Solartankstelle fürs Elektroauto & mehr
Wer ein E-Auto fährt, wird sich sicher schon mit dem Gedanken befasst haben, das Dach von Garage oder Carport mit Solarzellen auszustatten. Dort kann der Stromer einfach an die Steckdose angeschlossen werden und die Energie tanken, die die Sonne kostenfrei auf die Erde schickt – direkter geht es kaum. Die eigene Solartankstelle ist jedoch nicht der einzige Anlass, sich eine Photovoltaik-Anlage auf die Garage oder das Carport montieren zu lassen. Wir nennen die Alternative und weisen auf die baulichen Voraussetzungen hin.

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Zunehmende Zulassungen von E-Autos
Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden im Jahr 2025 bundesweit 545.142 reine Batteriefahrzeuge – auch Battery Electric Vehicles (BEV) genannt – neu zugelassen, rund 43 Prozent mehr als im schwachen Vorjahr. Hinzu kamen 311.398 Plug-in-Hybride. Der Gesamtbestand an reinen Elektro-Pkw in Deutschland lag zum 1. Januar 2026 bei 2.034.260 Fahrzeugen. Zum Vergleich: 2019 wurden rund 63.000 BEV neu zugelassen; der BEV-Bestand lag Anfang 2019 erst bei 83.175 Fahrzeugen.
Ist es bei dieser rasanten Entwicklung verwunderlich, dass Garagen und Carports immer häufiger zu Solartankstellen werden? Wer ein E-Auto kauft, tut dies in der Regel aus Gründen des Umweltschutzes. Kommt der Strom dafür aus dem Kohlekraftwerk, ist nicht viel gewonnen …

Nutzung auch für die Stromversorgung im Wohnhaus
Kein Interesse an Elektroautos? Die Montage einer PV-Anlage auf dem Garagen- oder Carportdach kann sich für jeden Autofahrer lohnen. Erlaubt beispielsweise die Bauart des Hausdachs keine flächendeckende Installation von Solarpaneelen oder ist dort die Sonneneinstrahlung eher ungünstig, sollte die Eignung anderer Bauten für die Hausstromversorgung in Augenschein genommen werden. Garagen und Carports sind meist in Flachbauweise errichtet und eignen sich grundsätzlich gut für eine Installation von Solarzellen – ganz ähnlich wie zum Beispiel Terrassendächer. Hinzu kommt der ästhetische Aspekt: Module auf den Garagen fallen oft kaum auf oder können sogar als gestalterische Elemente eingesetzt werden.
Unterbau und Installation der Stellplatz-Photovoltaik
Zu prüfen ist allerdings, ob die Stabilität des kleinen bis mittelgroßen Dachs des Unterstands ausreicht, um eine gewichtige Photovoltaik-Anlage zu tragen. Insbesondere bei offenen Carports ist die Traglast schnell überschritten. Ist die Tragfähigkeit unklar oder gering, sollte ein Statiker oder Fachbetrieb prüfen, ob Verstärkungen, eine leichtere Befestigung oder im Einzelfall ein Neubau wirtschaftlich sind. Oft rechnet sich dies inklusive Solaranlage in der Kalkulation mit den Ersparnissen beziehungsweise Einkünften durchaus. Die Investitionen für die reine Photovoltaikanlage sind in der Regel nicht sehr hoch.
Wichtig ist die Beachtung der baurechtlichen Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes. Während einige sich mit einer Bauanzeige zufrieden geben, müssen in anderen mitunter langwierige Genehmigungsverfahren durchlaufen werden. Im Zweifelsfall kann das Bauamt vor Ort Auskunft geben, für welchen Bautyp welche Unterlagen erforderlich sind.
Der Installationsaufwand bleibt im Rahmen. Manche Dienstleister haben sich auf das Angebot von Komplettpaketen spezialisiert, das heißt, sie übernehmen von der Planung bis zur Inbetriebnahme alle Schritte der Installation. Wer Anlagen in Eigeninitiative beim Händler oder im Internet bestellt, kann die mechanische Montage teilweise selbst vorbereiten; der elektrische Anschluss, die Anmeldung und Inbetriebnahme am Netz müssen jedoch durch ein eingetragenes Installationsunternehmen erfolgen. Bei fehlendem Know-how ist unbedingt ein Fachmann zurate zu ziehen. Eine bereits bestehende Photovoltaikanlage auf einer Garage oder einem Carport ist dank Modulbauweise der Solarzellen in der Regel leicht zu erweitern – sofern genügend Platz auf dem Dach vorhanden ist.
Eine Ladestation für das E-Auto bedeutet natürlich zusätzliche Kosten. Die Autobauer bieten diese meist zusammen mit den Automodellen an. Um die Installation kommt man aber nicht umhin. Wenn der erzeugte Strom auch abends oder nachts, wenn die Sonne nicht scheint, genutzt werden soll, kann ein Stromspeicher sinnvoll sein. Energiespeicher für Photovoltaikanlagen sind für Inselanlagen unumgänglich, in Zeiten sinkender Einspeisevergütungen aber auch für netzgekoppelte Photovoltaikanlagen wieder interessant.

Eigenverbrauch lohnt nach wie vor am meisten
Als grobe Orientierung kann eine Dachfläche von rund 20 Quadratmetern für mehrere Kilowatt PV-Leistung ausreichen; ob der Betrieb wirtschaftlich ist, hängt aber von Montagekosten, Eigenverbrauch und Verschattung ab. Allerdings schreitet die technische Entwicklung fort und die Solarzellen werden immer effizienter und leistungsfähiger. Daher ist die Zahl allein wenig aussagekräftig. Eine fachmännische Beratung kann anhand individueller Kenndaten eines Projekts schnell beantworten, ob die Installation sinnvoll ist oder nicht.

In die Rechnung sollte selbstredend mit einfließen, wofür der gewonnene Strom verwendet werden soll: zum Betanken eines E-Autos, zur Eigennutzung im Haushalt, oder zur Einspeisung ins Netz? Oder alles auf einmal? Bei der Einspeisung ins Netz erhält der Erzeuger eine Vergütung, die langfristig deutlich niedriger ist als früher und für neue Anlagen regelmäßig angepasst wird. Mit den gleichzeitig steigenden Strompreisen der Energieversorger wird es damit immer wirtschaftlicher, möglichst viel des eigenerzeugten Stroms selbst zu verbrauchen.
Last but not least sollte auch der ökologische Aspekt berücksichtigt werden. Er mag nicht immer auf Cent und Euro berechenbar sein, ist für viele aber ein wichtiges Argument für die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage.

Fazit: Für wen lohnt sich eine Solaranlage auf Garage oder Carport?
Für viele Hausbesitzer ist das Garagen- oder Carportdach eine sinnvolle Ergänzung zur Hauptanlage auf dem Wohngebäude – oder sogar ein vollwertiger Ersatz, wenn das Hauptdach ungeeignet ist. Besonders lohnend ist die Investition, wenn ein Elektroauto vorhanden ist oder geplant wird: Selbst erzeugten Strom direkt vor der Haustür zu laden, ist die wirtschaftlichste und ökologisch effizienteste Lösung. Aber auch ohne E-Auto rechnet sich eine gut dimensionierte Anlage durch hohen Eigenverbrauch im Haushalt – in der Regel deutlich besser als eine reine Einspeisung ins Netz. Entscheidend sind eine ausreichend tragfähige Dachkonstruktion, möglichst geringe Verschattung und eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung durch einen Fachbetrieb.
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