Checkliste: Solaranlage richtig versichern — alle Vergleichspunkte auf einen Blick
Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Punkte für einen Vergleich unterschiedlicher Versicherungen für Solaranlagen zusammen:

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Versicherungs-Schichten für Solaranlagen im Vergleich
Privathaftpflicht (Standardpolice)
dringend empfohlen — meist enthalten
Schäden gegen Dritte. Keine pauschale gesetzliche Pflicht für EFH-Anlagen, aber dringend empfohlen. Bei modernen Tarifen oft Solaranlage bis 10-30 kWp inkludiert. Police prüfen.
Wohngebäude-Versicherung
grundsätzlich enthalten
Anlage dem Wohngebäudeversicherer melden und je nach Vertrag schriftlich bestätigen lassen — nicht automatisch annehmen, dass Solar als Gebäudebestandteil enthalten ist. Aber: oft nur Standard-Naturgefahren, kein Tierverbiss/Vandalismus. Klausel prüfen.
Spezielle Allgefahren-Versicherung (PV)
empfohlen
All-Risk-Police, deckt Sturm, Hagel, Diebstahl, Bedienungsfehler etc. 50-150 EUR/Jahr für EFH-Anlagen.
Allgefahren-Versicherung (Solarthermie)
empfohlen bei VR-Kollektoren
Bei Vakuumröhrenkollektoren kann Glasbruch im Reparaturfall teurer ausfallen; konkrete Hagelprüfung der Module und Anlagenwert prüfen. 50-150 EUR/Jahr.
Ertragsausfall-Versicherung (nur PV)
je nach Konstellation
Lohnt sich vor allem bei Volleinspeisung, alten EEG-Tarifen oder grossen Anlagen.
Montageversicherung
DIY ja, Fachbetrieb nein
Beim Fachbetrieb-Auftrag normalerweise Sache des Solarteurs. Bei Selbstmontage oder hohem Anlagenwert: projektbezogene Police ab ca. 70-150 EUR netto (ggf. zzgl. Versicherungssteuer). Auch beim Fachbetrieb: klären, ob Schutz während Montage gewährleistet ist.
Wofür brauche ich eine Haftpflichtversicherung?
Eine Haftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, die durch die Solaranlage entstehen und für die der Anlagenbetreiber haftbar ist.
- Ist die Solaranlage bereits von einer bestehenden Haftpflichtversicherung abgedeckt?
- Falls nicht: Muss für den Einschluss in die bestehende Haftpflichtversicherung ein zusätzlicher Beitrag gezahlt werden?
- Gibt es eine Selbstbeteiligung im Schadensfall?
- Falls die Solaranlage auf einem gepachteten Dach installiert ist: Ist sie auch versicherbar?

Wofür brauche ich eine Allgefahrenversicherung?
Eine Allgefahrenversicherung kommt für Schäden auf, die an der Solaranlage entstehen.
- Ist die Solaranlage durch die Wohngebäudeversicherung abgedeckt? Das kann Kosten sparen, doch muss dabei besonders auf den Versicherungsumfang geachtet werden.
- Gibt es bei der Wohngebäudeversicherung Risiken, die nicht abgedeckt sind? – Gerade Ertragsausfälle oder Schäden durch Unachtsamkeit sind häufig nicht enthalten.
- Welche Komponenten der Anlage sind versichert? – Es sollten alle Anlagenteile, die zum Betrieb notwendig sind, mitversichert sein.
- Sind die üblichen Schäden durch die Versicherung abgedeckt? Dies sind:
- Hagel
- Sturm
- Schnee
- Frost
- Blitzschlag
- Brand
- Hochwasser
- Erdrutsch
- Explosion
- Raub
- Diebstahl
- Vandalismus
- Bedienungsfehler
- Ungeschicklichkeit
- Sind Allmählichkeitsschäden inbegriffen? – Das sind Schäden, auch an fremden Sachen, die allmählich entstehen, zum Beispiel durch Dachundichtigkeiten.
- Welche Solaranlagen sind versicherbar?
- Photovoltaikanlage auf Dächern
- Photovoltaikanlage an Fassaden
- Photovoltaikanlage auf landwirtschaftlichen Gebäuden
- Photovoltaikanlage als Freilandanlage
- Photovoltaikanlage auf fremden Dächern
- Solarthermieanlage auf Dächern
- Solarthermieanlage an Fassaden
- Selbst montierte Solaranlagen

Welche Kosten erstattet die Versicherung im Schadensfall?
- Wiederbeschaffungskosten
- Wiederinstandsetzungskosten
- Aufräumkosten
- Dekontaminationskosten
- Erdaustausch
- Maurerarbeiten
- Stemmarbeiten
- Pflasterarbeiten
- Gerüsterstellung
- Frachtkosten
- Kosten für Eilzustellung
- Montagekosten
- Reparaturarbeiten an betroffenen Gebäudeteilen
- Gutachterkosten

Was ist bei der Versicherung von Solaranlagen noch zu beachten?
Einige weitere Punkte sind für Ihre Entscheidung interessant:
- Handelt es sich um eine Versicherung auf Basis der Allgemeinen Bedingungen für die Elektronikversicherung (ABE)? Das hat einen großen Vorteil, denn dann sind alle Risiken versichert, die nicht durch die ABE oder zusätzliche Klauseln ausdrücklich ausgeschlossen sind.
- Wird für Ertragsausfälle Schadenersatz geleistet? (Nur relevant bei Photovoltaik — bei Solarthermie keine Vergütung, daher kein Ertragsausfall-Schaden) Interessant ist hier zum einen die Höhe: Üblich sind Schadenersatzleistungen nach Kilowatt-Peak der Photovoltaikanlage in der Größenordnung von 1,50 bis 3 € pro kWp pro Tag (Winter-Werte häufig niedriger angesetzt). Zum anderen, ob es eine Karenzzeit gibt (vertragsabhängig, verbreitet 0 bis 2 Tage), bevor die Versicherung einspringt.
- Wie lange ist der Ertragsausfall mitversichert? Je nach Anbieter wird meist bis zu einem Jahr für einen Ertragsausfall geleistet.
- Gibt es eine Selbstbeteiligung? Diese wird vereinbart, damit die Versicherung nicht jedes Mal bei Bagatellschäden bemüht wird. Achten Sie darauf, ob diese nur einmal pro Jahr oder für jeden einzelnen Schadensfall zum Ansatz kommt.
- Gibt es eine maximale Deckungssumme bei bestimmten Risiken? – Pruefen Sie Entschaedigungsgrenzen je Risiko und Kostenart — diese koennen als Euro-Betrag, Prozent der Versicherungssumme oder separate Sublimits ausgestaltet sein.
- Sind bestimmte Schäden ausgeschlossen?
- Sind Schäden eingeschlossen, für die der Hersteller-Garantie oder gesetzliche Mängelhaftung greift (Versicherung tritt sonst nur subsidiär ein)? Wenn ja, ist das für den Versicherungsnehmer deutlich komfortabler.
- Wird auch für Preissteigerungen und Technologiefortschritt geleistet? Ansonsten kann es für den Versicherungsnehmer kostspielig werden, denn nach fünf Jahren können beispielsweise Montagekosten erheblich teurer geworden sein.
- Wie lange ist die Vertragslaufzeit? Üblich ist ein Jahr. Manche Unternehmen bieten Rabatte für eine längerfristige Vertragsbindung.
- Besteht Versicherungsschutz schon vor der Montage und Inbetriebnahme? Falls nicht, könnte eine Montageversicherung interessant sein.
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