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Solarthermie: Vorteile und Nachteile

PV-Ersparnis schätzen
1Verbrauch
2Dach
3Ergebnis
Personen im Haushalt
Dach / Anlage
ca. 1.400–1.800 €
Ersparnis / Jahr · bei 8 kWp · mit Speicher
Grobe Schätzung · 37 ct/kWh · Süddach angenommen

Argumente pro und kontra Solarthermieanlagen

Das Ergebnis unserer Auswertung gleich vorweg: Es sprechen mehr Fakten für eine thermische Solaranlage als dagegen. Heizen und duschen mit Sonnenkraft ist grün, nachhaltig und gut fürs Klima. Dennoch: Die Investition ist erheblich – und es gibt Fälle, in denen sich eine Anschaffung nicht lohnt. Wir haben auch diese ausfindig gemacht und informieren über das Für und Wider einer thermischen Solaranlage. Um kein Risiko einzugehen, sollten die Argumente pro und kontra Solarthermieanlage bei der Planung realistisch eingeschätzt werden.

Pro und Contra gut abwägen
Solarthermie: Vorteile und Nachteile
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Solarthermie reduziert Kosten für Warmwasser und Heizung

An die hohen Energiepreise werden wir uns wohl gewöhnen müssen. Wir sollten sogar glücklich sein, wenn sie auf dem derzeitigen Stand bleiben. Was liegt da näher, als das Gratisgeschenk der Sonne zu nutzen? Solarthermie verwandelt ihre Strahlen in nutzbare Wärme und hilft so, die Kosten für Heizung und Warmwasser zu reduzieren. Von Mai bis September deckt eine richtig dimensionierte Solarthermie-Anlage zur Trinkwassererwärmung typischerweise den kompletten Warmwasserbedarf eines Einfamilienhauses. Bei Anlagen mit Heizungsunterstützung bleibt der Heizwärmebedarf in den Sommermonaten ohnehin minimal, sodass die Solarwärme dann ebenfalls den gesamten Wärmebedarf deckt. Im besten Fall ist sogar noch eine Kühlung der Räume mit Solarthermie drin.

Warmwasserbereitung: Im Sommer sind 100% Deckungsanteil möglich
Warmwasserbereitung: Im Sommer sind 100% Deckungsanteil möglich

Im Winter liefert eine Solarthermie-Anlage mit Heizungsunterstützung typischerweise nur einen geringen solaren Deckungsanteil am Heizwärmebedarf (Faustregel: 5 bis 15 %, je nach Anlagengröße, Standort und Witterung); bei reinen Warmwasseranlagen sind im Winter rund 15 bis 30 % am Warmwasserbedarf realistisch. Denn leider lässt die Kraft der Sonne genau dann nach, wenn wir am meisten Wärme benötigen. Wer nicht in einem Sonnenhaus lebt, muss also den großen Rest auf anderen Wegen einkaufen, etwa als Fernwärme, Heizöl, Gas oder Pellets. Am schonendsten für die Umwelt (und den Geldbeutel) ist eine Kombination der Solarthermieanlage mit einer Wärmepumpenheizung.

Solarthermie kann mit anderer Heiztechnik gut kombiniert werden
Solarthermie kann mit anderer Heiztechnik gut kombiniert werden
Infobox: Auf deutschen Dächern sind schon mehr als zwei Millionen Anlagen installiert. Bei bestehenden Einfamilienhäusern können bereits Anlagen mit 20 Quadratmetern Kollektorfläche etwa 20 bis 25 % des Heizöl- oder Erdgasverbrauchs einsparen. Das entspricht — je nach Anlagengröße, Kesselwirkungsgrad und Heizbedarf — grob 400 bis 600 Liter Heizöl bzw. 400 bis 600 Kubikmeter Erdgas jährlich. Je mehr die Brennstoffpreise steigen, desto früher amortisiert sich eine Solarthermieanlage.

Damit diese Werte erreicht werden, muss die Anlage richtig dimensioniert sein. Als Richtwerte für die optimale Auslegung gelten:

  • Für die Trinkwassererwärmung benötigt eine vierköpfige Familie eine Kollektorfläche von rund 5 Quadratmetern und einen Solarspeicher mit einem Fassungsvermögen von etwa 300 Litern.
  • Sollen sowohl das Trinkwasser erwärmt als auch die Heizung unterstützt werden, sind 10 bis 12 m² Kollektorfläche notwendig. Der Speicher sollte ein Volumen von 60 bis 80 Litern pro Quadratmeter Kollektorfläche haben.
Für die Heizungsunterstützung muss mehr Kollektorfläche eingeplant werden
Für die Heizungsunterstützung muss mehr Kollektorfläche eingeplant werden

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Was spricht FÜR eine Solarthermieanlage?

  • Ausgereifte Technik

    Solarthermie ist technisch ausgereift. Die installierten Anlagen sind wartungsarm und langlebig. Erfolgt hin und wieder eine Sichtprüfung, können schwerwiegende Schäden praktisch ausgeschlossen werden. Die typische technische Lebensdauer liegt bei Flachkollektoren zwischen 20 und 30 Jahren, bei Vakuumröhrenkollektoren zwischen 20 und 25 Jahren — Verschleißteile wie Solarpumpe und Solarflüssigkeit haben jedoch kürzere Wartungsintervalle (5 bis 15 Jahre).

Haus mit Solarthermie © Kara, stock.adobe.com
Haus mit Solarthermie © Kara, stock.adobe.com
Kombinieren Sie Ihre Heizung mit Solarthermie
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Dank Solarthermie kann die Gasheizung auch mal Urlaub machen
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  • Einsparung auch im Winter

    Natürlich ist die Sonnenstrahlung im Winter deutlich geringer als im Sommer. Der Stern ist nicht nur weiter entfernt, seine Strahlung trifft auch in einem ungünstigeren Winkel auf die Kollektoren. Dennoch steht die Solaranlage in der kalten Jahreszeit nicht still. Über das Jahr gemittelt erreicht eine Solarthermie-Anlage mit Heizungsunterstützung typischerweise einen solaren Deckungsanteil von 15 bis 25 % am Gesamtwärmebedarf (Heizung + Warmwasser), eine Anlage für reine Warmwassererzeugung dagegen 50 bis 65 % des Warmwasserbedarfs. Bezogen auf die variablen Brennstoffkosten entspricht das einer Einsparung von rund 15 bis 25 % — Fixkosten der Heizung (Wartung, Pumpenstrom, Schornsteinfeger) und kleine Mehrkosten der Solarthermie selbst (Pumpenstrom, Solarflüssigkeits-Tausch) sind dabei nicht eingerechnet.

Gasheizung und Solarthermie: Hohe Einsparungen sind möglich
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  • Fördermittel helfen bei der Finanzierung
    Um die Energiewende zu beschleunigen, bezuschusst die Bundesregierung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) die Nachrüstung von Solarthermie an Bestandsgebäuden. Seit 2024 wird die Heizungseinzelmaßnahme von der KfW (Programm 458) ausgezahlt — die Grundförderung beträgt 30 % der förderfähigen Kosten (max. 30.000 € Bemessungsgrundlage für die erste Wohneinheit = bis zu 9.000 € Zuschuss), Boni können den Satz auf insgesamt bis zu 70 % erhöhen. Zwar muss man den größten Teil der Investition selbst aufbringen, eine Finanzspritze erleichtert die Entscheidung aber allemal. Bei größeren Kombianlagen (Warmwasser + Heizungsunterstützung) sind die absoluten Zuschüsse entsprechend höher, weil mehr förderfähige Kosten anfallen. Der prozentuale Fördersatz (30 % Grund + Boni bis 70 %) ist für alle förderfähigen Solarthermie-Anlagen identisch.
Solarthermie: Fördermittel nutzen
Solarthermie: Fördermittel nutzen

Was spricht GEGEN thermische Solaranlagen?

  • Viel Wärme im Sommer, wenig im Winter

    Ein Nachteil der Solarthermie ist ihre Abhängigkeit von der Sonneneinstrahlung. Wenn sie am dringendsten gebraucht wird – in der dunklen, kalten Jahreszeit – liefert sie am wenigsten Wärme. Man kommt also mindestens von Oktober bis April nicht ohne andere Energiequelle aus.

  • Ungünstiger Standort

    Manche Dächer oder Wohnlagen eignen sich nicht für Solarthermie. Gleich zwei Ursachen kommen dafür in Betracht: Zum einen ist die Ausrichtung der Dachfläche in nördliche Richtungen ungeeignet, zum anderen können hohe Bäume oder Gebäude in der Nähe durch Schattenwurf den Ertrag der Anlage beeinträchtigen. Die Dachneigung dagegen ist mit geeigneten Mitteln recht einfach zu optimieren.

Solarthermie: Schatten ist ein no go!
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  • Hohe Anfangsinvestition
    Tja, eine Investition im hohen vierstelligen Bereich ist schon keine leichte Entscheidung. Und dass trotz öffentlicher Förderprogramme. Die gute Nachricht: Die fortschreitende technische Entwicklung, der weltweite Wettbewerb und die zunehmende Serienproduktion lassen die Preise peu à peu purzeln. Trotzdem braucht man einen recht langen Atem, bis sich die eigene Solarthermie-Anlage amortisiert hat.
Solarthermie-Kollektoren: Diese Faktoren sorgen für fallende Preise
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Solarthermie pro & kontra — auf einen Blick
Klimanutzen
Pro
Vermeidet grob 280-390 g CO2-Äquivalent pro kWh Nutzwärme gegenüber Heizöl bzw. 210-300 g/kWh gegenüber Erdgas (je nach Emissionsfaktor und Kesselwirkungsgrad ca. 85-95 %).
Energetische Amortisation
Pro
Nach typischerweise 1,5-3 Jahren hat die Anlage so viel Energie geliefert, wie für ihre Herstellung nötig war (Ökobilanz-Studien).
Finanzielle Amortisation
eher Kontra
12-25 Jahre, je nach Förderung und Brennstoffpreis-Entwicklung — vergleichsweise lang.
Verfügbarkeit im Winter
Kontra
Nur 5-15 % Deckung Heizwärmebedarf — eine Zweitwärmequelle bleibt nötig.
Anlagentechnik
Pro
Ausgereift, langlebig (20-30 Jahre), wartungsarm; hoher Wirkungsgrad.
Förderung 2026
Pro
BEG-Zuschuss über KfW 458: 30 % Grund + Boni bis insgesamt 70 % (max. 30.000 € Bemessungsgrundlage erste WE).
Standort-Anforderung
Kontra
Süd-, Südost- oder Südwest-Dach nötig; Verschattung verringert Ertrag deutlich.
Investitionsbedarf
Kontra
Je nach Quelle und Ausführung 3.000-10.000 € (TWE), 7.000-17.000 € (HE) — hohe Anfangsinvestition trotz Förderung.

Fazit

Solarthermie: Vorteile und Nachteile in der Übersicht
Solarthermie: Vorteile und Nachteile in der Übersicht

Bei einer Gegenüberstell und der Vorteile und Nachteile ergibt sich ein erfreuliches Bild: Die Pro-Solarthermie-Anlagen-Seite hat einfach die besseren Argumente. Und was in unserer Grafik noch gar nicht berücksichtigt ist: Auch, wenn die Amortisation je nach Anlagenart, Förderung und Energiepreis-Entwicklung 12 bis 25 Jahre dauern kann – ökologisch amortisiert sich die Anlage nach typischerweise 1,5 bis 3 Jahren — danach erzeugt jede solare kWh ein Plus für den Klimaschutz!

Solarthermie: Lohnt sich langfristig
Solarthermie: Lohnt sich langfristig
Hinweis: Die Amortisationszeit hängt nicht nur vom Standort ab — primär bestimmen Nutzungsart, Förderung und die Preisentwicklung des verdrängten Brennstoffs den Zeitraum. Standort, Dachausrichtung und Verschattung wirken aber durchaus auf den Jahresertrag und damit auf die Amortisation. Faustregel: Bei reiner Trinkwassererwärmung häufig 15 bis 20 Jahre, bei kombinierter Heizungsunterstützung oft deutlich über 15 Jahre (Quellen: BSW-Solar, Verbraucherzentralen-Kalkulationen). Mit BEG-Förderung (30 bis 70 % Zuschuss) verkürzt sich die Amortisationszeit deutlich.
Tipp: In dem Poster Vorteile der Solarenergie haben wir die wichtigsten Vorteile für Sie visualisiert. Sie können das Poster auf dieser Seite kostenlos ansehen und herunterladen.
Solarenergie © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
Solarthermie Voraussetzungen

Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb von Solarthermie-Anlagen Die Grundvoraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb einer solarthermischen Anlage ist in den meisten… weiterlesen

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