Wie funktioniert eigentlich eine Photovoltaik-Anlage?
Mit Photovoltaik-Anlagen kann Sonnenstrahlung direkt in elektrische Energie umgewandelt werden. So weit, so bekannt. Nach der genauen Funktionsweise gefragt, müssen viele aber passen. Grundwissen ist beim Kauf, dem Betrieb oder gar der eigenen Installation einer solchen Anlage aber unabdingbar und nützlich. Daher stellen wir im Folgenden das Konzept in verständlicher Form – so kurz wie möglich, so lange wie nötig – vor.

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Der Begriff Photovoltaik setzt sich aus dem griechischen Wort für Licht und dem Nachnamen des Physikers Alessandro Volta zusammen. Er gilt als Erfinder der elektrischen Batterie. Ihm zu Ehren wurde im 19. Jahrhundert die Maßeinheit für die elektrische Spannung als Volt benannt. Der photoelektrische Effekt, Grundlage jeder PV-Anlage, wurde indes später von Alexandre Edmond Becquerel entdeckt und erst im 20. Jahrhundert von Albert Einstein beschrieben.
Solarzellen: Gemeinsam sind sie stark
Ein Solarmodul, bekannt beispielsweise von Hausdächern, enthält eine Vielzahl an Solarzellen. Was in deren Inneren passiert, setzt tiefere physikalische Grundkenntnisse voraus. Vereinfacht gesprochen wird durch zwei Siliziumschichten mit unterschiedlicher Leitfähigkeit ein elektrisches Feld erzeugt. Trifft Licht darauf, ändern sich dessen Ladungseigenschaften. An den Kontakten der Solarzelle entsteht so die gewünschte Spannung. „Die Solarzelle stellt damit ein elektrisches Mini-Kraftwerk dar“, resümiert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft.

Allerdings ist der Wirkungsgrad dieser Mini-Kraftwerke eingeschränkt: Je nach Photovoltaikmodul-Typ liegt er bei aktuellen Serienmodulen zwischen rund 19 und 24,8 Prozent, mit einem nach Verkaufsmenge gewichteten Marktdurchschnitt von 22,7 Prozent (Fraunhofer ISE, Stand Q4 2024). Das bedeutet, dass weiterhin ein Großteil der Sonnenenergie ungenutzt verlorengeht. Die Effizienz ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen – Werte, die früher nur unter Laborbedingungen erreicht wurden, sind heute Marktstandard. Mit Perowskit-Silizium-Tandem-Modulen kündigen sich weitere Schritte an. Einerseits ist das zwar bedauerlich, aber nicht weiter tragisch, da die Hintereinanderschaltung mehrerer Module zu einem sogenannten String trotzdem zu einer ausreichenden und lohnenden Ausbeute führen kann. Andererseits macht es die Rechenaufgabe bei der Planung einer PV-Anlage kniffliger, denn es muss genauer darauf geachtet werden, ab wann und unter welchen Bedingungen sich die Investition in eine PV-Anlage lohnt. Mit den Jahren kann die Leistung der Zellen nachlassen und sich damit ihr Wirkungsgrad verringern.

Ein gewisser Verlust muss auch beim Wechselrichter einkalkuliert werden. Diese Komponente hat die Aufgabe, den im Solarmodul erzeugten Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom umzuwandeln. Je nach Wechselrichter-Typ liegt hier der Wirkungsgrad bei 96 bis 98 Prozent.

Stromfluss vom Photovoltaikmodul bis zum Verbraucher
Trifft Sonnenlicht auf die zwei Siliziumschichten der Solarzelle, ändern sich deren Ladungseigenschaften – an den Kontakten der Zelle entsteht eine elektrische Spannung.
Mehrere Module zu Strings verschaltet liefern den Gleichstrom der Anlage.
Erst dieser nutzbare Wechselstrom kann Geräte im Haushalt versorgen oder ins Netz eingespeist werden.
Eigenverbrauch geht direkt in die Steckdose, Überschüsse landen im Batteriespeicher oder werden über den Zwei-Richtungs-Zähler eingespeist.
Je nach Konzeption funktioniert das System ein wenig anders:
- Netzgekoppelte PV-Anlagen erlauben ein vollständiges oder teilweises Einspeisen des selbst produzierten Solarstroms ins öffentliche Netz.
- PV-Inselanlagen werden völlig unabhängig vom öffentlichen Stromnetz betrieben.

In Deutschland müssen Wohnhäuser mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden sein. Dies gilt auch, wenn kein Strom aus der Photovoltaikanlage ins Stromnetz eingespeist wird. Netzgekoppelte Photovoltaikanlagen benötigen Gleich- und wechselspannungsseitige Verkabelung, einen Generatoranschlusskasten, einen Wechselrichter und einen Stromzähler.
Generatoranschlusskästen sammeln und schützen die Strings und trennen die Module ggf. vom restlichen System. Der Stromertrag wird über den Wechselrichter einerseits mit Umweg über den Stromzähler ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Wichtig für die Abrechnung: Zur Ermittlung von Einspeisung und Bezug wird der normale Stromzähler durch einen Zwei-Richtungs-Zähler ersetzt. Zum Eigenverbrauch bestimmter Solarstrom fließt wie gewohnt aus der Steckdose im Haus in die Geräte. Überschüssige Energie kann in einer angeschlossenen Solarbatterie, auch Energiespeicher genannt, gesammelt und bei Bedarf von dort bezogen werden.

Soweit zum Standard. Abgelegene Orte, Gartenhäuser, Campingwagen o.Ä. sind meist nicht mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Mit sogenannten Inselanlagen kommen aber auch diese Standorte in den Genuss selbst erzeugten Solarstroms. Der Hauptunterschied: Der Strombedarf in „schlechten Zeiten“, in denen keine Sonne scheint, kann nicht durch den Bezug von Netzstrom ausgeglichen werden. Ein Energiespeicher sollte also von vorneherein zur Planung gehören. Entscheidend ist die Zwischenschaltung eines Ladereglers. Er verhindert ein lebensverkürzendes Überladen der Batterie und dient zugleich als Schaltzentrale. Geräte mit 12-V-Spannung können ohne Stromreservoir direkt betrieben werden.
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Viel Sonne – viel Strom. Keine Sonne – trotzdem Strom
Es ist ganz einfach: Je mehr Licht auf die Solarmodule trifft, desto mehr Strom wird erzeugt. Aus diesem Grund sollten die Standortfaktoren für den Aufbau einer PV-Anlage so optimal wie möglich sein. Doch Vorsicht beim Anschluss: Fachleute weisen darauf hin, dass die Solarzellen sofort reagieren, wenn Licht auf die Oberfläche trifft. Deshalb liege bereits vor dem Anschließen eine elektrische Spannung an. Auf jeden Fall sollten beim Umgang besondere Sicherheitshinweise beachtet werden. Wer sich nicht auskennt, wendet sich besser an einen Solar-Fachbetrieb.

Doch was tun, wenn nicht zu viel Licht da ist, sondern zu wenig – oder die Sonne zur falschen Zeit scheint? Tatsächlich decken sich Stromerzeugung und aktueller Strombedarf eher selten. Neben der Möglichkeit, die fehlende (teure!) Energie aus dem öffentlichen Netz zu beziehen, bietet sich ein Akkumulator, besser bekannt als Energiespeicher, an. Batteriespeicher stellen den selbst erzeugten Strom auch dann zur Verfügung, wenn es draußen dunkel ist oder Verbrauchsspitzen anstehen. Mit einem Strompreis um 35 ct/kWh und einer Einspeisevergütung von rund 8 ct/kWh (Stand 2026) ist jede selbst verbrauchte Kilowattstunde rund viermal so wertvoll wie eine ins Netz eingespeiste – die Autarkie wird damit zum zentralen Wirtschaftlichkeitsfaktor. Eigenverbrauch erhöhen ist geradezu zum Schlagwort für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage geworden.

Mit einem Energiespeicher kann der Eigenverbrauch mindestens verdoppelt werden. Speichergeräte sind zwar teuer, doch aufgrund der langen Lebenszeit können sie auch lange in Betrieb bleiben. Und eine gute Nachricht gibt es auch: Nach einer Phase steigender Preise zwischen 2020 und 2023 fallen die Preise seit 2024 wieder deutlich, sodass sich die Amortisation immer schneller rechnet.

Was die Funktionsweise für Ihre Planung bedeutet
Die Funktionsweise einer Photovoltaikanlage ist im Prinzip einfach – die wirtschaftliche Auslegung ist es nicht. Wer die wichtigsten Stellschrauben kennt, kann ein Angebot besser einordnen und gezielter nachfragen.
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