Solarthermie-Kollektoren im Vergleich

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Alle gängigen Solarthermie-Kollektoren im Vergleich

Sie sammeln die Solarwärme (Solarthermie), die die Sonne mit ihren Strahlen aufs Dach schickt: die Kollektoren. Die Wärme wird von den Absorbern im jeweiligen Kollektor aufgenommen und an ein im Solarkreislauf zirkulierendes Wärmeübertragungsmittel weitergegeben, um sie direkt zu nutzen oder im Pufferspeicher zu speichern. Von dort kann die Wärme zum Zubereiten von Warmwasser und zur Heizungsunterstützung entnommen werden. Wir stellen Ihnen hier die gängigen Solarthermie-Kollektortypen vor und erklären Ihnen, wie sie sich in Aufbau, Funktionsprinzip und Einsatzzweck unterscheiden.

Solarthermie Röhrenkollektoren © reimax16, fotolia.com
Solarthermie Röhrenkollektoren © reimax16, fotolia.com

Die Solarthermie-Kollektoren sind das Aushängeschild einer Solarthermie-Anlage (auch Solarwärme-Anlage genannt). Wie die Solarmodule einer Photovoltaik-Anlage sind auf dem Dach eines Gebäudes installierte Kollektoren weithin sichtbar und zeugen davon, dass unter diesem Dach erneuerbare Wärmeenergie genutzt wird, um Warmwasser (warmes Brauchwasser) zu erzeugen und/oder die Heizung solar zu unterstützen.

Solarthermie Warmwasser Schema © arahan, fotolia.com
Solarkollektoren sammeln die Solarwärme und übertragen sie auf ein Wärmeübertragungsmittel, das sie zum Speicher bringt © arahan, fotolia.com

Prinzipielle Funktionsweise von Solarkollektoren

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe Solarthermie-Kollektoren, die sich in Aufbau und Funktionsweise und daraus resultierend auch in ihrer Leistung unterscheiden – gleichwohl sie alle nach ein und demselben Grundprinzip arbeiten: mit einem sogenannten Absorber als Herzstück des Kollektors.

Der Absorber nimmt die thermische Energie der Sonnenstrahlung auf, die auf den Kollektor trifft, und überträgt sie auf einen systemspezifischen Wärmeüberträger. Das kann je nach Kollektortyp

  • Luft,
  • Wasser
  • oder ein Wassergemisch sein, das aus Wasser und Glykol, einem Frostschutzmittel, besteht.

Das Wärmeübertragungsmittel kreist stetig im Solarkreislauf – vom Kollektor zum Wärmespeicher und wieder zum Kollektor – und gibt die Wärme im Speicher ab, wo sie bis zur (gegebenenfalls zeitversetzten) Entnahme gespeichert wird. Der Speicher ist für die Funktionalität einer Solarthermie-Anlage zwingend nötig.

Die prinzipielle Funktionsweise eines Sonnenwärme-Kollektors lässt sich am einfachen Beispiel eines schwarzen Gartenschlauchs gut erklären: Liegt der in der Sonne, erwärmt sich der Schlauch und mit ihm das darin stehende Wasser. Drehen Sie den Wasserhahn auf, an dem der Schlauch hängt, kommt zunächst das erwärmte Wasser herausgeströmt, gefolgt von kühlerem Leitungswasser. Dieses einfache Grundprinzip macht man sich in der Gartendusche zunutze, wo die Sonne beispielsweise Wasser in schwarzen Tonnen (siehe Foto), Fässern oder Säcken erwärmt, das dann zum Duschen dient.

Solare Dusche © Sir Oliver, fotolia.com
Solare Dusche: Das schwarze Fass absorbiert Solarwärme optimal. So gibt‘s auch im Garten eine warme Dusche © Sir Oliver, fotolia.com

Ebenso lässt sich auf diese Weise eine einfache Poolheizung (auch Schwimmbadheizung genannt) realisieren (siehe unten).

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Vergleich gängiger Solarthermie-Kollektoren

Wir stellen Ihnen im Folgenden die derzeit gängigen Solarthermie-Kollektoren vor. Los geht’s mit dem meistverbreiteten Flachkollektor, gefolgt vom Vakuum-Röhrenkollektor.

Gut zu wissen: Flachkollektoren und Röhrenkollektoren sind derzeit aufgrund ihrer Leistung (Wirkungsgrad) und ihres Preises sowie daraus resultierend aufgrund ihres Preis-Leistungsverhältnisses in Privathaushalten am meisten verbreitet. Während die Flachkollektoren etwa 90 Prozent Marktanteile besitzen, nehmen die Vakuum-Röhrenkollektoren etwa 10 Prozent ein. Die im folgenden weiteren vorgestellten Kollektortypen sind (noch) eher Nischenprodukte mit (noch) geringer Marktbedeutung.

1. Flachkollektor

Haus mit Solarthermie © Kara, fotolia.com
Flachkollektoren wirken von Weiten dank ihres flachen Aufbaus wie ein Dachfenster © Kara, fotolia.com

So ist ein Flachkollektor aufgebaut

Der Flachkollektor ist mit 90 Prozent der am meisten verbaute Kollektortyp. Sein Aufbau lässt sich so beschreiben: In einem Rahmen beziehungsweise Gehäuse aus Aluminium oder Edelstahl sitzt der Absorber unter einer Abdeckung aus Spezialglas (Solarglas), das besonders robust und lichtdurchlässig ist. Das Solarglas schützt vor Niederschlägen (Regen, Hagel) und Schmutz (Staub, Flugsand, Blätter und Äste). Der selektiv, sprich: dunkel beschichtete Absorber ist ein Wärme gut leitendes Absorberblech – entweder aus Kupfer (häufig) oder Aluminium (selten). Außerdem gibt es ein kupfernes Röhrensystem (auch Rohrschlange genannt). Die Glasabdeckung dient dazu, die Wärme im Kollektor zu halten, so dass sich aufgrund der Bauweise des Flachkollektors der sogenannte Glashaus-Effekt beziehungsweise Treibhaus-Effekt einstellt. Er bewirkt, dass sich Absorberblech und Rohre selbst bei kühlen Außentemperaturen aufheizen, sobald die Sonne auf den Kollektor strahlt. Auf der Rückseite besitzt der Flachkollektor eine Dämmschicht, die aus herkömmlichen Dämmmaterialien wie Mineralwolle oder aufgeschäumten Kunststoffen besteht, zum Beispiel Polyurethan (PU). Dennoch kommt es bei Flachkollektoren zu vergleichsweise hohen Wärmeverlusten, die den Wirkungsgrad mindern.

Aufbau eines Solarthermie-Flachkollektors
Aufbau eines Solarthermie-Flachkollektors

Typische Anwendungen für Flachkollektoren

Flachkollektoren kommen dort erfolgreich zum Einsatz, wo genügend Platz auf dem Dach ist. Das können Dächer von Ein- und Zweifamilienhäusern ebenso sein wie von Mehrfamilienhäusern. Sinn machen Flachkollektoren, wenn sie die Wärme zur Zubereitung von warmem Brauchwasser (Warmwasser) erzeugen sollen. Bei ausreichend großer Dachfläche, ganz gleich, ob Spitz- oder Flachdach, können sie zudem auch Heizungswärme erzeugen.

Die Vor- und Nachteile von Flachkollektoren im Überblick

  • Flachkollektoren punkten mit einem in der Regel guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit 60 bis 85 Prozent erreichen Flachkollektoren recht gute Wirkungsgrade. Preislich bewegen sich Flachkollektoren im Schnitt in der Spanne 200 bis 600 Euro pro m2 – und liegen damit spürbar unter den Preisen von Röhrenkollektoren. Die meisten Flachkollektoren erzeugen eine Kilowattstunde (kWh) Strom für etwa 0,03 Cent (Wärmegestehungskosten).
  • Sie sind schnell und einfach montiert, sowohl als Aufdach- als auch als Indach-Anlage. Als Indach-Installationen ersetzen flache Kollektoren Teile der Dachhaut. Mit etwas mehr Aufwand und einer passenden Aufständerung lassen sich Flachkollektoren auch auf Flachdächern im optimalen Winkel zur Sonne aufständern.
  • Flachkollektoren gelten als robust und langlebig.
  • Sie wiegen zwischen 15 und 25 Kilogramm pro Quadratmeter (kg/m2). Da mit zunehmender Kollektorfläche auch das Eigengewicht der Anlage steigt, muss die Tragfähigkeit des Dachs gesichert sein!
  • Als Faustregel können Sie sich merken, dass zur Versorgung einer Person mit Warmwasser etwa anderthalb m2 Kollektorfläche nötig sind. Soll die Solaranlage auch die Heizung unterstützen, brauchen Sie rund drei m2 Kollektorfläche pro Kopf. Verglichen mit den leistungsstärkeren Röhrenkollektoren brauchen Sie für die gleiche Leistung mit Flachkollektoren also mehr Kollektorfläche, sprich: Dachfläche.

Damit sind wir direkt beim nächsten Kollektortyp gelandet:

2. Röhrenkollektor

Solarthermie Röhrenkollektoren © Digital Designer, fotolia.com
Typisch für einen Röhrenkollektor sind die sichtbaren Röhren © Digital Designer, fotolia.com

So ist ein Röhrenkollektor aufgebaut

Anders als ein Flachkollektor besteht ein Röhrenkollektor oder Vakuumröhrenkollektor aus den namensgebenden Röhren. Das sind zur optimalen Isolierung luftentleerte (evakuierte) Röhren aus Bor-Silikat-Glas mit Stärken zwischen 1,5 bis 3 Millimetern (mm), in denen jeweils ein Absorber steckt. Solche Röhrenkollektoren erzielen aufgrund ihres Aufbaus schon bei geringer und indirekter Sonneneinstrahlung, sommers wie winters, einen hohen Wirkungsgrad von über 90 Prozent. Denn Röhrenkollektoren funktionieren dank des Vakuums wie eine Thermoskanne, sie halten die Solarwärme im Inneren und kommen dabei auf deutlich höhere Temperaturen als ihre flachen Kollegen. Ein Röhrenkollektor besteht aus etwa fünf bis dreißig Röhren, die auf einem Metallrahmen montiert sind. Die Röhren können auch wie ein U geformt sein. Mit 11 bis 20 kg/m2 sind Röhrenkollektoren etwas leichter als Flachkollektoren.

Aufbau eines Solarthermie-Röhrenkollektoren
Aufbau eines Solarthermie-Röhrenkollektoren

Vakuumröhrenkollektoren lassen sich in weitere Untertypen unterteilen:

  • direkt durchströmte Vakuumröhrenkollektoren
  • evakuierte Einfachglasröhre mit Absorber innen

Das beschichtete Absorberblech steckt in einer evakuierten Glasröhre. Unter dem Blech ist ein konzentrisches Rohr aus Kupfer (Rohr-in-Rohr) fixiert. Das Wärmeträgermedium fließt ins innenliegende Rohr ein, nimmt dort die absorbierte Wärme auf und strömt durchs äußere Rohr wieder aus der Glasröhre aus.

Solarthermie Flachkollektoren und Röhrenkollektoren: Ein Vergleich
Solarthermie Flachkollektoren und Röhrenkollektoren: Ein Vergleich

Sydney-Doppelglas-Kollektoren

Ein Sydney-Kollektor hat wie eine Thermoskanne ein Vakuum zwischen zwei Glasröhren, wobei die innere Glasröhre von außen mit dem Absorber bedampft ist. Innen befindet sich ein Wärmeleitblech mit einem U-förmigen Rohr, durch das das Wärmeübertragungsmittel fließt. Die Vor- und Rücklaufleitungen sind jeweils an einer Art Sammelkasten angeschlossen (sogenannte trockene Anbindung).

Sydney-Kollektoren kommen auch mit CPC zum Einsatz. Die Buchstaben CPC (Compound Parabolic Concentrator) stehen für Reflexionsspiegel, die parabolförmig unter jeder Kollektorröhre sitzen und diffus auftreffendes Licht zum Absorber lenken, um so dessen Absorbtion zu steigern.

CPC-Kollektoren

Beim CPC-Kollektor besteht die Vakuumröhre aus drei ineinander geschobenen Glasröhren: Hüllrohr, selektiv beschichteter Absorber (Vorlauf) und Innenrohr (Rücklauf). Durch einen solchen CPC-Kollektor fließt das Wärmeübertragungsmittel im Gegenstromprinzip, der Reflektor sitzt mit im Glasrohr.

indirekt durchströmte Vakuumröhrenkollektoren

Sogenannte Heatpipe-Kollektoren sind Vakuumröhrenkollektoren, in denen eine Flüssigkeit zunächst verdampft, um dann zu kondensieren. Die dabei frei werdende Wärme überträgt ein Wärmetauscher an die Wärmeüberträgerflüssigkeit. Bei direkt durchströmten Heatpipe-Kollektoren sitzt an der Rückseite eines flach ausgelegten Absorbers ein in sich geschlossenes Röhrchen, durch das hindurch das Wärmeübertragungsmittel im Unterdruck fließt. Wird der Kollektor von der Sonne bestrahlt, beginnt ab etwa 25 Grad Celsius die Flüssigkeit zu verdampfen. Der Dampf steigt im Wärmerohr auf, kondensiert und setzt Wärme frei, die das Wärmeträgermedium absorbiert. Das Kondensat fließt anschließend ins Rohr zurück. Solche Heatpipe- Kollektoren gibt‘s mit und ohne CPC.

Typische Anwendungen für Röhrenkollektoren

Röhrenkollektoren sind dort sinnvoll installiert, wo ein Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhaus mit Warmwasser und Heizwasser versorgt werden soll. Sie sind auch die bessere Wahl, wenn nicht genügend Dachfläche für Flachkollektoren zur Verfügung steht. Wissen sollten Sie, dass Vakuumröhrenkollektoren auch das Zeug dazu haben, in Gewerbe- und Industriebetrieben für die nötige Prozesswärme zu sorgen.

Die Vor- und Nachteile von Röhrenkollektoren im Überblick

  • Röhrenkollektoren kommen auf sehr hohe und damit höhere Temperaturen und Wirkungsgrade als Flachkollektoren – und das auch bei schlechten Sonnenlichtverhältnissen und im Winter.
  • Röhrenkollektoren können Sie auf Flach- und Spitzdächern und an Fassaden installieren. Da sie weniger wiegen als flache Kollektoren, lassen sich Röhrenkollektoren auch leichter handhaben.
  • Zudem sparen sie Platz, da für die gleiche Leistung weniger Kollektorfläche benötigt wird.
  • Allerdings kosten Röhrenkollektoren mit durchschnittlich 350 bis 850 Euro pro m2 auch deutlich mehr als Flachkollektoren. Mit ihnen liegen die Wärmegestehungskosten bei etwa 0,05 bis 0,06 Euro pro kWh.
  • Nachteilig ist, dass sich Röhrenkollektoren meist nicht bündig ins Dach integrieren lassen.
  • Als Faustregel gilt für Röhrenkollektoren: Für eine Solarthermie-Anlage zur reinen Warmwasserbereitung ist pro Person etwa 1 m2 Kollektorfläche nötig. Soll die Anlage auch die Heizung unterstützen, brauchen Sie pro zu versorgender Person im Haushalt 2 m2 Kollektorfläche.
Gut zu Wissen: Die nachfolgenden Kollektrotypen haben aufgrund unterschiedlicher Faktoren in der Praxis (noch) keine Bedeutung. In unserem Vergleich dürfen Sie trotzdem nicht fehlen, da wir Ihnen einen kompletten Überblich bieten möchten. Weiter unten finden Sie auch eine Vergleichstabelle zur Orientierung.

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3. Luftkollektor

So ist ein Luftkollektor aufgebaut

Luftkollektoren unterscheiden sich von den vorgenannten Flach- und Röhrenkollektoren vor allem mit ihrem Wärmeüberträgermittel: Sie nutzen keine Solarflüssigkeit (Solarfluid) sondern Luft. Baulich ähneln solche Luftkollektoren eher Flachkollektoren, wobei sie meist größer ausfallen. Luftkollektoren saugen frische Außenluft an, filtern diese, erwärmen sie solar und leiten sie mit Hilfe von Ventilatoren und Luftschächten ins zu beheizende Haus. Sie kommen dabei auf Wirkungsgrade zwischen 50 bis 75 Prozent. Während es zahlreiche Bauanleitungen für DIY-Luftkollektoren gibt und Sie mit dem Luftkollektor Marke Eigenbau auch einige Kosten sparen können, kostet ein seriell gefertigter Luftkollektor ab 400 Euro aufwärts.

Luftkollektoren gibt es inzwischen auch als Hybridmodelle mit Photovoltaik-Solarzellen, die für den Betriebsstrom der Ventilatoren sorgen (siehe unten). Solche Hybrid-Modelle kosten ab 1.000 Euro pro Kollektor.

Typische Anwendungen für Luftkollektoren

Luftkollektoren werden oft dort eingesetzt, wo bereits Luftheizungen arbeiten: in Schwimmbädern, Sporthallen, Lagerhallen. Um damit Warmwasser zu erzeugen und die Heizung teilsolar zu unterstützen, sind jedoch einige bautechnische Maßnahmen erforderlich. Denn zum effektiven Speichern sollte die Wärme besser auf ein Wassersystem übertragen werden, da die Luftwärmespeicherung mit erheblichen Wärmeverlusten verbunden ist: Luft speichert Wärme zwar schnell – gibt sie aber ebenso schnell auch wieder ab. Und ohne Wärmespeicherung macht die Solarthermie meist wenig Sinn.

Die Vor- und Nachteile von Luftkollektoren im Überblick

  • Luftkollektoren sind vergleichsweise wartungsarm und kostengünstig.
  • Sie lassen sich auf Flachdächern und an Fassaden installieren.
  • Nachteilig ist, dass sie nicht ohne Weiteres für herkömmliche und wasserbasierte Heizungen geeignet sind.

4. Hybridkollektor

So ist ein Hybridkollektor aufgebaut

Ein Hybridkollektor kombiniert die Funktionalität von Solarkollektor und Solarmodul, von Solarthermie und Photovoltaik. Er erzeugt also Solarwärme und Solarstrom. Zwei Untertypen des Hybridkollektors sind gängig:

  1. Hybridkollektoren aus Flach-/Röhrenkollektoren plus Solarmodul
  2. Hybridkollektoren aus Luftkollektor plus Solarmodul (siehe oben)

Bautechnisch unterscheidet man zudem danach, ob der Hybridkollektor

  • abgedeckt (Luftschicht zwischen Abdeckplatte und Solarzellen zur Minderung des Wärmeverlustes)
  • oder nicht abgedeckt (ohne entsprechende Luftschicht) ist.

Wobei bei abgedeckten Hybridkollektoren die isolierende Luftschicht

  • einerseits die Wärme zwar besser im Kollektor hält, was den Wärmeertrag des Hybridkollektors steigert,
  • andererseits damit zugleich die Umgebungstemperatur der Solarmodule erhöht, was den Stromertrag mindert.

Deshalb sind abgedeckte Hybridkollektoren eher zur Wärmeerzeugung und nicht abgedeckte eher zur Stromerzeugung einzusetzen. Es gibt inzwischen auch flexible Hybridkollektoren, bei denen Sie das Verhältnis von Wärme- und Stromerzeugung nach Bedarf variieren können. Zum Beispiel lassen sich die Solarmodule über die Solarkollektoren schieben, wenn keine Solarwärme gebraucht wird.

Typische Anwendungen für Hybridkollektoren

Hybridkollektoren sind echte Platzsparer. Sie kommen dort sinnvoll zum Einsatz, wo Mangel an Installationsfläche herrscht und beides – Solarstrom und Solarwärme – erzeugt werden soll. Während die Wärme zur Bereitstellung von Warmwasser oder Heizwasser dient, kann der damit erzeugte Strom die Heizungspumpe betreiben oder anderweitig im Haushalt verbraucht werden – Stichwort: Eigenverbrauch.

Die Vor- und Nachteile von Hybridkollektoren im Überblick

  • Der Wirkungsgrad von Hybridkollektoren liegt unter dem des jeweiligen Nicht-Hybrid-Systems, das kombiniert wurde.
  • Hybridkollektoren dienen zur Warmwasser- und Heizwassererzeugung auf Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern.
  • Sie sind mit 700 Euro pro Kollektor vergleichsweise teuer.

5. Schwimmbadkollektor

Solarthermie Schwimmbad Schema © arahan, fotolia.com
Die Grafik zeigt das Funktionsprinzip eines Schwimmbadkollektors © arahan, fotolia.com

So ist ein Schwimmbadkollektor aufgebaut

Beim Schwimmbadkollektor oder Poolkollektor handelt es sich um einen nicht verglasten Kollektortyp. Er kommt in Form von Schläuchen oder Matten daher und funktioniert wie eingangs am Beispiel des Gartenschlauchs beschrieben: Das Poolwasser fließt durch den Schwimmbadkollektor und wird von diesem erwärmt, bevor es wieder ins Becken strömt. Der Wirkungsgrad von Schwimmbadkollektoren ist recht gut, aber die Wärmeverluste sind wegen der offenen Konstruktionsweise sehr hoch.

Typische Anwendungen für Schwimmbadkollektoren

Wie die Typenbezeichnung dieses Kollektortyps schon sagt, ist ein Schwimmbadkollektor zum Erwärmen von Schwimmbad & Co. im Einsatz, im privaten wie gewerblichen Bereich. Man unterscheidet mobile und fest installierte Varianten. Er kann zudem einem Wärmepumpensystem als Wärmequelle dienen, denn dort sorgt er für eine Temperaturerhöhung direkt an der Wärmepumpe und steigert somit deren Jahresarbeitszahl (JAZ).

Die Vor- und Nachteile von Schwimmbadkollektoren im Überblick

  • Als großer Vorteil gereicht dem Schwimmbadkollektor sein einfacher Aufbau.
  • Deshalb hat er auch vergleichsweise niedrige Anschaffungskosten, die bei 300 Euro für komplette Kollektor-Anlagen beginnen.
  • Schwimmbadkollektoren sind zudem recht robust und sogar begehbar.
  • Sie können sie auf viele unterschiedliche Dachformen aufbringen, gegebenenfalls mit Aufständerung.
  • Mobile Schwimmbadkollektoren lassen sich im Winter abmontieren und wetterfest verstauen.

6. Thermo-Siphon-Kollektor

Thermo-Siphon-Kollektor © springtime78, fotolia.com
Im Bild deutlich zu sehen: der Warmwasserspeicher des Thermo-Siphon-Kollektors über dem Kollektor © springtime78, fotolia.com

So ist ein Thermo-Siphon-Kollektor aufgebaut

Ein Thermo-Siphon-Kollektor, auch Speicherkollektor genannt, funktioniert dank Schwerkraft im steten Umlauf, denn das im Kollektor solar erhitzte Wasser steigt nach oben in einen Speicher, von dem es entnommen werden kann. Mit dem Öffnen des Entnahmeventils drängt frisches Wasser in den Speicher und füllt ihn. Wenn kein warmes Wasser benötigt wird, kühlt sich das warme Wasser im Speicher ab und sinkt wieder nach unten – und über ein Auslassventil zurück in den Kollektor.

Typische Anwendungen für einen Thermo-Siphon-Kollektor

Thermo-Siphon-Kollektoren kommen oft zur reinen Brauchwasser-Erwärmung zum Einsatz. Insbesondere in eher warmen Regionen, wo nicht mit Frost zu rechnen ist. Denn das System ist sehr frostempfindlich und bräuchte in unseren Breitengraden aufwendig gedämmte Rohrleitungen als Frostschutz.

Die Vor- und Nachteile eines Thermo-Siphon-Kollektors im Überblick

  • Dank ihres einfachen und schnellen Aufbaus sind Thermo-Siphon-Kollektoren recht günstig.
  • Sie arbeiten ohne bewegliche Bauteile und sind daher vergleichsweise wartungsarm.
  • Aufgrund der fehlenden Dämmung kommt es beim Einsatz von Thermo-Siphon-Kollektoren zu Wärmeverlusten.
  • Nicht für Frostwetter geeignet.

Alle Solarthermie Kollektortypen auf einen Blick

Die folgende Tabelle vergleicht alle zuvor beschriebenen Solarthermie-Kollektortypen:

Kollektortyp

Flachkollektor

Röhrenkollektor

Luftkollektor

Hybridkollektor

Schwimmbadkollektor

Thermo-Siphon-Kollektoren

Anwendung

Warmwasser- und Heizwasserbereitung

Warmwasser- und Heizwasserbereitung, Prozesswärme

Unterstützung von Luftheizungen in Hallen und Schwimmbädern

Warmwasser- und Heizwasserbereitung, inklusive Heizpumpenbetrieb, Kopplung mit Wärmepumpe, Prozesswärme

Schwimmbadheizung

Wärmequelle für Wärmepumpensystem

Warmwasserbereitung

Vorteile

robust, langlebig, einfach zu reinigen gutes Preis-Leistungsverhältnis, komplett ins Dach integrierbar (bündig)

platzsparend, geringes Gewicht, leicht transportierbar, einfach zu montieren

kostengünstig, wartungsarm, lässt sich in DIY selber bauen

erzeugt Wärme und Strom zugleich, geringer Platzverbrauch

robust, witterungsfest, begehbar, einfach aufgebaut, mobil oder fest installierbar, niedrige Anschaffungskosten

einfacher Aufbau, wartungsarm

Nachteile

hoher Platzbedarf

nicht bündig ins Dach integrierbar

hoher Platzbedarf, hohe Wärmeverluste

teuer in der Anschaffung, Nischenprodukt

hohe Wärmeverluste

Wärmeverluste, ungeeignet für Frostwetter

Wirkungsgrad

60 – 85 %

> 90 %

50 bis 75 %

thermisch: 65 %, elektrisch: 15 %

Kosten

200 – 600 Euro/m2

300 bis 900 Euro /m2

ab 400 Euro pro Kollektor

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