Photovoltaik in der Landwirtschaft

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Photovoltaik in der Landwirtschaft

Der Preisdruck im Lebensmittelhandel ist in Deutschland immens. Der Markt für Bio-Ware wächst zwar, doch lag der Anteil der entsprechend bewirtschafteten Flächen an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche laut dem Umweltbundesamt in der Bundesrepublik im Jahr 2018 bei lediglich 9,1 Prozent. Außerdem kann der Verkauf der Bio-Lebensmittel die zusätzlichen Kosten des Ökolandbaus nicht allein decken. Was das alles mit Photovoltaik zu tun hat? Sehr viel. Angesichts der Ausgangslage sind die meisten Landwirte für jede zusätzliche Einnahmequelle dankbar – und die Stromerzeugung auf dem eigenen Acker oder Gehöft kann eine solche sein.

Photovoltaik in der Landwirtschaft © Countrypixel, stock.adobe.com
Photovoltaik in der Landwirtschaft © Countrypixel, stock.adobe.com

Ein Vorteil ist, dass meist Anlagen mit größerer Fläche als etwa auf einem Einfamilienhaus installiert werden können. Die Kosten sinken tendenziell mit der Größe der Fläche: Die Kosten für die Infrastruktur beziehungsweise die Technik müssen ohnehin einmalig bezahlt werden, doch ist der Ertrag mit mehr Solarpaneelen, die vergleichsweise günstig sind, größer. Zunächst ist zu prüfen, ob sich der Standort generell für Photovoltaik eignet, sprich: ob beispielsweise die Sonneneinstrahlung stark genug ist und es keine Verschattung gibt. Soll die PV-Anlage auf ein Dach eines landwirtschaftlichen Nutzbaus, etwa einer Scheune, kann ebenfalls Geld gespart werden. Meist sind die Vorschriften weniger streng, wenn es sich beispielsweise um ungeheizte Scheunen handelt. Sie müssen jedoch selbstredend stabil genug sein und die Grundvoraussetzungen erfüllen, um die Dachlast tragen zu können.

Eine Scheune mit PV-Modulen © manfredxy, stock.adobe.com
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Mehrere Möglichkeiten der Photovoltaik-Nutzung

Besonders gute Voraussetzungen für eine PV-Anlage sind gegeben, wenn unter dem Dach – oder auf dem benachbarten Feld – schwere beziehungsweise stromintensive Geräte betrieben werden müssen. Der kostengünstig und in Eigenregie produzierte Strom kann ihren Bedarf decken, zumal in der Regel im Hellen auf dem Acker gearbeitet wird – dann also, wenn auch die Sonne scheint. Damit sinkt zum einen die bisherige Stromrechnung, zum anderen ist die Eigennutzung in diesem Falle die nützlichere Alternative im Vergleich zur Anschaffung eines Batteriespeichers. Eine weitere Option ist es, den Strom ins Energienetz einzuspeisen und sich dies vergüten zu lassen. Zwar ist die Einspeisevergütung in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Trotzdem kann sich die Installation und der Betrieb einer PV-Anlage nach wie vor lohnen.

Darüber hinaus kann eine Möglichkeit auch darin bestehen, den Strom direkt an einen Abnehmer in unmittelbarer Nähe des Betriebs zu liefern. Neuanlagen ab einer Anlagengröße von 100 kW müssen sogar direkt vermarktet werden. Ausführliche Informationen hierzu stellt der Bundesverband Solarwirtschaft zur Verfügung. Für kleinere Anlagen bewegt sich die Einspeisevergütung je nach Größe und Datum der Inbetriebnahme im Jahr 2019 zwischen rund 7,5 und 11,5 Cent pro Kilowattstunde.

„Das zusätzliche Einkommen als Energiewirt ist für viele Landwirte ein wichtiger Grund, sich für die Nutzung Erneuerbarer Energien zu entscheiden“, schreibt die Energieagentur Rheinland-Pfalz. Ein weiterer sei, sich unabhängiger von den Preisschwankungen auf den klassischen Agrarmärkten zu machen.

Tipp: Auch auf das Image zahlt eine Photovoltaik-Anlage ein. Zumindest für Bio-Bauern ist es ein konsequenter nächster Schritt, auch die Energieversorgung auf umweltfreundliche Ressourcen umzustellen.

Die finanzielle Last einer PV-Investition müssen Landwirte nicht auf einen Schlag und alleine schultern. Zwar sind die Fördermöglichkeiten für erneuerbare Energien in den vergangenen Jahren in einigen Bereichen eingeschränkt worden, aber es gibt sie nach wie vor. So hat die KfW das Förderprogramm 270 im Angebot, das sich unter anderem explizit an Landwirte richtet. Gefördert werden, neben weiteren regenerativen Energien wie Wind- und Wasserkraft, auch Photovoltaik-Anlagen auf Dächern, an Fassaden oder auf Freiflächen. In Anspruch genommen werden können Kredite, mit denen eine Finanzierung von bis zu 100 Prozent der förderfähigen Nettoinvestitionskosten möglich ist – bei niedrigen Effektivzinsen von 1,03 Prozent (Stand: November 2019).

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Verpachtung als Komfortlösung

Wer als Landwirt keinen hohen Strombedarf und schon genug mit seinem lieben Vieh zu tun hat, sich aber trotzdem eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen will, kann für die PV zur Verfügung stehende Dächer oder Flächen unter Umständen verpachten. Reich wird man damit in der Regel nicht, doch dafür muss man sich auch um wenig kümmern: Den Betrieb finanziert der Pächter, der damit einen Gewinn machen will. Einen Anteil davon gibt er an den Landwirt weiter. Je nach Fläche dürfte der jährliche Ertrag für den Landwirt im niedrigen bis mittleren vierstelligen Euro-Bereich liegen, aber wer sollte es besser wissen als sie: Kleinvieh macht auch Mist.

Es lohnt sich außerdem, sein Ohr am Puls der Zeit zu haben: Landwirtschaft und regenerative Stromerzeugung sind zwei Themen, die auch in Zukunft bestimmend für die Menschen sein werden. Kein Wunder also, dass sich diverse Forschungsprojekte bemühen, beides zu verbinden. Eines davon ist die sogenannte Agrophotovoltaik: Sie nimmt sich des Problems der steigenden Nachfrage nach landwirtschaftlichen Flächen an. Auf die Frage, ob diese für die Lebensmittel- oder die Stromproduktion genutzt werden sollten, antwortet sie: für beide!

Die PV-Anlage wird dabei einige Meter über dem Boden installiert. Sie ist so konzipiert, dass Traktoren oder andere landwirtschaftliche Maschinen darunter durchfahren können und die Träger darüber hinaus genügend Luft lassen, um dem Boden nicht allzu viel Sonne abspenstig zu machen. Eine Pilotanlage am Bodensee hat laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) gezeigt, dass beides „sehr gut“ miteinander vereinbar ist. Auf beiden Etagen wurden mittlerweile die ersten Ernten eingefahren. Die Landnutzungseffizienz konnte den Angaben zufolge um über 60 Prozent gesteigert werden.

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