Photovoltaik im Einfamilien- oder Reihenhaus

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Photovoltaik im Einfamilien- oder Reihenhaus

Zusammen ist man weniger allein – und wer in einem Mehrparteienhaus wohnt, hat ökonomisch in der Regel eine bessere Ausgangsposition für die Installation einer Photovoltaik-Anlage. So kann das finanzielle Risiko auf mehrere Schultern verteilt und die Energieausbeute besser genutzt werden. Schließlich ziehen die einzelnen Bewohner, abgesehen von wenigen Spitzen, Strom zu verschiedensten Tages- und Jahreszeiten. Verreisen dagegen die Bewohner eines Einfamilienhauses in den großen Sommerurlaub, steht dieses mitunter wochenlang leer, obwohl die Sonneneinstrahlung und damit der Energiegewinn gerade dann besonders hoch wäre. Doch auch alleinige Bewohner eines Hauses können von der Photovoltaik profitieren, wenn das Vorhaben gut durchgerechnet ist. Und natürlich gilt auch hier: Wer zahlt, bestimmt die Musik. Etwaige langwierige Einigungen mit Nachbarn sind nicht nötig, sofern grundsätzliche Bau- und Umgangsbestimmungen eingehalten werden.

Eine Photovoltaikanlage wird installiert © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
Eine Photovoltaikanlage wird auf einem Einfamilienhaus installiert © Marina Lohrbach, stock.adobe.com

Ob und wann sich eine PV-Anlage für ein Einfamilienhaus lohnt, kommt auf die individuellen Gegebenheiten an. Zunächst einmal muss geprüft werden, ob das Dach und die Lage des Hauses geeignet sind, um die Anlage wirtschaftlich zu betreiben. Dauerhafte Verschattungen etwa können schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Des Weiteren spielen die Größe der zu beheizenden Fläche beziehungsweise des Hauses sowie der durchschnittliche Stromverbrauch eine Rolle. Pi mal Daumen verbraucht eine vierköpfige Familie im Jahr etwa 3.500 bis 4.000 kWh. Ein kWp Leistung der Anlage erzeugt jährlich etwa 800 bis 1.000 kWh. Folglich wäre eine PV-Anlage von vier bis fünf kWp nötig. Für ein kWp sind etwa acht Quadratmeter Modulfläche nötig, was einer Gesamtmodulfläche von 32 bis 40 Quadratmetern entspricht.

Photovoltaikanlage: Schatten ist ein no go!
Photovoltaikanlage: Schatten ist ein no go!
Tipp: kWwas? Die Verwendung mancher Fachbegriffe ist nicht zu vermeiden, aber auch keine Raketentechnik. kWh bedeutet Kilowattstunde und beschreibt im Umfeld der Photovoltaik-Anlage, welche Energiemenge eine Anlage mit einer Leistung von einem Kilowatt in einer Stunde produzieren kann. Das ‚p‘ bei kWp steht hingegen für „peak“, also Spitze. Folglich beschreibt kWp die theoretische Spitzenleistung einer Anlage in Kilowatt unter idealen Bedingungen.
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Eigenverbrauch kommt günstiger

Nun ist unsere Welt in vielerlei Hinblick keine ideale. Die Sonne scheint nicht immer und manchmal erst recht nicht, wenn man sie bräuchte. Im Winter ist der Stromverbrauch in vielen Häusern höher als im Sommer, da sich die Menschen eher zurückziehen, länger elektrisches Licht nutzen, Fernsehen schauen, am Rechner sitzen und und und. Die Sonne scheint aber naturgemäß im Sommer viel häufiger. Was das bedeutet, fasst die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz so zusammen: „Ein Einfamilienhaus mit einer installierten PV-Anlagenleistung von einem Kilowatt pro 1.000 Kilowattstunden Strombedarf kann sowohl einen Eigenverbrauchsanteil als auch einen Autarkiegrad von durchschnittlich etwa 30 Prozent erzielen.“ Die PV-Anlage allein deckt also nicht dauerhaft den gesamten Strombedarf der Bewohner. Aber sie kann die Kosten senken und das gute Gefühl vermitteln, Energie selbst und aus umweltfreundlicher Quelle produziert zu haben.

Je mehr Solarstrom Sie verbrauchen desto höher
Je mehr Solarstrom Sie verbrauchen desto höher

In die Berechnung, ob sich eine PV-Anlage auf dem Einfamilienhaus lohnt, sollte folglich auch die Nutzung und der Ertrag einfließen. Vor einigen Jahren war das noch einfacher: Strom, der nicht selbst genutzt wurde, wurde gegen eine erkleckliche Vergütung ins öffentliche Netz eingespeist. Nachdem diese Förderung in den letzten Jahren teils stark zurückgefahren wurde, sagten viele, dass sich PV-Anlagen für Privatnutzer nicht mehr lohnen. Das stimmt so nicht, wenn man seine Strategie ändert. Denn gleichzeitig sind die Strompreise immer weiter gestiegen und liegen derzeit bei rund 30 Cent pro kWh. Richtet man den Fokus also nun vor allem auf die Eigennutzung, können die Kosten signifikant gesenkt werden. Das Fachportal Finanztip beispielsweise nennt 10 Cent pro kWh als derzeitige Kosten für eigenproduzierten Strom mit einer PV-Anlage. Das wächst sich schnell zu einer beträchtlichen Ersparnis aus.

Eine Solarbatterie hilft den erzeugten Strom selbst zu nutzen
Eine Solarbatterie hilft den erzeugten Strom selbst zu nutzen

Mehr noch, wenn man eine weitere Option in Betracht zieht. Mangels anderer Haushalte kann im Einfamilienhaus zwar nicht mehr Strom verbraucht werden, als von den wenigen Bewohnern verbraucht wird. Die Einspeisevergütung ist, wie gelesen, ebenfalls kein großer Anreiz mehr, eine PV-Anlage zu installieren. Daher sollte die Anschaffung eines Batteriespeichers in Betracht gezogen werden. Er speichert aktuell nicht benötigten Strom und gibt ihn ab, wenn die Sonne nicht scheint. Damit kann der Eigenverbrauchsanteil in vielen Fällen verdoppelt werden. Auch hier sollte allerdings mit spitzer Feder gerechnet werden: Die Speicher sind derzeit (noch) teuer. Zwar ist mit langfristig sinkenden Preisen zu rechnen. Ob der individuelle Nutzen aber bereits heute die Kosten übersteigt, muss im Einzelfall geprüft werden.

Die Preise für Solarstromspeicher sind deutlich gesunken
Die Preise für Solarstromspeicher sind deutlich gesunken

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Sonderfall Reihenhaus

Reihenhäuser, auch wenn sie der Gruppe der Einfamilienhäuser zugerechnet werden können, sind ein Sonderfall. Grundsätzlich gelten zwar viele der genannten Faktoren auch für sie. In manchen Punkten sind die Hausbesitzer jedoch zusätzlich eingeschränkt, was letztlich das Zünglein an der Waage bei der Entscheidung für oder gegen eine PV-Anlage bedeuten kann. So oder so lohnt es sich, seine Pläne mit der örtlichen Baubehörde abzustimmen. Die rechtlichen Vorgaben variieren von Bundesland zu Bundesland und von Kommune zu Kommune. In den Ämtern sitzen Experten, die tagtäglich mit ihrer Auslegung befasst sind. Einfach zu bauen in der Hoffnung, dass es niemand merkt, ist gerade in Reihenhaussiedlungen eine schlechte Idee. Bei freundlichen Nachbarn besteht indes die Möglichkeit, sie in das Projekt einzubinden – etwa, wenn sie ebenfalls eine PV-Anlage auf ihrem Dach installieren wollen. So können Rabatte ausgehandelt oder Erfahrungen ausgetauscht werden.

Reihenhäuser mit Photovoltaik © Daniel, stock.adobe.com
Reihenhäuser mit Photovoltaik © Daniel, stock.adobe.com

Ansonsten ist darauf zu achten, dass tatsächlich nur die Fläche des eigenen Hausdachs für die Anlage genutzt wird. Ein guter Tipp kommt zudem vom Deutschen Feuerwehrverband. Er weist darauf hin, dass Reihenhäuser in der Regel mit einer Brandschutzmauer vom Nachbargebäude getrennt sind: „Wer unbedingt jeden Zentimeter Dachfläche für die Stromerzeugung ausnutzen will und die Brandschutzwand mit Modulen überbaut, tut sich keinen Gefallen.“ Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) empfehle, einen Mindestabstand zwischen der Solaranlage und dem Nachbarhaus einzuhalten. Der Grund: Wenn doch einmal ein Ernstfall eintritt, drohen dem PV-Anlagenbetreiber im Zweifelsfall hohe Regressforderungen.

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