Vorhandene Heizung mit Sonnenenergie kombinieren
Denken Sie darüber nach, endlich umweltfreundlicher zu heizen? Ihre Heizungsanlage funktioniert aber ordentlich und sie möchten ein Austauschen lieber noch verschieben? Dann lohnt es sich, über ein Nachrüsten mit Solarthermie nachzudenken. Wir führen die Möglichkeiten der Solarthermie auf und helfen bei der Entscheidung für eine sonnengespeiste Wärmeanlage.

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Solarthermie-Ergänzung zur Heizung bringt 3-faches Plus
- Solarthermie senkt die Heizkosten: Der „Brennstoff“ Sonnenwärme ist gratis – Sie zahlen nur Anschaffung, Wartung und einen geringen Pumpenstrom. Das wird noch interessanter, wenn man die steigende CO₂-Bepreisung fossiler Brennstoffe nach BEHG einrechnet (2026 gilt ein Preiskorridor von 55 bis 65 €/t CO₂). Vordergründig zahlen die Rohstoffhändler diese Abgabe, doch sie wird über die Energiepreise an die Endverbraucher weitergegeben.
- Solarthermie verringert CO2-Emissionen: Umwelt- und Klimaschutz können gar nicht hoch genug bewertet werden. Von Wissenschaftlern erstellte Szenarien prognostizieren katastrophale Folgen im Fall einer zu großen globalen Erwärmung. Jeder eingesparte Kubikmeter Kohlenstoffdioxid ist ein Schritt in die richtige Richtung.
- Solarthermie schont die Heizungsanlage: Keine Heizungsanlage lebt ewig. Beim Heizkreis heißt die Schwachstelle „Pumpe“. Die älteren Heizkessel müssen sogar für die Warmwasserbereitung befeuert werden. Übernimmt die Solaranlage zumindest einen Teil der Aufgabe, freut sich der Eigentümer über die Entlastung seines Heizungssystems.

Rechner: Solarthermie Ersparnis berechnen
Solaranlage und bestehende Heizung vereinen
Ein Bestandsbau ist selten ein Sonnenhaus, das die Raumwärme zu 100 Prozent aus Solarenergie gewinnen kann. Bei einem gut gedämmten Einfamilienhaus mit Kombi-Anlage (Warmwasser + Heizungsunterstützung) sind aber Einsparungen von rund 20 bis 30 Prozent des Gesamt-Jahreswärmebedarfs realistisch.

Dazu muss die bestehende Heizungsanlage einfach mit den Solarthermie-Komponenten verbunden werden. Die beiden Hauptteile einer solarthermischen Anlage sind die Solarkollektoren, in denen die Wärme produziert wird, und der Pufferspeicher, um die wertvolle Energie vorzuhalten. Fachleute bezeichnen die solarthermische Heiztechnik als unkompliziert und die Installation als einfach.

Eine umweltfreundliche Hybridheizung ist nicht auf einen bestimmten Brennstoff festgelegt. Im Gegenteil: Alle vier Standard-Heizungsarten erlauben die vorteilhafte Kombination mit einer solarthermischen Anlage. Auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede gehen wir in gesonderten Beiträgen ein: Gasheizung, Ölheizung, Pelletheizung und Wärmepumpe.

Solarthermie kombinieren – nach Heizungstyp
Welche Heizung profitiert wie? Praxis-Bewertung; konkrete Eignung hängt von Speicher-Hydraulik und Gebäudezustand ab.
Alternative: Solarthermie nur für Warmwasser
Als Richtwert für den täglichen Warmwasserbedarf gelten 30 bis 60 Liter pro Person. Anders als bei der Heizung ist dieser Verbrauch das ganze Jahr über relativ konstant. Nicht dagegen der Beitrag, den die Solarthermie-Anlage dazu leisten kann. Beim solaren Deckungsanteil geht man von etwa 10 bis 20 Prozent im Winter und bis zu 100 Prozent in den Sommermonaten aus. Für den Jahresverbrauch errechnet sich daraus ein Nutzen von etwa 60 Prozent Einsparungen durch Solarthermie.

Clever: Heizungsunterstützung und Wassererwärmung koppeln
Nein, bei der Koppelung beider Techniken müssen nicht zwei Wärmespeicher im Keller stehen. Platzsparende Kombispeicher erlauben sowohl die Erwärmung des Trinkwassers als auch die des Heizungswassers. Sie sind deutlich größer als reine Warmwasserspeicher (typisch 500 bis 1.500 Liter), sparen aber gegenüber zwei getrennten Speichern Stellfläche. Gerade die Wahl des Speichers macht deutlich, wie wichtig eine Planung der Solarthermie-Anlage im Vorfeld ist.

Eine 2-in-1-Solaranlage verursacht natürlich etwas höhere Kosten bei Investition und Installation. Relativ gesehen sinken diese jedoch pro Quadratmeter. Zudem senkt der steigende Ertrag zugleich die Energiekosten. Bei der cleveren Kombination von Heizungsunterstützung und Wassererwärmung durch Solarthermie können im Jahr 20 Prozent (fossile) Brennstoffe eingespart werden.

Kollektoren und Speicher richtig dimensionieren
Um die benötigte Kollektorfläche zu bestimmen, muss zunächst die Entscheidung getroffen werden, ob die preiswerteren Flachkollektoren oder die leistungsstärkeren Röhrenkollektoren montiert werden sollen. Beide Varianten haben ihre Vorteile. Doch egal, wie die Entscheidung ausfällt: Solarthermieanlagen, die auch die Heizung unterstützen sollen, sind etwa doppelt so groß zu dimensionieren wie solche zur reinen Trinkwassererwärmung.
Für die Heizungsunterstützung rechnet man mit einem Puffervolumen von 60 bis 80 Liter pro Quadratmeter Kollektorfläche (je nach Kollektorart). Ein optimaler Warmwasserspeicher hat ein Fassungsvermögen von rund 80 Litern pro Person. Dies entspricht – je nach Verbrauchsprofil – etwa dem 1,3- bis 2,7-fachen Tagesbedarf und bietet damit genügend Spielraum für sonnenarme Sommertage.

Ein Beispiel: Für ein typisches Einfamilienhaus wird ein Kombispeicher mit einer Größe von 700 Litern empfohlen. Mehr Details zur richtigen Größe von Solarthermie-Kollektoren und Wärmespeicher finden Sie im Beitrag Solarthermie Dimensionierung.
Basics für einen wirtschaftlichen Solarthermie-Betrieb
Keine noch so ausgeklügelte Solarthermieanlage gibt es zum Nulltarif. Damit sich die Investition rechnet, müssen außerdem die folgenden Grundvoraussetzungen erfüllt sein:
- Die Dachfläche ist groß genug. Für vier Personen rechnet man mit einem Platzbedarf von 4 bis 6 m² für die solare Trinkwassererwärmung und 8 bis 12 m² für Warmwasser und Heizungsinterstützung (die erste Angabe für Röhrenkollektoren, die zweite für Flachkollektoren). Das lässt sich häufig extrem gut mit einer Photovoltaik-Anlage kombinieren.

- Das Dach ist optimal ausgerichtet und geneigt. Optimal heißt: Die beste Ausrichtung für Sonnenkollektoren ist der Süden. Die schlechteste Ausrichtung ist der Norden, Osten und Westen sind dazwischen anzusiedeln. Optimal heißt auch: Der Einstrahlungswinkel beträgt 90 Grad. Da er sich jedoch jahres- und tageszeitlich bedingt ständig ändert, werden optimierte Neigungswinkel angegeben: 20–50 Grad für die Trinkwassererwärmung und 45–70 Grad für die Heizungsunterstützung. Ist die Dachneigung deutlich geringer, sind Aufständerungen bewährte Hilfsmittel.
- Das Dach ist unverschattet. Jeder Schatten mindert den Ertrag – ob von Bäumen, Nachbargebäuden, Schornsteinen oder Bodenerhebungen. Bei der Planung ist daher Umsicht gefragt. Örtliche Behörden geben Auskunft über künftige Bauvorhaben und mögliche Verschattungen.

- Das Gebäude sollte wärmegedämmt sein. Je besser das Haus vor niedrigen Außentemperaturn geschützt ist, desto größer ist der solare Deckungsgrad. Die von Fachleuten angegebenen Standardwerte beziehen sich immer auf ein durchschnittlich wärmegedämmtes Wohnhaus. Die tatsächlichen Werte können je nach Situation abweichen. Für die reine Trinkwassererwärmung ist dieser Punkt dagegen ohne Bedeutung.
Förderung bei Ergänzung einer Solarthermie-Anlage
Solarthermie wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert: Seit 2024 zahlt die KfW (Programm 458) Zuschüsse für die Heizungseinzelmaßnahme aus. Die Grundförderung beträgt 30 % der förderfähigen Kosten (max. 30.000 € als Bemessungsgrundlage für die erste Wohneinheit = bis zu 9.000 € Zuschuss). Voraussetzungen: Solar-Keymark-Zertifizierung, mindestens 525 kWh/m² Jahresertrag und Eintrag in der BAFA-Anlagenliste für förderfähige Solarthermie-Anlagen. Details und aktuelle Bonus-Sätze in unserer Beitragsreihe zur Förderung und Finanzierung.

Fazit
Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die bestehende Heizung mit Solarthermie zu ergänzen. Diese reichen von der Brennstoffersparnis bis zur besseren Atemluft. Sind die Grundvoraussetzungen erfüllt und die Anlage richtig ausgelegt, kann sich die Investition wirtschaftlich rechnen. Wie schnell, hängt von Anschaffungskosten, Förderung (KfW 458), Brennstoffpreis-Entwicklung, Wärmebedarf und Auslegung ab. Im Süden der Republik wird das ein wenig früher geschehen als im Norden. Ihr Solarteur berücksichtigt die Gegebenheiten vor Ort.

Und sollten Sie noch hin- und her-rechnen, gibt vielleicht folgende Erkenntnis den Ausschlag:

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