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Recycling von Solarmodulen

PV-Ersparnis schätzen
1Verbrauch
2Dach
3Ergebnis
Personen im Haushalt
Dach / Anlage
ca. 1.400–1.800 €
Ersparnis / Jahr · bei 8 kWp · mit Speicher
Grobe Schätzung · 37 ct/kWh · Süddach angenommen

Solar Module und Kollektoren entsorgen und recyceln: So geht’s

Das Umweltbundesamt warnt: Ausgediente und beschädigte Module und Kollektoren gehören nicht in den Restmüll. Die wertvollen Bestandteile sind unbedingt dem Recycling-Kreislauf zuzuführen. Die Begründung ist naheliegend: Erstens gelangen so die Materialien erneut in den Produktionsprozess. Zweitens belasten keine Schadstoffe die Umwelt. Und drittens schont die Wiederverwendung unsere Rohstoffressourcen. Unser Beitrag gibt gute Ratschläge für das sachgerechte Abbauen und Entsorgen der Solaranlage.

Defekte Solarmodule © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
Defekte Solarmodule müssen ausgetauscht und entsorgt werden © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
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Recycling in Zahlen
85 %
Verwertungsquote
Vorgabe nach § 22 ElektroG für Altgeräte der Kategorien 1 und 4 (inklusive Photovoltaikmodulen).
80 %
Recyclingquote
Mindestanteil der gesammelten Materialien, der wiederverwertet werden muss.
bis 98 %
in modernen Anlagen
Anteil des Modulgewichts, den aktuelle Industrieanlagen tatsächlich verwerten.
Quellen: § 22 ElektroG / WEEE-Richtlinie 2012/19/EU Anhang V (Quoten); Solar Materials GmbH, Magdeburg (Verwertungsgrad 2025).

Bis 2030 mehrere Millionen Tonnen Modulschrott

Der Solaranlagenmarkt boomt seit Jahren – was aus energiepolitischer Sicht äußerst positiv ist. Nur: Irgendwann verweigern diese Solaranlagen ihren Dienst, sei es aus Alterungsgründen oder durch einen vorzeitigen Ausfall, etwa durch Sturmschäden und irreparable Defekte. Bei uns werden die PV-Anlagen der ersten Generation jetzt so langsam ausgewechselt und müssen entsorgt werden. Weltweit, so die Internationale Organisation für Erneuerbare Energie (IRENA), ist 2030 von 1,7 bis 8 Millionen Tonnen an ausgemusterten PV-Modulen auszugehen. Ein Glück, dass wir den Modulschrott nicht endlagern müssen wie die ausgedienten Brennelemente der Kernkraftwerke.

Warum altern Solaranlagen?

Die Lebensdauer einer Photovoltaikanlage beträgt bei monokristallinen Modulen 30 bis 35 Jahre und bei Dünnschichtmodulen 25 bis 30 Jahre. Der zweite Wert kann auch bei der Lebensdauer einer Solarthermieanlage angenommen werden. Die Leistung einer Solaranlage nimmt jedoch bereits früher ab. Das hat unterschiedliche Gründe.

Die Produktivität von Photovoltaikanlagen lässt mit der Zeit nach
Die Produktivität von Photovoltaikanlagen lässt mit der Zeit nach

Photovoltaikanlagen mit Silizium-Solarzellen sind am weitesten verbreitet. Deren Degradation ist mit jährlich etwa 0,5 Prozent zwar gering, dennoch erzielen Anlagenbetreiber nach 20 Jahren nur noch etwa 90 Prozent des ursprünglichen Stromertrags. Die Gründe für diesen Ertragsverlust: Zum einen rosten die stromleitenden Metallkontakte der Solarzellen ein, was zu einer Minderung der Leitfähigkeit führt. Zum anderen verursachen hohe Temperaturen in den Zellen sogenannte interkristalline Rekombinationsvorgänge, die den Elektronenfluss behindern. Anders als kristalline Module erfahren Dünnschichtmodule außerdem in den ersten 1.000 Betriebsstunden eine Degradation durch auftreffendes Licht. Nach dieser Anfangsdegradation ist der Sättigungswert für den Wirkungsgrad jedoch wieder erreicht.

Solaranlagen altern und müssen entsorgt werden
Solaranlagen altern und müssen entsorgt werden

Auch Solarthermieanlagen verschleißen mit der Zeit. Bei Röhrenkollektoren belasten Ablagerungen, Korrosion und der anhaltend hohe Druck der heißen Solarflüssigkeit die Rohrleitungen. Selbst den robusten Flachkollektoren setzen die Witterung und die im Betrieb wechselnden Temperaturen zu.

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Wie lauten die gesetzlichen Bestimmungen zum Recycling?

Hersteller von Solaranlagen unterliegen einer Rücknahmepflicht. Diese ist in der WEEE-Richtlinie der Europäischen Union geregelt. WEEE ist die Abkürzung für Waste Electrical and Electronic Equipment, deutsch Elektro- und Elektronik-Altgeräte. Sie wurde zuletzt durch die Richtlinie (EU) 2024/884 vom 13. März 2024 geändert, die insbesondere die Finanzierungspflichten für ältere Photovoltaikmodule präzisiert. Danach zählen Photovoltaikmodule zu den Großgeräten, die „zu 85 Prozent zu verwerten und zu 80 Prozent zur Wiederverwendung vorzubereiten und zu rezyklieren sind“. (Richtlinie 2012/19/EU, Anhang V, Teil 3) Anschaulicher wird es durch die Kurzbezeichnungen: 85 % Verwertungsquote und 80 % Recyclingquote.

So weit, so gut. Wichtiger noch ist die Umsetzung der Richtlinie in nationales, sprich: deutsches Recht. Das Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (ElektroG) macht die Hersteller nun deutlich stärker für den gesamten Lebensweg der Geräte verantwortlich. Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine weitere Novelle (ElektroG4), die vor allem die Rückgabe am Wertstoffhof und die Kennzeichnung im Handel verändert. Das bedeutet u.a.

  • für die Hersteller, sich bei der zuständigen Behörde, der stiftung ear (elektro-altgeräte-register), zu registrieren. Die Möglichkeit des Abrufs im Internet gewährleistet einen transparenten und sich selbst kontrollierenden Markt.
  • für die Verbraucher, ihre ausrangierten Elektro- und Elektronikgeräte separat vom Hausmüll zu entsorgen.
  • für die Kommunen, die Altgeräte aus privaten Haushalten an Sammelstellen kostenlos entgegenzunehmen.
  • für die Händler (Vertreiber), die Altgeräte aus privaten Haushalten kostenlos zurückzunehmen.
Meilensteine der PV-Recycling-Regulierung
Juli 2012
WEEE-Richtlinie 2012/19/EU
Die EU beschließt die aktuelle Fassung der Elektroschrott-Richtlinie und nimmt Photovoltaikmodule erstmals in den Geltungsbereich auf.
Oktober 2015
ElektroG2 setzt PV-Rücknahme in Deutschland um
Mit dem neuen Elektrogesetz werden Solarmodule ab dem 24. Oktober 2015 rücknahmepflichtig. Module vor diesem Stichtag gelten als „historische Altgeräte“.
Januar 2022
ElektroG3 verschärft die Herstellerverantwortung
Vertreiber werden stärker in die Rücknahme eingebunden, zertifizierte Erstbehandlungsanlagen bekommen eine klarere gesetzliche Grundlage.
März 2024
EU-Richtlinie 2024/884 klärt Altmodul-Finanzierung
Die WEEE-Richtlinie wird an ein EuGH-Urteil angepasst: Für Module, die vor dem 13. August 2012 in Verkehr gebracht wurden, dürfen Hersteller rückwirkend nicht mehr belastet werden.
Januar 2026 · aktuell
ElektroG4: Thekenmodell und erweiterte Handelspflichten
Brandrisiken durch Lithium-Akkus werden zum Auslöser einer neuen Novelle. An Wertstoffhöfen übernimmt das Personal die Einsortierung für mehrere Gerätegruppen; im Handel gelten neue Kennzeichnungs- und Informationspflichten.
Quellen: EUR-Lex (Richtlinien 2012/19/EU und 2024/884); Bundesgesetzblatt 2025 I Nr. 286 (ElektroG4).

Die Sammelstellen geben die zurückgenommenen Geräte dann an eine zertifizierte Erstbehandlungsanlage. Dort werden die Bauteile geprüft und nach Entfernung der Schadstoffe in Materialfraktionen zerlegt und dem Recycling zugeführt. Die erhobenen Daten sammelt die stiftung ear.

Neu seit Januar 2026: Abgabe am Wertstoffhof nur über die Theke

Die jüngste ElektroG-Novelle hat vor allem die Abläufe an kommunalen Sammelstellen verändert. Bei batteriebetriebenen Kleingeräten, Bildschirmen und Lampen übernimmt nun das Personal des Wertstoffhofs die Einsortierung in die Container – Hintergrund sind die gestiegenen Brandrisiken durch falsch entsorgte Lithium-Akkus. Photovoltaikmodule werden wie schon seit Einführung der PV-Rücknahmepflicht 2016 in einer eigenen Sammelgruppe (Gruppe 6) erfasst und dürfen weiterhin vom Bürger selbst abgegeben werden, allerdings unter Aufsicht des Personals. Praktisch ändert sich für Hausbesitzer wenig: Die Abgabe ausgedienter Solarmodule bleibt kostenfrei, kann aber an manchen Höfen etwas länger dauern.

Solarmodule richtig entsorgen
Solarmodule richtig entsorgen

Wo können Verbraucher ausgediente Solarmodule entsorgen?

Bei den bestehenden Möglichkeiten, ausgediente Solaranlagen loszuwerden, muss zwischen privaten Haushalten und dem gewerblichen Bereich unterschieden werden.

Privathaushalte: Nach dem ElektroG greift die Rücknahmepflicht. d.h. Hersteller und Installationsbetriebe sind verpflichtet, die Solarmodule und alle anderen Komponenten wie Wechselrichter zurückzunehmen. Zusätzlich nehmen die von den Städten und Kommunen eingerichteten Sammelstellen und Recyclinghöfe den Modulschrott privater Besitzer in haushaltsüblichen Mengen entgegen. Für Privatbesitzer ist diese Abgabe kostenfrei.

Alte Solarmodule können ggf. am Wertstoffhof abgegeben werden © Astrid Gast, stock.adobe.com
Alte Solarmodule können am Wertstoffhof abgegeben werden © Astrid Gast, stock.adobe.com
Tipp: Sollen die Module an derselben Adresse wie die Lieferadresse abgeholt werden, muss die Abholung ebenfalls kostenfrei erfolgen. Achtung: Der Vertreiber muss bei Vertragsschluss über diese kostenlose Möglichkeit informieren bzw. bei der Lieferung eines neuen Geräts ein Altgerät zurücknehmen.

Gewerbe: Auch hier kommt in der Regel die Rücknahmeverpflichtung der Hersteller und Lieferanten zum Tragen. Aber: Kostenfrei sind nur die fach- und umweltgerechte Entsorgung und die Möglichkeit zur Rückgabe, nicht dagegen der Transfer. Und: Photovoltaikmodule die vor dem 24. Oktober 2015 in Verkehr gebracht wurden, gelten als „historische Altgeräte“ und sind auf eigene Kosten zu entsorgen.

Tipp: Die stiftung ear führt ein Verzeichnis der ausgemusterten PV-Module. Die registrierten Hersteller zahlen einen Teil der Kosten, die beim Recyceln entstehen. Die 2007 gegründete freiwillige Vereinigung PV Cycle hat sich zudem auf das Recyceln alter Solaranlagen spezialisiert und bietet eigene Wertstoffhöfe und Abholdienste für den Abfall. Zudem kooperiert PV Cycle mit öffentlichen Sammelstellen.

Bei Solarthermieanlagen besteht keine gesetzliche Pflicht zur Rücknahme defekter Altgeräte. Hier lohnt es sich, auf das Umweltzeichen „Blauer Engel“ zu achten. Es kennzeichnet Hersteller, die sich freiwillig zur kostenfreien Rücknahme und Wiederverwertung alter Solarkollektoren verpflichtet haben.

Welche Bestandteile werden recycelt?

Im Unterschied zur Mindest-Recyclingquote von 80 Prozent (s.o.) können heute oft bis zu 95 % der Bestandteile von PV-Modulen wiederverwendet werden.

80 bis 90 Prozent davon ist Glas. Die Glasplatte eines Solarmoduls dient zugleich als Lichtdurchlass und Abdeckung. Sie ist transparent und schützt die empfindlichen Solarzellen vor Regen, Hagel, Schnee und alle Arten von Verschmutzung. Den höchsten Glas-Anteil haben Glas-Glas-Module. Bei Glas-Folie-Modulen besteht die Rückseite aus schwierig zu recycelndem Kunststoff. Recyceltes Glas lässt sich bei der Produktion neuer Photovoltaikmodule bedingt wiederverwenden. Meistens wird es jedoch zu Dammmaterial (Glaswolle) verarbeitet.

Schematischer Aufbau eines Solarmoduls
Schematischer Aufbau eines Solarmoduls

Bei herkömmlichen PV-Modulen mit Rahmen beträgt der Anteil an Aluminium oder Edelstahl etwa 10 Prozent. Aluminium lässt sich leicht wiederverwerten.

Das Silizium (für die Solarzellen) und einige Metalle wie Kupfer (elektrische Leitungen) und Silber (Kontaktfinger zwischen den Solarzellen) machen dagegen zusammen nur einen Anteil von etwa 1 Prozent aus. Entsprechend teuer ist die Gewinnung der Bestandteile. Zudem sind die Solarzellen von einer Einbettungsschicht aus Kunststoff umgeben, deren Abtrennung höhere Kosten verursacht als der Rohstoff selbst. Daher führt der Hauptweg für Siliziumzellen noch in die Müllverbrennungsanlage.

Recycling von Solaranlagen ist sinnvoll
Recycling von Solaranlagen ist sinnvoll

Im Vergleich zu Photovoltaikanlagen ist die Trennung der Materialien bei Solarkollektoren einfacher. Der Absorber sowie die Rohre bestehen meist aus Aluminium oder Kupfer. Zur Dämmung verwenden die Hersteller Mineral- oder Glaswolle. Sowohl diese Bestandteile als auch der Rahmen aus Aluminium oder Stahlblech sind genau wie die Glasscheiben leicht voneinander zu trennen. Die einzelnen Materialien werden zur Herstellung neuer Solarthermieanlagen recycelt oder finden eine alternative Verwendung.

So läuft das Recycling ab
1
Abbau
Fachbetrieb oder Installateur baut Module sorgfältig ab – schadensfreier Ausbau erhöht den Recyclingwert.
2
Rückgabe
Privat: kostenlos am Recyclinghof oder beim Hersteller. Gewerbe: Rücknahmepflicht des Lieferanten.
3
Erstbehandlung
Zertifizierte Anlage prüft die Module, entfernt Schadstoffe und zerlegt sie in Materialfraktionen.
4
Rohstoffrückgewinnung
Glas, Aluminium, Kupfer und Silber werden zurückgewonnen – bis zu 95 % der Bestandteile lassen sich wiederverwerten.

Zukunft des Recyclings von Solarmodulen

Recycling ist teuer und oft unwirtschaftlich. Ohne neue Ideen lohnt es sich allenfalls für das Aluminium aus den Rahmen, das Kupfer aus den Kabeln – und halbwegs für das Glas, das jedoch selten zu einem gleichwertigen Material verarbeitet wird (Downcycling). Die Aufbereitung der Silizium-Solarzellen kommt beim Standard-Recycling sogar überhaupt nicht infrage.

Recycling von Solarmodulen
Recycling von Solarmodulen

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Forschung und Entwicklung

Die gute Nachricht: Wissenschaftler in aller Welt forschen intensiv an Verfahren, die Rohstoffe zu trennen und ihnen ein zweites Leben zu ermöglichen. So konnte der Dienstleister Veolia gemeinsam mit fünf Partnerunternehmen im Rahmen des von der EU mit 4,8 Millionen Euro geförderten Projekts ReProSolar bereits einen innovativen Prozess entwickeln. Die Zielgebung war, die in den PV-Modulen enthaltenen Rohstoffe Kupfer, Silber, Aluminium, Silizium, Glas und Silikon ohne Zerkleinerung der Module zurückzugewinnen. Es gelang, die Solarzellen mithilfe hochintensiver Lichtblitze von der Glasplatte zu trennen und eine sehr hohe Reinheit der Rohstoffe zu erzielen. Da diese nun als Sekundärrohstoffe weiter genutzt werden können, schließt sich der Stoffkreislauf. Die Kreislaufwirtschaft hat gleich mehrere positive Aspekte: Kostbare Rohstoffe bleiben erhalten und Müllberge werden reduziert.

Ein weiterer Ansatz ist die Verwendung von Nanosilizium aus ausgedienten Siliziumzellen. Im April 2021 erschien die Meldung, ein Dresdner Forschungskonsortium entwickle neue Anoden auf Nano-Siliziumbasis. Sie sollen das herkömmliche Graphit ersetzen und so für mehr Energiedichte in Fahrzeug-Akkus und damit für eine größere Reichweite von E-Autos sorgen. Die Serienproduktion war für 2024 angestrebt.

Erste kommerzielle Recyclinganlagen in Betrieb

Die Forschung schlägt sich mittlerweile in konkreten Geschäftsmodellen nieder. Das 2021 gegründete Unternehmen Solar Materials betreibt in Magdeburg eine zertifizierte Erstbehandlungsanlage und gewinnt dabei Silber und Silizium in hoher Reinheit zurück. Im Frühjahr 2025 ging dort die erste vollautomatische Industrielinie in Betrieb; Ende 2025 wurde die Verarbeitungskapazität auf rund 14.000 Tonnen pro Jahr (etwa 900.000 Module) verdoppelt. Für 2026 ist eine weitere Ausweitung sowie ein zweiter Standort in Italien geplant. Auch der Dresdner Spezialist FLAXRES entwickelt mobile Recyclinganlagen im Container-Format, die Module mit einem patentierten Lichtblitz-Verfahren direkt vor Ort in ihre Bestandteile zerlegen – ein Ansatz, der Transportkosten reduziert. Solche Unternehmen zeigen: Das PV-Recycling wächst von der Forschung in die Praxis.

Standards und Zertifizierungen

Ein Problem für die Wiederverwertung ist das häufige Beschädigen der Module beim Abbau. Um dies zu vermeiden, könnte eine Zertifizierung der Handwerkskräfte helfen. Vorher festgelegte Standards könnten die Abläufe vereinheitlichen. Ein Beispiel ist hier die Prüfung der Funktionsfähigkeit von Altmodulen, ein weiteres die Bestimmungen ihrer Rücknahme in den einzelnen Bundesländern.

Solaranlage: Analyse mit Wärmebildkamera © mitifoto, stock.adobe.com
Solaranlage: Analyse mit Wärmebildkamera © mitifoto, stock.adobe.com
Müllvermeidung geht über Mülltrennung. Natürlich ist Recycling eine prima Sache. Noch besser ist es allerdings, von vorneherein auf kritische Stoffe zu verzichten. Daher fordert das von der Deutschen Umwelthilfe erarbeitete Weißbuch „Kreislaufwirtschaft in der Solarbranche stärken“ nicht nur, künftige Module in Hinblick auf eine bessere Komponenten-Trennung zu konzipieren. Es sollten vielmehr auch Höchstwerte für Silizium und Silber festgelegt und auf Blei als Bestandteil vollständig verzichtet werden.

Was tun, wenn Ihre Solaranlage ans Ende ihres Lebens kommt?

Für die meisten Hausbesitzer liegt das Thema Entsorgung noch in der Zukunft – aber es lohnt sich, es frühzeitig im Blick zu behalten:

  • Fachbetrieb beauftragen: Beauftragen Sie für Abbau und Entsorgung immer einen zertifizierten Solarinstallateur. Schonender Ausbau schützt die Module und erhöht ihren Wiederverwertungswert.
  • Rücknahmepflicht nutzen: Als Privatperson können Sie Module kostenlos beim Hersteller, Händler oder kommunalen Recyclinghof abgeben. Hersteller, die beim ElektroG registriert sind, sind zur Rücknahme verpflichtet.
  • Second Life prüfen: Noch funktionsfähige Module können als Balkonkraftwerk oder in anderen Projekten ein zweites Leben erhalten – fragen Sie Ihren Fachbetrieb oder spezialisierte Wiedervermarkter.
  • Solarthermie-Kollektoren: Hier gibt es keine gesetzliche Rücknahmepflicht. Achten Sie beim Kauf auf das Umweltzeichen „Blauer Engel“ – Hersteller mit diesem Zeichen nehmen Altgeräte freiwillig und kostenlos zurück.
Installation einer PV-Anlage © Simon Kraus, stock.adobe.com
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