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Fehler Montage Solarthermie

PV-Ersparnis schätzen
1Verbrauch
2Dach
3Ergebnis
Personen im Haushalt
Dach / Anlage
ca. 1.400–1.800 €
Ersparnis / Jahr · bei 8 kWp · mit Speicher
Grobe Schätzung · 37 ct/kWh · Süddach angenommen

Solarthermie-Anlage montieren: Die 6 häufigsten Fehler vermeiden

Direkt vorab: Wir unterstellen keinem Fachbetrieb, Fehler bei der Montage einer solarthermischen Anlage zu machen. Profis wissen natürlich, wo sich die Fehlerquellen verstecken und wie sie zu umgehen sind. Dieser Beitrag richtet sich an erfahrene Do-it-yourself-Solarteure. Eine Selbstmontage kommt nur für sehr erfahrene Heimwerker infrage – maßgeblich sind die Herstelleranleitung, Arbeitssicherheit, zulässige Elektro- und Hydraulik-Arbeiten sowie die Auswirkungen auf Garantie, Gewährleistung und Gebäudeversicherung. Im Zweifel ist der Fachbetrieb die bessere Wahl.

Solarthermie Installation © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Solarthermie Installation © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
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Die sechs häufigsten Montagefehler auf einen Blick

Übersicht für DIY-Solarteure – die Detail-Abschnitte unten erklären Ursache und Abhilfe pro Fehler.

Fehler
Typische Folge
Vermeidung in einem Satz
Schwere
#1 Kollektorfühler schlecht platziert
Regelung springt zu spät an, Solarertrag sinkt
Hersteller-Fühlerhülse am warmen Vorlauf-Ausgang des Kollektorfelds, schattenfrei
mittel
#2 Indach: Überlappung zu knapp
Schlagregen unter der Dachhaut, Folgeschäden möglich
Maße strikt nach Hersteller-Montageanleitung (typisch 10–13 cm seitlich)
hoch
#3 Vor- und Rücklauf vertauscht
Pumpe falsch geregelt, Schaden an der Solarpumpe
Anschlüsse vor Inbetriebnahme zweifach prüfen
hoch
#4 Speicher-Temperaturfühler falsch positioniert
Nachheizung springt zu spät oder dauerhaft an
Solar-Speicherfühler unten am Solar-Wärmetauscher, Nachheiz-Fühler oben – nach Speicher-/Reglerhersteller
mittel
#5 Mängel in der Rohr-/Speicher-Dämmung
Spürbarer Verlust des gewonnenen Solar-Ertrags
Dämmstärke nach GEG Anlage 8, Bögen und Durchführungen sauber
mittel
#6 Solarflüssigkeit ungünstig gemischt
Frostschaden oder schlechter Wärmetransport
Freigegebenes Fertiggemisch nach Hersteller-Mischtabelle (40 Vol.-% ≈ −22 °C)
hoch

Fehler #1: Der Kollektorfühler ist schlecht platziert

Kollektorfühler sind Sensoren, die die Temperatur der Solarflüssigkeit im Solarthermie-Kollektor ermitteln. Neben der Speichertemperatur bestimmt die Kollektortemperatur darüber, ob die Solarsteuerung die Solarpumpe einschalten soll oder nicht.

Solarthermie Solarsteuerung: Gepumpt wird nur, wenn es sich lohnt
Solarthermie Solarsteuerung: Gepumpt wird nur, wenn es sich lohnt

Falsch: Aus Unachtsamkeit werden Kollektorfühler oft an einer ungünstigen Stelle montiert. Ist der Bereich verschattet, fällt die Temperatur kurzfristig ab und die Solarregelung springt zu spät an. Das kann beispielsweise passieren, wenn der Kollektorfühler in der Nähe eines Schornsteins oder einer Satellitenschüssel sitzt.

Richtig: Um die Verschattungsgefahr zu umgehen, sollte der Kollektorfühler möglichst frei sitzen. Ideal ist die vom Hersteller vorgesehene Fühlerhülse am warmen Vorlauf-Ausgang des Kollektors – also in der obersten Kollektorreihe nahe der Vorlaufleitung, je nach Verschaltung im letzten oder ersten Kollektor in Fließrichtung. Dies ist die beste Voraussetzung für eine optimale Funktionalität.

Mögliche Fehler bei der Solarthermie Montage
Mögliche Fehler bei der Solarthermie Montage

Fehler #2: Die Überlappung wird zu knapp bemessen

Bei der Indachmontage werden die Solarkollektoren in die Dacheindeckung integriert. Dazu müssen die Dachziegel zuerst entfernt und anschließend neu montiert werden.

Falsch: Ein häufiger Fehler ist, dass die Dachsteine/Dachziegel passgenau oder mit maximal 2 oder 3 cm Überstand verlegt werden. Dadurch kann Wasser unter die Dachhaut gelangen und möglicherweise ins Dach eindringen.

Solarthermie Flachkollektoren © Michael Böhm, stock.adobe.com
Dachintegrierte Flachkollektoren © Michael Böhm, stock.adobe.com

Richtig: Die Maße sind herstellerspezifisch – die Montageanleitung des Indach-Systems ist verbindlich. Typisch sind seitliche Blechbreiten und Ziegel-Abstände im Bereich von 10 bis 13 cm (Beispiele: Reinhard Solartechnik, NAU). Wer das Hersteller-Maß einhält und die Ziegel sauber an die Eindeckrahmen anpasst, verhindert, dass Schlagregen zwischen Ziegel und Modulblech ins Dach gelangt. Bei der herkömmlichen Aufdachmontage kann der beschriebene Fehler nicht passieren.

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Fehler #3: Vor- und Rücklauf werden vertauscht

Der hydraulische Solarkreislauf läuft über die Solarstation (auch Pumpengruppe) – sie sitzt zwischen Solarkollektor und Speicher und hat zwei sehr ähnlich aussehende Anschlüsse: einer für den Vorlauf und einer für den Rücklauf der Solarflüssigkeit (in der Grafik rot und blau). Dort werden die Solarrohre angebunden. Der eigentliche Solarregler ist ein elektronisches Bauteil mit Sensor-Eingängen (Kollektor-, Speicherfühler) und Schaltausgängen für die Solarpumpe – an ihm liegen keine hydraulischen Rohranschlüsse an.

Der Solarkreislauf verbindet Solarthermie mit Warmwasser und Heizung
Der Solarkreislauf verbindet Solarthermie mit Warmwasser und Heizung

Falsch: Gerade in Stresssituationen kann es leicht zur Verwechslung der Anschlüsse an der Solarstation kommen. Strömt das Solarfluid in der falschen Richtung, wird die Pumpe falsch durchströmt und kann Schaden nehmen; je nach Verschaltung läuft der Solarregler zudem mit verdrehten Temperatur-Signalen.

Richtig: Sich von niemandem ablenken lassen. Ruhe bewahren und die Anschlüsse an der Solarstation vor der Inbetriebnahme zweifach prüfen. Denn nur richtig in den Solarkreislauf eingebundene Komponenten lassen die Solarthermie-Anlage bestens arbeiten.

Fehler #4: Der Temperaturfühler wird falsch positioniert

Ein Temperaturfühler misst die Temperatur des Speicherinhalts. Doch nur, wenn er richtig sitzt, erfüllt er seine Aufgabe wie gewünscht.

Falsch: Der Temperaturfühler am Wärmetauscher des Nachheizkreislaufs sitzt zu weit oben oder zu weit unten. Zu hoch angebracht heißt, dass die Nachheizung nicht anspringt, weil der Speicher „voll“ meldet. Ein zu tief platzierter Temperaturfühler vermittelt den Eindruck, der Speicherinhalt sei zu kalt, sodass die Nachheizung ununterbrochen läuft – und dabei Energie vergeudet.

Richtig: Hier muss man zwischen zwei Fühlern unterscheiden. Der Solar-Speicherfühler sitzt typischerweise unten am Solar-Wärmetauscher, weil der Solarregler die Differenz zur Kollektortemperatur dort am unteren Speicherbereich braucht. Der Nachheiz- bzw. Warmwasserfühler wird je nach Speicher- und Reglertyp dagegen im oberen Bereitschaftsbereich angeordnet. Die genaue Position und die richtige Tauchhülse gibt die Anleitung des Speicher- und Reglerherstellers verbindlich vor; eine ausreichende Wärmeleitpaste verbessert in beiden Fällen die Messgenauigkeit.

Solarthermieanlage: Bei schwieriger Fehlersuche rat beim Fachmann holen
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Fehler #5: Die Dämmung weist Mängel auf

Wärmeverluste sind beim Transport der Solarflüssigkeit zum Speicher genauso unvermeidbar wie im Wärmespeicher selbst. Geeignete Dämmmaterialien schränken diese Verluste jedoch erheblich ein.

Falsch: Die Dämmung der Solarrohre und/oder des Solarwärmespeichers ist zu dünn oder weist Lücken auf. Lückenhafte oder zu dünne Dämmung erhöht die Leitungsverluste deutlich – wie stark genau, hängt von Rohrlänge, Verlegung (innen oder außen), Vorlauf-Temperatur und Detail-Qualität an Bögen und Wand-Durchführungen ab.

Solarrohre aus Kupfer und Edelstahl
Solarrohre aus Kupfer und Edelstahl

Richtig: Solarrohre aus biegsamem Kupfer oder flexiblem Edelstahl-Wellrohr wählen und auf eine normgerechte Ummantelung achten. Die Anlage 8 zum GEG gibt Mindestdämmstärken in Abhängigkeit vom Rohr-Innendurchmesser vor: 20 mm Dämmschicht bis 22 mm Innendurchmesser, 30 mm bis 35 mm Innendurchmesser, darüber Schicht in Innendurchmesser-Dicke (jeweils bezogen auf eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K)). Bei Solarleitungen, die im Außenbereich liegen, gilt die doppelte Schichtdicke. Besonders heikel sind Bögen, T-Stücke und Wand-Durchführungen, an denen die Dämmung gern lückig bleibt.

Fehler #6: Die Solarflüssigkeit wird ungünstig gemischt

Das Solarliquid oder Solarfluid ist das Wärmeträgermedium, d.h. es transportiert die Wärme von den Kollektoren zum Speicher und fließt in einem Kreislauf abgekühlt wieder zurück – um erneut aufgewärmt zu werden.

Falsch: Der Frostschutzmittelanteil ist zu niedrig oder zu hoch. Ist der Prozentsatz zu gering, kann das Gemisch gefrieren und zu Schäden in der Solarthermieanlage führen. Zu große Anteile des Frostschutzes können dagegen den Wärmetransport vermindern und damit den Stromverbrauch der Solarpumpe erhöhen.

Die Solarflüssigkeit muss einiges aushalten
Die Solarflüssigkeit muss einiges aushalten

Richtig: Da die Flüssigkeit einem Alterungsprozess unterliegt, sollte das Mischungsverhältnis hin und wieder, z.B. im Rahmen einer Wartung, überprüft werden. Frostschutz immer nach der Mischtabelle des verwendeten Solarflüssigkeits-Produkts und nach regionaler Auslegung einstellen. Als Orientierung: Rund 40 Vol.-% Propylenglykol reichen je nach Produkt für eine Frostsicherheit von etwa −21 bis −22 °C (Eisbreibildung); für kältere Auslegungs-Temperaturen um −25 °C sind oft rund 44 bis 45 Vol.-% nötig (Hersteller-Datenblätter z. B. RESOL Tyfocor L, Glysofor Solar). Verwenden Sie keine selbst gemischten Wasser-Glykol-Gemische ohne Inhibitoren – nur freigegebene Fertiggemische bzw. Konzentrate mit Inhibitor-Paket nach Hersteller-Mischtabelle sichern Korrosionsschutz und Hitzestabilität.

Sicher aufs Dach: was vor jedem DIY-Einsatz steht

Bei allen Montagefehlern, die wir oben behandelt haben, ist der größere Risikofaktor nicht die Anlage – sondern der Weg dorthin. Bei Dacharbeiten besteht eine erhebliche Absturzgefahr; für gewerbliche Baustellen schreibt die ASR A2.1 Schutzvorrichtungen gegen Absturz vor – an Verkehrswegen ab mehr als 1 Meter Absturzhöhe, an übrigen Arbeitsplätzen ab mehr als 2 Metern. Für private Heimwerker gilt diese Pflicht nicht direkt – die anerkannte Reihenfolge bleibt aber die gleiche Sicherheitsstrategie: zuerst eine kollektive Absturzsicherung (Gerüst, Dachfanggerüst, Geländer), dann eine Auffangeinrichtung (Auffangnetz), erst zuletzt persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (Auffanggurt mit zugelassenem Anschlagpunkt). Als sicherheitstechnische Orientierung lässt sich die DGUV Information 203-080 heranziehen, auch wenn sie ausdrücklich für Photovoltaik-Montagen geschrieben wurde.

Für Heimwerker heißt das in der Praxis: ohne Gerüst oder geprüften Anschlagpunkt am Sparren beginnt die Montage nicht. Wer dafür keine Lösung hat, ist mit dem Anruf beim Fachbetrieb – und damit auch mit erhaltenen Herstellergarantien und eingehaltener Gebäudeversicherung – meist besser bedient.

Fazit

Der effiziente Betrieb einer solarthermischen Anlage hängt sowohl von der Qualität der Anlagenkomponenten (und der Sorgfalt bei der Planung) als auch von der fehlerfreien Installation ab. Neben den reinen Montagefehlern wie schlecht montierte Dachhaken kommen hauptsächlich wärmetechnische Fehler vor. Denn nicht selten werden die kleinen Unterschiede zwischen konventioneller Wärmetechnik und Solarthermie falsch eingeschätzt. Aufgedeckte Fehlerquellen helfen, solche Fallen zu umgehen. Und – wie im Abschnitt darüber beschrieben – gilt bei allen Dacharbeiten: keine Montage ohne geeignete Absturzsicherung; kollektive Schutzmaßnahmen wie Gerüst oder Dachfanggerüst haben Vorrang vor persönlicher Schutzausrüstung.

Sicherheitsvorkehrungen für Dacharbeiten
Sicherheitsvorkehrungen für Dacharbeiten
Solarthermie Kollektoren © Manuela Fiebig, stock.adobe.com
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