Photovoltaikanlage Aufstellmöglichkeiten

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Aufstellmöglichkeiten einer Photovoltaik-Anlage

Wer eine Photovoltaikanlage plant, der benötigt zunächst einmal eine geeignete Fläche, auf der die Anlage installiert werden kann. Hier kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht.

Photovoltaikanlage: Schatten ist ein no go!
Photovoltaikanlage: Schatten ist ein no go!

Ein idealer Ort, um eine Photovoltaikanlage unterzubringen, sind Dächer: Die Flächen sind sowieso vorhanden, werden meist nicht oder nur teilweise für andere Zwecke genutzt und es werden durch die Photovoltaikanlage auf dem Dach keine weiteren Flächen versiegelt. Darüber hinaus „sieht“ eine Dachfläche am meisten vom Himmel und der verschattende Einfluss einer Umgebung ist aufgrund der Positionshöhe relativ gering.

Aber welche Dächer sind nun für eine Photovoltaikanlage geeignet?

Schrägdach

Photovoltaikanlage: Aufdach oder Indachmontage
Photovoltaikanlage: Aufdach- oder Indachmontage

Bei den weit verbreiteten Schrägdächern finden Eigentümer ideale Bedingungen für die Installation einer Photovoltaikanlage. Mit passendem Montagezubehör können die Photovoltaikmodule auf dem Dach parallel zur Eindeckung montiert werden. Die alte Dacheindeckung kann dabei bestehen bleiben, sie büßt auch nicht ihre Funktion als Witterungsschutz und Wärmeschutz ein. Bei großflächiger Belegung des Daches mit Modulen führt die Verschattung der darunter liegenden Dachsteine zusätzlich zu einer Verringerung der thermischen Belastung des Dachgeschosses.

Montage einer Solaranlage auf einem Schrägdach © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
Montage einer Solaranlage © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com

Bei Schrägdächern ist neben der Aufdach-Montage aber auch die sogenannte Indach-Montage von Photovoltaikanlagen möglich. Dabei schließen die Photovoltaikmodule bündig mit der vorhandenen Dachbedeckung ab und ersetzen diese teilweise.

Indach Photovoltaikanlage © Garteneidechse, stock.adobe.com
Indach Photovoltaikanlage © Garteneidechse, stock.adobe.com

Bei Neubauten können Photovoltaikmodule auch die Funktion des Daches übernehmen, sie bieten dann neben der Stromproduktion zusätzlich auch die Funktion des Witterungsschutzes für das Haus, man spricht hier von gebäudeintegrierter Photovoltaik. Nachteilig bei der Indachlösung sind die höheren Kosten und die um ca. 5 % geringere Ertragsausbeute im Vergleich zur Aufdachlösung.

Solaranlagen: Bestehende Dächer nutzen und Flächenfraß vermeiden
Solaranlagen: Bestehende Dächer nutzen und Flächenfraß vermeiden
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Flachdach

Montage einer Photovoltaikanlage auf einem Flachdach © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
Montage einer Photovoltaikanlage auf einem Flachdach © Marina Lohrbach, stock.adobe.com

Bei einem Flachdach handelt es sich ebenfalls um eine sehr gute Aufstellmöglichkeit für Photovoltaikanlagen. Im Gegensatz zu Schrägdächern ist bei gewöhnlichen Flachdächern weder die Neigung noch die Himmelsrichtung festgelegt, die optimale Orientierung der Photovoltaikmodule kann deshalb in der Regel frei bestimmt werden.

Auch auf einem Flachdach kann eine PV-Anlage lohnen
Auch auf einem Flachdach kann eine PV-Anlage lohnen
Tipp: Unabhängig ob Schrägdach oder Flachdach sollte die Dachkonstruktion von der Statik her geeignet sein, die Montage der Photovoltaikanlage zuzulassen. Die zusätzliche Last aufgrund des Gewichtes von Montagesystem und Modulen kann bis zu 20 kg/m2 betragen. Hinzukommen gegebenenfalls Wind- und/oder Schneelasten, die zu berücksichtigen sind. Im Zweifelsfall sollte eine Statikprüfung erstellt werden.
Solaranlage auf einem Hausdach: Statische Voraussetzungen prüfen
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Was tun, wenn kein eigenes Dach vorhanden ist?

Es gibt genügend Menschen, die – völlig zu Recht – von der Photovoltaik als Zukunftsenergie überzeugt sind, aber als Mieter nicht über ein eigenes Hausdach verfügen, auf dem sie eine Photovoltaikanlage installieren könnten. Auch hier gibt es Möglichkeiten: Immer häufiger tun sich Interessenten zusammen und bilden sogenannte Betreibergesellschaften, um gemeinsam eine Photovoltaikanlagezu betreiben. Dazu werden passende Dachflächen häufig von der Kommune angemietet. Dabei sind einige Punkte rechtlicher Natur zu beachten, die zum Beispiel die Versicherung der Photovoltaikanlagen, aber auch Eintragungen in das Grundbuch betreffen.

Schon gewusst: Dächer kann man auch pachten
Schon gewusst: Dächer kann man auch pachten

Daneben gibt es verschiedene Anbieter von sogenannten Balkon-PV-Anlagen, auch PV-Zwerge oder PV-Guerilla-Anlagen genannt. Diese bestehen aus einem oder einigen wenigen Modulen und einem Micro-Wechselrichter und ermöglichen die direkte Einspeisung von Solarstrom in das Hausnetz.

Mit Mini-Solaranlagen können Sie auch ohne eigenes Dach Strom erzeugen
Mit Mini-Solaranlagen können Sie auch ohne eigenes Dach Strom erzeugen
Tipp: Informationen zu sogenannten Bürgersolaranlagen haben viele Initiativen zusammengestellt, aus deren Erfahrungen man lernen kann.

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Freifläche

Schwenkbare Solaranlage © Thaut Images, stock.adobe.com
Schwenkbare Solaranlage auf einer Freifläche © Thaut Images, stock.adobe.com

Zur Aufstellung von größeren Photovoltaikanlagen werden auch gerne Freiflächen genutzt. Hier gibt es unter Umständen jedoch Interessenskonflikte verschiedener Gruppen. Die einen sehen Freiflächen als ideal für die Aufstellung größerer Photovoltaikanlagen an, da diese hier sehr kostengünstig realisiert werden können, sehr wartungsfreundlich sind und auch ideal ausgerichtet werden können. Andere lehnen den damit verbundenen Flächenverbrauch ab und führen Argumente wie Landschaftsbild und Versiegelung an. Vorrangig sollten solche Freiflächen gewählt werden, die sowieso zur Verfügung stehen, da sie nicht anderweitig genutzt werden wie etwa Konversionsflächen, z.B. ehemalige Truppenübungsplätze oder belastete Flächen.

Für Photovoltaikanlagen, die auf Acker- und Grünflächen, auf denen die landwirtschaftliche Produktion nur erschwert möglich ist, aufgestellt werden, gibt es eine Einspeisevergütung , wenn die jeweiligen Regierungen der Bundesländer entsprechende Flächen festgelegt haben. Im Übrigen sind laut EEG 2017 auch Flächen in Gewerbe- und Industriegebieten für PV-Anlagen grundsätzlich freigegeben.

Gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlage an einer Hausfassade © Daniel Schön, stock.adobe.com
Photovoltaikanlage an einer Hausfassade © Daniel Schön, stock.adobe.com

Photovoltaikanlagen können wie oben beschrieben, ins Dach integriert werden. Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten, Photovoltaikanlage in ein Gebäude zu integrieren. Photovoltaikmodule können auch als Fassadenbauteile oder als Vordächer und Ähnliches genutzt werden. Man spricht dann von gebäudeintegrierter Photovoltaik (BIPV = Building Integrated PhotoVoltaik). Photovoltaikanlagen an Fassaden oder anderen Gebäudebauteilen außer dem Dach wurden früher stärker gefördert, erhalten inzwischen aber dieselben Vergütungssätze bei der Einspeisevergütung wie Dachanlagen.

Folgende Tabelle fasst die Vor- und Nachteile der Alternativen zur Aufstellung von Photovoltaikanlagen zusammen:

Aufstellort Vorteile Nachteile
Schrägdach
  • keine zusätzliche Flächenversiegelung
  • Abhängigkeit von Dachneigung und Ausrichtung
  • eventuelle Statikprobleme
Flachdach
  • freie Wahl von Neigung und Ausrichtung
  • schwierigere Montage
  • eventuelle Statikprobleme
Gebäudeintegrierte Photovoltaik
  • vielfältige Designmöglichkeit
  • Doppelfunktion als Dach-oder Fassadenelement
  • zusätzlicher Schall- und Wärmeschutz
  • Kosteneinsparungen
  • bei Fassadenintegration niedrigere Erträge (mind. -30 %) wegen senkrechter Montage
  • aufwendige Montage
  • teuer
Freiflächenanlagen
  • freie Wahl bei Neigung und Ausrichtung
  • Kostendegression durch Großanlagen
  • geringe Einspeisevergütung
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