Eigenverbrauch von Solarstrom

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Eigenverbrauch von Solarstrom: Bedeutung und Vorteile

Über 64.000 PV-Dachanlagen wurden nach einer Schätzung der Agentur für Erneuerbaren Energien 2017 in Deutschland installiert. Wer Solarstrom mit einer Photovoltaikanlage erzeugt, hat zwei Optionen: Ins Netz einspeisen und damit an den Netzbetreiber verkaufen oder selbst verbrauchen. Beide Strategien bergen Vor- und Nachteile. Lesen Sie im folgenden Text, wann der Eigenverbrauch sich lohnt.

Solaranlage auf einem Hausdach © smileus, fotolia.com
Solaranlage auf einem Hausdach © smileus, fotolia.com

Solarstrom: Einspeisen oder selbst verbrauchen

Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) regelt seit 2000 die Vergütung für Solarstromproduzenten, die ihren Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Wieviel sie daran verdienen, hängt vom Jahr der Inbetriebnahme ihrer Anlage ab. Die festgelegte Vergütung wird über 20 Jahre garantiert.

Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Mindestvergütung pro Kilowattstunde in den Jahren 2010 bis 2018 (bei Inbetriebnahme am 01.01. des jeweiligen Jahres) am Beispiel einer Photovoltaikanlage mit 10 kWp.

Jahr 2010 2012 2014 2016 2018
Vergütung [ct/kWh] 39,14 24,43 13,68 12,75 12,20

Das Gesetz sieht eine kontinuierliche Absenkung der Mindestvergütung vor, die vom Zuwachs der Gesamtkapazität der Photovoltaikanlagen in Deutschland abhängig ist. Da insbesondere Dachsolaranlagen eine Hochkonjunktur erleben, ist auch für die Zukunft mit einer Abnahme der Mindestvergütung zu rechnen.

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Die Stromgestehungskosten stellen den zweiten Posten dar, der bei der Entscheidung für oder gegen den Eigenverbrauch eine Rolle spielt. Sie bilden das Verhältnis zwischen den Gesamtkosten für die Solaranlage und der während ihrer Lebensdauer produzierten Strommenge. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) schätzt, dass 2018 in Deutschland selbsterzeugter Strom 10 bis 13 Cent pro Kilowattstunde kostet.

Solarstrom lohnt sich langfristig
Solarstrom lohnt sich langfristig

Zu den Gesamtkosten zählen:

  • Anschaffungskosten ( €/kW Nennleistung)
  • Finanzierungskosten (z.B. Zinsen bei einer KfW-Finanzierung)
  • Betriebskosten (Reparatur, Reinigung, Austausch des Wechselrichters)

Die erzeugte Strommenge ist wiederum von den Faktoren

  • Dachausrichtung
  • Wetterverhältnisse und Sonnenstunden am Einsatzort
  • Wirkungsgrad und Lebensdauer der Anlage

Bei einem durchschnittlichen Strompreis der Zulieferer von 29,4 Cent pro Kilowattstunde sparen Besitzer einer neuen Solaranlage also um die 17 Cent pro Kilowattstunde, wenn sie den selbsterzeugten Strom in ihrem Haushalt verbrauchen. Solarstrom zum Eigenverbrauch erzeugen lohnt sich also:

  • wenn Sie eine Anlage besitzen, die Sie in den letzten 6 Jahren installiert haben.
  • wenn Sie sicher sein wollen, umweltfreundlichen Strom zu nutzen.
ACHTUNG! Haben Sie Ihre PV-Anlage zwischen dem 01.01.2009 und dem 31.03.2012 installiert, bekommen Sie auch beim Eigenverbrauch eine Vergütung. Auf dieser Weise kann sich lohnen, den selbsterzeugten Strom zu nutzen, auch wenn Sie noch hohe Preise beim Verkauf erzielen.

Eigenverbrauch und Steuer

Steuern © K. U. Häßler, fotolia.com
Steuern © K. U. Häßler, fotolia.com

Einen möglichen Nachteil bei der Erzeugung von Solarstrom stellt die Bürokratie dar. Verkaufen Sie Strom an den Netzbetreiber, sind Sie als Unternehmer tätig und dementsprechend einkommens- und umsatzsteuerpflichtig. Aber nicht nur auf den verkauften, sondern auch auf den selbstverbrauchten Strom wird die Umsatzsteuer fällig. Dabei geht das Finanzamt so vor, als ob Sie dem Netzbetreiber Strom verkaufen und ihn von ihm wieder zurückkaufen würden. Vom fiktiven Verkaufserlös rechnet es 19 Prozent Mehrwertsteuer. Verfügt Ihre PV-Anlage über keinen zweiten Zähler, der den Eigenverbrauch misst, wird er abgeschätzt.

TIPP Haben Sie keine oder geringe selbstständigen Einkünfte und verdienen Sie mit dem Verkauf von Solarstrom nicht mehr als 17.500 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) pro Jahr, können Sie die Kleinunternehmerregelung anwenden. Damit können Sie auf die Zahlung der Mehrwertsteuer auf den Eigenverbrauch verzichten, bekommen aber keine Rückerstattung der Mehrwertsteuer bei einem Neukauf.

Stromspeicher für die flexible Nutzung

Lithiumspeicher © sonnen GmbH
Moderner Lithiumspeicher © sonnen GmbH

Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom abhängig von der Sonneneinstrahlung. Diese ist jedoch weder über das Jahr noch über den Tag konstant. Am ertragreichsten sind die Frühlings- und Sommermonate und die Mittagsstunden. Aber gerade im Winter entsteht in den Abendstunden eine Stromverbrauchsspitze. Mit Hilfe von Batterien kann die von der PV-Anlage produzierte Energie gespeichert werden, was den Eigenverbrauch erhöht.

Als Stromspeicher dienen heute fast ausschließlich Lithium-Ionen-Batterien, die trotz ihrer höheren Kaufpreise die Blei-Akkus wegen ihrer längeren Lebensdauer und ihres höheren Wirkungsgrads verdrängt haben. Auch was die Entladetiefe angeht, sind die Lithium-Ionen-Akkus den Blei-Akkus überlegen. Damit ist die gespeicherte Energie gemeint, die im Betrieb tatsächlich genutzt werden kann.

Folgende Tabelle verdeutlicht die Eigenschaften der modernen Stromspeicher im Vergleich zu den Blei-Akkus.

Lithium-Ionen-Akkus Blei-Akkus
Entladetiefe [%] bis zu 100 maximal 60
Wirkungsgrad [%] 90-95 80-85
Lebensdauer [Zyklen] > 5000 2000-3000
Preis +++ +

 

Die Kapazität des Stromspeichers bestimmt die Strommenge, die gespeichert werden kann. Für einen Haushalt mit einem Stromverbrauch zwischen 4000 und 5000 Kilowattstunden pro Jahr, was dem durchschnittlichen Profil einer vierköpfigen Familie entspricht, ist ein Speicher mit einer Kapazität (Nennenergie) von 5 kWh geeignet. Solche Module sind bereits ab 2.000 Euro zu haben.

Fazit

Wegen der sinkenden Vergütung beim Verkauf von Solarstrom an die Energieanbieter, lohnt sich bei neuen Anlagen der Eigenverbrauch zunehmend. Bereits für 10 – 13 Cent pro Kilowattstunde (Schätzung Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme) können moderne PV-Anlagen je nach Leistung und Ort umweltfreundlichen, selbsterzeugten Strom liefern. Wer diesen Weg wählt, muss die Umsatzsteuer auf den selbstverbrauchten Strom an das Finanzamt abführen. Solaranlagenbesitzer, deren selbstständige Einkünfte 17.500 Euro im Jahr nicht überschreiten, können jedoch durch Anwendung der Kleinunternehmerregelung darauf verzichten.

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