Photovoltaik Inselanlage

PV-Ersparnis schätzen
1Verbrauch
2Dach
3Ergebnis
Personen im Haushalt
Dach / Anlage
ca. 1.400–1.800 €
Ersparnis / Jahr · bei 8 kWp · mit Speicher
Grobe Schätzung · 37 ct/kWh · Süddach angenommen

Autarke Stromversorgung ohne Netzanschluss

Ist kein Anschluss an ein öffentliches Stromnetz vorhanden oder das Anschließen zu aufwendig bzw. zu teuer, bietet sich eine Inselanlage an. Mit einer auch Off Grid oder Solar Home System bezeichneten PV-Anlage ist es möglich, den individuellen Bedarf an Strom vor Ort selbst zu decken. Typisch sind Inselanlagen zum Beispiel in Ferienhäusern, Berghütten und entlegenen Regionen – oder unterwegs.

Photovoltaik Inselanlage auf einer Hütte in den Bergen © Kalle Kolodziej, stock.adobe.com
Photovoltaik Inselanlage auf einer Hütte in den Bergen © Kalle Kolodziej, stock.adobe.com
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Insel-Anlagen bringen Strom in abgelegene Orte
Insel-Anlagen bringen Strom in abgelegene Orte

Funktion und Komponenten einer Photovoltaik-Inselanlage

Schema einer Photovoltaik- Inselanlage
Schema einer Photovoltaik- Inselanlage

Eine PV-Inselanlage funktioniert nicht grundsätzlich anders als eine netzgekoppelte PV-Anlage. Dennoch gibt es einiges zu beachten: Im Unterschied zu einer ans öffentliche Netz angeschlossenen Photovoltaikanlage braucht eine Inselanlage immer einen Laderegler und eine Batterie.

Der Laderegler passt das Ladeverfahren an die jeweilige Batterie an und verhindert damit ein lebensverkürzendes Überladen. Moderne Laderegler arbeiten mit MPPT-Technologie (Maximum Power Point Tracking) und steigern den Solarertrag gegenüber älteren PWM-Reglern spürbar. Geräte mit 12-V-Spannung können über ein geeignetes 12-V-Bordnetz versorgt werden – in der Praxis meist aus der Batterie und über Laderegler bzw. DC-Absicherung. Dazu gehört alles, was auch an einer 12-V-Bordsteckdose („Zigarettenanzünder“) angeschlossen werden kann – wie Ladeadapter fürs Notebook, Navigationsgeräte, Kühlboxen, LED-Leuchten, Ladegeräte, Navigationsgeräte, Kühlboxen, Wasserpumpen und Camping-Fernseher; Hochleistungsgeräte wie Wasserkocher, Mikrowelle oder Haartrockner nur mit passend ausgelegter Batterie, Verkabelung und Absicherung.

Bei energiehungrigen Geräten wie Heizofen, Toaster, Elektrogrill, Kühlschrank und Waschmaschine sieht das anders aus. Da nicht auf Netzstrom zugegriffen werden kann (und die Sonne oft gerade dann nicht scheint, wenn man sie braucht), muss für das reibungslose Funktionieren genügend Solarstrom in einer Batterie, genannt Stromspeicher, gesammelt werden. Bleiakkumulatoren sind robust und hinsichtlich ihrer Zyklusfestigkeit (wie oft kann geladen und entladen werden) und der Leistungsfähigkeit auf den Einsatz in der Inselanlage optimiert. Für regelmäßig genutzte Inselanlagen setzt sich heute LiFePO₄-Lithiumtechnologie (Lithium-Eisenphosphat) durch – diese Akkus sind wartungsärmer, deutlich leichter und bieten erheblich mehr Ladezyklen.

Hinweis: Autobatterien sind nicht geeignet, da der Betrieb im Auto andere Anforderungen an die Lade- und Entladeeigenschaften stellt. So müssen beim Motorstart beispielsweise kurzfristig hohe Ströme abgegeben werden. Bei einer Inselanlage ist das nicht erforderlich. Hier kann die Batterie statt auf Stromabgabe auf Lebensdauer optimiert werden.
Die Leistung eines Insel-Wechselrichters richtet sich nach der Ausgangsleistung
Die Leistung eines Insel-Wechselrichters richtet sich nach der Ausgangsleistung

Im nächsten Schritt verwandelt der Wechselrichter den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom für die 230/240-V-Verbraucher um. Bei Wechselrichtern für Inselanlagen, den sog. Inselwechselrichtern, richtet sich die Leistung nach der Ausgangsleistung.

Zusammengefasst werden für eine Inselanlage – je nach Größe und Aufbau – typischerweise folgende Komponenten benötigt:

  • Solarmodule
  • Generatoranschlusskasten
  • Verkabelung
  • Laderegler
  • Energiespeicher
  • Inselwechselrichter
Erforderliche Komponenten für die PV-Inselanlage
Erforderliche Komponenten für die PV-Inselanlage
Tipp: Auch bei Photovoltaikanlagen auf einem Wohnmobil oder auf Booten handelt es sich um eine Inselanlage. Hier wird meist die sowieso vorhandene Bordbatterie mit dem Solarstrom geladen. Praktisch ist ein Komplett-Set, das bereits alle erforderlichen Komponenten enthält.
Photovoltaik Komplettsets sind praktisch und leicht zu installieren
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Berechnung der Batteriegröße

Bei einer Inselanlage muss ziemlich genau abgeschätzt werden, wie viel Strom zu welchen Zeiten benötigt wird. Schließlich kann nicht benötigter Strom nicht in das öffentliche Netz eingespeist werden. Bedarf und Leistung sollen so gut wie möglich aufeinander abgestimmt sein. Dabei geht man am besten in folgenden Schritten vor:

  1. Berechnung des Strombedarfs: Alle Verbraucher (Leistungsaufnahme in Watt) und ihre mögliche Betriebszeit pro Tag abschätzen und multiplizieren (Ergebnis in Wattstunden bzw. Kilowattstunden pro Tag). Errechneten Bedarf um 10 bis 15 % erhöhen, um Leitungsverluste oder Ladeverluste abzudecken.
  2. Abschätzung der Spitzenleistung (Watt Peak): Danach Berechnung der Leistung der Photovoltaikanlage (in Watt bzw. Kilowatt) nach benötigter Arbeit (aus 1).
  3. Berechnung der Batteriegröße: Tagesverbrauch (aus Schritt 1) multiplizieren mit der Anzahl der Tage, für die die Stromversorgung sichergestellt sein soll (üblicherweise 3 Tage). Zusätzlich wieder eine Reserve einrechnen. Teilt man nun den Bedarf (in Watt- bzw. Kilowattstunden) durch die Spannung der Batterie, meist 12 V, erhält man die notwendige Kapazität (in Amperestunden). Diese muss im Falle von Bleibatterien noch verdoppelt werden, weil die Batterie dauerhaft nicht komplett entladen werden darf. Lithium-Batterien können tiefer entladen werden.

Beispielrechnung: Wochenendhaus oder Berghütte

So sehen die Schritte mit konkreten Werten aus – als Orientierung für ein typisches Wochenendhaus mit moderatem Strombedarf:

Beispiel: Strombedarf, Modulleistung und Batteriegröße

1Strombedarf pro Tag
4× LED-Lampen je 8 W, 4 h128 Wh
Kompressor-Kühlbox 50 W (30 % Einschaltdauer)360 Wh
Notebook und Handy laden100 Wh
Wasserpumpe, Radio, Kleinverbraucher65 Wh
Summe: 653 Wh · mit 15 % Sicherheitsaufschlag → ≈ 750 Wh/Tag
2Modulleistung
Mittlerer Tagesertrag in Deutschland (Jahresmittel)≈ 2,5 kWh/kWp
750 Wh ÷ 2.500 Wh/kWp≈ 0,3 kWp
Empfehlung: ≈ 300 Wp Modulleistung – im Winter ggf. größer dimensionieren.
3Batteriegröße (3 Tage Reserve, 12 V-System)
Bedarf: 750 Wh × 3 Tage2.250 Wh
2.250 Wh ÷ 12 V (nutzbare Kapazität)≈ 188 Ah
LiFePO₄ (90 % nutzbar)≈ 210 Ah Nennkapazität
Bleiakku (50 % nutzbar)≈ 375 Ah Nennkapazität
Empfohlene Auslegung
≈ 300 Wp Module + 210 Ah LiFePO₄ (12 V)
Reicht für 3 Tage Schlechtwetter bei 750 Wh täglichem Verbrauch.
Beispielrechnung · Werte aus diesem Artikel · Bei ganzjährigem Betrieb empfiehlt sich eine Auslegung auf den Winter-Tagesertrag.

Der Unterschied zwischen den Batterietechnologien wirkt sich direkt auf die Systemgröße und -kosten aus:

Merkmal Bleiakku (AGM/Gel) LiFePO₄-Lithium
Ladezyklenca. 300–800+ Zyklen (je nach Typ/DoD)ca. 2.000–6.000+ Zyklen (qualitätsabhängig)
Entladetiefe (DoD)max. 50 %bis 80–90 %
Nutzbare KapazitätHalbe NennkapazitätFast volle Nennkapazität
GewichtSchwerDeutlich leichter
WartungAGM/Gel wartungsarm; Ladezustand und Anschlüsse prüfenWartungsarm; BMS/Anschlüsse prüfen
AnschaffungskostenGünstigHöher, dafür langlebiger
EmpfehlungEinfache, selten genutzte SystemeRegelmäßig genutzte Inselanlagen
Stand: 2026 · Zykluswerte qualitätsabhängig · DoD = Depth of Discharge (nutzbare Entladetiefe) · AGM = Absorbent Glass Mat (Vlies-Bleiakku)
Tipp: Großverbraucher wie Kühlschränke können auch mit Gas betrieben werden.
Solarspeicher © Markus Dehlzeit, stock.adobe.com
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Strombedarf einer Inselanlage

Vor- und Nachteile im Überblick

TypVorteile und Nachteile
Inselanlage
  • Kein Stromanschluss nötig
  • 100-prozentige Autarkie
  • Für Notstrom installierbar
  • Am Hauptwohnsitz meist kein sinnvoller vollständiger Netzersatz; örtliches Bau-/Satzungsrecht und Netzanschlussbedingungen prüfen
  • Im Notfall kein Anschluss ans öffentliche Stromnetz
  • Stromspeicher ein Muss
  • Installation des Notstromsystems ist teuer

Wann ist eine Inselanlage die richtige Wahl?

Eine Inselanlage ist vor allem dort sinnvoll, wo kein Netzanschluss besteht oder der Anschluss unverhältnismäßig teuer wäre – bei Berghütten, Ferienhäusern in entlegener Lage, Gartenhäusern ohne Stromanschluss und mobilen Anwendungen wie Wohnmobil oder Boot. Wer dagegen bereits am Stromnetz angeschlossen ist, fährt mit einer klassischen netzgekoppelten PV-Anlage in der Regel wirtschaftlicher: Die Systemkosten sind niedriger, und Überschussstrom kann eingespeist werden.

Eine Inselanlage als Ergänzung zum bestehenden Netzanschluss – etwa zur Notstromversorgung einzelner kritischer Verbraucher – ist auch am Wohnsitz möglich. Als vollständiger Ersatz des Netzstroms ist sie dort jedoch in der Regel keine sinnvolle Lösung: Eine vollständig autarke Versorgung muss auch lange Schlechtwetterperioden überbrücken, was sehr große Speicherkapazitäten und überdimensionierte Module erfordert. Hinzu kommt: Ob ein Gebäude ohne Stromnetzanschluss zulässig ist, hängt vom örtlichen Bau-/Satzungsrecht und den Anschlussbedingungen ab; pauschal lässt sich das nicht bundesweit beantworten.

Welche Anlagenart passt zu Ihrer Situation?

Insel-, netzgekoppelte oder mobile Anlage?

1Liegt der Standort am öffentlichen Stromnetz?
JaNetzgekoppelte Anlage ist meist wirtschaftlicher: günstiger pro kWp, Überschuss kann eingespeist werden.
NeinInselanlage prüfen → weiter mit Frage 2
2Mobile Anwendung (Wohnmobil, Boot, Bauwagen)?
JaKomplettset mit 12-V-System: Module, Laderegler und Lithium-Bordbatterie als fertiges Paket.
NeinStationäre Inselanlage → weiter mit Frage 3
3Regelmäßige Nutzung über das ganze Jahr?
Ja, regelmäßigVollwertige Inselanlage mit LiFePO₄-Speicher, MPPT-Laderegler und großzügig dimensionierten Modulen.
Nur saisonalEinfaches System mit AGM-Bleibatterie ist günstiger – die geringere Zyklenzahl reicht oft aus.
HinweisBei Unsicherheit klärt ein regionaler Fachbetrieb den tatsächlichen Bedarf und die passende Systemgröße.

Ob eine Insel- oder netzgekoppelte Anlage die wirtschaftlichere Lösung für Ihren konkreten Fall ist, lässt sich am besten mit einem regionalen Fachbetrieb klären – dieser kann den tatsächlichen Strombedarf berechnen und die Systemgröße passend dimensionieren. Hier finden Sie qualifizierte PV-Fachbetriebe in Ihrer Region.

Muss eine Inselanlage angemeldet werden?

Eine echte Inselanlage – also eine Photovoltaikanlage, die in keiner Weise mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden ist – muss weder beim Netzbetreiber angemeldet noch im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur registriert werden. Voraussetzung ist, dass weder eine direkte noch eine indirekte Verbindung zum Hausstromnetz besteht: Auch eine manuelle Umschaltvorrichtung oder eine Notstromfunktion, die im Bedarfsfall mit dem Hausnetz koppelt, würde die Anmeldepflicht auslösen.

Typische Beispiele für anmeldefreie Inselanlagen sind Solarsysteme auf Wohnmobilen und Booten, autarke Anlagen auf Berghütten oder Ferienhäusern ohne Netzanschluss sowie Solarmodule für Gartenhäuser, die ausschließlich eine separate 12-Volt-Verbraucherinsel versorgen. Sobald Strom aus der Inselanlage über eine Steckdose oder einen festen Anschluss in ein mit dem öffentlichen Stromnetz verbundenes Hausstromnetz (eine angeschlossene Kundenanlage) fließen kann, gilt die Anlage rechtlich als netzgekoppelt – und die regulären Meldepflichten (innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im MaStR) greifen.

Hinweis: Baurechtliche Vorgaben können dennoch gelten. Je nach Bundesland und Gemeinde sind beispielsweise für die Modulmontage auf festen Gebäuden bauordnungsrechtliche Anforderungen zu beachten – das Bauamt vor Ort gibt verlässliche Auskunft.
Photovoltaik Inselanlage auf einer Hütte in den Bergen © Kalle Kolodziej, stock.adobe.com
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