Photovoltaikanlage Garantie und Gewährleistung

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Trau, schau, wem! – auch bei Garantien für Photovoltaik-Anlagen

Meist erinnert man sich an die Redensart, wenn es bereits passiert ist. Wenn etwa ein Mangel an der Photovoltaik-Anlage aufgetreten ist. Und daher gilt rechtzeitiges Informieren: Beschäftigen Sie sich bei Kauf der Anlage, am besten schon vorher, konzentriert mit Gewährleistungen und Garantien, die Ihnen Gesetzgeber, Hersteller und Verkäufer beziehungsweise Solarinstallateur einräumen.

Haus mit Photovoltaikanlage © slavun, stock.adobe.com
Haus mit Photovoltaikanlage © slavun, stock.adobe.com

Eines vorweg: Notieren Sie direkt bei Kauf der Photovoltaik-Anlage in Ihrem Terminkalender, wann die gesetzliche Gewährleistung abläuft – in der Regel ist das nach zwei Jahren. Bis dahin nämlich sollten Sie überprüfen, ob die Anlage fehlerfrei funktioniert und die verbriefte Leistung bringt. Ist das nicht der Fall, sind Sie – bei Reklamation – gesetzlich abgesichert.

Doch einen Schritt nach dem anderen. Was ist überhaupt der Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung. Die Begriffe werden im allgemeinen Sprachgebrauch gerne in einen Topf geworfen. Was ein Fehler ist.

Gewährleistung und Garantie – ungleiche Gesellen

Hier eine kurze Gegenüberstellung der Ansprüche, die Sie mit dem Kauf Ihrer Solarstromanlage erwerben:

Gewährleistung Garantie
Gesetzlich geregelt Freiwillige Leistung
Vertragspartner (z. B. Solarinstallateur) Garantiegeber, in der Regel Hersteller
Recht auf Mangelbeseitigung Vereinbarung laut Garantieerklärung
2 bis 5 Jahre Haltbarkeitsgarantie während festgelegten Zeitspanne, meist für Komponenten
Recht auf Rückabwicklung des Vertrages, Schadenersatz Leistungsgarantie: festgelegte Leistungseinbußen dürfen nicht überschritten werden

Auf die Gewährleistung, die allgemein beim Kauf von Waren gesetzlich geregelt ist, können Sie sich verlassen. Müssen, um sie geltend zu machen, allerdings eine Verjährungsfrist einhalten. In der Regel sind das 2 Jahre, eine Ausnahme wären 5 Jahre. Letztere ist bei Photovoltaik-Anlagen eher selten und käme etwa zustande, wenn Verkäufer und Käufer, also Solarinstallateur und Sie, einen separaten Werkvertrag über Planung und Montage eingehen würden. Fast immer wird jedoch ein Kaufvertrag abgeschlossen, der die Montage beinhaltet. Und damit gelten 2 Jahre.

Solaranlage Vertrag © kajano, stock.adobe.com
Solaranlage Kaufvertrag: In der Regel gelten zwei Jahre Gewährleistung © kajano, stock.adobe.com
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Nicht zögern und Mängel melden

Während dieser Zeit haben Sie ein Recht darauf, dass auftretende Mängel von Ihrem Vertragspartner beseitigt werden, also dem Betrieb, mit dem Sie den Kaufvertrag abgeschlossen haben. Doch Vorsicht: Hierbei geht es nicht um Ihre Ansprüche gegenüber dem Hersteller der Photovoltaik-Anlage – die sind in den Garantiebedingungen enthalten. Und die Rechte gegenüber dem Garantiegeber werden später besprochen.

Streikt die Anlage also oder leistet nicht das, was zugesagt wurde, so können Sie bei dem Verkäufer, dem Solarinstallateur auf Reparatur bestehen. Wobei er die Kosten für Transport, Arbeit und Material ebenfalls tragen muss. Wichtig: Für die Behebung des Mangels müssen Sie eine Frist setzen. Wird die vom Betrieb nicht eingehalten, haben Sie einen Anspruch auf Rückabwicklung des Vertrages.

Schaden an einer Solaranlage © Luftbildfotograf, stock.adobe.com
Schaden an einer Solaranlage © Luftbildfotograf, stock.adobe.com

Weiterer Vorteil: Sie sitzen mit Ihrem Solarinstallateur sozusagen in einem Boot. Denn er kann seine Ansprüche, vielleicht schadhafte Komponenten, an seinen Lieferanten, an den Hersteller weiterreichen. Das war nicht immer so geregelt, ist aber seit 2018 gesetzlich verankert. So weit die gesetzliche Gewährleistung.

Mit Unterzeichnung des Kaufvertrages werden Ihnen auch die Garantiebedingungen des Herstellers vorgelegt. Und die kann das Unternehmen selbst gestalten. Übrigens handelt es sich keineswegs um Garantien des Solarinstallateurs – auch das sollte man nicht verwechseln –, sondern immer um die Verpflichtungen des Herstellers. Gesetzliche Vorgaben zur Gestaltung der Garantieerklärung gibt es kaum; es handelt sich mehr oder weniger um eine freiwillige Leistung. Aber auf eines können Sie bestehen: Das Dokument muss einfach und verständlich sein. Und darf keine Widersprüche enthalten. Ein Beispiel: Es darf nicht an einer Stelle der Erklärung heißen, dass die Montagekosten bei Reparatur übernommen werden, und an anderer Stelle, dass die Aufwendungen für die Installation vom Käufer zu tragen sind.

Haltbarkeit und Leistung – zwei Paar Schuh

Die Garantien für Photovoltaik-Anlagen sind zum einen Haltbarkeitsgarantien. Das heißt sie sichern Mangelfreiheit für einen bestimmten Zeitraum zu. Nun kann das bei den einzelnen Bauteilen unterschiedlich sein. Daher sollten Sie darauf bestehen, dass Sie klare Garantiebedingungen sowohl für die Solarmodule, für den Wechselrichter als auch, falls vorgesehen, für den Speicher erhalten. Natürlich immer schriftlich als Urkunde.

Insbesondere bei Speichern sollten Sie schauen, was im Fall der Fälle ersetzt wird. Handelt es sich um den vollen Kaufpreis oder um einen Zeitwert, der durch Gebrauch des Gerätes geringer ausfällt.

Achten Sie darauf, ob Komponenten verschiedener Hersteller verbaut sind. Was in Ordnung ist. Aber hier ist es vorteilhaft, wenn eine einzige Garantie alle Komponenten einschließt.

Die Haltbarkeitsgarantie ist das eine, die Leistungsgarantie das andere. Insbesondere Solarmodule unterliegen einem Alterungsprozess. In der Regel werden Toleranzen, etwa von 3 Prozent, einbezogen. Da Garantien bis zu 30 Jahre gegeben werden, müssen für den Zeitverlauf Leistungsverluste angegeben sein. Diese Degression ist meist tabellarisch aufbereitet; es ist erkenntlich, in welchem Jahr ab Inbetriebnahme wie viel Leistung als garantiert gilt. Besonders beachten sollten Sie hierbei die Bezugsgröße: Ist es die Mindestnennleistung, also die Leistung, die die Module erbringen sollen – oder ihre tatsächliche Leistung. Fragen Sie doch einfach nach bei Abschluss des Kaufvertrages. Ihr Vertragspartner wird daran auch erkennen, dass Sie sich informiert haben. Und, da es sich bei der Garantie ja um eine freiwillige Leistung handelt, ist sie auch veränderbar.

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Sicher ist sicher – Standards genau überprüfen

Führen Sie sich vor Augen, wenn Sie die Garantiebedingungen akzeptieren, wie es um die Möglichkeit der Wahrnehmung Ihrer Rechte bestellt ist. Lesen Sie die Bedingungen auch aus dieser Perspektive.

  • Der Garantiegeber muss in dem Dokument genannt sein. Es ist, wie bereits gesagt, nicht der Solarinstallateur, sondern der Hersteller. Der Verweis auf den Verkäufer ist daher unzulässig und nützt Ihnen nichts. Daher muss nicht nur der Name des Herstellers vermerkt sein, sondern die komplette Adresse mit Telefon- und Faxnummer, E-Mail-Adresse.
  • Achten Sie auf den Gerichtsstand, also darauf, welches Gericht bei Klagen zuständig ist. Falls es sich um ein Gericht in Madrid, New York oder gar Kuala Lumpur handelt, haben Sie kaum eine Chance, dort ihr Recht einzuklagen.

Ist der Garantiegeber kenntlich gemacht, der Gerichtsstand plausibel, so haben Sie gute Karten, um Ihr Recht durchzusetzen, falls es zu Streitigkeiten kommt. Denn reklamieren Sie einen Mangel, so müssen Sie den nicht beweisen, sondern der Garantiegeber muss ihn widerlegen. Hier sind Sie eindeutig im Vorteil. Zwar müssen Sie die Anlage wie in der Bestimmung angegeben gebrauchen und den Service nach dem Benutzerhandbuch ausführen. Doch falls es darüber Unstimmigkeiten gibt, so muss der Garantiegeber Ihnen einen Verstoß nachweisen – und nicht Sie sind es, der den regelgerechten Gebrauch belegen muss.

Bei all dem: Sichern Sie sich auch ab. Nehmen Sie die Anlage in Ihre Gebäudeversicherung mit auf. Es gibt auch separate Photovoltaik-Versicherungen, doch das ist meist nicht nötig – wird vielleicht von der Bank bei Finanzierung eingefordert. Außerdem: Es ist möglich, dass Sie mit der Photovoltaik-Anlage Dritten einen Schaden zufügen. Kontrollieren Sie daher, ob Ihre Haftpflichtversicherung solche Schäden mit einschließt. Am besten lassen Sie sich eine Bestätigung darüber geben.

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