik-Anlagenpass“ und/oder „Photovoltaik-Speicherpass“. Entwickelt vom Bundesverband Solarwirtschaft gemeinsam mit dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke.

  • Brauche ich eine separate Versicherung?
    Die Photovoltaik-Anlage sollte zumindest in Ihrer Wohngebäudeversicherung eingeschlossen sein; so sind Sie vor Gefahren wie Sturm, Hagel, Blitz und Feuer abgesichert. Es könnte auch sein, dass eine Photovoltaik-Versicherung zu empfehlen ist. Etwa bei besonders teuren Anlagen oder als Voraussetzung für eine Finanzierung.

    Solaranlage: Nimmt Ihre bestehende Versicherung die Anlage auf
    Solaranlage: Nimmt Ihre bestehende Versicherung die Anlage auf

    Zum Schluss noch ein Wort zur Förderung: Falls Sie daran denken, Fördermittel in Anspruch zu nehmen, müssen die beantragt und auch bewilligt sein, bevor Sie einen Vertrag mit einem Installateur abschließen. Fragen Sie etwa bei Ihrer Hausbank wegen zinsgünstiger Darlehen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nach. Auch manche Bundesländer, Energieversorger und Kommunen bieten finanzielle Unterstützung an.

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