Kombination Gasheizung mit Solarthermie

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Was bringt die Hybridheizung Gas plus Solarthermie?

Mit etwa 7,8 Millionen Anlagen sind Gasheizungen in Deutschland die mit Abstand am häufigsten eingesetzten Wärmeerzeuger. Fast jedes zweite deutsche Eigenheim wird mit Gas beheizt. Moderne Gasbrennwertheizungen bringen gegenüber älteren Geräten eine Brennstoffersparnis von etwa 30 Prozent. Noch mehr Brennstoff können Sie einsparen, wenn Sie die Gasheizung mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren. Mal ganz davon abgesehen, dass Hybridheizungen staatlicherseits unterstützt werden. Wir erklären Ihnen hier alles Wissenswerte zur Kombi „Gas plus Solarthermie“.

Die Gasheizung lässt sich hervorragend mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren © wolfilser, stock.adobe.com
Die Gasheizung lässt sich hervorragend mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren © wolfilser, stock.adobe.com
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Gasheizung + Solarthermie — Eckdaten 2025/2026
Investition Gas + Solar (EFH)
15.000-30.000 €
Gas-Brennwertkessel inkl. Standardinstallation 6.000-9.000 €, ggf. Gasanschluss 2.000 €, Solarthermie inkl. Speicher und Montage 5.000-10.000 € (nur Warmwasser) bzw. 10.000-17.000 € (mit Heizungsunterstützung).
Brennstoff-Ersparnis durch Solar
ca. 15-25 %
Solar-Anteil am Gesamtwärmebedarf bei Kombi-Anlage mit ca. 10 m² Kollektor und Kombispeicher (höhere Werte 20-30 % nur bei guter Auslegung und niedrigem Heizwärmebedarf); bei reiner Warmwasser-Anlage typisch 50-65 % des jährlichen Warmwasser-Energiebedarfs.
GEG-Status (seit 1.1.2024)
65-%-EE-Anforderung je nach Lage
Neubau in Neubaugebieten: 65 % EE-Pflicht sofort. Bestand + Neubau in Baulücken: nach Ablauf des 30.06.2026 (Großstädte) bzw. 30.06.2028 (kleinere Kommunen). Frühere Geltung nur nach veröffentlichter Gebietsausweisung auf Basis eines Wärmeplans.
BEG-Förderung (Solar)
bis 70 % (kombinierbar)
Solarthermie als erneuerbare Heizung über die KfW (Programm 458) förderfähig: 30 % Grundförderung + ggf. Klimageschwindigkeitsbonus 20 % + ggf. Einkommensbonus 30 % — maximal 70 % bzw. 21.000 € für die erste Wohneinheit, sofern die Bonus-Voraussetzungen erfüllt sind.

Gas plus Solarthermie – Technik, Aufbau und Funktionsweise der kombinierten Heizungsanlage

Eine mit Gas betriebene Heizungsanlage besteht aus dem Gasbrennwertkessel (Wärmeerzeuger), der Verrohrung und den Heizkörpern (Wärmeverteiler). Wer sie mit einer Solarthermie-Anlage erweitern möchte, braucht dazu

  • Sonnenkollektoren auf dem Dach oder an einer anderen der Sonne zugewandten Stelle,
  • die entsprechende Solarverrohrung inklusive Wärmetauscher,
  • einen passenden Solarregler (auch Solarregelung) und
  • einen bivalenten Solarspeicher, der sowohl vom Gasbrennwertkessel als auch von der Solaranlage beheizt wird.
Solarthermie in Kombination mit einer Gasheizung
Solarthermie in Kombination mit einer Gasheizung
Hinweis: Ein Solarspeicher wäre nicht notwendig, wenn Erzeugung und Verbrauch zeitgleich stattfänden. Da die tagsüber produzierte Sonnenwärme jedoch meistens am Abend gebraucht wird, funktioniert das System nur mit einem Pufferspeicher. Er „puffert“ die Solarwärme solange, bis sie zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen wird.

Die Funktionsweise der Solarthermie-Anlage erläutert unser separater Beitrag. Die Gasheizung springt ein, wenn die solare Energie den Warmwasser- und Wärmebedarf alleine nicht decken kann.

Tipp: Soll bei einem Neubau gleich eine Gasbrennwertheizung plus Solarthermie installiert werden, empfiehlt sich ein Komplettpaket. Solche Bundles enthalten alle Einzelkomponenten und werden von vielen Herstellern angeboten.
Gasheizung © Flashpics, stock.adobe.com
Mit der Kombi Gas plus Solar übernimmt die Solarthermie-Anlage im Sommer die Warmwasserbereitung komplett – die Gasheizung kann ausbleiben © Flashpics, stock.adobe.com

Gas plus Solarthermie – Typen und Einsparung

Je nach Typ der Solarthermie-Anlage erzeugt diese Solarwärme, um damit

  • Warmwasser als Brauchwasser für Küche und Bad oder
  • Warmwasser plus Heizwasser für Verbrauch und Raumwärme

bereit zu stellen.

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Solar-Anlage spart bis zu 60 Prozent Gas und Gaskosten für die Warmwasserbereitung

Eine Solarthermieanlage für die reine Trinkwassererwärmung hat bei einem Einfamilienhaus meist eine Größe von 4 bis 5 Quadratmetern. Sie liefert in unseren Breitengraden so viel Wärme, dass damit das Brauchwasser während der Sommermonate nahezu komplett erwärmt werden kann. Die Gasheizung bleibt dann in der Regel ausgeschaltet. Während der jahreszeitlichen Übergänge im Frühling und Herbst sowie während des Winters dagegen kann der Wärmebedarf zur Warmwasserbereitung meist nicht mehr ausschließlich solar gedeckt werden.

Warmwasserbereitung: Im Sommer sind 100% Deckungsanteil möglich
Warmwasserbereitung: Im Sommer sind 100% Deckungsanteil möglich

Übers Jahr gerechnet liegt der solare Deckungsgrad bei der Warmwasserbereitung bei 50 bis 60 Prozent. Sie sparen mit der Solaranlage also mehr als die Hälfte der Brennstoffmenge sowie die daraus resultierenden Brennstoffkosten für die jährliche Warmwasserbereitung ein.

Gasheizung und Solarthermie: Hohe Einsparungen sind möglich
Gasheizung und Solarthermie: Hohe Einsparungen sind möglich

Solar-Anlage spart bis zu 30 Prozent Gas und Gaskosten für die Wärmeerzeugung

Zur kombinierten Warmwasser- und Heizwasserbereitung wird eine entsprechend und/oder größer dimensionierte Solaranlage installiert. Bei 8 bis 10 Quadratmeter Kollektorfläche können Sie bei der Heizungsunterstützung mit einer durchschnittlichen solaren Deckung zwischen 20 und 30 Prozent rechnen. Sie sparen dank der Solaranlage also rund ein Viertel Ihrer bisherigen Heizkosten ein.

Gas plus Solarthermie – Kosten

Preise und Kosten © tech_studio, fotolia.com
Gas plus Solarthermie: Preise, Kosten und Amortisationszeit © tech_studio, fotolia.com
  • Eine moderne Gas-Brennwertheizung, wie sie in einem Einfamilienhaus üblicherweise betrieben wird, kostet aktuell rund 6.000 bis 9.000 Euro (Gerät inkl. Standardinstallation; Nebenarbeiten wie Gasanschluss, Speicher, Hydraulik extra). Ist noch kein Gasanschluss vorhanden, kommen noch etwa 2.000 Euro hinzu. Vergleicht man dies mit den Investitionskosten anderer gängiger Heizungen (Ölheizung, Pelletheizung und Wärmepumpenheizung), ist die Gasheizung die günstigste in der Anschaffung.
  • Eine Solarthermie-Anlage zur reinen Warmwasserbereitung kostet je nach Auslegung inkl. Speicher und Montage rund 5.000 bis 10.000 Euro. Eine Kombi-Anlage, die zusätzlich die Gas-Brennwertheizung beim Heizen unterstützt, liegt typisch bei 10.000 bis 17.000 Euro.
Tipp: Ist der Anschluss ans öffentliche Gasversorgungsnetz nicht möglich, können Sie anstatt auf Erdgas auf Flüssiggas setzen. Dann brauchen Sie Platz für die entsprechenden Behälter.

Die gesamten Investitionskosten für Gas plus Solar liegen damit als grobe Orientierung zwischen 15.000 und 30.000 Euro inkl. Speicher und Standardinstallation. Bei aufwändiger Hydraulik, neuem Gasanschluss oder größeren Objektanpassungen sind höhere Beträge nicht ungewöhnlich.

Komponenten und InstallationPreise in Euro
Gas-Brennwertheizung (Gerät + Standardinstallation)6.000 bis 9.000
Gasanschluss2.000
Solarthermie-Anlage (Flachkollektoren):
– 5 m² für Warmwasser (inkl. Speicher, Montage)5.000 bis 10.000
– 10 m² für Warmwasser und Heizungsunterstützung (inkl. Kombispeicher)10.000 bis 17.000
Investitionskosten gesamt (inkl. Speicher)15.000 bis 30.000

Gas plus Solarthermie – Gibt es noch Fördergelder?

Seit August 2022 hat sich die einstmals kräftige Bezuschussung des Kesseltauschs – Gasheizwertheizung raus, Gasbrennwertkessel rein – wahrscheinlich auf immer erledigt. Gas(hybrid)heizungen unterliegen nun der gleichen Behandlung wie Öl(hybrid)heizungen. Stand Mai 2026 gilt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) seit dem 1. Januar 2024. Ein Gesetzentwurf zur Aufhebung der pauschalen 65-%-Vorgabe wurde Mitte Mai 2026 vom Bundeskabinett beschlossen; die parlamentarische Umsetzung steht aus. Bis dahin gilt die 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Pflicht für neue Heizungen in Neubauten innerhalb von Neubaugebieten bereits unmittelbar. Für Bestandsgebäude und Neubauten in Baulücken tritt die Pflicht in Abhängigkeit der kommunalen Wärmeplanung verbindlich in Kraft: in Großstädten (>100.000 Einwohner) nach Ablauf des 30. Juni 2026, in kleineren Kommunen nach Ablauf des 30. Juni 2028 (bei vorheriger Gebietsausweisung über die kommunale Wärmeplanung greift die Pflicht jeweils einen Monat nach Bekanntgabe). Reine Gasheizungen sind damit nicht generell verboten, müssen aber zunehmend mit erneuerbaren Energien kombiniert werden. Das klingt erst einmal unschön, ist jedoch keineswegs ein Drama. Die Zeit billiger fossiler Brennstoffe ist ohnehin vorbei. Und über kurz oder lang wird auch die Ernte kostenloser (!) erneuerbarer Energie absolut erschwinglich sein. Hybridsysteme helfen, die Zeit bis zur vollständigen Autarkie zu überbrücken.

Informieren Sie sich vor der Umsetzung über Fördermöglichkeiten
Informieren Sie sich vor der Umsetzung über Fördermöglichkeiten

Gute Chancen, an Fördergelder heranzukommen, bestehen dagegen bei Solarthermieanlagen. Auch beim Ersetzen einer betriebsfähigen Gasheizungsanlage durch eine EE-Anlage lohnt sich ein Blick in die aktuellen Förderbedingungen.

Solarthermie: Fördergelder dank guter Umweltbilanz
Solarthermie: Fördergelder dank guter Umweltbilanz

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Gas plus Solarthermie – Hybridsystem mit Vor- und Nachteilen

Pro und Contra gut abwägen
Gas plus Solarthermie – Vor- und Nachteile der Kombi-Anlage

Die Heizungs-Kombination Gas plus Solar hat Vor- und Nachteile, die aus den systemspezifischen Eigenschaften der beiden Wärmeerzeugungstechnologien resultieren:

Vorteile

  • Eine Gasheizung funktioniert ohne Aufheizzeit.
  • Sie kann sich nach Bedarf problemlos zu- oder ausschalten.
  • Bei einer netzgebundenen Gasheizung ist kein Brennstoffvorrat nötig.
  • Die Solaranlage erhöht die Ersparnis aus der Gasbrennwerttechnologie noch mehr.
  • Die Kombi Gas plus Solar gilt als günstigste Hybridheizung.
  • Sie bringt zudem erhebliche Einsparungen an fossilen Brennstoffen.
Dank Solarthermie kann die Gasheizung auch mal Urlaub machen
Dank Solarthermie kann die Gasheizung auch mal Urlaub machen

Nachteile

  • Der Betrieb einer Gasheizung erfordert einen Gasanschluss.
  • Es entsteht eine gewisse Abhängigkeit vom fossilen Energieträger Erdgas.
Lohnt sich Solarthermie bei einer Gasheizung?
Lohnt sich Solarthermie bei einer Gasheizung?

Fazit

Mit einer Solarthermie-Anlage als ergänzende Zusatzheizung für einen Gas-Brennwertkessel werden typischerweise 15 bis 25 % des Gesamtwärmebedarfs solar gedeckt (höhere Werte bis 30 % nur unter günstigen Bedingungen wie niedrigem Heizwärmebedarf und guter Auslegung). Für bereits modernisierte Gas-Heizungsanlagen bietet sich dieses an. Die gebotene Energiewende sollte jedoch aufmerksam machen: Ist es sinnvoll, jetzt noch in eine klassische Gasheizung zu investieren? Im Sinne des GEG werden reine Gasheizungen seit 2024 schrittweise eingeschränkt. Eine reine Gas-Solar-Kombination erfüllt die 65-Prozent-EE-Anforderung nicht automatisch. § 71h GEG verlangt für Solarthermie-Hybridheizungen mit fossiler Gasheizung zusätzlich eine festgelegte Mindest-Aperturfläche der Solarthermie-Anlage und einen Anteil von mindestens 60 % der von der Feuerung bereitgestellten Wärme aus Biomasse, grünem oder blauem Wasserstoff bzw. synthetischem Methan. Reine fossile Gasheizung plus Solarthermie genügt der GEG-Pflicht in der Regel nicht — alternativ ist ein rechnerischer 65-%-EE-Nachweis im Einzelfall möglich.

Ein Austausch der Heizungsanlage ist bereits heute empfehlenswerter, also der Wechsel zu einer Biomasseheizung oder Wärmepumpenheizung. Bei der Installation einer neuen Heizungsanlage in einem Neubau kommt eventuell direkt eine EE-Hybridheizung infrage. Clever ist es, den Heizungsinstallateur um Rat zu bitten. Zu welcher Kombination rät er Ihnen vor Ort? Er weiß auch, ob es weitere Fördermöglichkeiten in Ihrer Region gibt.

Eine ausführliche Fachberatung ist Gold wert
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Solarthermie Kollektoren © Manuela Fiebig, stock.adobe.com
Kombination mit anderen Heiztechniken

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