Argumente pro und kontra Solarthermieanlagen
Das Ergebnis unserer Auswertung gleich vorweg: Es sprechen mehr Fakten für eine thermische Solaranlage als dagegen. Heizen und duschen mit Sonnenkraft ist grün, nachhaltig und gut fürs Klima. Dennoch: Die Investition ist erheblich – und es gibt Fälle, in denen sich eine Anschaffung nicht lohnt. Wir haben auch diese ausfindig gemacht und informieren über das Für und Wider einer thermischen Solaranlage. Um kein Risiko einzugehen, sollten die Argumente pro und kontra Solarthermieanlage bei der Planung realistisch eingeschätzt werden.

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Solarthermie reduziert Kosten für Warmwasser und Heizung
An die hohen Energiepreise werden wir uns wohl gewöhnen müssen. Wir sollten sogar glücklich sein, wenn sie auf dem derzeitigen Stand bleiben. Was liegt da näher, als das Gratisgeschenk der Sonne zu nutzen? Solarthermie verwandelt ihre Strahlen in nutzbare Wärme und hilft so, die Kosten für Heizung und Warmwasser zu reduzieren. Von Mai bis September deckt eine richtig dimensionierte Solarthermie-Anlage zur Trinkwassererwärmung typischerweise den kompletten Warmwasserbedarf eines Einfamilienhauses. Bei Anlagen mit Heizungsunterstützung bleibt der Heizwärmebedarf in den Sommermonaten ohnehin minimal, sodass die Solarwärme dann ebenfalls den gesamten Wärmebedarf deckt. Im besten Fall ist sogar noch eine Kühlung der Räume mit Solarthermie drin.

Im Winter liefert eine Solarthermie-Anlage mit Heizungsunterstützung typischerweise nur einen geringen solaren Deckungsanteil am Heizwärmebedarf (Faustregel: 5 bis 15 %, je nach Anlagengröße, Standort und Witterung); bei reinen Warmwasseranlagen sind im Winter rund 15 bis 30 % am Warmwasserbedarf realistisch. Denn leider lässt die Kraft der Sonne genau dann nach, wenn wir am meisten Wärme benötigen. Wer nicht in einem Sonnenhaus lebt, muss also den großen Rest auf anderen Wegen einkaufen, etwa als Fernwärme, Heizöl, Gas oder Pellets. Am schonendsten für die Umwelt (und den Geldbeutel) ist eine Kombination der Solarthermieanlage mit einer Wärmepumpenheizung.

Damit diese Werte erreicht werden, muss die Anlage richtig dimensioniert sein. Als Richtwerte für die optimale Auslegung gelten:
- Für die Trinkwassererwärmung benötigt eine vierköpfige Familie eine Kollektorfläche von rund 5 Quadratmetern und einen Solarspeicher mit einem Fassungsvermögen von etwa 300 Litern.
- Sollen sowohl das Trinkwasser erwärmt als auch die Heizung unterstützt werden, sind 10 bis 12 m² Kollektorfläche notwendig. Der Speicher sollte ein Volumen von 60 bis 80 Litern pro Quadratmeter Kollektorfläche haben.

Was spricht FÜR eine Solarthermieanlage?
- Ausgereifte Technik
Solarthermie ist technisch ausgereift. Die installierten Anlagen sind wartungsarm und langlebig. Erfolgt hin und wieder eine Sichtprüfung, können schwerwiegende Schäden praktisch ausgeschlossen werden. Die typische technische Lebensdauer liegt bei Flachkollektoren zwischen 20 und 30 Jahren, bei Vakuumröhrenkollektoren zwischen 20 und 25 Jahren — Verschleißteile wie Solarpumpe und Solarflüssigkeit haben jedoch kürzere Wartungsintervalle (5 bis 15 Jahre).

- Hoher Wirkungsgrad
Ein hoher Wirkungsgrad bedeutet eine effiziente Nutzung der Sonnenstrahlen. Hier schneidet die Solarthermie im Vergleich mit der Photovoltaik besser ab. Eine besonders hohe Effizienz lässt sich erzeugen, wenn die Solarthermie intelligent mit Brennwertkesseln oder Wärmepumpen kombiniert wird.

- Im Sommer bis zu 100 Prozent Deckungsanteil
Etwa von Mai bis September (und manchmal auch in der Übergangszeit) ist tatsächlich meist keine andere Wärmequelle erforderlich. Dann können die Solarkollektoren selbst in unseren Breitengraden oft so viel Wärme ernten, dass die Heizungsanlage lange Urlaub machen kann. Je nach Größe der Solarthermieanlage ist zusätzlich sogar eine Umwandlung der Sonnenwärme in Kälte möglich.

- Einsparung auch im Winter
Natürlich ist die Sonnenstrahlung im Winter deutlich geringer als im Sommer. Der Stern ist nicht nur weiter entfernt, seine Strahlung trifft auch in einem ungünstigeren Winkel auf die Kollektoren. Dennoch steht die Solaranlage in der kalten Jahreszeit nicht still. Über das Jahr gemittelt erreicht eine Solarthermie-Anlage mit Heizungsunterstützung typischerweise einen solaren Deckungsanteil von 15 bis 25 % am Gesamtwärmebedarf (Heizung + Warmwasser), eine Anlage für reine Warmwassererzeugung dagegen 50 bis 65 % des Warmwasserbedarfs. Bezogen auf die variablen Brennstoffkosten entspricht das einer Einsparung von rund 15 bis 25 % — Fixkosten der Heizung (Wartung, Pumpenstrom, Schornsteinfeger) und kleine Mehrkosten der Solarthermie selbst (Pumpenstrom, Solarflüssigkeits-Tausch) sind dabei nicht eingerechnet.

- Fördermittel helfen bei der Finanzierung
Um die Energiewende zu beschleunigen, bezuschusst die Bundesregierung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) die Nachrüstung von Solarthermie an Bestandsgebäuden. Seit 2024 wird die Heizungseinzelmaßnahme von der KfW (Programm 458) ausgezahlt — die Grundförderung beträgt 30 % der förderfähigen Kosten (max. 30.000 € Bemessungsgrundlage für die erste Wohneinheit = bis zu 9.000 € Zuschuss), Boni können den Satz auf insgesamt bis zu 70 % erhöhen. Zwar muss man den größten Teil der Investition selbst aufbringen, eine Finanzspritze erleichtert die Entscheidung aber allemal. Bei größeren Kombianlagen (Warmwasser + Heizungsunterstützung) sind die absoluten Zuschüsse entsprechend höher, weil mehr förderfähige Kosten anfallen. Der prozentuale Fördersatz (30 % Grund + Boni bis 70 %) ist für alle förderfähigen Solarthermie-Anlagen identisch.

Was spricht GEGEN thermische Solaranlagen?
- Viel Wärme im Sommer, wenig im Winter
Ein Nachteil der Solarthermie ist ihre Abhängigkeit von der Sonneneinstrahlung. Wenn sie am dringendsten gebraucht wird – in der dunklen, kalten Jahreszeit – liefert sie am wenigsten Wärme. Man kommt also mindestens von Oktober bis April nicht ohne andere Energiequelle aus.
- Ungünstiger Standort
Manche Dächer oder Wohnlagen eignen sich nicht für Solarthermie. Gleich zwei Ursachen kommen dafür in Betracht: Zum einen ist die Ausrichtung der Dachfläche in nördliche Richtungen ungeeignet, zum anderen können hohe Bäume oder Gebäude in der Nähe durch Schattenwurf den Ertrag der Anlage beeinträchtigen. Die Dachneigung dagegen ist mit geeigneten Mitteln recht einfach zu optimieren.

- Hohe Anfangsinvestition
Tja, eine Investition im hohen vierstelligen Bereich ist schon keine leichte Entscheidung. Und dass trotz öffentlicher Förderprogramme. Die gute Nachricht: Die fortschreitende technische Entwicklung, der weltweite Wettbewerb und die zunehmende Serienproduktion lassen die Preise peu à peu purzeln. Trotzdem braucht man einen recht langen Atem, bis sich die eigene Solarthermie-Anlage amortisiert hat.

Fazit

Bei einer Gegenüberstell und der Vorteile und Nachteile ergibt sich ein erfreuliches Bild: Die Pro-Solarthermie-Anlagen-Seite hat einfach die besseren Argumente. Und was in unserer Grafik noch gar nicht berücksichtigt ist: Auch, wenn die Amortisation je nach Anlagenart, Förderung und Energiepreis-Entwicklung 12 bis 25 Jahre dauern kann – ökologisch amortisiert sich die Anlage nach typischerweise 1,5 bis 3 Jahren — danach erzeugt jede solare kWh ein Plus für den Klimaschutz!

Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb von Solarthermie-Anlagen Die Grundvoraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb einer solarthermischen Anlage ist in den meisten… weiterlesen




