
Welche Aspekte Sie bei der Installation einer Solarthermieanlage berücksichtigen sollten, haben wir hier in einer Checkliste zusammengefasst.
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Solarthermie-Installation – Checkliste in fünf Phasen
Die kompakte Reihenfolge vom Erstkontakt mit dem Fachbetrieb bis zur Übergabe. Die Detail-Antworten zu Ausrichtung, Dach und Komponenten folgen unten.
Planung – Ausrichtung, Neigung, Nutzung festlegen
Trinkwasser-Anlage oder Heizungs-Unterstützung? Davon hängen Kollektorfläche, Neigungswinkel (30–50 Grad bzw. 45–70 Grad) und Speichervolumen ab. Verschattung über den Tagesverlauf prüfen.
Statik und Dach – Reserve und Anschlusspunkte sichern
Dachlastreserve gegen Gewicht, Schnee- und Windlast prüfen lassen (DIN EN 1991-1-3/-4), Sparrenabstand und Eindeckung dokumentieren. Bei Indach-Montage zusätzlich die Hersteller-Vorgabe für die Ziegel-Überlappung.
Komponenten – Speicher, Rohre, Regelung wählen
Speicher in Heizkessel-Nähe, kurze Solarleitungen. Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sind nach GEG Anlage 8 zu dämmen; Solarleitungen im Kollektorkreis zusätzlich nach Herstellerangaben (temperaturbeständig, UV- und witterungsbeständig im Außenbereich). Kippmaß und Türbreite zum Aufstellort vorab messen.
Montage und Druckprobe – sauber und mit Absturzsicherung
Aufdach- oder Indach-Montage nach Hersteller-Anleitung, Vor- und Rücklauf an der Solarstation nicht vertauschen. Anschließend Druckprobe, Leckagekontrolle und Entlüftung. Bei Dacharbeiten gilt: kollektive Schutzmaßnahmen (Gerüst, Dachfanggerüst) haben Vorrang; auf gewerblichen Baustellen sind sie nach ASR A2.1 in der Regel ab 2 m Absturzhöhe vorgeschrieben (an Verkehrswegen teils schon ab 1 m). Die DGUV Information 203-080 ist primär für Photovoltaik gemacht, kann aber als sicherheitstechnische Orientierung herangezogen werden.
Inbetriebnahme und Abnahme – nach VDI 6002 dokumentiert
Sollvolumenstrom einstellen, Funktionstest des Reglers, Übergabeprotokoll mit allen Sollwerten und Bedienungseinweisung des Betreibers. In den ersten Betriebswochen erneut entlüften.
Welche Ausrichtung und welchen Neigungswinkel soll ich wählen?
- Die Ausrichtung der Kollektorfläche nach Süden bringt optimale Erträge. Als Faustregel: Südost- und Südwest-Dächer eignen sich praktisch genauso gut, eine exakte Ost- oder West-Ausrichtung liefert je nach Neigung und Standort grob rund ein Viertel weniger Jahresertrag als ein Süddach (vgl. Verbraucherzentrale). Wie groß die Einbuße im Einzelfall ist, hängt von Neigung, Standort und Verschattung ab – exakte Werte sollte der Fachbetrieb standortbezogen berechnen. Voraussetzung ist in jedem Fall eine verschattungsfreie Situation.

- Der optimale Neigungswinkel der Kollektoren der Solarthermieanlage richtet sich nach deren Einsatzbereich. Für die Trinkwassererwärmung ist ein Neigungswinkel von 30 bis 50 Grad optimal, für den Betrieb einer Solarheizung sollte die Neigung zwischen 45 und 70 Grad liegen, um die tieferstehende Sonne in der Übergangszeit besser ausnutzen zu können.

Welches Montagesystem soll ich wählen?
- Montagesystem: Eine Aufdachmontage erfordert deutlich weniger Aufwand, als eine Indachlösung. Bei Flachdächern muss eine entsprechende Aufständerung der Flachkollektoren erfolgen, um den optimalen Neigungswinkeln zu erreichen. Alternativ können – je nach Hersteller und Modell – bestimmte direkt durchströmte Vakuumröhrenkollektoren auch flach bzw. horizontal auf dem Flachdach montiert werden; maßgeblich ist jeweils die Hersteller-Montageanleitung.
Was ist mit dem Dach?
- Das Dach muss einiges aushalten, wenn es zusätzlich zur Eindeckung mit einer Solarthermieanlage bestückt wird. In den meisten Fällen wird die zusätzliche Last durch Kollektor und Montagesystem keine Probleme bereiten – Flachkollektoren wiegen typischerweise rund 15 bis 25 kg pro Quadratmeter Kollektorfläche, hinzu kommen Montagesystem, Schnee- und Windlasten. Als grobe Zusatzlast-Orientierung gelten oft 300 Newton pro Quadratmeter Dachfläche (rechnerisch rund 30 kg/m²) – das ersetzt jedoch keinen statischen Nachweis. Eine projektbezogene Statik-Prüfung ist besonders ratsam bei älteren oder sanierten Dächern, unklarer Tragfähigkeit, großen Sparrenabständen, Flachdach-Aufständerungen sowie hohen Schnee- oder Windlasten. Lastberechnungen folgen den Eurocode-1-Regeln mit den jeweils geltenden Nationalen Anhängen – insbesondere DIN EN 1991-1-3 (Schneelasten, NA in der Fassung 2019-04) und DIN EN 1991-1-4 (Windlasten, NA in der Fassung 2024-08). Auch die stabile Verbindung der Dachsparren muss gegeben sein, damit sich die Kollektoren sicher verankern lassen.

Was ist bei den weiteren Komponenten zu beachten?
- Der Solarspeicher wird idealerweise in der Nähe des Heizkessels platziert, damit der Nachheizkreis nicht unnötig lang ist. Wichtig für das Aufstellen des neuen Solarspeichers ist zum einen die minimale Türbreite auf dem Weg zum Aufstellraum und zum anderen das Beachten des Kippmaßes unter Berücksichtigung der effektiven Kellerhöhe.
- Um unnötigen Wärmeverlusten vorzubeugen sollten möglichst kurze Wege für die Rohrleitungen gewählt werden. Eine gute Wärmedämmung der Rohre, sowie eine Montage innerhalb des Hauses und ein gut platzierter Solarspeicher minimieren Wärmeverluste.
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Was ist vor der Inbetriebnahme zu beachten?
- Sind alle Komponenten der Solarthermieanlage fertig montiert, die Druckprobe und Leckagekontrolle durchgeführt und die Anlage korrekt entlüftet, kann die Inbetriebnahme erfolgen. Sie sollte primär nach Herstelleranleitung und einschlägigen Fachregeln durchgeführt werden. Die VDI 6002 Blatt 1 („Solare Trinkwassererwärmung – Allgemeine Grundlagen, Systemtechnik und Anwendung im Wohnungsbau“) bietet vor allem für solare Trinkwassererwärmung eine bewährte Orientierung mit Inbetriebnahme- und Abnahme-Checkliste sowie Musterformular. Vorher sollte der Anlagenbetreiber vom Fachbetrieb mit den Funktionen der Anlage und deren Wartung vertraut gemacht werden. Die Bedienungseinweisung gehört in der Regel zur fachgerechten Übergabe und sollte mit Datum und Unterschrift dokumentiert werden.
- Das Übergabe- bzw. Abnahmeprotokoll muss alle nötigen Angaben zur Solarthermieanlage enthalten – idealerweise nach dem Muster aus VDI 6002 Blatt 1: Kollektorfeld (Hersteller, Typ, Fläche), Speicher, Pumpe und Regler, eingestellter Vordruck und Sollvolumenstrom, Mischungsverhältnis und Frostsicherheits-Temperatur der Solarflüssigkeit, Datum der Druckprobe sowie die Werte des ersten Funktionstests. Diese Angaben sind nicht nur Voraussetzung für einen sicheren, fehlerfreien Betrieb – sie dienen später auch als Vergleichswerte, um mögliche Defekte und Leistungseinbußen frühzeitig zu erkennen.
Worauf Sie beim Abnahmeprotokoll bestehen sollten
Das Übergabe- und Abnahmeprotokoll ist später ein wichtiges Beweismittel für den Zustand der Anlage bei Abnahme. Bei fest mit dem Gebäude verbundenen Anlagen wie einer Solarthermie kommt nach § 634a BGB häufig eine Mängelverjährung von fünf Jahren in Betracht – maßgeblich sind aber Vertrag und Einzelfall, und die Frist beginnt regelmäßig mit der Abnahme, nicht erst mit der Bedienungseinweisung. Drei Punkte, auf die Sie aktiv achten sollten: Erstens die genauen Sollwerte – Vordruck im Solarkreis, eingestellter Volumenstrom und die Frostschutzkonzentration – nicht nur „eingestellt“, sondern mit konkreter Zahl. Zweitens den Funktionstest des Reglers nach Hersteller- und Anlagenhydraulik: plausible Sensorwerte, korrekt schaltende Pumpe und passende Nachheizung bzw. Nachheizunterdrückung. Drittens die Bedienungseinweisung mit Datum und Unterschrift – sie ist nicht der Startpunkt der Verjährung, dokumentiert aber, dass Sie die Anlage einweisungsgemäß bedienen können.
Solarthermie Installation
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