Solarthermieanlage entlüften

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Solarthermieanlage entlüften: Hilfreiche Tipps und Wissenswertes

Früher oder später entstehen in jeder Solarthermieanlage Luftblasen. Sie senken nicht nur ihre Effizienz, sondern können auch zu irreversiblen Schäden führen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Solaranlage regelmäßig zu entlüften.

Solarthermieanlage auf einem Hausdach © Hermann, stock.adobe.com
Solarthermieanlage auf einem Hausdach © Hermann, stock.adobe.com

Warum entstehen Luftblasen in der Solaranlage?

In den Rohren der Solarthermieanlage zirkuliert die Solarflüssigkeit, die aus Wasser und Propylenglykol (Frostschutzmittel) besteht. Die genaue Zusammensetzung ändert sich je nach Anlage und Standort, das übliche Mischverhältnis beträgt jedoch 60 Prozent Wasser zu 40 Prozent Frostschutzmittel.

Vor allem während der Befüllung gelangt Luft in die Rohre. Aber auch im Betrieb bilden sich Luftblasen. Gerade im Sommer heizt sich das Solarfluid stark auf und erreicht Temperaturen über seinem Siedepunkt, der bei 150 Grad Celsius liegt. Nimmt kein Verbraucher die Wärme ab, verdampft die Flüssigkeit und es bilden sich kleine Luftbläschen aus Wasserdampf. Eine dritte Ursache für Luft in der Anlage stellen poröse Dichtungen dar. Mit den Jahren verschleißt das Material, somit dringt Außenluft ein.

Warum ist es wichtig, die Solaranlage zu entlüften?

Luft in Ihrer Solarthermieanlage ist aus vier Gründen schädlich:

  • Die kleinen Luftbläschen bilden größere Blasen. Diese erschweren die Arbeit der Pumpe und können dazu führen, dass sie das Solarfluid nicht mehr umwälzen kann.
  • Die Schwerkraftbremse verhindert, dass nachts Warmwasser aus dem Pufferspeicher nach oben steigt und die kältere Solarflüssigkeit in den Rohren erwärmt. Auch ihre Arbeit wird durch Luftblasen gestört.
  • Der Sauerstoff in der Luft lässt die Solarflüssigkeit verklumpen. Dadurch kann sie nicht mehr reibungslos zirkulieren.
  • Die Luftblasen fördern die Entstehung von Schmutzpartikeln, die die Bauteile beschädigen.
Achtung! Solarthermieanlagen mit Drain-Back-System enthalten reines Wasser und funktionieren nach einem anderen Prinzip als herkömmliche. Das Konzept sieht explizit vor, dass bei geringer Sonneneinstrahlung die Pumpe sich ausschaltet und die Rohre der Solarkollektoren sich mit Luft füllen. Diese Anlagen benötigen selbstverständlich keine Entlüftung.
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Wie kann ich meine Solarthermieanlage entlüften?

Die Entlüftung einer Solaranlage geschieht entweder automatisch oder manuell über das Entlüftungsventil. Das Metallventil befindet sich an der höchsten Stelle des Systems, an der die höchste Temperatur herrscht.

Automatische Ventile regeln die Entlüftung eigenständig und unterscheiden zwischen Dampf und Luft. Sie nutzen genauso wie Heizkörperentlüfter die Tatsache, dass Luft leichter als Wasser ist und sich auf der Flüssigkeit sammelt. Übersteigt die Temperatur in den Rohren den Siedepunkt der Solarflüssigkeit, schließen sich die Ventile von allein. Manuelle Entlüftungsventile müssen dagegen aktiv geöffnet werden. Wichtig ist dabei, den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Am besten erfolgt die Entlüftung früh am Morgen, bevor das Solarfluid sich in der Sonne erhitzt, um Verbrennungen durch heißen Dampf zu verhindern.

Prinzipiell können Sie auch als Laie Ihre Solarthermieanlage entlüften. Jedoch müssen Sie auf dem Dach arbeiten. Zudem verlieren Sie sämtliche Garantieansprüche, wenn etwas schief geht. Aus diesen Gründen ist es ratsam, einen Fachmann zu beauftragen. Oft schließen Wartungsverträge auch die Entlüftung ein, sodass Ihnen keine Zusatzkosten entstehen.

Wie beuge ich Luft in der Solaranlage vor?

Die effektivste Art, Luftblasen in der Anlage zu verhindern, ist eine Druckbefüllung mit hohem Volumenstrom. Beträgt die Strömungsgeschwindigkeit des Solarfluids mindestens 0,4 m/s, wird die Luft aus den Rohren herausgedrängt. Dafür muss die Pumpe einen Druck von mindestens 2,5 bar erreichen. Wichtig ist auch ein großer Vorratsbehälter. Während des Füllvorgangs saugt die Pumpe die Flüssigkeit an und pumpt sie in die Rohre. Ein Rücklaufschlauch leitet sie dann zum Gefäß zurück. Erst wenn das Fluid komplett frei von Luftblasen ist, wird die Pumpe ausgeschaltet. Heizungsmonteure verfügen über spezielle Befüllanlagen. Jedoch können Sie auch in Eigenregie Ihre Solaranlage befüllen, wenn Ihre Pumpe die Voraussetzungen erfüllt.

Auch nach einer korrekten Befüllung ist die Gefahr von Luft in der Anlage jedoch nicht gebannt, da an heißen Tagen sich trotzdem Mikroblasen bilden. Wegen der hohen Viskosität des Solarfluids steigen sie nur sehr langsam nach oben und lassen sich nicht mit einem herkömmlichen Schnellentlüfter entfernen. Sogenannte Mikroblasenluftabschneider lenken dank ihres speziellen Aufbaus die strömende Solarflüssigkeit, sodass die Mikroblasen sich zu größeren Luftblasen zusammenschließen und nach außen entweichen können. Alternativ fangen Absorptionsluftabschneider die Mikroblasen in einem Netz aus Metallgranulat oder Drahtgeflecht und entfernen sie über einen Schwimmentlüfter.

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