Wirtschaftlichkeitsberechnung

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Wirtschaftlichkeitsberechnung für Photovoltaik

Photovoltaikanlage Rendite
Photovoltaik Rendite © guukaa , fotolia.com

Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung der geplanten Photovoltaikanlage ist aufgrund der zahlreichen Einflussfaktoren keine einfache Aufgabe. In den meisten Fällen interessiert der Zeitpunkt bzw. das Jahr, ab dem der Anlagenbetrieb schwarze Zahlen schreibt.

Einflussfaktoren auf die Wirtschaftlichkeit

Will man wenigstens grob die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage abschätzen, so muss man sich mit einer ganzen Reihe von Faktoren auseinandersetzen, welche die Wirtschaftlichkeit nachhaltig bestimmen:

  • Investitionskosten
  • Betriebs- und Wartungskosten
  • ggfs. Finanzierungskosten
  • Zinssatz und Inflation
  • Eigenverbrauchs- und Einspeisemenge
  • Energiepreissteigerungsrate

Insbesondere die Festlegung der letzten beiden Punkte für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung sind mit Unsicherheiten behaftet und können das Ergebnis stark beeinflussen. Um welchen Prozentsatz beispielsweise die Stromkosten in den kommenden Jahren steigen werden, ist im Prinzip Glaubenssache und es sollte jedem Kunden selbst überlassen werden, hierfür eine Prognose abzugeben.

Kosten der Photovoltaikanlage

Die Kosten der Photovoltaikanlage richten sich nach der Größe der Anlage, den gewählten Modulen, den ausgewählten Wechselrichtern und den anderen technischen Komponenten.

Für Anlagen bis 10 kWp liegt der Bundesdurchschnitt bei derzeit ca. 1.650 € inkl. Montage ohne Mehrwertsteuer (1. Quartal 2015). Wird die Anlage nicht aus Eigenmitteln sondern fremdfinanziert,,dürfen die Finanzierungskosten nicht vernachlässigt werden. Im Laufe einer langfristigen Finanzierung von bis zu 20 Jahren können auch bei niedrigen Zinssätzen doch einige Zinszahlungen zusammenkommen.

Wird die Anlage ganz oder teilweise über Eigenkapital finanziert, dann werden nicht die gezahlten Sollzinsen, sondern die entgangenen Zinseinkünfte für das Kapital berechnet (das ja sonst als Kapitalanlage Zinserträge gebracht hätte). Hinzu kommen die Betriebskosten, die zwar bei Photovoltaikanlagen vergleichsweise gering ausfallen, aber dennoch vorhanden sind. Überschlagsmäßig können sie mit 1 % bis 1,5 % der Anschaffungskosten veranschlagt werden.

Tipp: Die Menge an eigenverbrauchtem Solarstrom muss versteuert werden. Einkommenststeuer wird auch fällig, wenn mit der Anlage Gewinne erzielt werden. In den ersten Jahren ist dies eher unwahrscheinlich. Ist die Anlage abgeschrieben, könnte durch die Steuer jedoch der Ertrag vermindert werden.
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Ertrag der Photovoltaikanlage

Auf der einen Seite stehen also die Kosten, die die Photovoltaikanlage verursacht. Auf der anderen Seite werden mit der Solaranlage ja Ausgaben reduziert bzw. Einnahmen erzielt. Hier ist in erster Linie die Einsparung durch vermiedenen Netzbezug bei Eigenverbrauch und in zweiter Linie die Einspeisevergütung zu nennen. Allerdings hängt der Ertrag bekanntermaßen wiederum von einer Vielzahl von Faktoren ab: vom Standort bzw. der Höhe der Globalstrahlung, von der Dachausrichtung und -neigung und von den verwendeten Modulen.

Tipp: Amortisationszeit ist der Zeitraum, der notwendig ist, bis die Photovoltaikanlage die Kosten, die sie verursacht hat, wieder eingebracht hat.

Wann lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Nun sind die Faktoren, die die Wirtschaftlichkeit bestimmen, klar. Aber es steht die Frage aus, ob die Photovoltaikanlage „sich rechnet“, also wirtschaftlich ist. Eine Investition wird üblicherweise dann als wirtschaftlich bezeichnet, wenn in diesem Fall mit der Photovoltaikanlage über 20 Jahre mehr Einnahmen erzielt werden können, als sie Kosten verursacht. Die Abschätzung ist insofern nicht einfach, da ein so weiter Blick in die Zukunft naturgemäß nur eine grobe Vorhersage ist. Sicher sind viele Punkte festgeschrieben, aber wer weiß zum Beispiel, wie sich der Strompreis der Energieversorger entwickeln wird? Dieser beeinflusst aber entscheidend die Höhe der eingesparten Kosten.

Solarthermie Kostenkurve Prognose
Prognose Ertrag Photovoltaik, Bildquelle: Bundesverband Solarwirtschaft

Rendite einer Photovoltaikanlage

Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage ist die eine Seite – für die meisten Kleinanleger reicht es, sich für eine nachhaltige Stromerzeugung für eine Photovoltaikanlage zu entscheiden und dabei kein Minus zu machen.

Für Großanleger dagegen muss auch die Rendite stimmen. Die Rendite wird in Prozent ausgedrückt und bezeichnet letztlich die „theoretische“ Verzinsung des für die Investition eingesetzten Kapitals.

Solarrechner

Berechnung von Wirtschaftlichkeit und Rendite – klingt kompliziert und ist kompliziert! Will man sich die ganze Arbeit sparen, dann lohnt es sich auf jeden Fall, einen Solarrechner zu Hilfe zu nehmen. Solarrechner berücksichtigen die meisten Faktoren und errechnen nicht nur den möglichen Ertrag, sondern auch die Einnahmen aus der Einspeisevergütung, die damit erzielt werden können. Liegen die Angebote vor, sind die Ausgaben ungefähr klar und können den erzielbaren Einnahmen gegenübergestellt werden.

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