
Wichtige Aspekte, die bei der Wartung einer Solarthermieanlage zu berücksichtigen sind, finden Sie hier zusammengefasst in einer Checkliste.
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Eine günstige Ausrichtung und Neigung der Kollektoren unter Berücksichtigung der Gegebenheiten und eventueller Verschattung ist optmal. Damit eine solarthermische Anlage die gewünschten Erträge bringt, müssen darüber hinaus alle Anlagenkomponenten aufeinander abgestimmt sein. Die Installation sollte durch einen erfahrenen Fachbetrieb erfolgen.
Solarthermie-Wartung – die vier Phasen einer Inspektion
Reihenfolge, in der eine professionelle Wartung typischerweise abläuft – passt sowohl für die eigene jährliche Sichtprüfung (Phase 1 + 2 sind dort gut machbar) als auch als Briefing für den Fachbetrieb.
Betriebsdruck prüfen
Manometer der Solarstation ablesen und mit dem Sollwert aus dem Abnahmeprotokoll bzw. der Herstellerunterlage vergleichen. Als Faust-Orientierung wird häufig Betriebsdruck (bar) ≈ statische Höhe × 0,1 + 1,5 verwendet; verbindlich ist immer der Herstellerwert. Bei Druckabfall keinesfalls eigenständig nachfüllen – Ursache vom Fachbetrieb prüfen lassen.
Solarflüssigkeit messen
pH-Wert (Tausch nach Herstellergrenzwert, häufig unter 7,5) und Frostschutz mit Refraktometer prüfen. Hersteller-Mischtabelle bei Nachfüllung beachten; nur vom Anlagenhersteller freigegebene Wärmeträgerflüssigkeit verwenden – als Fertiggemisch oder herstellerkonform angesetztes Konzentrat.
Komponenten und Dämmung sichten
Pumpe, Schwerkraftbremse, Ventile, Solarregler, Sensoren, Verschraubungen. Dämmung im Außenbereich auf Tierverbiss, UV-Schäden und Lücken kontrollieren – besonders an Bögen und Durchführungen.
Kollektoren prüfen und dokumentieren
Sichtprüfung auf Verschmutzung, Glasschäden und feste Befestigung. Mess- und Einstellwerte ins Wartungsprotokoll eintragen – das schafft die Vergleichsbasis für die nächste Wartung und dient als Nachweis. Ob Wartungsnachweise für Garantieansprüche erforderlich sind, regeln die jeweiligen Garantiebedingungen des Herstellers (vgl. § 443 BGB).
Was ist im laufenden Betrieb zu beachten?
- Der Anlagenbetriebsdruck richtet sich nach der Anlagenhöhe; als Faustformel gilt: Betriebsdruck (in bar) ≈ statische Höhe in Metern × 0,1 + 1,5. Ein typischer Wert liegt damit zwischen 2,5 und 3,0 bar. Ein zu niedriger Druck hängt oft mit einer Leckage, einem defekten Membran-Ausdehnungsgefäß oder einem undichten Sicherheitsventil zusammen. Der Vergleich des Ist-Werts mit dem Abnahmeprotokoll gibt Aufschluss über Veränderungen – bei einem schleichenden Druckabfall keinesfalls eigenständig nachfüllen, sondern den Fachbetrieb hinzuziehen: reines Wasser ohne Inhibitoren schädigt den Korrosionsschutz, und die eigentliche Leckage bleibt unentdeckt.

- Die Solarflüssigkeit ist eine der wichtigsten Komponenten der Anlage. Das Gemisch aus Wasser und Propylenglykol unterliegt einem natürlichen Alterungsprozess. Die Überprüfung von Frost- und Korrosionsschutz ist der wichtigste Teil der Wartung: Frische Solarflüssigkeit ist je nach Produkt schwach bis deutlich alkalisch eingestellt – maßgeblich ist das Hersteller-Datenblatt. Für TYFOCOR L Konzentrat z. B. nennen die Daten pH 8,0–9,0; andere Wärmeträger können höhere Werte erreichen. Bei den meisten Solarflüssigkeiten gilt: fällt der pH-Wert unter den vom Hersteller genannten Grenzwert – häufig 7,5 – muss die Flüssigkeit getauscht werden (Bosch/Junkers, Viessmann und Coracon nennen ähnliche Grenzen). Auch Braunfärbung oder stechender Geruch zeigen, dass das Fluid gekippt ist – dann vollständig wechseln. Vor der Wiederinbetriebnahme die Rohrleitungen spülen und sorgfältig entlüften; Nachfüll-Mischung immer nach Hersteller-Mischtabelle (40 Vol.-% reichen je nach Produkt für etwa −21 bis −22 °C Frostsicherheit, für −25 °C eher 44 bis 45 Vol.-%).

Zusätzliche Ursachen für mögliche Leistungseinbußen und Betriebsstörungen einer Solarthermieanlage sind, neben einem falschen Anlagenbetriebsdruck und schlecht gewordener Solarflüssigkeit, auch mangelnde oder defekte Dämmungen sowie verschmutzte oder verwitterte Solarkollektoren.
Wie oft sollte die Anlage gewartet werden?
- Eine detaillierte professionelle Wartung sollte etwa alle 2 bis 3 Jahre erfolgen – ergänzend zur eigenen jährlichen Sichtprüfung. Bei der Profi-Wartung werden alle Komponenten inklusive Wärmedämmung kontrolliert, die Reglereinstellung überprüft, der pH-Wert und der Frostschutz gemessen sowie Mess- und Einstellwerte dokumentiert. Eine grobe Marktorientierung Stand 2026: eine einfache jährliche Inspektion bzw. ein einfacher Wartungsvertrag liegt häufig bei rund 50 bis 150 Euro brutto pro Jahr; eine umfangreichere Wartung mit Mess- und Einstellarbeiten kostet je nach Umfang etwa 100 bis 250 Euro brutto pro Termin. Genaue Preise hängen von Anlagengröße, Region und Anbieter ab.

Welche Möglichkeiten des Anlagenmonitorings gibt es?
- Das Herzstück einer Solarthermieanlage ist der Solarregler. Er sorgt dafür, dass nicht nur die Umwälzpumpe ein- und ausgeschaltet wird, sondern ermöglicht auch eine Funktionskontrolle durch Anzeige von Temperaturen oder zum Beispiel der Betriebsstunden der Solarkreispumpe.
- Eine permanente Anlagenüberwachung ist auch bei kleinen Hausanlagen sinnvoll, da mögliche Betriebsstörungen sofort erkannt und deren Ursachen beseitigt werden können. Moderne Regler bieten die Möglichkeit der Fernüberwachung, zum Beispiel via Smartphone.

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