Hybridheizungen: innovative Kombinationen von Solarenergie und gängiger Heiztechnik
Glücklich, wer ein Sonnenhaus oder Passivhaus plant. Möglicherweise kann dieses alleine mit Solarthermie-Energie beheizt werden. Zumindest, wenn eine sehr große Kollektorfläche auf dem Dach und ein mehrere Kubikmeter großer Speicher im Keller installiert werden. Der Normalfall sieht jedoch anders aus. Vor allem in Bestandsbauten ist eine Kombianlage mit Solarthermie zur Heizungsunterstützung wirtschaftlicher. In den Übergangszeiten übernimmt sie die Versorgung mit Heizwärme manchmal sogar komplett. Im Winter, wenn der Wärmebedarf sehr hoch, die solare Strahlung aber gering ist, springt dann der konventionelle Heizkessel an. Beide Techniken lassen sich gut miteinander kombinieren.

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Heizung ist größter Energieverbraucher
Rund zwei Drittel der Endenergie privater Haushalte entfallen auf Raumwärme (AGEB-Anwendungsbilanz 2024). Der größte Teil der Raumwärme wird weiterhin mit Gas erzeugt; Heizöl, Holz und Fernwärme folgen mit deutlichem Abstand.
Clever: Zentrale Wärmeerzeuger mit Solarthermie koppeln

Die Grafik des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie zeigt den Gesamtbestand der zentralen Wärmeerzeuger in Deutschland auf. Demnach waren Ende 2024 (BDH) rund 13,9 Mio. Gas-, 4,9 Mio. Öl-, 1,8 Mio. Wärmepumpen- und 1,1 Mio. Biomasse-Heizungen in Betrieb. Hinzu kommen rund 2,6 Mio. thermische Solaranlagen; sie werden sowohl für die reine Warmwasserbereitung als auch für die kombinierte Warmwasser-Heizungsunterstützung genutzt. Alarmieren sollte die Tatsache, dass rund die Hälfte aller Öl- und Gasheizungen („Heizwert“) mittlerweile veraltet ist. Beim Ersatz einer Heizungsanlage in einem bestehenden Gebäude gilt seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, 29. Juli 2026) keine pauschale 65-%-Erneuerbaren-Pflicht mehr: Eigentümer können aus dem Optionskatalog des § 42 GModG wählen, der die Solarthermie-Hybridheizung mit Gas-, Öl- oder Biomassekessel ausdrücklich enthält; dabei sind die jeweiligen Anforderungen der §§ 43 bis 46 GModG zu beachten. Für nach dem 29. Juli 2026 neu eingebaute Gas- und Ölheizungen gilt ab 2029 ein steigender Mindestanteil klimafreundlicher Brennstoffe (10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040) — eine Solarthermie-Anlage kann diese Pflicht nach § 43 Abs. 3 GModG erfüllen, bis Ende 2034 pauschal mit mindestens 0,04 m² Kollektor-Aperturfläche je m² Nutzfläche bei Häusern mit bis zu zwei Wohnungen.
Übliche kleine Solarthermie-Anlagen decken je nach Anlage, Speicher, Gebäude und Nutzung nur einen Teil des Gesamtwärmebedarfs (Heizung und Warmwasser) solar — für die Restwärme ist daher ein weiterer Wärmeerzeuger erforderlich; bei Solarthermie-Hybridheizungen kann dies nach § 42 GModG auch eine Gas-, Heizöl-, Flüssiggas- oder Biomassefeuerung sein; für den Klimageschwindigkeits-Bonus gelten zusätzliche Voraussetzungen der KfW, insbesondere Selbstnutzung, Austausch und fachgerechte Entsorgung der bisherigen Heizung sowie eine nach dem Austausch grundsätzlich fossil- und gasfreie Wärmeversorgung. Im Grunde ist es eine gute Idee, jetzt schon über eine Umstellung nachzudenken.

Schauen Sie sich zunächst die Vorteile der verschiedenen Hybridheizungen an:
Vorteile einer Kombination von Solarthermie & Ölheizung oder Gasheizung
Wie die Kombination gelingt, erläutern wir detailliert in unserem Beiträgen Kombination Gasheizung mit Solarthermie und Kombination Ölheizung mit Solarthermie. Das Wichtigste ist vielleicht: Durch die Ergänzung einer Öl- oder Gasheizung mit einer Solarthermie-Anlage wird der Verbrauch fossiler Brennstoffe deutlich gesenkt und damit auch der Ausstoß an umweltschädlichem Kohlenstoffdioxid (CO2) reduziert.
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Weitere Vorteile dieser Kombination sind:
- Einfache Installation und Anbindung
- Bewährte Heizungstechnik
- Unkomplizierte Solarthermie-Technik
- Angebot von Komplettanlagen, die sich insbesondere für Neubauten anbieten.
Vorteile einer Kombination von Solarthermie & Pelletheizung
Die Anbindung zwischen Solarthermieanlage und Pelletheizung ist ebenso unkompliziert wie bei einer Öl- oder Gasheizung. Pelletheizungen nutzen einen erneuerbaren Brennstoff, verursachen bei der Verbrennung jedoch CO2 und Luftschadstoffe. Der Hauptvorteil der Kombination ist also ein anderer als bei den fossilen Brennstoffen: Die Reduzierung der Ein- und Ausschaltvorgänge (Taktung) führt bei den empfindlichen Pelletheizungen zu einer spürbaren Verlängerung der Heizanlagen-Lebensdauer.
Weitere Pluspunkte der Kombination sind:
- Unkomplizierte Anbindung
- Geringer Wartungsaufwand
- Solarthermie kann den Pelletverbrauch in sonnenreichen Zeiten senken.
- Erneuerbare, brennstofffreie Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung
- Attraktive staatliche Förderung
Vorteile einer Kombination von Solarthermie & Wärmepumpe
Alles Wissenswerte zu dieser Symbiose finden Sie im separaten Beitrag „Kombination Wärmepumpe mit Solarthermie“. Sie bietet sich vor allem bei gut gedämmten Häusern an, denn dann kann die Kombination aus beiden eine weitere Heizung überflüssig machen. Ein Vorteil ist: Die Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser, benötigt für ihren Betrieb jedoch Strom.
Weitere Vorzüge dieser Kombination sind:
- Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung ohne Verbrennung im Gebäude
- Keine Abgase und kein Feinstaubausstoß am Aufstellort
- Kein Bedarf an Gas, Öl oder Pellets im laufenden Betrieb
- Solarthermie kann die Warmwasserbereitung entlasten und so die Laufzeit der Wärmepumpe in sonnenreichen Zeiten verringern
- Attraktive staatliche Förderung

Sie möchten mehr über die unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten wissen? Unsere Beitragsreihe gibt Auskunft:
Kombination Gasheizung mit Solarthermie
Was bringt die Hybridheizung Gas plus Solarthermie? Mit etwa 13,9 Millionen Anlagen sind Gasheizungen (Bestand 2024, BDH-Marktinformation) in Deutschland die mit Abstand am häufigsten eingesetzten Wärmeerzeuger. Fast jedes zweite deutsche Eigenheim wird mit Gas beheizt. Moderne Gasbrennwertheizungen bringen gegenüber älteren Geräten eine Brennstoffersparnis…
Kombination Ölheizung mit Solarthermie
Öl-Brennwertgerät plus Solarthermie-Anlage: Klassiker der Hybridheizung Auf der Liste der meistverbreiteten Heizungssysteme in Deutschland steht die Ölheizung nach der Gasheizung auf Platz 2. Etwa 4,9 Millionen Ölheizungen waren Ende 2024 in Deutschland noch in Betrieb. Wer von einem alten Ölheizkessel auf…
Kombination Pelletheizung mit Solarthermie
Pelletheizung plus Solarthermie – clevere Hybridheizung Moderne Pelletheizungen arbeiten mit effizienter Brennwerttechnik. Im Vergleich zur älteren Technik sparen diese bereits 10 bis 15 Prozent an Heizkosten ein. Noch höher fällt die Brennstoff- und Brennstoffkosten-Ersparnis aus, wenn die Pelletheizung mit einer…
Kombination Wärmepumpe mit Solarthermie
Was bringt die EE-Hybridheizung mit Wärmepumpe? Wärmepumpen nutzen Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und benötigen dafür Strom. Eine Solarthermie-Anlage produziert Wärme aus Sonnenenergie. Wer beide Technologien kombiniert, reduziert…
