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Checkliste Solarthermie Planung

PV-Ersparnis schätzen
1Verbrauch
2Dach
3Ergebnis
Personen im Haushalt
Dach / Anlage
ca. 1.400–1.800 €
Ersparnis / Jahr · bei 8 kWp · mit Speicher
Grobe Schätzung · 37 ct/kWh · Süddach angenommen

Checkliste Solarthermie Planung — alle wichtigen Schritte vor dem Anlagenkauf

Checkliste © shockfactor, stock.adobe.com
Checkliste © shockfactor, stock.adobe.com


Voraussetzung einer jeden Solarthermie Planung ist die Überlegung, wofür die Anlage eingesetzt werden soll (Warmwasser oder Warmwasser und Heizungsunterstützung). Erst dann folgt die Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs, um die entsprechende Dimensionierung der Anlage unter Berücksichtigung der sonstigen Rahmenbedingungen (Dachsituation etc.) berechnen zu können. Daneben ist eine weitere häufige Frage die nach der Wirtschaftlichkeit, d.h. welche Investitions- und Wartungskosten mit der zukünftigen Anlage verbunden sind und welche Energieeinsparung dem gegenübersteht. Die folgende Checkliste gibt Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Punkte, die bei der Planung einer Solarthermie-Anlage beachtet werden sollten. Grobe Investitions-Richtwerte (Einfamilienhaus / Altbau, nachträglicher Einbau): 6.000-10.000 € für eine reine Warmwasseranlage, 9.000-17.000 € für eine kombinierte Heizungsunterstützung (Quelle: aktuelle BSW- und Verbraucherzentralen-Angaben). Bei vollständig erfüllten Bonusbedingungen reduzieren bis zu 70 % BEG-Förderung den Eigenanteil deutlich.

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1
Zweck definieren
Trinkwassererwärmung allein, mit Heizungsunterstützung oder als Sonnenhaus-Konzept? Diese Frage entscheidet über Anlagengröße, Speichervolumen und Investitionsrahmen.
2
Bedarf ermitteln
Warmwasserbedarf: ca. 30-60 Liter pro Person und Tag bei rund 45 °C Mischwassertemperatur (Richtwert nach VDI 2067). Heizwärmebedarf: aus Energieausweis oder Verbrauchsdaten ableiten — reale Verbrauchsdaten sind belastbarer als pauschale Faustregeln.
3
Standort prüfen
Dachausrichtung, -neigung, Verschattung, Statik (Flachkollektor: 15-30 kg/m² Eigengewicht). Bei Denkmal-/Ensembleschutz: Bauamt frühzeitig anfragen.
4
Kollektortyp und Anlagengröße wählen
Flach- oder Vakuumröhrenkollektor; Solar-Keymark-Zertifizierung; mindestens 525 kWh/m² Jahresertrag für BEG-Förderung.
5
Förderung beantragen
BEG-Antrag bei der KfW (Programm 458): Vor Antragstellung muss ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag mit dem Fachbetrieb vorliegen, der die KfW-Förderzusage als aufschiebende oder auflösende Bedingung enthält. So bleibt der Anspruch auf die Förderung gewahrt, ohne dass der Auftrag vor Antrag schon bindend abgeschlossen ist. Antragsstellung erfolgt ab 2024 bei der KfW, nicht mehr beim BAFA.
6
Fachbetrieb beauftragen
Solarteur mit Erfahrung wählen, mehrere Angebote vergleichen, schriftlichen Inbetriebnahmeprotokoll-Termin vereinbaren.
7
Inbetriebnahme und Wartung planen
Erste Wartung nach 1-2 Jahren, danach im 2-3-Jahres-Rhythmus (pH-Wert Solarflüssigkeit, Frostschutz, Ausdehnungsgefäß-Vordruck).


Wie hoch ist mein Einsparpotenzial?
– Die zu erwartenden Einsparungen sind von zentraler Bedeutung bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung einer Anlage. Je höher bei gleicher Investition die tatsächlich erzielte Einsparung ist, desto eher hat sich die solarthermische Anlage amortisiert. Neben den Investitionskosten müssen hierbei auch mögliche Förderungen durch Bund und Länder berücksichtigt werden. Die wichtigste Bundes-Förderung ist seit 2024 die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) über die KfW (Programm 458): Grundzuschuss 30 % der förderfähigen Kosten; bei Solarthermie kommen Klimageschwindigkeits-Bonus (20 % bei selbstgenutztem Eigentum + frühzeitigem Austausch) und Einkommens-Bonus (30 % bei Haushalts­einkommen ≤ 40.000 €/Jahr) in Betracht. Der Effizienz-Bonus gilt primär für Wärmepumpen-Anteile. Maximal-Förderung insgesamt bis zu 70 %; Bemessungsgrundlage für die erste Wohneinheit max. 30.000 € förderfähige Kosten.

Solarthermie: Enorme Einsparungen sind möglich
Solarthermie: Enorme Einsparungen sind möglich

Wie groß soll die Anlage sein? Ein möglichst realistisch angenommener Bedarf und eine entsprechend gut geplante Anlagengröße sind die besten Voraussetzungen für eine effizient arbeitende solarthermische Anlage, die nicht nur eine deutliche Entlastung für die Umwelt, sondern auch für den eigenen Geldbeutel bringt. Während bei der solaren Trinkwassererwärmung eine nahegelegene Verschattung selten eine große Rolle spielt, ist dies bei der Planung zur solarthermischen Heizungsunterstützung stärker zu berücksichtigen. Hier muss gegebenenfalls die Kollektorfläche vergrößert werden, um den gewünschten Ertrag zu erzielen. „Viel hilft viel“ ist allerdings nicht die beste Lösung, wenn der Zubau kostspielig und sein Zusatznutzen nur begrenzt ist.

Die Kollektorfläche mit und ohne Heizungsunterstützung
Die Kollektorfläche mit und ohne Heizungsunterstützung

Welchen Zweck soll die Anlage erfüllen? – Welches System für die solarthermische Anlage das passende ist, hängt zum einen von den örtlichen Gegebenheiten und zum anderen von ihrem gewünschten Einsatzbereich ab. Heizungsunterstützende Anlagen weisen aufgrund sommerlicher Überschüsse geringere spezifische Solarerträge (Solarerträge pro Quadratmeter Kollektorfläche) auf als Anlagen zur Trinkwassererwärmung. Des Weiteren bringen Anlagen mit Vakuumröhrenkollektoren höhere spezifische Erträge als Flachkollektoranlagen. Dies wird durch den Systemnutzungsgrad widergespiegelt. Er gibt an, wie viel von der auf die Kollektorfläche eingestrahlten Energie die Anlage tatsächlich als Nutzwärme für Heizung bzw. Warmwasser bereitstellen kann.

Erklärt: Der solarer Systemnutzungsgrad
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Ist die Kopplung mehrerer erneuerbarer Energieträger sinnvoll? – Bei einem möglichen Wechsel hin zu einem regenerativen Energieträger sollte geprüft werden, inwieweit mit der geplanten solarthermischen Anlage auch eine Biomasseanlage realisiert werden kann. Im Fall einer Ölheizung beispielsweise ist mit der Demontage der Öltanks im Prinzip der Raum für ein Pelletlager vorhanden. Wird schon zu Beginn der Planung ein weiteres „grünes“ Heizsystem mit einbezogen, können sich beide Systeme sinnvoll ergänzen, zum Beispiel durch die gemeinsame Nutzung des Pufferspeichers.

Solarthermie kann mit anderer Heiztechnik gut kombiniert werden
Solarthermie kann mit anderer Heiztechnik gut kombiniert werden
Solarthermie Anlagengröße: Vorausschauend planen
Solarthermie Anlagengröße: Planen Sie für die Zukunft

Wie entwickelt sich der Energiepreis? – Die zu erzielende Energieeinsparung einer solarthermischen Anlage lässt sich auch bei sorgfältiger Planung nicht exakt vorhersagen. Grund hierfür ist die Entwicklung des Energiepreises in den kommenden Jahren. Hier kann man nur möglichst belastbare Prognosen heranziehen, deren Eintreten aber niemand garantieren kann. Eine langfristige Steigerung scheint realistisch, weil zusätzlich zum reinen Brennstoffpreis die CO2-Bepreisung nach BEHG (2026: nEHS-Preiskorridor 55-65 €/t CO2; ab voraussichtlich 2028 EU-ETS2 für Gebäude- und Verkehrssektor, künftiges Preisniveau ist marktabhängig und derzeit nicht eindeutig prognostizierbar) sowie steigender Bedarf für den Umbau der Energieinfrastruktur die Heizkosten weiter verteuern. Wer seine eigene Energie erzeugt, macht sich unabhängiger von etwaigen Marktkapriolen.

Solarthermie: Potential berechnen
Solarthermie: Potential berechnen


Soll ich Flachkollektoren oder Vakuumröhrenkollektoren wählen?
– Obwohl Flachkollektoren pro Quadratmeter günstiger sind als Vakuumröhrenkollektoren, sind bei der Wahl des geeigneten Kollektortyps die Gegebenheiten und der Verwendungszweck der Anlage zu berücksichtigen. Im Vergleich zu Vakuumröhrenkollektoren benötigen Flachkollektoren mehr Fläche und bringen geringere Leistungen in den Schlechtwettermonaten. Bei nicht optimaler Ausrichtung der Dachfläche lässt sich dieser Nachteil mit Vakuumröhrenkollektoren zumindest teilweise kompensieren.

Solarthermie: Flachkollektoren oder Vakuumröhrenkollektoren
Solarthermie: Flachkollektoren oder Vakuumröhrenkollektoren

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Wie erkenne ich Qualität? – Qualität spielt schon bei der Planung einer solarthermischen Anlage eine große Rolle. Nicht nur die einzelnen Anlagenkomponenten sollten Qualitätskriterien entsprechen — Kollektoren sollten die Solar-Keymark-Zertifizierung tragen und im Rahmen der BEG-Technischen-Mindestanforderungen einen Prüf-/Berechnungswert (Qkol) von mindestens 525 kWh/m² nach Solar-Keymark-Datenblatt aufweisen (Eintrag in der BAFA-Anlagenliste — Voraussetzung für die BEG-Förderung). Der tatsächliche Jahresertrag der konkreten Anlage hängt von Standort, Ausrichtung und Auslegung ab. Gleiches gilt für den installierenden Betrieb. Ein erfahrener und auskunftsfreudiger Fachbetrieb ist Gold wert.

Eine ausführliche Fachberatung ist Gold wert
Eine ausführliche Fachberatung ist Gold wert
Tipp: Schon vor der Planung sollte geklärt werden, für welche Zwecke die solarthermische Anlage eingesetzt werden soll. Eine Kopplung mit anderen erneuerbaren Energien zur Wärmegewinnung (Biomasse, Wärmepumpe) bietet sich gerade bei solarthermischen Anlagen an. Der Einsatz von Wärmepumpen arbeitet besonders effizient bei niedrigen Vorlauftemperaturen und passenden Heizflächen — auch Bestandsgebäude können mit moderater Dämmung und Heizkörper-Optimierung wärmepumpentauglich werden.
Solarthermie Kollektoren © Manuela Fiebig, stock.adobe.com
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