Produktions- und Lagerhallen als Aufstellungsort
Groß, eben und robust: Viele Lager- oder Produktionshallen bieten ideale Voraussetzungen für eine Photovoltaik-Anlage. Die Solarpaneele können den Immobilienwert und die Geschäftszahlen steigern, ohne dass dauerhafte Investitionen notwendig wären – von der Installation und in der Regel geringen Wartungskosten abgesehen. Wir geben Tipps, wie Gewerbetreibende mit der Eigennutzung der Energie die eigene Stromrechnung senken können.

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Vorteile Skaleneffekt und Nutzungszeit am Tage
Ein großer Vorteil groß dimensionierter Anlagen nennt sich Skaleneffekt. Er besagt, dass Produkte, die in großer Menge hergestellt werden, immer preiswerter werden. Im Klartext: 100 Solarmodule bringen mehr Ertrag als 10. Da Komponenten wie Wechselrichter oder die Verkabelung bei jeder stationären PV-Anlage eingebaut werden müssen, ist der Anstieg der Gesamtkosten prozentual geringer. Aber Achtung: Die Konstruktion muss dem Gewicht standhalten. Gerade bei Bestands- oder Leichtbauhallen können die Tragreserven begrenzt sein; deshalb sollte die Statik einschließlich Wind- und Schneelasten vorab geprüft werden.
Ein weiterer Vorteil ist die gewerbeübliche Nutzungszeit. Während der Stromverbrauch in Privatgebäuden häufig dann höher ist, wenn die Sonne gerade nicht scheint, ist es in Industriehallen meist umgekehrt: Dort wird vor allem tagsüber gearbeitet, also genau dann, wenn die Energieausbeute besonders hoch ist. Bei nicht selbst verbrauchtem, sondern ins öffentliche Netz geleitetem Strom ist eines zu bedenken: Die Einspeisevergütung fällt für große Anlagen um einige Cent pro Kilowattstunde niedriger aus als für kleine Anlagen, wie sie etwa auf Einfamilienhäusern installiert werden.
Ideen rund um die Umrüstung photovoltaikgeeigneter Flächen
Hallendach vermieten
Trotz erwähntem Nachteil geringerer Einspeisevergütungen bleiben Photovoltaikanlagen für Gewerbetreibende interessant. Das zeigt auch die Tatsache, dass sich mittlerweile ein eigener Mietmarkt rund um Dachflächen von großen, gewerblich genutzten Gebäuden etabliert hat. Dienstleister wie beispielsweise Solar Energy Consult oder Solardachmiete.de bieten an, die Flächen gegen Zahlung einer Prämie beziehungsweise einer Miete zu einer Photovoltaikanlage umzurüsten und diese auch zu betreiben. Das schmälert möglicherweise den eigenen Ertrag ein wenig, doch muss sich der Vermieter dafür nur um wenig Fachliches kümmern.

Fassaden von Hallen oder Bürogebäuden nutzen
Die Solarausbeute von PV-Anlagen an Fassaden liegt im Schnitt 20 bis 30 Prozent niedriger als auf optimal ausgerichteten Dächern. Aber was, wenn das Dach nicht optimal ausgerichtet, nicht tragfähig genug oder anderswie ungeeignet ist? Bei Südlage, freiem Stand und ohne Anbauten wie Feuerleitern können auch vertikal ausgerichtete Anlagen gute Erträge erzielen.

Ausschreibungspflicht auf Solaranlagen der Megawattklasse beschränken
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) beklagt die veralteten und viel zu niedrigen gesetzlichen Photovoltaik-Ausbauziele im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). „Die Bundesregierung habe es versäumt, diese an den stark wachsenden Ökostrombedarf anzupassen.“ Die Folge: Trotz eigentlich hoher solartechnischer Investitionsbereitschaft installierten die Unternehmer im Sommer 2021 rund 40 Prozent weniger Photovoltaik auf ihren Firmendächern als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Forderung: Damit die Energiewende nicht weiter ausgebremst wird, müssten Förderdeckel und Investitionsbarrieren schnell fallen.
Auf der anderen Seite sei es „gut, dass nun PV-Anlagen der Megawattklasse auf sehr großen Dächern wieder eine Möglichkeit haben, mittels eigenständiger Auktionen an Marktprämien zu gelangen, um einen wirtschaftlichen Anlagenbetrieb zu ermöglichen.“ In dieser Megawattklasse bewegt sich etwa Aldi Süd. Das Unternehmen ist dafür bekannt, möglichst effizient zu wirtschaften und so seine Preisführerschaft im Discounter-Markt zu verteidigen. Mittlerweile sind ca. 70 Prozent der Filialen mit eigenen Photovoltaikanlagen ausgestattet. PV scheint sich also durchaus zu lohnen, gibt das Unternehmen doch selbst an, einer der größten privaten Betreiber von Solaranlagen auf Gebäudedächern zu sein.
Vorbild Agrophotovoltaik

Zugegeben, im engeren Sinn eignet sich die Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) nicht für Gewerbe- und Industrieanlagen. Was die Landnutzungseffizienz um über 60 Prozent steigert, kann jedoch zum wertvollen Ideengeber werden. Agrophotovoltaik heißt das Zauberwort für ressourceneffiziente Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen. Dafür werden die Module in 5 Metern Höhe platziert. So kann darunter selbst mit schwerem Gerät gepflanzt, geackert und geerntet werden. Ein weiterer Vorteil: Die zumeist sehr großen, unverschatteten Freiflächen werden auch außerhalb der Wachstumsphasen genutzt.
Doch auch, wenn die Fläche unter den PV-Paneelen nicht genutzt wird: Industriebrachen und andere stillgelegte Areale sind eine interessante Option für eine Freiflächen-Installation.

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Fazit: Lohnt sich Photovoltaik für Gewerbetreibende?
Laut Solar Cluster Baden-Württemberg können Photovoltaikanlagen für Unternehmen weiterhin wirtschaftlich sein – vor allem bei hohem Eigenverbrauch. Zum einen sei der Imagegewinn nicht zu vernachlässigen – was gerade angesichts der Diskussionen um die Klimaentwicklung eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Zum anderen könnten Firmeneigentümer aufgrund der steigenden Unabhängigkeit von der Strompreisentwicklung ihre Kosten besser kalkulieren.
Was bereits angesprochen wurde: Unternehmen haben im Gegensatz zu Privathaushalten aufgrund von laufenden Produktionsmaschinen, Klimaanlagen, Beleuchtung und Computern den höchsten Strombedarf von 8 bis 18 Uhr. Dies deckt sich mit dem Solarstromangebot vom Dach. Nicht selten, so der Solar Cluster, könnten Firmen Eigenverbrauchsquoten von 70 Prozent und mehr erreichen und eine attraktive Rendite erzielen.
Erfreulich ist zudem, dass Solarstromspeicher deutlich günstiger geworden sind. Als Kostenbandbreite nennt Fraunhofer ISE für Batteriespeicher zu PV-Dach-Großanlagen eine Investitionskostenannahme von etwa 450–800 €/kWh Nutzkapazität inklusive Installation; konkrete Angebotspreise sollten projektbezogen geprüft werden. Im Heimsegment wurden 2024 laut BSW rund 80 % der neuen PV-Anlagen mit Speicher installiert; für Gewerbe- und Industrieanlagen sollte ein Speicher separat nach Lastprofil, Leistungspreisen und Eigenverbrauch gerechnet werden.

Steuerliche Vorteile gezielt nutzen
Für Unternehmen bietet eine PV-Investition neben Betriebskosteneinsparungen auch steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten. Für nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschaffte oder selbst errichtete PV-Anlagen ist als bewegliche Wirtschaftsgüter im Rahmen des steuerlichen Investitionssofortprogramms wieder eine degressive Abschreibung möglich, sofern die steuerlichen Voraussetzungen erfüllt sind – das verbessert die Liquidität besonders in den ersten Betriebsjahren. Für geeignete Betriebe kommt zusätzlich die Sonderabschreibung nach § 7g EStG in Betracht. Welche Regelungen im konkreten Einzelfall gelten, sollte vorab mit einem Steuerberater geprüft werden.
Etwaige Pläne für die Errichtung einer Anlage sollten zusammen mit Experten durchgerechnet werden. Sie kennen sich nicht nur in der Materie aus, sondern wissen auch über aktuelle Marktentwicklungen Bescheid. Dazu zählt auch die Kenntnis über Fördertöpfe und -programme wie jenes der KfW: Es bietet unter anderem Unternehmen jeglicher Größe und Landwirten Förderkredite für die Errichtung einer PV-Anlage; der konkrete Zinssatz hängt von Bank, Bonität und Sicherheiten ab.
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