Kombination Pelletheizung mit Solarthermie

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Was bringt die Kombination Pelletheizung plus Solarthermie?

Moderne Pelletheizungen arbeiten mit effizienter Brennwerttechnik, die im Vergleich zu älterer Technik 10 bis 15 Prozent an Heizkosten einspart. Noch höher wird die Brennstoff- und Brennstoffkosten-Ersparnis, wenn Sie die Pelletheizung mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren. Wir erklären Ihnen hier alles Wissenswerte zur Kombi „Pellets plus Solarthermie“.

Holzpellets © Gerhard Seybert, fotolia.com
Mit der Kombi Pellets plus Solar heizen Sie ausschließlich mit erneuerbarer Energie © Gerhard Seybert, fotolia.com

Marktübersicht: Pelletheizungen in Deutschland

Knapp 437.000 Pelletheizungen, auch Pelletfeuerungen genannt, waren laut dem Deutschen Energieholz- und Pelletverband e.V. (DEPI) 2017 in Deutschland in Betrieb, darunter

  • 160.250 Pelletkaminöfen,
  • 265.500 Pelletkessel und wasserführende Pelletöfen mit einer Nennleistung bis 50 Kilowatt (kW)
  • sowie 11.000 Pelletkessel mit mehr als 50 kW Nennleistung.

Jährlich kommen mehr als 30.000 neue Pelletheizungen hinzu. Für das anhaltende Interesse an Pelletheizungen sorgt sicher auch die bundesweit als gut zu bewertende Versorgungslage mit dem nachwachsenden Brennstoff Holzpellets. Insbesondere in waldreichen Regionen wie Bayern, können Sie auf einheimische Produkte mit kurzen Transportwegen setzen. Die folgende Grafik veranschaulicht die Entwicklung des Pelletheizungsmarktes in Deutschland seit 2009:

Pelletanlagen in Deutschland © DEPI
Pelletanlagen in Deutschland © DEPI
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Pellets plus Solarthermie – Technik, Aufbau und Funktionsweise der kombinierten Heizungsanlage

Wollen Sie Ihre Heizungsanlage, die aus dem Pelletheizkessel (Wärmeerzeuger), den zugehörigen Heizungsrohren und Heizkörpern (Wärmeverteiler) besteht, mit einer Solarthermie-Anlage erweitern, brauchen Sie neben den Solarthermie-Kollektoren eine passende Solarverrohrung, Solarregelung und einen Solarspeicher (bivalenter Speicher, der die Wärme von Pelletkessel und Solarthermie-Anlage puffert).

Tipp: Der Pufferspeicher ist deshalb zwingend erforderlich, weil die Solarthermie-Anlage Solarwärme systemisch bedingt am Tag erzeugt, was sich zeitlich nicht immer mit ihrem Verbrauch deckt. Im Solarspeicher wird die Solarwärme zwischengelagert, bis sie später von den Wärmeverbrauchern abgerufen wird.

Von den bekannten deutschen Herstellern von Pelletheizungen bekommen Sie die oben angeführten Einzelkomponenten einer modernen Pellet-Brennwertheizung und eine darauf abgestimmte Solarthermie-Anlage meist als Komplettpaket geboten.

Pellet-Brennwertheizung plus Solarthermie – Energie- und Energiekostenersparnis

In Abhängigkeit vom Anlagentyp und der Dimensionierung der Solarthermie-Anlage können Sie damit solare Wärme erzeugen, mit der Sie

  • entweder das Warmwasser (warmes Brauchwasser für Küche und Bad)
  • oder sowohl das Warmwasser als auch das Heizwasser

in Ihrem Haushalt zubereiten.

Solarthermie-Anlage spart bis zu 60 Prozent Holzpellets und Pelletkosten für die Warmwasserbereitung

Über die hierzulande sonnenreicheren Monate Mai bis August hinweg erzeugt Ihre Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung in für ein Einfamilienhaus typischer Größe von 4 bis 5 Quadratmetern durchschnittlich so viel solare Wärme, um damit das Brauchwasser eines typischen deutschen Haushaltes komplett zu erwärmen. Ihr Pelletkessel braucht im Sommer demnach nicht dazu zu heizen. Allerdings langt die hiesige Sonnenstrahlung in Frühling, Herbst und Winter häufig nicht, um den Wärmebedarf zur Warmwasserbereitung gänzlich solar zu decken, so dass dann der Pelletkessel dank Regler automatisch anspringt.

Solarthermie Deckungsgrad Warmwasser
Solarer Deckungsanteil der Warmwasserbereitung über die Monate © DGS

Im Jahr kommen Sie bei der Warmwasserbereitung deshalb auf einen solaren Deckungsgrad von bis zu 60 Prozent. Das heißt, dass Sie bei der jährlichen Warmwasserbereitung dank der Solarthermie-Anlage pro Jahr fast zwei Drittel der Pelletmenge und die sich daraus ergebenden Pelletkosten einsparen können.

Haus Schema mit erneuerbare Energien © dreampicture, fotolia.com
Wer auf Pellets plus Solar setzt, spart Brennstoff und Brennstoffkosten © dreampicture, fotolia.com

Solarthermie-Anlage spart mehr als 20 Prozent Holzpellets und Pelletkosten für die Wärmeerzeugung

Mit einer für die Warmwasser- und Heizwasserbereitung ausgelegten und daher meist größeren und/oder leistungsstärkeren Solarthermie-Anlage (8 bis 10 Quadratmeter Kollektorfläche) erzielen Sie bei der Heizungsunterstützung im Schnitt eine Deckung zwischen 20 und 30 Prozent. Sie sparen dank der Solaranlage damit zwischen einem Fünftel und einem Drittel ihrer bisherigen Heizkosten ein.

Pelletheizung plus Solarthermie – Kosten

Preise und Kosten © tech_studio, fotolia.com
Pelletheizung plus Solarthermie: Preise, Kosten und Amortisationszeit © tech_studio, fotolia.com

Entscheidend fürs künftige Heizungsduo Pelletheizung und Solarthermie sind für Sie sicher auch die Investitionskosten in die Heiztechnik. Eine moderne Pellet-Brennwertheizung, wie sie für ein(en) durchschnittliches(n) Einfamilienhaus(halt) typisch ist, kostet Sie heute zwischen 16.000 und 25.000 Euro. Damit ist die Pelletheizung unter den hierzulande gängigen Heizungen (Ölheizung, Gasheizung, Stromheizung, Wärmepumpenheizung und Solarwärmeheizung) die mit den höchsten Anschaffungskosten. Demgegenüber schlägt die Pelletheizung allerdings auch mit den – nach der Solarheizung– geringsten laufenden Kosten pro Jahr (etwa 1.000 bis 1.200 Euro) zu Buche.

Eine Solarwärme-Anlage zur Warmwassererzeugung bekommen Sie für 4.000 bis 5.000 Euro. Eine Anlage, die die Pelletheizung auch beim Raumheizen unterstützt, kostet 8.000 bis 9.000 Euro.

Die gesamten Investitionskosten für Pellets plus Solar liegen damit zwischen 20.000 und 34.000 Euro. Wegen der individuellen Montage-Situation ist es an dieser Stelle nicht möglich, Ihnen eine Montage-Pauschale zu nennen. Auf einen Blick ergeben sich folgende Anschaffungskosten

Komponenten Preise in Euro
Pellet-Brennwertheizung inklusive Pelletlager, Fördereinrichtung und Kessel: 16.000 bis 25.000
Solarthermie-Anlage:
– Warmwasser: 4.000 bis 5.000
– Warmwasser und Heizungsunterstützung: 8.000 bis 9.000
Investitionskosten gesamt: 20.000 bis 34.000

Pelletheizung plus Solarthermie – Fördergelder mindern Anschaffungskosten und Amortisation

Fördermittel © tech_studio, fotolia.com
Fördermittel nutzen © tech_studio, fotolia.com

Die Kombination der beiden Technologien Pellet-Brennwert plus Solarthermie zur Erzeugung von erneuerbarer Wärme aus nachwachsender Biomasse und Solarenergie fördert der Staat. Mit den Fördergeldern sinken Ihre Investitionskosten mitunter um bis zu einem Drittel. Das rechnet sich!

BAFA-Förderung der Pelletheizung

Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Pelletkessel in Abhängigkeit von deren Nennleistung und Technik:

  • Für Pelletkessel mit 5 bis 100 kW Nennleistung gibt’s 80 Euro je Kilowatt installierter Nennwärmeleistung, wenigstens jedoch 3.000 Euro pro Heizungsanlage.
  • Für Pelletkessel mit 5 bis 100 kW Nennleistung mit Pufferspeicher (wenigstens 30 Liter pro kW gibt‘s 80 Euro je Kilowatt installierter Nennwärmeleistung, mindestens jedoch 3.500 Euro pro Heizungsanlage.
  • Für einen Pelletofen ab 5 kW mit Wassertasche gibt’s 80 Euro je Kilowatt installierter Nennwärmeleistung, wenigstens jedoch 2.000 Euro pro Heizungsanlage.

Außerdem können Sie mit einem Kombinationsbonus für die Pelletheizung plus Solarthermie-Anlage in Höhe von 500 Euro rechnen.

BAFA-Förderung der Solarheizung

Die Installation einer Solarwärme-Anlage fördert das BAFA pauschal in Abhängigkeit von deren Nutzungsart und Größe der Kollektorfläche.

Solarthermie-Anlage (Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung):

  • mindestens 7 und bis 14 m² Bruttokollektorfläche: 2.000 Euro
  • 15 bis 40 m² Bruttokollektorfläche: 140 Euro pro m²

Solarthermie-Anlage zur reinen Warmwasserbereitung:

  • mindestens 3 und bis 10 m² Bruttokollektorfläche: 500 Euro
  • 11 bis 40 m² Bruttokollektorfläche: 50 Euro pro m²

Und damit noch nicht genug: Das BAFA belohnt Sie für eine die Pelletheizung unterstützende Solarthermie-Anlage über das Anreizprogramm Energieeffizienz zudem noch mit

  • einem Zusatzbonus von 20 Prozent auf die Summe der bereits genannten BAFA-Solarförderung
  • plus einem 600 Euro Investitionszuschuss für die Optimierung des Heizungssystems. Die lässt sich mit einem hydraulischen Abgleich für eine effizientere Wärmeverteilung in den einzelnen zu beheizenden Räumen Ihres Hauses realisieren.

Pelletheizung plus Solarthermie – die Vor- und Nachteile der Kombi-Anlage auf einen Blick

Die Kombination von Pellets plus Solar bringt Ihnen Vor- und Nachteile:

Vorteile

  • Die Heizungskombi nutzt zwei erneuerbare Energieträger: Biomasse und Solarenergie, die bestenfalls aus regionaler Produktion stammen. Sie sind damit unabhängig von fossilen Energieträgern.
  • Die Pelletheizung kann dank moderner Regelung bei Bedarf automatisch zu- oder ausgeschaltet werden.
  • Wer von einer Ölheizung auf Pellets umsteigt, kann den Raum, in dem der Öltank gegebenenfalls stand, zum Pellet-Lagerraum umfunktionieren.
  • Die Pellet-Brennwerttechnologie spart gegenüber älteren Pelletheizungen Brennstoff Brennstoffkosten und CO2-Emissionen, die Solarthermie-Anlage erhöht die Ersparnis ihrerseits.
  • Im Vergleich unter den gängigen Heizungsarten glänzen Solarthermie- und Pelletheizung mit den geringsten laufenden Kosten.

Nachteile

  • Die Anschaffungskosten für Pelletheizungen und Solarthermie-Heizungen sind mit die höchsten im Vergleich zu den Alternativen Ölheizung, Gasheizung, Stromheizung und Wärmepumpenheizung.
  • Für einen typischen Holzpellet-Vorrat benötigen Sie entsprechenden Lagerraum, gut den doppelten wie für Heizöl.

Fazit

Für den Umstieg auf die Heizungs-Kombi Pellets plus Solar müssen Sie im Vergleich zu gängigen Heizungsalternativen derzeit mit den höchsten Anschaffungskosten rechnen. Dafür verheizen Sie künftig ausschließlich erneuerbare Energieträger: Biomasse und Solarwärme – und das bei den vergleichsweise geringsten laufenden Kosten. Dank sehr hoher staatlicher Förderungen können Sie zudem die Anschaffungskosten und damit auch die Amortisationszeit für Pellet-Brennwertkessel und Solarthermie-Anlage erheblich senken.

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