Kombination Ölheizung mit Solarthermie

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Öl-Brennwertgerät plus Solarthermie-Anlage: Klassiker der Hybridheizung

Auf der Liste der meistverbreiteten Heizungssysteme in Deutschland steht die Ölheizung nach der Gasheizung auf Platz 2. Mehr als fünf Millionen Ölheizungen sind hierzulande derzeit noch in Betrieb. Wer von einem alten Ölheizkessel auf einen modernen Öl-Brennwertkessel umsteigt, der spart damit etwa ein Drittel Heizöl, entsprechende Heizkosten sowie CO2-Emissionen. Für noch mehr Einsparung kombinieren überdurchschnittlich viele Heizungsbetreiber hierzulande ihre Ölheizung mit einer Solarthermie-Anlage. Wir zeigen Ihnen hier auf, was die Kombination von „Öl plus Solar“ bringt.

Erdöl Pumpe zur Förderung © Gina Sanders, fotolia.com
Heizöl ist ein fossiler, nur begrenzt verfügbarer Brennstoff – mit sinkender Verfügbarkeit steigen die Preise © Gina Sanders, fotolia.com
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Marktübersicht: Alte und neue Ölheizungen in Deutschland

Öl-Brennwertgerät © IWO
Öl-Brennwertgerät © IWO

Nach einer Grafik des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) wird in 24,4 Prozent der deutschen Wohnimmobilien mit Heizöl geheizt. Von diesen 5,2 Millionen Ölheizungen arbeiten allerdings nur 0,8 Millionen mit moderner Brennwerttechnik. Dabei benötigen Öl-Brennwertkessel etwa 30 Prozent weniger Brennstoff als die alten Standard-Ölkessel! Alleine mit einem modernen Brennwertkessel ließen sich also fast ein Drittel der Brennstoffkosten einsparen. Ein Beispiel: Bei einem Einfamilienhaus mit 120 Quadratmeter zu beheizender Wohnfläche und vier Verbrauchern verheizt ein alter Standard-Öl-Kessel etwa 3.500 Liter Heizöl. Käme stattdessen ein moderner Öl-Brennwertkessel zum Einsatz, würde dieser laut dem Institut für Wärme und Mobilität (IWO) mit gut 1.250 Litern sogar mehr als ein Drittel davon einsparen. Mit Blick auf den Preis, den Ölkunden derzeit für einen Liter bezahlen müssen, kommen da leicht tausend Euro und mehr zusammen. Ganz zu schweigen von den eingesparten CO2-Emissionen durch den Kesseltausch.

Gesamtbestand der zentralen Wärmeerzeuger in Deutschland © BDH
Gesamtbestand der zentralen Wärmeerzeuger in Deutschland © BDH
Vergleich Öl- Brennwerttechnik © IWO
Vergleich Öl- Brennwerttechnik © IWO

Und es ist sogar noch mehr drin: Dann nämlich, wenn der Öl-Brennwertkessel mit einer Solarthermie-Anlage kombiniert wird. Laut Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. wird rund ein Drittel aller neuen Öl-Brennwertgeräte mit Sonnenenergie kombiniert – mehr als bei allen anderen Energieträgern (Stand: November 2022).

Tipp: Vor der Anbindung der Solarthermieanlage prüfen, ob der Heizkessel modernen Standards entspricht. Handelt es sich noch um einen alten Konstanttemperaturkessel, einen etwas moderneren Niedertemperaturkessel oder bereits um einen effizienten Brennwertkessel? Bis Ende 2025 besteht noch die Möglichkeit, den alten Ölkessel gegen einen neuen auszutauschen. Danach sind nur noch Hybridsysteme zugelassen.

Öl plus Solar – Technik, Aufbau und Funktionsweise der Hybridheizung

Für die Lösung „Öl plus Solar“ wird die Öl-Zentralheizung mit dem Öl-Brennwertkessel (Wärmeerzeuger) und den zugehörigen Heizungsrohren und Heizkörpern (Wärmeverteiler) um die zum solaren Heizkreis gehörenden Komponenten erweitert. Zur Solarthermie-Anlage gehören die Solarthermie-Kollektoren, die zugehörige Solarverrohrung, der Solarregler und der Solarspeicher. Solarthermie-Kollektoren gibt es in Flach- und Röhrenbauweise. Um die Wärme von Ölkessel und Solarthermie-Anlage zu puffern, ist ein bivalenter Speicher erforderlich.

Hinweis: Ohne Pufferspeicher kann eine Solarthermie-Anlage nicht betrieben werden. Der Grund: Systemisch bedingt erzeugt diese ihre Solarwärme tagsüber – und Solarwärmegewinn und Solarwärmeverbrauch decken sich zeitlich nicht immer. Der Solarspeicher „puffert““ die Solarwärme solange, bis sie zu einem späteren Zeitpunkt von den Wärmeverbrauchern angefordert wird.
Solarthermie in Kombination mit einer Ölheizung
Solarthermie in Kombination mit einer Ölheizung

Die Funktionsweise der Solarthermie-Anlage erläutert unser separater Beitrag. Kann die solare Energie den Warmwasser- und Wärmebedarf alleine nicht decken, springt die Ölheizung ein.

Tipp: Viele Hersteller von Ölheizungen bieten mittlerweile Komplettpakete an. Dies macht es besonders bequem, von vorneherein eine Hybridheizung zu installieren.
Ölheizung mit erneuerbare Energien kombinierbar © IWO
Ölheizung mit erneuerbare Energien kombinierbar © IWO
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Öl-Brennwertheizung plus Solarthermie – Ersparnis bei Energie und Energiekosten

Je nach Solarthermie-Anlagentyp erzeugt diese Solarwärme, um damit

  • Warmwasser als Brauchwasser für Küche und Bad oder
  • Warmwasser plus Heizwasser für Verbrauch und Raumwärme

vorzuhalten. Dafür muss die Anlage natürlich unterschiedlich groß ausgelegt sein.

Solarwärme-Anlage spart bis zu 60 Prozent Heizöl und Heizölkosten bei der Warmwasserbereitstellung

Bei hoher Sonneneinstrahlung vermag eine Solarthermie-Anlage die Warmwasserbereitung für einen typischen deutschen Haushalt komplett übernehmen. Das heißt, der Öl-Kessel kann in den Sommermonaten meist ganz ausgeschaltet bleiben. Anders sieht das normalerweise im Frühjahr und Herbst und erst recht im Winter aus. Bei einer für ein Einfamilienhaus mit 4 bis 5 Quadratmetern typischen Größe von Solarthermie-Kollektoren springt der Öl-Brennwertkessel im Fall der Fälle dank moderner Regeltechnik automatisch an.

Warmwasserbereitung: Im Sommer sind 100% Deckungsanteil möglich
Warmwasserbereitung: Im Sommer sind 100% Deckungsanteil möglich

Pauschal lässt sich der solare Deckungsgrad bei der Warmwasserbereitung übers Jahr gemittelt auf bis zu 60 Prozent beziffern. Sie sparen mit der Solaranlage jährlich also deutlich mehr als die Hälfte an Heizöl und Heizölkosten bei der Warmwasserbereitstellung.

Öllheizung und Solarthermie: Hohe Einsparungen sind möglich
Ölheizung und Solarthermie: Hohe Einsparungen sind möglich

Solarthermie-Anlage spart bis zu 30 Prozent Heizöl und Heizölkosten für die Erzeugung der Raumwärme

Eine heizungsunterstützende Solarwärme-Anlage ist in der Regel größer und/oder leistungsstärker ausgelegt: 8 bis 10 Quadratmeter Kollektorfläche gelten als sinnvoll. Insbesondere in Neubauten, gut gedämmten Altbauten sowie in Häusern mit Flächenheizungen ist damit eine solare Deckung von 20 bis 30 Prozent bei der Heizungsunterstützung möglich. Sie sparen also zwischen 20 und 30 Prozent Ihres bisherigen Heizölverbrauchs und die sich daraus ergebenden Heizkosten ein.

Ölheizung und Ölverbrauch: Mit Solathermie Ölverbrauch reduzieren
Ölheizung und Ölverbrauch: Mit Solathermie Ölverbrauch reduzieren

Ölheizung plus Solarthermie – Kosten

Preise und Kosten © tech_studio, fotolia.com
Preise und Kosten © tech_studio, fotolia.com
  • Eine moderne Öl-Brennwertheizung, die in einem typischen deutschen Einfamilienhaus als Zentralheizung arbeitet, kostet aktuell 8.000 bis 10.000 Euro. Ist noch kein Öltank vorhanden, kommen je nach Bauart und Material noch einmal 000 bis 4.000 Euro hinzu. Vergleicht man dies mit den Kosten anderer gängiger Heizungen (Gasheizung, Pelletheizung und Wärmepumpenheizung), ist die Ölheizung nach der Gasheizung die günstigste in der Anschaffung. Allerdings liegen die laufenden Kosten der Ölheizung höher als bei den vorgenannten Heizungsalternativen.
  • Eine Solarwärme-Anlage zur Warmwassererzeugung schlägt derzeit mit 4.000 bis 5.000 Euro zu Buche. Eine Anlage, die der Ölheizung auch beim Heizen zuarbeitet, kostet 8.000 bis 10.000 Euro.

Die gesamten Investitionskosten für Öl plus Solar liegen somit zwischen 14.000 und 24.000 Euro. Aufgrund individueller Montage-Situationen vor Ort können sie allerdings noch abweichen. Nicht enthalten ist die Anschaffung und Installation eines Puffer- bzw. Kombispeichers. Soll nur der alte Kessel durch einen modernen Kessel ersetzt werden, sind die Investitionskosten etwas geringer. Der Austausch schlägt mit etwa 7.000 bis 8.000 Euro zu Buche, der vorhandene Öltank kann weiterhin genutzt werden.

Auf einen Blick ergeben sich demnach folgende Investitionskosten:

Komponenten und Installation Preise in Euro
Ölheizung mit Öl-Brennwertkessel 8.000 bis 10.000
Öltank 2.000 bis 4.000
Solarthermie-Anlage (Flachkollektoren):
– 5 m² für Warmwasser 4.000 bis 5.000
– 10 m² für Warmwasser und Heizungsunterstützung 8.000 bis 10.000
Investitionskosten gesamt 14.000 bis 24.000

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Ölheizung plus Solar – Wird das noch gefördert?

Antwort: Kommt darauf an. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist bestrebt, den „Einbau von effizienten Wärmeerzeugern, von Anlagen zur Heizungsunterstützung und der Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz, das erneuerbare Energien für die Wärmeerzeugung mit einem Anteil von mindestens 25 Prozent einbindet“, zu unterstützen. Die sogenannte Bundesförderung für effiziente Gebäude – Heizungsanlagen ist jedoch einem ständigen Wandel unterworfen, weshalb Sie die kontinuierlich aktualisierten Fakten in unserem gesonderten Beitrag zur BAFA-Förderung finden. Eines wird sich aber sicher nie mehr ändern: Weil selbst zu 98 Prozent ausgenutzte fossile Brennstoffe in der Energiebilanz einfach zu schlecht abschneiden, ist der alleinige Austausch des Brennwertkessels schon vor einiger Zeit aus der BAFA-Förderung gefallen.

Informieren Sie sich vor der Umsetzung über Fördermöglichkeiten
Informieren Sie sich vor der Umsetzung über Fördermöglichkeiten

Bessere Chancen bestehen dagegen bei der Förderung von Solarkollektoranlagen und beim Heizungstausch, das heißt beim Ersetzen und fachgerechten Entsorgen einer betriebsfähigen Ölheizungsanlage. Hier lohnt sich ein Blick in die aktuellen Förderbedingungen durchaus.

Solarthermie: Fördergelder dank guter Umweltbilanz
Solarthermie: Fördergelder dank guter Umweltbilanz
Tipp: Neben bundesweiten Förderungen seitens des BAFA und Krediten der KfW haben auch Bundesländer, Landkreise und Kommunen sowie Hersteller und Mineralöllieferanten Förderprogramme zum Heizsystemwechsel am Laufen.

Öl-Brennwertheizung plus Solarthermie – Vor- und Nachteile der Kombi-Anlage

Pro und Contra gut abwägen
Öl-Brennwertheizung plus Solarthermie – Vor- und Nachteile der Kombi-Anlage

Vorteile der Hybridanlage Öl plus Solar

  • Eine Öl-Brennwertheizung arbeitet dank hoher Wirkungsgrade sehr effizient und damit sparsam.
  • Die Anschaffungskosten für die Öl-Brennwerttechnik sind vergleichsweise gering, nur Gasheizungen sind noch günstiger.
  • Die unterstützende Solarthermie-Anlage heizt mit erneuerbarer Solarenergie und senkt den Verbrauch fossilen Heizöls sowie daraus resultierend Heizkosten und CO2-Emissionen.
Heizöltank © IWO
Heizöltank: Wer mit Heizöl heizt, muss den Brennstoff auf Vorrat zu halten © IWO

Nachteile der Hybridanlage Öl plus Solar

  • Die zusätzliche Solarthermie-Anlage bedeutet eine Erhöhung der Anschaffungskosten im Vergleich zu einer solo Ölheizung.
  • Der Öltank mit Heizöl-Vorrat benötigt einen passenden Lagerplatz im Haus oder auf dem Grundstück.
  • Die begrenzte Verfügbarkeit des fossilen Brennstoffs Heizöl macht Verbraucher von den Lieferanten abhängig. Diese können die Preise häufig neu festlegen – und gegebenenfalls sogar den Zufluss stoppen.
Tipp: Bio-Heizöl tanken! Der flüssige Brennstoff für die Ölheizung besteht zwar überwiegend aus fossilen, zu 3 bis 20 Prozent aber auch aus nachwachsenden Rohstoffen wie Raps oder Soja. Den Bioöl-Anteil erkennen Verbraucher am Zusatz in der Bezeichnung, wie z.B. in „Heizöl EL A Bio 10“. Bei einem Wert von maximal 10, kann der Brennstoff problemlos in den Tank gefüllt werden. Weniger positiv ist allerdings, dass damit eigentlich Nahrungsmittel verheizt werden.

Fazit

Mit einer Solarthermie-Anlage als ergänzende Zusatzheizung für einen Öl-Brennwertkessel können Sie bis zu einem Drittel Brennstoff und Brennstoffkosten sparen. Für bestehende, kürzlich modernisierte Öl-Heizungsanlagen bietet sich dieses an. Im Zuge der Energiewende sollten Sie jedoch überlegen, ob Sie jetzt noch in eine klassische Ölheizung investieren sollten. Dass dies ab 2026 nur noch mit Einbindung erneuerbarer Energien erlaubt sein wird, kann als Signal gedeutet werden.

Schon jetzt ist ein Heizungstausch empfehlenswerter, das heißt der Wechsel zu einer Pelletheizung oder Wärmepumpenheizung. Bei der Installation einer neuen Heizungsanlage in einem Neubau ist eine Hybridheizung die cleverste Lösung. Am besten, Sie fragen Ihren Heizungsinstallateur, zu welcher Kombination er Ihnen rät. Gute Fachkräfte kennen sich auch bestens mit den regionalen Fördermöglichkeiten aus.

Eine ausführliche Fachberatung ist Gold wert
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Solarthermie Kollektoren © Manuela Fiebig, stock.adobe.com
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