Was bringt die Hybridheizung Gas plus Solarthermie?
Gas ist in bestehenden Wohngebäuden weiterhin der häufigste Energieträger: Nach dem Zensus 2022 wurden 53,9 % dieser Gebäude mit Erdgas beheizt. Moderne Gasbrennwertheizungen bringen gegenüber älteren Geräten eine Brennstoffersparnis von etwa 30 Prozent. Noch mehr Brennstoff können Sie einsparen, wenn Sie die Gasheizung mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren. Mal ganz davon abgesehen, dass der Solarthermie-Anteil einer solchen Hybridheizung staatlich gefördert wird. Wir erklären Ihnen hier alles Wissenswerte zur Kombi „Gas plus Solarthermie“.

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Gas plus Solarthermie – Technik, Aufbau und Funktionsweise der kombinierten Heizungsanlage
Eine mit Gas betriebene Heizungsanlage besteht aus dem Gasbrennwertkessel (Wärmeerzeuger), der Verrohrung und den Heizkörpern (Wärmeverteiler). Wer sie mit einer Solarthermie-Anlage erweitern möchte, braucht dazu
- Sonnenkollektoren auf dem Dach oder an einer anderen der Sonne zugewandten Stelle,
- die entsprechende Solarverrohrung inklusive Wärmetauscher,
- einen passenden Solarregler (auch Solarregelung) und
- einen bivalenten Solarspeicher, der sowohl vom Gasbrennwertkessel als auch von der Solaranlage beheizt wird.

Die Funktionsweise der Solarthermie-Anlage erläutert unser separater Beitrag. Die Gasheizung springt ein, wenn die solare Energie den Warmwasser- und Wärmebedarf alleine nicht decken kann.

Gas plus Solarthermie – Typen und Einsparung
Je nach Typ der Solarthermie-Anlage erzeugt diese Solarwärme, um damit
- Warmwasser als Brauchwasser für Küche und Bad oder
- Warmwasser plus Heizwasser für Verbrauch und Raumwärme
bereit zu stellen.
Solar-Anlage spart bis zu 60 Prozent Gas und Gaskosten für die Warmwasserbereitung
Eine Solarthermieanlage für die reine Trinkwassererwärmung hat bei einem Einfamilienhaus meist eine Größe von 4 bis 5 Quadratmetern. Sie liefert in unseren Breitengraden so viel Wärme, dass damit das Brauchwasser während der Sommermonate nahezu komplett erwärmt werden kann. Die Gasheizung bleibt dann in der Regel ausgeschaltet. Während der jahreszeitlichen Übergänge im Frühling und Herbst sowie während des Winters dagegen kann der Wärmebedarf zur Warmwasserbereitung meist nicht mehr ausschließlich solar gedeckt werden.

Übers Jahr gerechnet liegt der solare Deckungsgrad bei der Warmwasserbereitung bei 50 bis 60 Prozent. Sie sparen mit der Solaranlage also mehr als die Hälfte der Brennstoffmenge sowie die daraus resultierenden Brennstoffkosten für die jährliche Warmwasserbereitung ein.

Solar-Anlage spart bis zu 30 Prozent Gas und Gaskosten für die Wärmeerzeugung
Zur kombinierten Warmwasser- und Heizwasserbereitung wird eine entsprechend und/oder größer dimensionierte Solaranlage installiert. Bei 8 bis 10 Quadratmeter Kollektorfläche können Sie bei der Heizungsunterstützung mit einer durchschnittlichen solaren Deckung zwischen 20 und 30 Prozent rechnen. Sie sparen dank der Solaranlage also rund ein Viertel Ihrer bisherigen Heizkosten ein.
Gas plus Solarthermie – Kosten

- Eine moderne Gas-Brennwertheizung, wie sie in einem Einfamilienhaus üblicherweise betrieben wird, kostet aktuell rund 6.000 bis 9.000 Euro (Gerät inkl. Standardinstallation; Nebenarbeiten wie Gasanschluss, Speicher, Hydraulik extra). Ist noch kein Gasanschluss vorhanden, kommen noch etwa 2.000 Euro hinzu. Vergleicht man dies mit den Investitionskosten anderer gängiger Heizungen (Ölheizung, Pelletheizung und Wärmepumpenheizung), ist die Gasheizung die günstigste in der Anschaffung.
- Eine Solarthermie-Anlage zur reinen Warmwasserbereitung kostet je nach Auslegung inkl. Speicher und Montage rund 5.000 bis 10.000 Euro. Eine Kombi-Anlage, die zusätzlich die Gas-Brennwertheizung beim Heizen unterstützt, liegt typisch bei 10.000 bis 17.000 Euro.
Die gesamten Investitionskosten für Gas plus Solar liegen damit als grobe Orientierung zwischen 11.000 und 28.000 Euro inkl. Speicher und Standardinstallation. Bei aufwändiger Hydraulik, neuem Gasanschluss oder größeren Objektanpassungen sind höhere Beträge nicht ungewöhnlich.
| Komponenten und Installation | Preise in Euro |
|---|---|
| Gas-Brennwertheizung (Gerät + Standardinstallation) | 6.000 bis 9.000 |
| Gasanschluss | 2.000 |
| Solarthermie-Anlage (Flachkollektoren): | |
| – 5 m² für Warmwasser (inkl. Speicher, Montage) | 5.000 bis 10.000 |
| – 10 m² für Warmwasser und Heizungsunterstützung (inkl. Kombispeicher) | 10.000 bis 17.000 |
| Investitionskosten gesamt (inkl. Speicher) | 11.000 bis 28.000 |
Gas plus Solarthermie – Gibt es noch Fördergelder?
Ein Gas-Brennwertkessel wird im KfW-Programm 458 nicht als eigenständige Maßnahme gefördert; für Öl-Brennwertkessel gilt das ebenfalls. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das GEG geändert und umbenannt hat: Die pauschale 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Pflicht für neue Heizungen ist gestrichen, Eigentümer wählen frei aus dem Optionskatalog des § 42 GModG — die Solarthermie-Hybridheizung mit Gaskessel steht dort ausdrücklich. Wer nach dem 29. Juli 2026 in einem bestehenden Gebäude eine neue Gasheizung einbaut, hat ab 2029 einen steigenden Anteil der bereitgestellten Wärme aus den in § 43 GModG genannten Energieträgern sicherzustellen (10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040); die Pflicht kann laut § 43 Abs. 3 GModG auch durch eine Solarthermie-Anlage erfüllt werden — bis Ende 2034 pauschal mit mindestens 0,04 m² Kollektor-Aperturfläche je m² Nutzfläche bei Häusern mit bis zu zwei Wohnungen. Reine Gasheizungen sind damit nicht verboten, werden aber über die Brennstoffvorgaben zunehmend mit erneuerbarer Wärme kombiniert. Das klingt erst einmal unschön, ist jedoch keineswegs ein Drama. Die Zeit billiger fossiler Brennstoffe ist ohnehin vorbei. Und über kurz oder lang wird auch die Ernte kostenloser (!) erneuerbarer Energie absolut erschwinglich sein. Hybridsysteme helfen, die Zeit bis zur vollständigen Autarkie zu überbrücken.

Gute Chancen, an Fördergelder heranzukommen, bestehen dagegen bei Solarthermieanlagen. Auch beim Ersetzen einer betriebsfähigen Gasheizungsanlage durch eine EE-Anlage lohnt sich ein Blick in die aktuellen Förderbedingungen.

Gas plus Solarthermie – Hybridsystem mit Vor- und Nachteilen

Die Heizungs-Kombination Gas plus Solar hat Vor- und Nachteile, die aus den systemspezifischen Eigenschaften der beiden Wärmeerzeugungstechnologien resultieren:
Vorteile
- Eine Gasheizung funktioniert ohne Aufheizzeit.
- Sie kann sich nach Bedarf problemlos zu- oder ausschalten.
- Bei einer netzgebundenen Gasheizung ist kein Brennstoffvorrat nötig.
- Die Solaranlage erhöht die Ersparnis aus der Gasbrennwerttechnologie noch mehr.
- Die Kombi Gas plus Solar gilt als günstigste Hybridheizung.
- Sie bringt zudem erhebliche Einsparungen an fossilen Brennstoffen.

Nachteile
- Eine mit Erdgas betriebene Heizung erfordert einen Gasanschluss.
- Es entsteht eine gewisse Abhängigkeit vom fossilen Energieträger Erdgas.

Fazit
Mit einer Solarthermie-Anlage als ergänzende Zusatzheizung für einen Gas-Brennwertkessel werden typischerweise 15 bis 25 % des Gesamtwärmebedarfs solar gedeckt (höhere Werte bis 30 % nur unter günstigen Bedingungen wie niedrigem Heizwärmebedarf und guter Auslegung). Für bereits modernisierte Gas-Heizungsanlagen bietet sich dieses an. Die gebotene Energiewende sollte jedoch aufmerksam machen: Ist es sinnvoll, jetzt noch in eine klassische Gasheizung zu investieren? Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (29. Juli 2026) ist die Gas-Solar-Kombination rechtlich wieder eine reguläre Option; die frühere 65-Prozent-Vorgabe und die Sonderregeln des § 71h GEG gelten nicht mehr. Für nach dem 29. Juli 2026 in bestehenden Gebäuden neu eingebaute Gasheizungen gelten ab 2029 steigende Vorgaben; eine Solarthermie-Anlage kann die Pflicht nach § 43 Abs. 3 GModG erfüllen.
Ein Austausch der Heizungsanlage ist bereits heute empfehlenswerter, also der Wechsel zu einer Biomasseheizung oder Wärmepumpenheizung. Bei der Installation einer neuen Heizungsanlage in einem Neubau kommt eventuell direkt eine EE-Hybridheizung infrage. Clever ist es, den Heizungsinstallateur um Rat zu bitten. Zu welcher Kombination rät er Ihnen vor Ort? Er weiß auch, ob es weitere Fördermöglichkeiten in Ihrer Region gibt.

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