Solar-News April 2026: EEG-Reform, China-Rabatt, Speicher

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Der April 2026 bringt in der deutschen Solarbranche mehrere Weichenstellungen gleichzeitig: Die geplante EEG-Reform geht in die Regierungs-Abstimmung, der chinesische Mehrwertsteuer-Rabatt für Solarmodule ist seit dem 1. April Geschichte — und der Zubau von Photovoltaik und Heimspeichern zieht kräftig an. Wir fassen zusammen, was Hausbesitzer und Planer wissen sollten.

In dieser Ausgabe


Politik & Förderung

EEG-Reform 2027: Arbeitsentwurf in der Regierungs-Frühkoordinierung

Der Arbeitsentwurf zur EEG-Novelle 2027 aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) befindet sich laut Berichten seit Anfang April 2026 in der sogenannten Frühkoordinierung innerhalb der Bundesregierung. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant, die feste Einspeisevergütung für neue Photovoltaik-Anlagen bis 25 kWp zum 1. Januar 2027 abzuschaffen.

Zeitstrahl: Einspeisevergütung im Wandel

1. Feb. 2026in Kraft
Reguläre Degression: Teileinspeisung bis 10 kWp sinkt auf 7,78 ct/kWh, Volleinspeisung auf 12,34 ct/kWh.
Feb. 2026bekanntgeworden
BMWE-Arbeitsentwurf (rund 400 Seiten) zur EEG-Novelle wird in Medien öffentlich — Branchenverbände warnen vor Abschaffung der Vergütung für Kleinanlagen.
April 2026aktueller Stand
Entwurf in Frühkoordinierung der Bundesregierung. Noch nicht im Kabinett beschlossen, Ausgang offen. SPD und Verbände bremsen.
1. Aug. 2026planmäßig
Nächste reguläre Degression um 1 %: Teileinspeisung sinkt voraussichtlich auf rund 7,70 ct/kWh.
1. Jan. 2027geplant
Geplanter Stichtag: Abschaffung der festen Vergütung für Neuanlagen bis 25 kWp. Bestandsanlagen behalten ihre Vergütung für die volle 20-Jahres-Laufzeit.

Der Entwurf ist nach aktuellem Stand noch kein Kabinettsbeschluss und noch kein Gesetz. Einzelheiten können sich im Regierungsprozess noch ändern. Sicher ist: Wegen auslaufender EU-Beihilfegenehmigung Ende 2026 muss eine Anschlussregelung her — offen ist, wie radikal sie ausfällt.

Was bedeutet das für Sie? Wer 2026 eine Photovoltaik-Anlage in Betrieb nimmt, sichert sich die aktuelle Vergütung für 20 Jahre per Bestandsschutz. Realistische Vorlaufzeiten für Planung, Angebot und Installation liegen bei Fachbetrieben aktuell bei mehreren Wochen — wer die Altkondition noch mitnehmen will, sollte jetzt handeln. Eine ausführliche Analyse finden Sie im Ratgeber PV-Anlage 2026 kaufen oder warten?.

Quellen: Bericht mysolarpower24 vom 9. April 2026 zum Status „Frühkoordinierung“; Finanztip (Stand 4. März 2026); solaranlage-ratgeber.de (15. April 2026).


International

China streicht Exportrabatt für Solarmodule komplett

Seit dem 1. April 2026 entfällt die chinesische Mehrwertsteuer-Exportrückerstattung für Photovoltaik-Module vollständig — von zuletzt 9 Prozent auf null. Die Maßnahme hatte Chinas Finanzministerium bereits am 9. Januar 2026 offiziell angekündigt. Für Batteriespeicher gilt eine Übergangsfrist: Der Erstattungssatz sinkt bis zum 31. Dezember 2026 zunächst auf 6 Prozent, ab 1. Januar 2027 entfällt er komplett.

Preiserwartung für PV-Komplettanlagen 2026

+10 bis +20 %

Expertenschätzung von 1KOMMA5° zur Preissteigerung bei Modulen, kombiniert mit zusätzlichem Druck durch gestiegene Rohstoffkosten (Silber, Polysilizium). Die Effekte werden voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2026 beim Endkunden ankommen.

88 %

der Importe

der 2025 nach Deutschland eingeführten PV-Module kamen aus China

13 → 9 → 0

% Rabatt

Dreistufige Absenkung seit Dezember 2024

6 %

Zwischenstand

Speicher: Rabatt sinkt erst schrittweise bis Ende 2026

Deutsche Anbieter rechnen mit spürbar höheren Einkaufspreisen. Da ein Großteil der hier installierten Module, Wechselrichter und Speicher aus chinesischer Produktion stammt, sind Hausbesitzer direkt von der Verteuerung betroffen. Der erwartete Preisschub erfolgt mit Verzögerung — viele Händler haben ihre Lager im ersten Quartal 2026 gefüllt, als der Rabatt noch galt.

Was bedeutet das für Sie? Wer konkrete Angebote für eine PV-Anlage vorliegen hat, sollte sie in den kommenden Wochen auf ihre Gültigkeit prüfen. Viele Angebote haben eine begrenzte Gültigkeitsdauer. Bei neuen Anfragen lohnt sich ein Vergleich: Die Fachbetriebssuche auf solaranlage-ratgeber.de liefert regionale Angebote auf einen Klick — Preise und Konditionen können im Markt aktuell deutlich streuen.

Quellen: pv magazine Deutschland zur Exportrabatt-Abschaffung; energie-experten.org (20. Januar 2026); photovoltaik.sh mit Einschätzungen der Branche.


Marktzahlen

Photovoltaik-Zubau im März: 1.411 Megawatt — Rebound nach schwachem Winter

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) erwartet für den März 2026 einen Photovoltaik-Zubau von rund 1.411 MW — zum Stichtag 13. April waren 1.227 MW im Marktstammdatenregister registriert, die Bundesbehörde rechnet mit einem Aufschlag für verspätete Nachmeldungen. Damit liegt der März deutlich über dem Februar (856 MW) und dem Vorjahresmonat (881 MW im März 2025).

Zubau März 2026 nach Anlagensegment (offiziell registrierte Werte, ohne Aufschlag)

Freiflächenanlagen (154 Anlagen)744 MW
61 % des Zubaus
Gebäudeanlagen445 MW
36 % des Zubaus
Balkonkraftwerke (37.332 Anlagen)51 MW
4 %

Freiflächenanlagen dominieren den Zubau erneut. Die Zahl der Balkonkraftwerke hat sich gegenüber Februar (~15.000 Neuanmeldungen) mehr als verdoppelt.

121

Gigawatt kumuliert

Installierte PV-Leistung in Deutschland zum März

5,9

Mio. PV-Anlagen

Registrierte Anlagen insgesamt

1.649

MW pro Monat

Nötiger Zubau, um das Ziel von 215 GW bis 2030 zu erreichen

Für das erste Quartal 2026 summiert sich der PV-Zubau damit auf rund 3,5 Gigawatt — inklusive zu erwartender Nachmeldungen. Der Ausbaupfad bleibt unter dem für das 2030-Ziel rechnerisch nötigen Niveau von monatlich rund 1.650 MW, nähert sich aber deutlich an. Ein Teil des Aufschwungs geht auf Nachholeffekte zurück: Der kalte Winter hatte Dachinstallationen zeitweise erschwert.

Quellen: Bundesnetzagentur, EE-Statistik Marktstammdatenregister, Auswertung veröffentlicht Mitte April 2026; Bericht auf Solarserver vom 16. April 2026; pv magazine vom 15. April 2026.


Marktzahlen

Heimspeicher: Historischer Rekord mit 988 MWh im März

Der März 2026 markiert einen Höchststand beim Speicher-Zubau: In keinem Monat zuvor wurde so viel neue Batteriespeicher-Kapazität bei der Bundesnetzagentur registriert wie zuletzt. Eine Marktanalyse des Fachgroßhändlers EWS weist für den März 988 MWh neu in Betrieb genommene Speicherkapazität aus.

988

MWh im März

Historischer Monats-Höchststand beim Speicher-Zubau

231

MWh aus einem Projekt

Ein Großspeicher in Nordrhein-Westfalen macht rund 23 % des Monatszubaus aus

77 %

verteilt

Der Rest verteilt sich auf Heim-, Gewerbe- und mittelgroße Speicher

Die Zahl ist stark von einzelnen Großprojekten getrieben und deshalb nicht eins zu eins auf das Privatsegment übertragbar. Trotzdem zeigen die Auswertungen: Auch Heim- und Gewerbespeicher haben sich nach einem schwachen Jahresstart im März spürbar erholt. Parallel steigt die Nachfrage, weil die Wirtschaftlichkeit durch geplante Änderungen bei der Einspeisevergütung und das Solarspitzengesetz zunehmend vom Eigenverbrauch abhängt. Grundlagen dazu finden Sie auf unserer Themenseite Energiespeicher für Photovoltaikanlagen.

Quellen: EWS-Photovoltaik-Marktanalyse; Bericht auf Solarserver vom 17. April 2026 zur Marktanalyse.


Marktzahlen

Strommix Q1 2026: Erneuerbare bei 53 Prozent — Windkraft legt kräftig zu

Erneuerbare Energien deckten im ersten Quartal 2026 rund 53 Prozent des deutschen Stromverbrauchs — ein Plus von knapp sechs Prozentpunkten gegenüber dem besonders windschwachen Vorjahresquartal. Das gemeinsame Update von Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) wurde Anfang April veröffentlicht.

Bruttostromerzeugung Deutschland, Q1 2026 (140,6 Mrd. kWh gesamt)

52,2 % EE-Erzeugung
Wind an Land24,5 %
Photovoltaik9,6 %
Biomasse7,8 %
Wind auf See7,0 %
Wasserkraft3,3 %
Konventionell47,8 %

Der Anstieg geht vor allem auf ein deutlich windstärkeres Quartal zurück: Wind an Land legte um 27,5 Prozent zu, Wind auf See um 44,4 Prozent. Die Photovoltaik lieferte 13,5 Mrd. kWh und liegt damit knapp unter Biomasse und etwa gleichauf mit Wind auf See — typisch für das winterlastige erste Quartal. Mit der kommenden Sommer-Saison wird der PV-Anteil traditionell stark ansteigen.

Quellen: BDEW-Pressemitteilung „Erneuerbare decken 53 Prozent des Stromverbrauchs im 1. Quartal 2026″ (Anfang April 2026); gemeinsame Auswertung mit ZSW Baden-Württemberg.


Was heißt das zusammengefasst für Planer und Hausbesitzer?

Der April 2026 war geprägt von zwei Themenlinien: dem politischen Umbruch bei der Förderung und einer gleichzeitigen Verteuerung auf der Produktseite. Daraus ergeben sich drei konkrete Handlungsempfehlungen.

  1. Zeitfenster bei der Einspeisevergütung nutzen. Der Arbeitsentwurf zur EEG-Reform ist noch nicht beschlossen, aber der politische Kurs ist klar: 2027 soll die feste Vergütung für Neuanlagen bis 25 kWp fallen. Wer eine Photovoltaik-Anlage plant und die 20-jährige feste Vergütung noch mitnehmen will, sollte die Inbetriebnahme möglichst für 2026 ansetzen. Vorlaufzeiten bei Fachbetrieben liegen aktuell bei mehreren Wochen bis Monaten. Angebote jetzt einholen, nicht auf den Herbst warten.
  2. Preisentwicklung im Blick behalten. Durch den Wegfall des chinesischen Exportrabatts und steigende Rohstoffpreise erwarten Branchenexperten Modulpreise um 10 bis 20 Prozent höher. Die Effekte kommen zeitverzögert im zweiten Halbjahr 2026 beim Endkunden an. Bestehende Angebote auf Gültigkeit prüfen; bei neuen Anfragen mehrere Fachbetriebe vergleichen, weil sich Lagerbestände und Einkaufskonditionen der Installateure aktuell deutlich unterscheiden.
  3. Speicher und Eigenverbrauch werden zentraler. Mit dem absehbaren Ende der festen Vergütung, dem Solarspitzengesetz und der steigenden Nachfrage nach Flexibilität verschiebt sich die Wirtschaftlichkeit vom Einspeisen zum Selbstverbrauch. Der Speicher-Rekord im März ist ein Indikator für diese Verschiebung. Wer neu plant, sollte Speicher, intelligente Steuerung (Wallbox, Wärmepumpe) und Lastmanagement von Anfang an mitdenken.

Diese Ausgabe ist Teil unserer monatlichen Solar-News-Rubrik. Alle Angaben auf Basis öffentlich verfügbarer Primärquellen von Bundesnetzagentur, BDEW, ZSW, BMWE sowie Fachmedien; keine Rechts-, Steuer- oder Investment-Beratung. Stand: April 2026.

Lohnt sich eine Solaranlage © New Africa, stock.adobe.com
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