Mini-Solaranlagen

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Mini-Solaranlagen – jetzt auch in Deutschland erlaubt

In anderen europäischen Ländern längst Realität, sind seit 2017 Mini-Solaranlagen auch in Deutschland erlaubt. Bei moderaten Anschaffungspreisen und einfacher Montage ermöglichen sie, bis zu 300 Kilowattstunden pro Jahr autark zu erzeugen. Erfahren Sie in den folgenden Abschnitten, was eine Mini-Solaranlage ausmacht und was Sie beim Kauf beachten müssen.

Mini-Solaranlage © Otmar Smit, fotolia.com
Mini-Solaranlage © Otmar Smit, fotolia.com

Die Technik hinter einer Mini-Solaranlage

Die kleinen Photovoltaikanlagen werden als Plug & Play Systeme geliefert. Genauso wie große Solaranlagen bestehen sie aus mono- oder polykristallinen Solarmodulen, die je nach Beschaffenheit der Oberfläche einen Wirkungsgrad von 15 bis 20 Prozent erreichen.

Durchschnittliche Grundparameter

Fläche 1 bis 2
Gewicht 7 bis 20 kg
Leistung 100 bis 600 Wp

Da die Anlagen Gleichstrom erzeugen, brauchen sie einen Wechselrichter, um Wechselstrom ins Hausnetz einspeisen zu können. Anders als bei größeren Photovoltaikanlagen werden die Modulwechselrichter mit Hilfe von Steckern direkt an die Module angeschlossen. Einige Wechselrichter sind mit einem Display und einem Ethernetanschluss ausgestattet. Damit können Nutzer mittels einer Software die Ertragsdaten und die Leistungskurve ihrer Mini-PV-Anlage visualisieren. Die Anbindung an das Hausstromnetz erfolgt durch eine Schutzkontakt-Steckdose. Optional ist eine Batterie, die bei überschüssiger Leistung die Energie für eine spätere Nutzung speichert.

Hinweis Die Nennleistung einer Solaranlage wird in Wp angegeben. Die Einheit „Watt Peak“ beschreibt die Leistung unter Standardbedingungen bei voller Sonneneinstrahlung. Die eigentlich erzeugte Leistung weicht in der Regel jedoch davon ab, weil die Wetterverhältnisse nicht konstant bleiben und Verluste zu berücksichtigen sind. Als Richtwert erzeugt eine Mini-Solaranlage mit 100 Wp um die 90 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Eine weitere Möglichkeit, die kleinen Solarkraftwerke zu nutzen, ist ein Inselsystem. Hier wird die Solaranlage nicht an das Stromnetz angeschlossen. Die Energie wird stattdessen in einem kleinen Generator gespeichert, der sich überall mitnehmen lässt. Der integrierte Wechselrichter ermöglicht, sämtliche AC-Geräte zu verbinden. Die autarken Kraftwerke gibt es bereits mit einer Leistung von 20 Wp. Diese Lösung eignet sich, um im Park, beim Zelten oder an anderen Orten ohne Anbindung an das öffentliche Stromnetz das Notebook oder den Fernseher zu betreiben.

Der gesetzliche Rahmen

Mit Inkrafttreten der DIN-Norm VDE 0100-551 dürfen Mini-Solaranlagen offiziell in Häusern und Wohnungen genutzt werden. Eine Genehmigung des Strombetreibers ist nicht mehr erforderlich, wenn der Strom nur für den Eigenverbrauch erzeugt wird. Mieter sollten sich jedoch die Erlaubnis ihres Vermieters einholen, wenn sie die Geräte beispielsweise an der Fassade oder am Dach montieren, um nicht für eventuelle Schäden an der Bausubstanz später haften zu müssen.

Wichtig Eine Mini-Solaranlage erzeugt Strom für das Hausstromnetz. Ist kein Gerät angeschlossen, der den Strom verbraucht, wird er ins öffentliche Netz gespeist, dabei läuft der Stromzähler rückwärts. Das ist in Deutschland jedoch nicht erlaubt. Aus diesem Grund sollten Sie vor der Anbringung einer Mini-PV-Anlage darauf achten, dass Ihr Stromzähler mit einer Rücklaufsperre ausgestattet ist. Moderne Digitalzähler weisen eine solche Vorrichtung auf. Wenn Sie noch einen analogen Zähler besitzen, können Sie bei Ihrem Netzbetreiber einen Austausch beantragen. Die Kosten für ein neues Gerät betragen maximal 50 Euro.

Wo kann ich die Mini-Solaranlage anbringen?

Mini-Photovoltaikanlagen können an vielen Orten angebracht werden. Dazu zählen

  • die Fassade
  • der Garten
  • der Balkon
  • das Dach

Die Montage ist in der Regel einfach und kann auch von Laien übernommen werden. Die Befestigung erfolgt mittels Aufständerungsdreiecke aus Stahl oder Aluminium, die neben einer sicheren Halterung auch die richtige Neigung gewährleisten, um den Ertrag zu optimieren. Auf einen stabilen Sitz der Schrauben sollten Sie achten, damit die Anlage auch starken Wind standhält.

Ertrag und Kosten: Was eine Mini-Photovoltaikanlage wirklich bringt

Preise und Kosten © tech_studio, fotolia.com
Preise und Kosten einer Mini-Solaranlage © tech_studio, fotolia.com

Die Preise für die kleinen Solarmodule variieren zwischen 300 und 1000 Euro. Der Ertrag einer Mini-Solaranlage ist sowohl von ihrer geographischen Lage als auch vom konkreten Standort abhängig. In Deutschland scheint die Sonne am meisten in den südlichen Bundesländern und im Nordosten. Gemeinden und Städte in Niederbayern, Südbaden und auf den Inseln Rügen und Usedom erfreuen sich über zirka 1.800 Sonnenstunden im Jahr. Bei trockenen Frühlingen und Sommern liegt diese Zahl noch höher. Wer seine Mini-Solaranlage auf einen Südbalkon stellt, nutzt die Energie der Sonne optimal. Auch Dächer und Terrassen mit Ost- und Westausrichtung ermöglichen gute Erträge.

Eine Beispielrechnung
Eine Mini-Solaranlage mit einer Leistung von 270 Wp erzeugt im Mittel 250 kWh pro Jahr. Bei einem durchschnittlichem Strompreis des Netzbetreibers von 30 Cent/kWh spart der Besitzer also jedes Jahr 75 Euro an Stromkosten. Bei einem Anschaffungspreis von 380 Euro hat sich die Mini-Photovoltaikanlage nach fünf Jahren amortisiert. Steigt der Strompreis, sinkt die Amortisationsdauer. Kommen Versand- und Installationskosten von 250 Euro zum Kaufpreis dazu, rentiert sich die Anlage erst nach 8,4 Jahren.

In der Regel sind die kleinen Kraftwerke wartungsarm. Für den Fall eines Defekts sollten Reparaturen jedoch nur vom Fachpersonal durchgeführt werden. Viele Hersteller bieten eine mehrjährige Garantie, die gewöhnliche Schäden abdeckt.

Wie sicher sind Mini-Solaranlagen?

Wird der erzeugte Strom in das Stromnetz des Hauses gespeist, stellt sich die Frage nach einer möglichen Überlastung der Leitungen. Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) stuft die Mini-Solaranlagen jedoch in der Hinsicht als unbedenklich ein, da die produzierte Energie dafür nicht reicht. Ein weiterer Sicherheitsaspekt betrifft die Anschlüsse und die Gefahr eines Stromschlags bei Fehlern. Doch auch hier bewertet die DSG die Schutzfunktion des Schutzkontakt-Steckers als ausreichend. Bei Defekten am Gerät leitet nämlich der Schutzleiter elektrische Ströme in die Erde. Auch der Wechselrichter ist mit einer Schutzmechanismus ausgestattet, der die Anlage unverzüglich vom Netz trennt, sobald eine Störung auftritt.

Fazit

Mini-Solaranlagen sind eine günstige Möglichkeit, die Energie der Sonne im Privatbereich auf kleinen Flächen zu nutzen und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Da der erzeugte Strom im Hausstromnetz verbraucht wird, entfällt die Anmeldepflicht beim Netzbetreiber. Je nach Strompreis und Sonneneinstrahlung rechnen sich die kleinen PV-Anlagen nach fünf bis zehn Jahren.

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