Poolheizung mit Solarenergie

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Solarenergie für den Pool: So nutzen Sie die Sonnenwärme optimal

Der Trend zum eigenen Pool im Garten hält an. Meist gehört die Poolheizung dazu, um auch an kühleren Tagen schwimmen zu können. Moderne Poolheizungen nutzen die Sonnenenergie und punkten durch Effizienz und Umweltfreundlichkeit. Lesen Sie im folgenden Artikel, welches System zu Ihnen passt.

Warmes Badevergnügen mit geringem Stromverbrauch

Über 700.000 private Swimmingpools zählte der Bundesverband Schwimmbad und Wellness e.V. 2018 in Deutschland, Tendenz steigend. Dabei spielt das Wetter in Mitteleuropa selbst im Sommer nicht immer mit. Eine Wassertemperatur zwischen 26°C und 29°C gilt zum Planschen und Schwimmen als optimal. Nach mehreren kühleren Tagen ist somit auch im Juli der Sprung in die private Badeoase mitunter unangenehm. Eine Abhilfe schaffen Poolheizungen, die das Wasser auf konstanter Temperatur halten.

Solarthermie Schwimmbad Schema © arahan, fotolia.com
Schema: Solarthermie für die Poolheizung nutzen © arahan, fotolia.com

Die Energie der Sonne zur Erwärmung Ihres Schwimmbads zu verwenden bietet sich aus mehreren Gründen an:

  • Die Sonneneinstrahlung ist gerade im Sommer am intensivsten, wenn Sie den Pool am meisten nutzen.
  • Im Vergleich zu strombetriebenen Poolheizungen wie Wärmepumpen und Wärmetauschern fallen kaum Stromkosten an.
  • Das Heizsystem lässt sich beliebig erweitern, indem Sie mehr Module kaufen.
  • Der Aufbau ist einfach und lässt meist sich in Eigenregie erledigen.

Solarabsorber und Solarkollektoren – ein Überblick

Die simpelste und günstigste Art, einen Pool zu erwärmen, stellen Solarabsorber beziehungsweise Solarkollektoren dar. Beide bestehen aus UV- und hitzebeständigem Kunststoff, der auch gegen Salz und Chemikalien resistent ist. Im seinem Inneren befinden sich Rohre, durch die das Poolwasser fließt. Die zwei Systeme weisen jedoch Unterschiede auf. Solarkollektoren besitzen eine harte Struktur und eine Verglasung, während Solarabsorber als weiche Gummimatten ohne Abdeckung hergestellt werden.

Das Prinzip bleibt gleich. In beiden Fällen erwärmt die Sonne das Material. Das bereits gefilterte Schwimmbadwasser wird durch die heißen Rohre gepumpt und nimmt ihre Wärme auf, bevor sie zurück ins Becken fließt.

Die zwei Arten von Poolheizungen unterscheiden sich jedoch bezüglich des Aufbaus:

  • Solarkollektoren sind platzsparender als Absorber. Sie werden baubedingt meist unter dem Wasserspiegel oder in der Nähe des Pools aufgestellt. Solarabsorber benötigen mehr Fläche, eignen sich jedoch auch für eine Montage auf dem Dach.
  • Solarkollektoren stellen für kleine und mittlere Pools eine optimale Lösung dar, während Absorber einen höheren Energieertrag liefern und sich auch für große Becken eignen.
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Wo kann ich die Solarheizung für den Pool einbauen?

Je nach Modell lassen Sich die Matten beziehungsweise die Kollektoren vertikal oder horizontal aufstellen. Für einen maximalen Ertrag empfiehlt sich eine Südausrichtung und eine Schrägaufstellung. Beliebt ist auch die Montage auf dem Garagen- oder auf dem Pooldach. Diese Variante bietet den Vorteil, dass Sie keinen zusätzlichen Platz im Garten benötigen.

Wie groß soll meine Poolheizung sein?

In der Nacht kühlt sich das Wasser eines Außenpools mit Abdeckung je nach Ausgangstemperatur um 0,5 bis 2 Grad ab. Ohne Luftpolsterfolie geht viel mehr Wärme verloren. Bis zu 10 Grad kann in diesem Fall der Temperaturunterschied am nächsten Morgen betragen.

Bei Nichtbenutzung Pool abdecken © annebel146, stock.adobe.com
Bei Nichtbenutzung Pool abdecken © annebel146, stock.adobe.com

Die oben aufgeführten Werte gelten für im Boden eingelassene Schwimmbecken. Bei Pools mit Stahlwänden oder Flexpools ist der Wärmeverlust noch höher, da die Wände nachts Wärme an die kühle Luft abgeben. Zusätzlich sollten Sie bedenken, dass auch im Sommer Schlechtwetterfronten für Temperaturschwankungen sorgen können.

Als Faustformel gilt, dass die Gesamtfläche Ihrer Absorber beziehungsweise Kollektoren 60 bis 80 Prozent der Poolfläche betragen soll. Wenn Sie sich auch an bewölkten Tagen wie in den Tropen fühlen wollen, sollten Sie jedoch mit 100 bis 120 Prozent der Schwimmbadfläche rechnen. Umgekehrt können Sie mit einer Flächenauslastung von 40 bis 50 Prozent auskommen, wenn Ihnen 23°C zum Baden reichen und Ihr Becken gut abgedeckt ist.

Was kostet die Poolheizung mit Solarenergie im Vergleich zu anderen Heizungsarten?

Kosten und Preise © foto-tech, stock.adobe.com
Kosten und Preise © foto-tech, stock.adobe.com

Eine Beispielrechnung

Bei einem abgedeckten Schwimmbecken von 4 x 10 Metern beträgt die benötigte Fläche der Solarabsorber:

4 m x 10 m x 0,7= 28 m²

Ein Solarabsorber-Set mit einer Fläche von 2,4 m² ist im Fachhandel für 220 Euro erhältlich.

Die Kosten betragen also in dem Fall

28 m²/2,4 m²*220€ = 2.566€

Die einzigen Betriebskosten fallen für die Umwälzpumpe an. Jedoch betragen sie für die ganze Badesaison meist lediglich um die 100 Euro.

Beispielrechnung für eine Wärmepumpe

Im Vergleich brauchen Sie für Ihren 40 Quadratmeter großen Beispielpool eine Wärmepumpe mit einer Leistung von mindestens 12 kW. Allein für die Anschaffung müssen Sie hier mit zirka 2.500 Euro rechnen, also ungefähr so viel wie für die Solarkollektoren.

Hinzu kommen die Stromkosten, die vom Wirkungsgrad der Wärmepumpe und dem Temperaturabfall über Nacht abhängig sind. Um 40 Quadratmeter Wasser um einen Grad zu erwärmen, werden 46 kWh benötigt. Bei einem Wirkungsgrad der Wärmepumpe von 5 ergibt sich von Juni bis September (120 Tage) ein Stromverbrauch von:

(120 Tage x 46 kWh/Tag) /5 = 1.104 kWh

Bei einem Strompreis von 30,5 Cent/kWh müssen Sie also jeden Sommer zusätzlich zirka 331 Euro an Ihren Stromversorger zahlen.

Beispielrechnung für einen Wärmetauscher

Wärmetauscher sind preiswert in der Anschaffung. Ein Heizungswärmetauscher mit einer Leistung von 70 kW ist für einen 40 Quadratmeter großen Pool ausreichend und für zirka 500 Euro erhältlich. Jedoch nutzt er die Wärme des Heizungskreislaufs, somit fallen Heizkosten an. Bei einem Gesamtenergiebedarf von 5.520 kWh für die ganze Badesaison ergibt sich für eine Gasheizung:

5.520 kWh * 0,071 Ct/kWh= 392 Euro

Somit ist ein Wärmetauscher über die Zeit betrachtet etwas teurer als eine Wärmepumpe.

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Pool mit Solarthermie heizen

Solarabsorber und -kollektoren stellen eine preiswerte Lösung für Ihre Poolheizung dar, die nicht viel Aufwand erfordert. Besitzen Sie aber bereits eine Solarthermieanlage zum Heizen und zur Trinkwassererwärmung, können Sie ihre Energie auch für den Pool nutzen.

Der Unterschied zu den Solarabsorbern besteht darin, dass in dem Fall das Poolwasser nicht direkt, sondern von der Wärmeträgerflüssigkeit der solarthermischen Anlage erwärmt wird. Es gibt zwei Arten, ein Schwimmbecken mithilfe der Solarthermie zu heizen:

  • Der Pool wird an den Heizungskreislauf angeschlossen. Ein Wärmetauscher sorgt für den Energieaustausch zwischen dem warmen Heizungs- und dem kalten Poolwasser. Diese Lösung ist einfach zu bauen, dafür bekommt der Heizungskreislauf einen zusätzlichen Verbraucher.
  • Alternativ können Sie einen separaten Kreislauf zwischen den Solarabsorbern der Anlage und dem Pool verlegen lassen. Eine eingebaute Steuerung entscheidet dann, ob der Wärmeträger in den Heizungs- oder in den Poolkreislauf fließt. Gerade im Sommer, wenn Ihre Solarthermie-Anlage ohnehin überschüssige Wärme produziert, ist diese Lösung vorteilhaft.

Lässt sich mein Pool auch im Winter mit Sonnenenergie heizen?

Die Strahlungsleistung der Sonne lässt bereits am Ende des Sommers nach. Beträgt sie an einem klaren Sommertag im Juni durchschnittlich 1000 W/m2 , sinkt sie an einem nebeligen Oktobertag auf 500 W/m2 und darunter. Gleichzeitig kühlt sich das Wasser immer stärker ab. Ab Ende September ist es daher kaum möglich, allein mit Sonnenenergie den Pool zu heizen.

Möchten Sie Ihren Außenpool auch im Winter nutzen, müssen Sie ein weiteres Heizsystem installieren. Eine moderne Wärmepumpe liefert auch bei niedrigen Außentemperaturen eine konstante Leistung und bleibt die preiswerteste Lösung. Auch an den Heizungskreislauf angeschlossene Wärmetauscher sorgen für warmes Wasser in den kalten Monaten. Alternativ liefert auch eine elektrische Poolheizung die benötigte Wärme, allerdings steigen dabei Ihre Stromkosten beträchtlich.

Fazit

Mit Solarabsorbern und Solarkollektoren nutzen Sie die Strahlungsleistung der Sonne, um Ihren Pool kostenlos und umweltfreundlich zu heizen. Die platzsparenden Module lassen sich auf dem Dach montieren oder im Garten aufstellen. Eine Südausrichtung sorgt für einen hohen Energieertrag und warmes Wasser im Schwimmbecken.

Während der Sommermonate ist die Solarheizung den anderen Poolheizungsarten überlegen und kann allein die benötigte Wärmeleistung liefern. Möchten Sie Ihr Schwimmbecken auch im Winter nutzen, benötigen Sie allerdins ein weiteres Heizsystem. Um Ihre Strom- und Heizkosten so gering wie möglich zu halten, sollten Sie in diesem Fall über eine Kombination aus einer modernen Wärmepumpe und Solarkollektoren nachdenken.

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