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Photovoltaik Voraussetzungen Checkliste

PV-Ersparnis schätzen
1Verbrauch
2Dach
3Ergebnis
Personen im Haushalt
Dach / Anlage
ca. 1.400–1.800 €
Ersparnis / Jahr · bei 8 kWp · mit Speicher
Grobe Schätzung · 37 ct/kWh · Süddach angenommen

Checkliste

Checkliste © shockfactor, stock.adobe.com
Checkliste Photovoltaik Voraussetzungen © shockfactor, stock.adobe.com

Alle Punkte, die hinsichtlich der Voraussetzungen für die Errichtung einer Photovoltaikanlage zu berücksichtigen sind, hier noch einmal in der Checkliste zum Abhaken.

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Aufstellmöglichkeiten für eine Photovoltaikanlage

  • Ist das Dach Eigentum? – Wenn ja, ist das die einfachste Möglichkeit, eine Photovoltaikanlage zu planen. Eigentum ist auch bei der Finanzierung interessant, da dann leichter ein Kredit bewilligt wird.

Wenn nicht: Gibt es ein Dach, das gemietet/gepachtet werden kann? – Vielleicht bieten ja die Eltern die Möglichkeit, auf ihrem Dach eine Anlage zu installieren.

Tipp: Es gibt auch Dachbörsen, die passende Dächer vermitteln. Achtung: Lassen Sie Verträge am besten von einem spezialisierten Rechtsanwalt überprüfen!
  • Gibt es andere Interessierte oder eine Initiative, mit denen man eine Bürgergesellschaft gründen kann? – Informationen bieten neben dem Internet zum Beispiel die Gemeinde, Schwarze Bretter oder Inserate.
  • Ist das Dach von der Statik her geeignet? – Die Installation von Modulen stellt für Schrägdächer in der Regel keine hohe zusätzliche Belastung dar, die eine Verstärkung der Dachkonstruktion notwendig macht, weil die Module dachparallel montiert werden und die Zusatzlast oft begrenzt bleibt; Wind- und Schneelasten müssen dennoch standortbezogen in der Unterkonstruktion berücksichtigt werden. Bei z.B. auf Flachdächern aufgeständerten Modulen müssen die aufgrund der Windlasten notwendigen Zusatzgewichte berücksichtigt werden. Sie können im Einzelfall zu einer derart hohen zusätzlichen Belastung führen, dass eine Verstärkung notwendig wird. Vorsicht ist auch bei besonders alten oder mehrfach erweiterten Immobilien geboten, bei denen die Statik in der Praxis oftmals Probleme machen kann – aber nicht muss.
Die Konstruktion muss der Windlast standhalten können
Die Konstruktion muss der Windlast standhalten können
  • Ist ohnehin eine neue Dacheindeckung notwendig? – Das ist ein günstiger Zeitpunkt, über eine Photovoltaikanlage nachzudenken. Eventuell bietet sich dann auch die Möglichkeit, die Photovoltaikanlage ins Dach zu integrieren. Damit wird die Solaranlage optisch ansprechender, da sie nicht so stark „aufträgt“. Hierbei ist allerdings trotz Kostenersparnis der konventionellen Dachdeckung mit insgesamt höheren Kosten zu rechnen.
Tipp: Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Beitrag Aufstellmöglichkeiten für Photovoltaikanlagen
Schon gewusst: Dächer kann man auch pachten
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Standortbedingungen für eine Photovoltaikanlage

  • Wie hoch ist die Globalstrahlung vor Ort? – Da eine Solarstromanlage die Sonnenenergie heute zu etwa 20 % – 23 % in Strom umwandelt, spielt die Höhe der Globalstrahlung am Standort für eine Ertragsabschätzung die zentrale Rolle.
  • Welche Dachneigung? – Der optimale Neigungswinkel liegt zwischen 30 und 50 Grad und hängt von der Ausrichtung des Daches ab. Je stärker die Dachausrichtung von Süden abweicht, umso vorteilhafter ist eine geringere Neigung.
Ausrichtung und Neigung der Photovoltaikanlage haben Einfluss auf den Ertrag
Ausrichtung und Neigung der Photovoltaikanlage haben Einfluss auf den Ertrag
  • Welche Ausrichtung? – Optimale Himmelsrichtung ist Süden, aber auch Dächer, die nach Ost oder West abweichen, können ausreichend gute Erträge bringen. Gegenüber einem Süddach ist der Ertrag je nach Dachneigung und Standort meist etwa 15–25 % geringer.
  • Müssen Verschattungen beachtet werden? – Verschattungen sind oft Ursache für den Minderertrag der Anlage und sollten unbedingt vermieden werden. Manche Verschattungen treten nur im Winter auf. Behalten Sie bei der Planung also auch den niedrigsten Sonnenstand im Auge. Bäume wachsen zwar nicht in den Himmel, aber ein gesundes Wachstum ist auch hier zu berücksichtigen.
Tipp: Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Beitrag Standortbedingungen für Photovoltaikanlagen
Photovoltaik: Versuchen Sie auch zukünftige Verschattungen zu berücksichtigen
Photovoltaik: Versuchen Sie auch zukünftige Verschattungen zu berücksichtigen

Konzeption einer Photovoltaikanlage

  • Soll die Photovoltaikanlage als Inselanlage Ferienhaus/-hütte versorgen – Wenn ja, dann berücksichtigen Sie bei der Auslegung der Anlage den entsprechenden Bedarf und legen Sie den Speicher groß genug für drei Tage aus.
Schema: Die netzgekoppelte Photovoltaik-Anlage
Schema: Die netzgekoppelte Photovoltaik-Anlage
Schema einer Photovoltaik- Inselanlage
Schema einer Photovoltaik- Inselanlage
  • Dient die Photovoltaikanlage zur Einspeisung ins öffentliche Netz? – Netzgekoppelte Anlagen können zusätzlich mit einem Stromspeicher ausgestattet werden. Das kann dabei helfen, den Eigenverbrauch zu erhöhen.
Tipp: Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Beitrag Konzeption einer Photovoltaikanlage
Insel-Anlagen bringen Strom in abgelegene Orte
Insel-Anlagen bringen Strom in abgelegene Orte

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Auslegung der Photovoltaikanlage

  • Wie groß ist die zur Verfügung stehende Dachfläche? – Schätzen Sie die ungefähre Breite mal Höhe ab, abzüglich etwaiger Dachauf- und ‑einbauten. Die Dachfläche kann grob auch anhand der Anzahl der Dachziegel geschätzt werden.
  • Wie hoch ist der Stromverbrauch? – Bedenken Sie nicht nur den jetzigen Zustand. Auch zukünftige Entwicklungen wie etwa Familienzuwachs sollten bedacht werden.
  • Ist die Wirtschaftlichkeit gesichert? – Schätzen Sie entweder über den Solateur oder über Wirtschaftlichkeitsrechner im Internet ab, wie viel die Photovoltaikanlage jährlich an Ertrag bringt. Dann kann auch abgeschätzt werden, wie viel sie kosten darf. Liegen bereits Preise vor, kann so leicht abgeschätzt werden, ob sie angemessen sind.
Fast immer gilt: Die komplette Dachfläche ausnutzen ist optimal
Fast immer gilt: Die komplette Dachfläche ausnutzen ist optimal
Tipp: Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Beitrag Auslegung der Photovoltaikanlage

Rechtliches

  • Muss eine Baugenehmigung beantragt werden? – Meist zwar nicht, aber Punkte wie Denkmalschutz, Milieuschutz, Bebauungspläne, reine Wohngebiete und gewerbliche Nutzung müssen geklärt werden. Das ist nicht in allen Bundesländern gleich geregelt. Auskunft gibt es bei der Kommune.
  • Muss die Anlage im Marktstammdatenregister eingetragen werden? – Ja, für alle netzgekoppelten Photovoltaikanlagen ist die kostenlose Online-Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur gesetzlich vorgeschrieben. Die Eintragung muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme unter mastr.bundesnetzagentur.de erfolgen. Wer die Frist versäumt, muss damit rechnen, dass die Auszahlung der EEG-Förderung bis zur Registrierung gehemmt wird; bei weiteren Pflichtverletzungen können zusätzlich Sanktionszahlungen entstehen. Reine Inselanlagen ohne Netzanschluss sind von dieser Pflicht ausgenommen.
Tipp: Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Beitrag Photovoltaikanlage: Rechtliche Fragen
Solaranlage: Regionale Bauvorschriften beachten

Welche Unterlagen helfen bei der Planung

Wer die Punkte oben durchgegangen ist, kann eine Beratung beim Fachbetrieb deutlich verkürzen, indem die wichtigsten Unterlagen schon vorab gesammelt sind. Sie helfen dem Installateur, die Anlage realistisch zu dimensionieren – und Ihnen, Angebote besser zu vergleichen.

  • Stromrechnungen der letzten 12 Monate – sie zeigen den tatsächlichen Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Auf dieser Grundlage wird die Anlagengröße geplant. Ohne diese Zahl bleibt die Auslegung Schätzung.
  • Grundriss oder Dachaufmaß – Breite, Länge und Form der nutzbaren Dachfläche, idealerweise mit eingezeichneten Dachfenstern, Gauben und Schornsteinen. Falls keine Pläne vorhanden sind, reichen für eine erste Einschätzung Maße, die Sie selbst aufnehmen.
  • Fotos vom Dach – mehrere Aufnahmen aus unterschiedlichen Winkeln, gerne auch von der Straße aus. So lassen sich Dachneigung, Eindeckung und mögliche Verschattungen einschätzen, bevor jemand vor Ort war.
  • Hinweise zur Statik – Baujahr des Hauses, ob das Dach schon einmal saniert wurde, ob Vorerkenntnisse zur Tragfähigkeit vorliegen. Bei alten oder mehrfach umgebauten Häusern ist eine statische Prüfung vor der Installation empfehlenswert.
  • Eigentumsnachweis oder Einverständnis – als Eigentümer reicht der Grundbuchauszug, in einer Eigentümergemeinschaft braucht es einen Beschluss. Bei Mietverhältnissen ist eine schriftliche Zustimmung des Eigentümers Voraussetzung.
  • Angaben zum Stromzähler und Hausanschluss – Zählernummer, Standort des Zählerschranks und gegebenenfalls Fotos. Der Installateur erkennt daran, ob ein Zählertausch oder Umbau nötig wird, und kann das in das Angebot einrechnen.
Hinweis: Mit diesen Unterlagen lassen sich Angebote von verschiedenen Fachbetrieben nicht nur schneller einholen, sondern auch besser vergleichen, weil alle Anbieter mit derselben Datengrundlage rechnen.

Häufige Fragen zu den Voraussetzungen

Brauche ich für meine PV-Anlage eine Baugenehmigung?

In den meisten Bundesländern sind Aufdach-Anlagen auf Wohnhäusern genehmigungsfrei. Sonderfälle bleiben aber: Denkmalschutz, Milieuschutz, Bebauungspläne mit Vorgaben zur Dachgestaltung sowie Anlagen an exponierter Stelle. Die Vorschriften unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und teils von Kommune zu Kommune. Eine kurze Nachfrage bei der zuständigen Bauaufsicht oder Gemeinde schafft Klarheit, bevor das erste Modul bestellt wird.

Lohnt sich auch ein Ost-West-Dach?

Ja. Dächer mit Ost- oder Westausrichtung erreichen je nach Dachneigung und Standort häufig etwa 75–85 % des Südertrags – das ist meist deutlich mehr als oft vermutet. Bei Ost-West-Aufteilung verteilt sich die Stromproduktion zudem gleichmäßiger über den Tag, was den Eigenverbrauch erhöhen kann. Wirtschaftlich tragfähig sind solche Anlagen in der Regel ebenso wie Süd-Anlagen.

Was passiert, wenn ich die Frist beim Marktstammdatenregister verpasse?

Versäumen Sie die Eintragung innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme, kann der Netzbetreiber die Auszahlung der Einspeisevergütung zurückhalten, bis die Registrierung nachgeholt ist. Zusätzlich drohen Bußgelder. Praktisch sollten Sie die Registrierung am besten direkt nach dem Inbetriebnahmeprotokoll erledigen – sie dauert etwa 15 Minuten und ist kostenlos.

Was tun, wenn das eigene Dach nicht geeignet ist?

Es gibt mehrere Wege: ein Balkonkraftwerk auf Mietwohnung oder Garten installieren, ein Dach pachten oder mieten, sich an einer Bürgerenergiegenossenschaft beteiligen oder zunächst einen Mieterstromtarif eines Anbieters mit eigener Anlage nutzen. Welche Variante passt, hängt vom Aufwand ab, den Sie investieren möchten – und davon, ob Sie Eigentümer oder Mieter sind.

Reicht eine kleine Anlage oder sollte das ganze Dach genutzt werden?

In den meisten Fällen lohnt es sich, die nutzbare Dachfläche so weit wie möglich auszuschöpfen. Die Mehrkosten für zusätzliche Module sind im Verhältnis gering, während Gerüst, Anfahrt, Wechselrichter und Montagesystem ohnehin anfallen. Wer später erweitern möchte, baut deutlich aufwändiger als bei einer einmaligen Komplettinstallation.

Von der Checkliste zur fertigen Anlage

1

Voraussetzungen klären

Dach, Standort und Eigentumsfragen anhand dieser Checkliste systematisch durchgehen.

2

Angebote vergleichen

Mindestens drei Angebote von qualifizierten Fachbetrieben einholen und Ertrag, Komponenten sowie Garantiebedingungen vergleichen.

3

Förderung prüfen

KfW-Kredit (Programm 270) sowie Länderförderprogramme und Zuschüsse der Gemeinde vor der Installation klären.

4

Installation beauftragen

Fachbetrieb beauftragen. Der Installateur meldet die Anlage in der Regel auch beim Netzbetreiber an und erstellt das erforderliche Inbetriebnahmeprotokoll.

5

Im Marktstammdatenregister registrieren

Pflicht für alle netzgekoppelten Anlagen: innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme kostenlos online unter mastr.bundesnetzagentur.de eintragen – der Vorgang dauert ca. 15 Minuten.

6

Eigenverbrauch optimieren

Anlage in Betrieb nehmen, Eigenverbrauch durch Stromspeicher oder verbrauchsintensive Geräte tagsüber steigern und Erträge im Monitoring verfolgen.

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