Kombination Ölheizung mit Solarthermie

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Was bringt die Kombination Ölheizung plus Solarthermie?

Auf der Liste der meistverbreiteten Heizungssysteme in Deutschland steht die Ölheizung nach der Gasheizung auf Platz 2. Mehr als fünf Millionen Ölheizungen sind hierzulande derzeit noch in Betrieb. Wer von einem alten Ölheizkessel auf einen modernen Öl-Brennwertkessel umsteigt, der spart damit etwa ein Drittel Heizöl, entsprechende Heizkosten sowie CO2-Emissionen. Für noch mehr Einsparung kombinieren überdurchschnittlich viele Heizungsbetreiber hierzulande ihre Ölheizung mit einer Solarthermie-Anlage. Wir zeigen Ihnen hier auf, was Ihnen die Kombination von „Öl plus Solar“ bringt.

Erdöl Pumpe zur Förderung © Gina Sanders, fotolia.com
Ausgepumpt: Heizöl ist ein fossiler, nur begrenzt verfügbarer Brennstoff – mit sinkender Verfügbarkeit steigen die Preise © Gina Sanders, fotolia.com

Marktübersicht: Ölheizungen in Deutschland

Öl-Brennwertgerät © IWO
Öl-Brennwertgerät © IWO

Laut Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wird in 27 Prozent der deutschen Wohnimmobilien derzeit mit Heizöl geheizt. Das Statistik-Portal Statista beziffert die Zahl der Ölheizungen in Betrieb auf 5.071.000. Mehr als die Hälfte dieser Ölheizungen, so sagte es Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes des Energiehandels Südwest (VEH), gegenüber der Badischen Zeitung, sei älter als 20 Jahre und nicht mehr auf dem Stand der Technik. Ein Grund für das Festhalten vieler Verbraucher am fossilen Brennstoff Heizöl ist sicher der mit etwa 0,62 Euro pro Liter noch günstige Ölpreis.

Wärmeerzeugung in Deutschland nach Brennstoffen © IWO
Wärmeerzeugung in Deutschland nach Brennstoffen © IWO

Dabei ließe sich mit einem modernen Öl-Brennwertkessel schon ein Drittel der Brennstoffmenge und der daraus resultierenden Brennstoffkosten einsparen, die ein alter Ölkessel verbraucht. Ganz zu schweigen von den eingesparten CO2-Emissionen, die der Kesseltausch bringt. Bei einem Einfamilienhaus mit 120 Quadratmeter zu beheizender Wohnfläche und vier Verbrauchern verheizt ein alter Standard-Öl-Kessel etwa 3.500 Liter Heizöl. Käme stattdessen ein moderner Öl-Brennwertkessel zum Einsatz, würde dieser laut dem Institut für Wärme und Öltechnik (IWO) mit gut 1.250 Litern sogar mehr als ein Drittel davon einsparen.

Vergleich Öl- Brennwerttechnik © IWO
Vergleich Öl- Brennwerttechnik © IWO

Multipliziert mit dem eingangs genannten Literpreis ergebe sich allein mit dem effizienten Brennwertkessel so eine Ersparnis von 775 Euro.

Sie können sogar noch mehr Heizöl sparen: Dann nämlich, wenn Sie den Öl-Brennwertkessel mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren – diese Kombination werde laut dem bereits erwähnten IWO überdurchschnittlich oft umgesetzt.

KombinationÖlheizung und Solarthermie beliebt © IWO
KombinationÖlheizung und Solarthermie beliebt © IWO
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Öl plus Solar – Technik, Aufbau und Funktionsweise der kombinierten Heizungsanlage

Die Kombi Öl plus Solar bedeutet eine Erweiterung Ihrer Öl-Zentralheizung mit dem Öl-Brennwertkessel als Wärmeerzeuger und den zugehörigen Heizungsrohren und Heizkörpern als Wärmeverteiler um die zum solaren Heizkreis gehörenden Komponenten. Zur Solarthermie-Anlage gehören die Solarthermie-Kollektoren, die zugehörige Solarverrohrung, die Solarregelung und der Solarspeicher. Letzterer ist en bivalenter Speicher, der die Wärme von Ölkessel und Solarthermie-Anlage speichert.

Tipp: Ein Pufferspeicher ist technische Voraussetzung für den Betrieb der Solarthermie-Anlage, weil diese systemisch bedingt ihre Solarwärme tagsüber erzeugt und Solarwärmegewinn und Solarwärmeverbrauch sich zeitlich nicht immer decken. Der Solarspeicher lagert die Solarwärme solange zwischen (puffert), bis sie zu einem späteren Zeitpunkt von den Wärmeverbrauchern angefordert wird.

Inzwischen ist es üblich, dass die bekannten deutschen Hersteller von Ölheizungen Ihnen die nötigen Einzelkomponenten einer modernen Öl-Brennwertheizung plus die Komponenten der auf Ihren Heizwärmebedarf und Ihre bauliche Situation abgestimmten Solarwärme-Anlage oft als Komplettpaket anbieten.

Ölheizung mit erneuerbare Energien kombinierbar © IWO
Ölheizung mit erneuerbare Energien kombinierbar © IWO

Öl-Brennwertheizung plus Solarthermie – Energie- und Energiekostenersparnis

Es hängt jeweils von der Auslegung (Dimensionierung) der Solarthermie-Anlage ab, ob Sie mit der damit erzeugten Solarwärme

  • entweder nur das Warmwasser (warmes Brauchwasser für Küche und Bad)
  • oder sowohl das warme Brauchwasser als auch das Heizwasser

für Ihren Haushalt bereitstellen.

Solarwärme-Anlage spart bis zu 60 Prozent Heizöl und Heizölkosten bei der Warmwasserbereitstellung

Während eine Solarthermie-Anlage für ein Einfamilienhaus typischer Größe von 4 bis 5 Quadratmetern in den Sommermonaten hierzulande die Warmwasserbereitung für einen typischen deutschen Haushalt komplett zu übernehmen vermag, so dass Ihr Öl-Kessel ganz aus bleiben kann, reicht die Sonnenstrahlung in den Übergangsmonaten in Frühling und Herbst sowie im Winter dafür häufig nicht aus. Dann würde der Öl-Brennwertkessel dank moderner Regeltechnik automatisch anspringen, um den Wärmebedarf zu decken.

Solarthermie Deckungsgrad Warmwasser
Solarer Deckungsanteil der Warmwasserbereitung über die Monate © DGS

Pauschal übers Jahr gemittelt lässt sich der solare Deckungsgrad bei der Warmwasserbereitung auf bis zu 60 Prozent beziffern. Sie sparen mit der Solaranlage jährlich also deutlich mehr als die Hälfte an Heizöl und Heizölkosten bei der Warmwasserbereitstellung.

Solarthermie-Anlage spart bis zu 30 Prozent Heizöl und Heizölkosten für die Wärmeerzeugung

Ist eine heizungsunterstützende Solarwärme-Anlage mit 8 bis 10 Quadratmeter Kollektorfläche im Einsatz, kommt diese dank der dafür in der Regel größeren und/oder leistungsstärkeren Auslegung bei der Heizungsunterstützung auf eine solare Deckung von 20 bis 30 Prozent, insbesondere in Neubauten, gut gedämmten Altbauten sowie in Häusern mit Flächenheizungen. Sie sparen damit also zwischen 20 und 30 Prozent Ihres bisherigen Heizölverbrauchs und die sich daraus ergebenden Heizkosten ein.

Ölheizung plus Solarthermie – Kosten

Preise und Kosten © tech_studio, fotolia.com
Ölheizung plus Solarthermie: Preise, Kosten und Amortisationszeit © tech_studio, fotolia.com

Die Anschaffungskosten für die miteinander kombinierten Wärmeerzeuger Ölheizung plus Solarheizung spielen sicher eine Rolle, wenn Sie deren Einsatz erwägen. Eine moderne Öl-Brennwertheizung, die in einem wie oben ausgelegten typischen deutschen Einfamilienhaus als Zentralheizung arbeitet, kostet aktuell 7.000 bis 9.000 Euro. Damit ist die Ölheizung im Vergleich zu den hierzulande gängigen Heizungen (Gasheizung, Stromheizung, Pelletheizung, Wärmepumpenheizung und Solarwärmeheizung) nach der Gasheizung die günstigste in der Anschaffung. Allerdings liegen die jährlichen laufenden Kosten der Ölheizung über denen der vorgenannten Heizungsalternativen – Ausnahme: Stromheizung.

Eine Solarwärme-Anlage zur Warmwassererzeugung kostet Sie derzeit 4.000 bis 5.000 Euro. Eine Anlage, die der Ölheizung auch beim Heizen zuarbeitet, kostet 8.000 bis 9.000 Euro.

Die gesamten Investitionskosten für Öl plus Solar liegen damit zwischen 11.000 und 18.000 Euro. Aufgrund Ihrer individuellen Montage-Situation vor Ort ist es hier unmöglich, Ihnen eine Montage-Pauschale zu beziffern. Auf einen Blick ergeben sich demnach folgende Anschaffungskosten

Komponenten Preise in Euro
Öl-Brennwertheizung inklusive Öltank und Kessel: 7.000 bis 9.000
Solarthermie-Anlage:
– Warmwasser: 4.000 bis 5.000
– Warmwasser und Heizungsunterstützung: 8.000 bis 9.000
Investitionskosten gesamt: 11.000 bis 18.000

Ölheizung plus Solar – Fördergelder mindern Anschaffungskosten und Amortisation

Fördermittel © tech_studio, fotolia.com
Fördermittel nutzen © tech_studio, fotolia.com

Der Staat fördert das Heizen mit Erneuerbaren Energien einerseits und den Umstieg von veralteter, ineffizienter Ölheiztechnik auf moderne, effiziente. Mit den Fördergeldern können Sie die Anschaffungskosten für Öl plus Solar spürbar senken, so dass sich die Investition eher amortisiert!

BAFA-Förderung für Kesseltausch

Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt Ihnen einen sogenannten Kesseltauschbonus in Höhe von 500 Euro, wenn Sie zugleich mit der Installation einer Solarthermie-Anlage Ihren alten Ölkessel gegen einen modernen Brennwertkessel tauschen.

KfW-Förderung für Ölheizung mit Brennwerttechnik

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert eine neue Öl-Brennwertheizung im Rahmen des Programms 152 (Energieeffizient Sanieren – Kredit) als Einzelmaßnahme mit zinsgünstigen Krediten. Außerdem können Sie über das Programm 430 (Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss) ein Zuschuss in Höhe von derzeit zehn Prozent beantragen. Das rechnet sich, denn bei einem Durchschnittspreis von 9.500 Euro für eine neue Ölbrennwertheizung beläuft sich der entsprechende Zuschuss auf 950 Euro. Lassen Sie Ihre neue Ölheizung von der KfW im Rahmen des Anreizprogramms Energieeffizienz fördern, können Sie für den Tausch ineffiziente gegen effiziente Heizungsanlage in Verbindung mit einer optimierten Einstellung (zum Beispiel dank eines hydraulischen Abgleichs) mit sogar 15 Prozent Zuschuss rechnen.

Tipp: Neben bundesweiten Förderungen seitens der KFW oder des BAFA haben auch Bundesländer, Landkreise und Kommunen sowie Hersteller und Mineralöllieferanten Förderprogramme zum Heizsystemwechsel am Laufen.

BAFA-Förderung der Solarheizung

Das Installieren einer Solarthermie-Anlage fördert das BAFA pauschal in Abhängigkeit von deren Nutzungsart und Größe der Kollektorfläche.

Solarthermie-Anlage (Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung):

  • mindestens 7 und bis 14 m² Bruttokollektorfläche: 2.000 Euro
  • 15 bis 40 m² Bruttokollektorfläche: 140 Euro pro m²

Solarthermie-Anlage zur reinen Warmwasserbereitung:

  • mindestens 3 und bis 10 m² Bruttokollektorfläche: 500 Euro
  • 11 bis 40 m² Bruttokollektorfläche: 50 Euro pro m²
Heizöltank © IWO
Heizöltank: Wer mit Heizöl heizt, braucht ein Lager im Haus oder auf dem Grundstück, um den Brennstoff auf Vorrat zu halten © IWO

Öl-Brennwertheizung plus Solarthermie – die Vor- und Nachteile der Kombi-Anlage auf einen Blick

Die Kombination von Öl und Solar bringt Ihnen Vor- und Nachteile:

Vorteile

  • Eine Öl-Brennwertheizung arbeitet dank hoher Wirkungsgrade sehr effizient und damit sparsam.
  • Die Anschaffungskosten für die Öl-Brennwerttechnik sind vergleichsweise gering, nur Gasheizungen sind noch günstger.
  • Die dazu heizende Solarthermie-Anlage heizt mit erneuerbarer Solarenergie und senkt den Verbrauch fossilen Heizöls sowie daraus resultierend Heizkosten und CO2-Emissionen.

Nachteile

  • Die Anschaffungskosten für Solarthermie-Heizungen sind mit die höchsten im Vergleich zu den Alternativen Ölheizung, Gasheizung, Pelletheizung, Stromheizung und Wärmepumpenheizung.
  • Für den Öltank mit Heizöl-Vorrat brauchen Sie einen passenden Lagerplatz im Haus oder auf dem Grundstück.
  • Heizöl ist ein zumeist fossiler, also begrenzt verfügbarer Brennstoff, der Sie in gewisse Abhängigkeiten bringt, auch wenn Heizöle mit biogenen Anteilen (etwa zehn Prozent Anteile) erhältlich sind.

Fazit

Mit einer Solarthermie-Anlage als ergänzende Zusatzheizung für einen Öl-Brennwertkessel können Sie bis zu einem Drittel Brennstoff und Brennstoffkosten bei der Raumheizung und fast zwei Drittel davon bei der Warmwasserbereitung sparen. Angesichts einer 25 Jahre und mehr verlässlich arbeitenden Heiztechnik sollten Sie dennoch überlegen, ob Sie jetzt noch in eine Ölheizung investieren wollen: Denn Sie müssen wegen der sinkenden Verfügbarkeit mit stark steigenden Ölpreisen rechnen, die die laufenden Heizkosten in die Höhe schnellen lassen.

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